Fahrrad Rückspiegel Klappbar Test: Mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Ein Fahrradspiegel am Lenker sorgt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr, da man die Gesamtsituation hinter dem Fahrrad besser im Blick hat. Fahrradspiegel eignen sich dabei für alle Fahrräder, am häufigsten sind sie bei City- und E-Bikes im Einsatz.

Einige funktionieren besser, als wir erwartet hätten, andere schlechter. Wieder andere schaden dem Fahrer mehr, als sie helfen. Aus diesem Grund haben wir 30 Fahrradspiegel getestet und ihr Sichtfeld sowie ihr Verhalten während der Fahrt bewertet.

Warum ein Fahrradspiegel sinnvoll ist

Eine Pflicht für Fahrradspiegel gibt es nur für versicherungspflichtige Fahrräder. Trotzdem sind Fahrradspiegel auch an Citybikes, Lastenrädern und vor allem an Liegerädern sinnvoll.

  • Besonders sinnvoll sind Fahrradspiegel an Liegerädern. Anders als bei herkömmlichen Fahrrädern verwandelt sich ein Liegeradfahrer beim Blick zurück schnell in ein Verkehrsrisiko.
  • Allgemein erhöhen Fahrradspiegel die Sicherheit. So sind sie immer dann sinnvoll, wenn Kinder im Anhänger oder auf dem Lastenrad mitfahren.
  • Auf langen Fahrradtouren, bei denen Seitentaschen dabei sind, sind Fahrradspiegel auch anzuraten.

Für Fahrräder ohne Versicherungspflicht gilt keine Pflicht zu einem Fahrradspiegel, für jene mit hingegen schon: In der Regelung Nr. Bei Rechtsverkehr ist der Spiegel auf der linken Seite des Lenkers anzubringen. Zwei Spiegel sind für Fahrräder nie vorgeschrieben. Für S-Pedelecs, also Fahrräder mit Elektromotor mit einer Trittunterstützung bis 45 km/h, gilt eine weitere Besonderheit: Hier dürfen nur zugelassene Fahrradspiegel mit einer E-Prüfnummer montiert werden.

Arten von Fahrradspiegeln

Fahrradspiegel unterscheiden sich besonders dadurch, wie sie sich am Lenker festhalten. Einerseits gibt es Fahrradspiegel, die sich um den Lenker schlingen. Andererseits finden die sogenannten Ansteckspiegel im Lenker selbst Platz. Die Befestigung am Lenker ist unkomompliziert.

Andere Fahrradspiegel sind dem evolutionären Druck zu einem langen Hals nicht ausgesetzt. Stattdessen schmiegen sie sich in den Lenker und erlauben so direkt den Blick vorbei am eigenen Körper. Der Vorteil: Viel weniger Wackeln beim Fahren. Egal, wie der Rückspiegel angebracht ist: Fahrradspiegel auf beiden Seiten sind unserer Ansicht nach nur begrenzt sinnvoll.

Empfehlenswerte Modelle im Test

Ergotec M-99

Tolles Sichtfeld, stabiler Halt, individuelle Positionierung und gute Verarbeitung: Der Ergotec M-99 lässt keine Wünsche offen und ist damit unser Favorit.

Den M-99 kann man entweder mit einer Klemmrichtung um die Lenkerstange fixieren oder mit einem zusätzlichen Adapter auch in der Lenkeröffnung befestigen. Dazu kann man den Fahrradspiegel entweder ober- oder unterhalb des Lenkers befestigen, sei es am geraden oder gebogenen Lenker.

Das Aluminium-Gehäuse sowie die Vorrichtung sind sehr hochwertig und sauber verarbeitet. Wir befestigen den Ergotec samt Adapter in der Lenkeröffnung und sind bei der ersten Testfahrt begeistert: Die asphärische Spiegelfläche sorgt für einen tollen Blick auf das Verkehrsgeschehen im Hintergrund, der tote Winkel wird stark reduziert.

Busch & Müller Cycle Star E 12285

Der Busch & Müller Cycle Star E 12285 ist sauber verarbeitet, lässt sich dank des mitgelieferten Innensechskantschlüssels schnell befestigen und bietet mit seiner Form ein riesiges Sichtfeld. Wie es sich für Busch & Müller gehört, ist die Verpackung sehr schön gestaltet.

Auf der Rückseite des Kartons prangt die Montageanleitung und unten im Karton versteckt sich der Sechskantsschlüssel, der für die Montage nötig ist. Bei der Montage begutachten wir zuerst den Klemmmechanismus und merken, dass es einige Umdrehungen dauert, bis der Fahrradspiegel im Lenker sitzt.

Ergibt sich die Klemme dem Widerstand des Lenkers, sitzt der Cycle Star E aber bombenfest. Wir haben den Cycle Star E mit klappbarem Aluminiumarm getestet, es gibt ihn aber auch mit einem Kunststoffarm.

Der Spiegel lässt sich problemlos auch während der Fahrt einstellen. Stabil sitzt er trotzdem, denn sogar nach der Fahrt über das Kopfsteinpflaster reckt sich der Cycle Star E noch in dieselbe Richtung.

Besonders überzeugt hat uns das Sichtfeld des Cycle Stars: Anders als runde Fahrradspiegel hat der Cycle Star E eine fünfeckige Spiegelfläche. Besonders breit zeigt der Fahrradspiegel den Verkehr direkt hinter dem Fahrrad und die Breite nimmt in die Weite ab.

Das Ergebnis: Die gleiche Einsicht in den Verkehr, auch in weite Ferne. Stellt man das Fahrrad ab, kann man den Spiegel durch den schwenkbaren Metallarm einklappen. Die getönte Scheibe wirkt hervorragend gegen grelle Scheinwerfer oder starke Sonneneinstrahlung.

Rose Rücksicht Vario

Time to shine! Oder eben auch nicht - der Rose Rücksicht Vario hat als einziger der Fahrradspiegel im Test eine getönte Scheibe. Das sorgt dafür, dass die Reflexion von Scheinwerfer- oder Sonnenlicht nicht allzu stark blendet.

Der Vario ist in zwei Größen, mit einem Durchmesser von 62 oder 95 Millimetern erhältlich. Wir haben das größere Modell an unserem City-Bike getestet und waren damit sehr zufrieden.

Der Vario eignet sich für alle Lenkerenden mit einem Durchmesser von 22,2 Millimetern und wird ganz einfach seitlich eingesteckt und dann mit einer Schraube fixiert. Der Spiegel wackelt oder verrutscht nicht - auch bei unebenem Untergrund.

Die Kugelkopf-Lagerung sorgt dafür, dass man den Winkel auch während der Fahrt einfach nachjustieren kann. Wir empfehlen den Rose Rücksicht Vario allen, die etwa besonders viel im Dunkeln in der Nähe von viel befahrenen Straßen unterwegs sind.

Sprintech Racing

Der Sprintech Racing aus Kunststoff eignet sich dank dezentem Design und niedrigem Gewicht für jeden Rennradlenker. Bei hohen Geschwindigkeiten auf dem Rennrad und beim Fahren in der Kolonne erhöht ein Fahrradspiegel die Sicherheit.

Die Montage ist, wie bei allen Sprintech-Fahrradspiegeln im Test, kinderleicht. Der Originalstopfen wird vom Lenker entfernt, der Sprintech Gummistopfen eingesetzt und dann mit dem Spiegel verbunden. Der Winkel kann flexibel während der Fahrt eingestellt werden.

Der Racing Spiegel ist zwar sehr klein, bietet aber dank konvex geformter Oberfläche ein solides Sichtfeld. Annähernde Autos oder Radfahrer kann man in jedem Fall erkennen.

Der Sprintech Racing ist in fünf verschiedenen Farben erhältlich und kann auch als Set für das rechte und linke Lenkerende erworben werden. Die verschiedenen Farben sind ein echter Bonuspunkt für alle Radfahrer, denen das Aussehen ihres Rennrads wichtig ist.

The Beam Corky

Der The Beam Corky ist für Rennräder konzipiert und wird im offenen Lenkerende eingesetzt und dann mit einer Schraube von außen fixiert. Dafür ist alles im Lieferumfang enthalten.

Das Besondere: Als einer der kleinsten Fahrradspiegel im Test kann der Corky ganz inkognito mitfahren. Das Sichtfeld ist dank konvex geformter Oberfläche trotz Mini-Spiegel gut, der Winkel kann ebenfalls während der Fahrt angepasst werden.

Leider überzeugt uns die Verarbeitung nicht und wir zweifeln an der Langlebigkeit des Kunststoffgehäuses. Insbesondere auf dem Rennrad ist man mit hohen Geschwindigkeiten unterwegs, was auch mal zu einem Sturz führen kann.

Fasi Fahrradspiegel X-Safe

Der Fasi Fahrradspiegel X-Safe eignet sich für alle Fahrräder mit einem Lenkerinnendurchmesser von 16 bis 22 Millimetern und wird ganz einfach seitlich eingesteckt. Das runde Spiegelglas ist frei von Verzerrungen und sorgt für einen guten Überblick über das Geschehen im Hintergrund.

Leider sind wir mit der Verarbeitung der einzelnen Kunststoff-Komponenten nicht ganz zufrieden. Der X-Safe vibriert sehr stark beim Fahren, die Vorrichtung wird auch nicht sehr hochwertig.

Das Zusammenbauen der Kleinteile ist ziemlich mühselig, da die Gewinde schlecht verarbeitet sind. Einmal im Lenkerende montiert sitzt der Spiegel sehr fest, ein Anpassen des Winkels währen der Fahrt ist nicht möglich. Das ist bei unebenem Untergrund zwar super, dafür benötigt man immer Werkzeug, um den Spiegel zu verstellen.

Das Sichtfeld selbst in Ordnung, es gibt keine Verzerrungen.

Weitere getestete Modelle

  • Ergotec M-77 LV
  • Nextcover Fahrradspiegel (Zweier-Set)
  • Krampe KF1 Typ A
  • Ergon RM Touring
  • Arkham ‎LW-HSJ-SFL
  • Zéfal Tower 80
  • Ergotec M-88
  • Cyclop von Zéfal
  • Zéfal Doobak

Kaufberatung für Fahrradspiegel

Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass der Fahrradspiegel wirklich sicher am Lenker befestigt werden kann und auch während der Fahrt nicht wackelt. Denn ein Fahrradspiegel, der während der Fahrt immer nachjustiert werden muss, bietet keine zusätzliche Sicherheit, sondern ist eine Gefahrenquelle. Schließlich wird der Fahrer immer wieder vom Verkehrsgeschehen abgelenkt.

Die Größe des Spiegels kann beim Kauf ebenfalls eine Rolle spielen. Je größer die Fläche, desto mehr sieht der Fahrer, was hinter ihm geschieht. Allerdings sollte der Spiegel nicht so groß sein, dass er teilweise den Blick nach vorn verhindert. Für Menschen, die ihr Fahrrad als Sportgerät nutzen, könnte zuletzt das Gewicht des Spiegels entscheidend sein. Denn hier zählt oft jedes Gramm.

Wichtig ist auch, dass man den Spiegel beim Fahren schnell nachjustieren kann. Die meisten Modelle, die keinen Schwanenhals haben, besitzen alternativ (Kugel-) Gelenke zur individuellen Einstellung. Meist ist bei der Artikelbeschreibung angegeben, ob das Modell beispielsweise eine 360 Grad-Sicht bietet.

Nach der Montage sollte der Radfahrer testen, welches Blickfeld der Fahrradspiegel bietet, also ob auch der Bereich des toten Winkels abgedeckt wird. Die Sichtfläche kann aus Glas oder Kunststoff sein, wobei Glas den Nachteil haben kann, dass es bei einem Sturz schneller kaputt geht oder zersplittert.

Ein Fahrradspiegel mit einer konvexen Wölbung bietet ein vergrößertes Sichtfeld und soll es dem Fahrradfahrer ermöglichen, den herannahenden Verkehr besser wahrzunehmen. Allerdings sollen Entfernungen zu anderen Fahrzeugen eher schlechter wahrgenommen werden.

Weitere Aspekte für die Sicherheit

Neben einem Fahrradspiegel muss aber mindestens noch eine Klingel am Lenker Platz finden, weshalb man bei Rechtsverkehr besser die Klingel rechts anbringt. Dann hat der Spiegel links seinen Freiraum.

Zunächst ist es wichtig, das Fahrrad zweimal jährlich in einer Fachwerkstatt warten zu lassen. Denn nur, wenn so wichtige Dinge wie Bremsen und Beleuchtung reibungslos funktionieren, ist die Sicherheit gewährleistet. Da auch bei umsichtiger Fahrweise ein Unfall passieren kann, schützt in vielen Fällen ein Fahrradhelm vor schweren Verletzungen. Mindestens ebenso wichtig ist eine leuchtende Warnweste. Denn gerade in der Dämmerung sind Radler in dunkler Kleidung für Autofahrer kaum zu erkennen.

Alternativen zum Lenkerspiegel

Wer keinen Spiegel am Lenker mag, aber grundsätzlich nicht auf den praktischen Helfer verzichten möchte, für den gibt es mehrere Alternativen, die hier zusammengefasst sind.

Digitaler Rückspiegel fürs Fahrrad

Am Sattelrohr befestigt, filmt der digitale Rückspiegel fürs Fahrrad alles, was hinter dem Fahrer passiert. Über den Bildschirm des Smartphones am Lenker wird das Kamerabild wiedergegeben. Eine smarte Lösung, denn oft bieten solche Kameras noch Zusatzfunktionen. Einige können beispielsweise Videos wie eine Dashcam aufzeichnen, die als Beweismaterial bei Unfällen verwendet werden können.

Handgelenkband mit Fahrradrückspiegel

Es sieht aus wie eine überdimensionale Smartwatch, beinhaltet aber einen Fahrradspiegel, der beim Fahren aufgeklappt werden kann. Wie bei einem Blick auf die Uhr kann der Radfahrer schnell auf den Fahrradrückspiegel schauen, um den rückwärtigen Verkehr zu beobachten.

Fahrradspiegel in der Brille

Beim Fahrradfahren kann eine Brille nicht nur vor grellem Licht, sondern auch vor Zugluft und lästigen Insekten schützen. Einen zusätzlichen Nutzen bieten Modelle, die einen kleinen Fahrradrückspiegel direkt am Glas befestigt haben.

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