Fahrradscheinwerfer mit Nabendynamo im Test: Sicher durch den Winter

Der Winter naht und die Tage werden kürzer. Für Fahrradfahrer bedeutet das: Licht an! Dank der LED-Technik hat die Fahrradbeleuchtung enorme Fortschritte gemacht. Fahrradbeleuchtung ist generell heller geworden, wobei die Wahl zwischen Dynamo- oder Batteriebetrieb weiterhin besteht.

Grundausstattung und Stromversorgung

Das Fahrradlicht gehört zur Grundausstattung eines jeden Fahrrads. Damit die Fahrradlampe leuchten kann, benötigt sie Strom. Wenn keine Akku-Beleuchtung vorhanden ist, wird der Strom in der Regel von einem Fahrrad-Dynamo geliefert. Es gibt verschiedene Arten von Dynamos, die sich in ihrer Funktionsweise und Leistung unterscheiden.

Seitenläuferdynamo

Der klassische Fahrrad-Dynamo, auch Seitenläuferdynamo genannt, wird bei Bedarf an den Reifen geklappt und erzeugt dann Strom für die Fahrradbeleuchtung. Er wird meist auf der linken Seite montiert und ist eine solide Art, Strom für die Fahrradbeleuchtung zu erzeugen. Die korrekte Montage ist bei den Seitenläufern besonders wichtig, sie sollten möglichst parallel zur Neigung des Fahrradmantels laufen.

Ein Beispiel ist der Axa Dynamo, ein Seitenläuferdynamo mit vier Anschlüssen: zwei für den Strom und zwei für die Masse. Die Montageseite befindet sich links am Fahrrad.

Die Schwachstelle der Seitenläuferdynamos ist nasses und feuchtes Wetter. Damit der Reifen auch bei Nässe nicht über das Dynamorad rutscht, sollte der Dynamo möglichst leicht laufen und einen geringen Drehwiderstand aufweisen. Eine größere Laufrolle kann hier bereits Abhilfe leisten, wobei sich die Übersetzung mit zunehmendem Durchmesser der Laufrolle verändert.

Es ist ebenfalls darauf zu achten, dass man einen Dynamo wählt, der für die richtige Montageseite geeignet ist, wobei zwischen Links- und Rechtsmontage unterschieden wird. Hat der Dynamo mehrere Anschlüsse für die Beleuchtung, können das Rücklicht und das Frontlicht separat voneinander angeschlossen werden.

Nabendynamo

Der Nabendynamo ist eine Revolution gegenüber dem Seitenläuferdynamo. Er ist in der Nabe integriert und somit dauerhaft im Laufrad. Strom wird hier durch das Drehen des Rades produziert, unabhängig von einem Rädchen, das am Mantel anliegt. Somit sind auch Wettereinflüsse wie Schnee oder Regen kein Grund für eine schlechtere Stromerzeugung. Da der Nabendynamo eingespeicht ist, werden oft komplette Laufräder inklusive Dynamo verkauft.

Qualitätsmerkmale und Unterschiede

Preisunterschiede bei Dynamos können sich durch eine bessere Verarbeitung bemerkbar machen. Der Dynamo läuft am Fahrrad mit, daher sollte die Achse gut gelagert sein und bei allen Umdrehungen leise laufen. Günstige Modelle können den Effekt aufweisen, dass es beim Drehen „ruckelt“ oder diese hörbar lauter werden.

Moderne Fahrradlampen haben oft feine elektronische Bauteile. Gerade im LED-Beleuchtungsbereich ist es daher wichtig, dass entweder die Lampe selbst oder der Dynamo eine Überspannung reguliert und einen Überspannungsschutz hat.

Moderne LED-Scheinwerfer und ihre Vorteile

Sobald es dunkel wird, herrscht helle Freude auf Deutschlands Radwegen: Moderne LED-Scheinwerfer am Fahrrad bieten Helligkeit, Ausleuchtung und Betriebssicherheit wie nie zuvor. Kaum ein Biker erinnert sich gern an die trüben Zeiten vor kaum zehn Jahren: Halogen-Birnchen galten als Maximum bei der Fahrradlampe, dürre, einpolige Käbelchen mit wenigen Kupferlitzen transportierten magere sechs Volt Spannung von durchrutschenden Seitenläufer-Dynamos entlang des Rahmens zu Front- und Rücklicht. Der Negativ-Pol war auf den Rahmen gelegt - ein Wunder, wenn die Fahrradbeleuchtung überhaupt funktionierte.

Technischer Fortschritt in der Fahrradtechnik war selten so augenfällig wie bei der Lichttechnik: Heute liefern leichtlaufende Nabendynamos zuverlässig ihren Strom über, meist geschützt in Rahmen und Gabel verlegte, Dipol-Kabel an Front- und Rückleuchten, die aus LED-Technik und elektronischer Stabilisierung ein Maximum an Leuchtkraft auf die Fahrbahn bringen. Doch auch, wenn heute keine Fahrradbeleuchtung mehr ohne LED-Leuchtmittel auskommt, gibt es teils große Unterschiede in Leistung und Qualität der verschiedenen Leuchten.

Daher haben wir uns von sechs Beleuchtungsherstellern ihren jeweiligen Top-Scheinwerfer in die Redaktion bestellt und einem intensiven Labor- und Praxistest unterzogen. Bei den Spezialisten von Supernova in Gundelfingen konnten wir die tatsächliche Lichtleistung und Helligkeitsverteilung der Scheinwerfer unter Laborbedingungen messen und direkt vergleichen.

Testverfahren

Eine Ulbrichtkugel nimmt den Test-Scheinwerfer in sich auf. Ein kalibrierter Sensor misst den für das menschliche Auge sichtbaren Lichtstrom. Dies entspricht der Gesamtleistung, quasi dem Hubraum einer Leuchte. Angabe in Lumen (lm).

Das Goniofotometer analysiert die Helligkeit einer Fahrradbeleuchtung planparallel aus zehn Meter Entfernung. Ein Sensor scannt das Leuchtfeld in ganzen (Außenbereich) und halben Winkelgrad-Schritten (Zentrum) auf Helligkeit (in Lux). Die Auswertungs-Grafik verzerrt deshalb die Abbildung im Vergleich zum realen Augenschein.

Nur die mobile „Dynamomaschine“ liefert eine realistische Betriebsspannung für Nabendynamo-Scheinwerfer. Da Nabendynamos mit höherer Fahrgeschwindigkeit auch mehr Leistung abgeben, haben wir alle Scheinwerfer einheitlich an einem Son-28-Dynamo gemessen, der mit 30 km/h rotiert. Ein regelbares Netzgerät speist den Elektromotor, der über einen Zahnriemen den Nabendynamo dreht. Ein Fahrradtacho misst die Fahrgeschwindigkeit. Die Nachtfotos und sämtliche Labormessungen beziehen sich auf dieses Set-up. Alle Labormessungen wurden bei Supernova Design in Gundelfingen durchgeführt.

Interview mit Marcus Wallmeyer (Supernova Designs)

Was macht den Dynamoscheinwerfer so aufwendig? Dynamoscheinwerfer müssen bei allen Geschwindigkeiten an verschiedensten Dynamos funktionieren - das ist viel anspruchsvoller als bei Akku-Betrieb. Die Spannung kann zwischen 4 V und über 60 V liegen, die Wechselstromfrequenz ändert sich stetig. Auch die Umsetzung eines guten Standlichts mit langlebiger Speichertechnik ist aufwendig.

Hohe Lebensdauer und Robustheit sind wichtig. Man muss sich darauf verlassen können, ob beim Weg zur Arbeit oder auf Weltreise. Um vorzeitige Alterung der LEDs zu vermeiden, ist gute Kühlung wichtig. Das ideale Lichtbild variiert je nach Bedarf, homogene Lichtverteilung aber ist unverzichtbar.

Es steckt noch viel Potenzial im Dynamolicht. Mit raffinierter Technik kann man mehr Leistung aus einem Nabendynamo holen, zum Beispiel für Fernlicht! Wir werden auf der Eurobike eine Weltneuheit vorstellen.

Vergleich von Fahrradlampen mit Nabendynamo

Im Folgenden werden einige Fahrradlampen mit Nabendynamo verglichen, basierend auf einem Test aus dem Jahr 2025:

ModellUnsere BewertungKundenwertung bei AmazonMax. Leuchtstärke in LuxZugelassen nach StVZOVorteile
Union Un-4935Sehr gut269 Bewertungen75 lxJaBesonders hohe Leuchtstärke, StVZO-zugelassen
Cbk-Ms 4061643009368Sehr gut221 Bewertungen100 lxJaBesonders hohe Leuchtstärke, StVZO-zugelassen
Resul Fahrradlampe-NabendynamoSehr gut468 Bewertungen70 lxJaBesonders hohe Leuchtstärke, mit Standlicht, inkl. Reflektor
Axa Pico 30Sehr gut380 Bewertungen30 lxKeine HerstellerangabenInkl. Reflektor, LED-Lampe
Fischer 85355Sehr gut886 Bewertungen70 lxJaBesonders hohe Leuchtstärke, inkl. Reflektor
Filmer 40.028Sehr gut359 Bewertungen70 lxJaBesonders hohe Leuchtstärke, StVZO-zugelassen
the nean Fahrrad Dynamo VorderlichtGut1965 Bewertungen70 lxJaMit Helligkeitssensor, StVZO geprüft, mit Standlichtfunktion
Cbk-ms 4061643009429Gut75 Bewertungen75 lxKeine HerstellerangabenBesonders hohe Leuchtstärke, StVZO-zugelassen

Weitere Scheinwerfermodelle und ihre Eigenschaften

Neben den oben genannten Modellen gibt es eine Vielzahl weiterer Fahrradscheinwerfer mit Nabendynamo, die sich in ihren Eigenschaften und Funktionen unterscheiden:

  • B&M Dynamo-Scheinwerfer Lumotec IQ Avy N: 30 Lux, LED mit IQ-Technologie, StVZO-zugelassen
  • B&M Dynamo-Scheinwerfer Lumotec IQ Avy Tsenso plus: 30 Lux, Tagfahrlicht, Hell-Dunkel-Sensor, StVZO-zugelassen
  • B&M Dynamo-Scheinwerfer Lumotec IQ Myc N Plus 150RNDI-04: 50 Lux, integrierte Standlichtfunktion, StVZO-zugelassen
  • B&M Dynamo-Scheinwerfer Lumotec Upp N Plus: 30 LUX, LED-Linsentechnik, Sicherheits-Seitenabstrahlung, StVZO-zugelassen
  • B&M Dynamo-Scheinwerfer Lumotec Upp T senso plus: 30 LUX, Tag- und Nacht-Modus, Nahfeldausleuchtung, StVZO-zugelassen
  • B+M LED Scheinwerfer IQ-X natur eloxiert: 100 Lux, Aluminiumgehäuse, sensorgesteuertes Tagfahrlicht, StVZO-zugelassen
  • B+M Lumotec IQ Cyo Plus 40 LUX: LED-Scheinwerfer, integrierter Rückstrahler, Standlicht, Nahfeldausleuchtung
  • B+M Lumotec IQ2 Eyc N Plus: 50 Lux, IQ2-Lichttechnologie, Nahfeldausleuchtung, StVZO-zugelassen
  • B+M Lumotec IQ2 Eyc T Senso Plus: 50 Lux, IQ2-Lichttechnologie, Standlichtfunktion, StVZO-zugelassen
  • B+M Scheinwerfer Lumotec IQ Avy N Plus: 30 LUX, Standlicht, Nahfeldausleuchtung, StVZO-zugelassen
  • Busch und Müller Lumotec IQ Cyo 60 Lux Senso Plus: 60 Lux, integrierter Rückstrahler, Nahfeldausleuchtung, Standlicht, StVZO-zugelassen
  • MATRIX LED Scheinwerfer 100 LUX FL30: 100 LUX, Standlicht, Helligkeitssensor, Überspannungsschutz, StVZO-zugelassen
  • MATRIX LED Scheinwerfer 30 LUX FL28: 30 LUX, Standlicht, Sensor, Überspannungsschutz, StVZO-zugelassen
  • MATRIX LED Scheinwerfer 60 LUX FL34: 60 LUX, Überspannungsschutz, Frontreflektor, Standlicht, StVZO-zugelassen
  • MATRIX LED Scheinwerfer 70 LUX FL32: 70 Lux, Standlichtfunktion, Helligkeitssensor, Überspannungsschutz

Hinweis zur Lichtjustage

Gemäß StVZO § 67, Absatz 3 muss der Scheinwerfer so eingestellt sein, dass er andere Verkehrsteilnehmer nicht blendet. Es wird empfohlen, den regelmäßigen Check der Lichtjustage durchzuführen. Meist ist der Scheinwerfer gut eingestellt, wenn der hellste Bereich in 5 Meter Entfernung an einer Wand auf halber Höhe der Lampe liegt.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0