Schutzbleche gehören zur Standardausrüstung des klassischen Alltags- und Freizeitfahrrads. Sie sorgen dafür, dass der Fahrer nicht als Schmutzfink ankommt, wenn man mal bei Regen in der Stadt oder auf matschigen Wegen unterwegs ist. Denn bei der Fahrt auf nassem oder schlammigem Boden wirbeln die Räder einiges an Wasser und Matsch auf, der ohne vorhandene Schutzbleche auf den Fahrer und den Fahrradrahmen geschleudert werden würde. Selbst, wenn man bloß kurz mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt - fährt man auch nur durch eine Pfütze, ist der Anzug gleich ruiniert. An sportlichen Fahrrädern, Rennrädern und Mountainbikes werden die Schutzbleche leider meistens weggelassen. Hier zeigen wir dir, wie Du Schutzbleche auf dein Fahrrad bekommst.
Schutzbleche im Überblick
Es gibt verschiedene Arten von Fahrrad-Schutzblechen:
- Steckschutzbleche (Clip-On): Diese werden "lose" am Rahmen montiert, z.B. durch Gummistraps, und können bei Bedarf schnell montiert werden. Theoretisch können sie an jedes Fahrrad befestigt werden.
- Standard-Schutzbleche (mit Festmontage): Diese werden fest am Rahmen montiert und bieten einen sehr viel besseren Schutz, da sie so nah an den Reifen sind. Allerdings können sie nicht schnell abmontiert werden, da man meist mindestens das Laufrad demontieren muss.
Standard-Schutzbleche benötigen spezielle Ösen am Fahrrad. Trekkingräder und Stadträder sollten diese Ösen haben, während Rennräder und Mountainbikes diese oft nicht haben. Für jedes Rad gibt es Adapter als universelle Aufnahmen.
Beachte außerdem, dass manche Schutzbleche einzeln kommen (nur für das Hinterrad) und manche als Set verkauft werden (Hinterrad + Vorderrad). Für den vollen, optimalen Schutz solltest Du ein ganzes Set kaufen. Wenn Du Geld sparen möchtest und es besonders einfach haben möchtest, eignen sich die einzelnen Hinterrad-Bleche.
Kompatibilität: Worauf du achten musst
Fahrradteile sind selten standardisiert, daher ist es wichtig, auf die Kompatibilität zu achten. Hier sind einige Punkte, die du beachten solltest:
- Größe der Schutzbleche: Die Schutzbleche sollten etwas breiter sein als die Reifen.
- Umfang der Laufräder: Der Umfang der Laufräder spielt vor allem bei den Standard-Schutzblechen eine große Rolle, da das Schutzblech genau zur Größe der Laufräder passen muss.
- Reifenbreite: Auch die Reifenbreite muss zur Breite der Schutzbleche passen. Ein zu schmales Schutzblech würde nur einen Bruchteil des aufgewirbelten Wassers auffangen.
Fahrrad Schutzblech Größen
Beachte beim Kauf des Schutzblechs, dass die Größe des Schutzblechs zu deinem Fahrrad passt. Es geht bei der Größe um den Umfang der Laufräder und die Breite der Reifen. Fahrräder in Standard-Größe und Rennräder haben meistens 28 Zoll Laufräder. Jugendräder haben 24 oder 26 Zoll. Mountainbikes haben 26 Zoll bis 29 Zoll. Schutzbleche haben in der Regel immer einen empfohlenen Laufrad-Umfang.
Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über gängige Laufradgrößen und empfohlene Schutzblechbreiten:
| Laufradgröße | Typische Fahrradtypen |
|---|---|
| 24 Zoll | Jugendräder |
| 26 Zoll | Jugendräder, Mountainbikes |
| 27,5 Zoll (650B) | Mountainbikes, Gravel Bikes |
| 28 Zoll | Standard Fahrräder, Rennräder, Trekkingräder |
| 29 Zoll | Mountainbikes |
Die Größe des Schutzbleches
Dieser Faktor wird von vielen Radlern unterschätzt, die sich sehr kleine Schutzbleche kaufen und glauben, dass das bestimmt ausreichen würde. Aber ein zu kleines Schutzblech ist kaum besser als überhaupt kein Schutzblech. Damit ein Schutzblech wenigstens den Großteil des aufgewirbelten Wassers auffängt, muss es eine bestimmte Länge aufweisen.
Schutzblech Montage
Theoretisch hat man die Wahl zwischen Standard-Schutzblechen mit Festmontage und Steckschutzblechen, die zwar nicht ganz so gut schützen, aber schnell und einfach an jedes Fahrrad montiert werden können. Oft entfällt diese Wahl jedoch, weil das Fahrrad nicht die notwendigen Ösen hat, um Standardschutzbleche zu montieren. Hier erklären wir dir, welche Ösen dein Fahrrad hinten und vorne braucht, um ein Paar Schutzbleche mit Festmontage zu befestigen.
Schutzblech Vorne Montage
Das vordere Schutzblech wird an der Gabelbrücke und bei den Ausfallenden der Vorderradgabel befestigt. Die Halterung (in Form eines Winkels) des Radschützers wird an einer Öse an der Gabelbrücke befestigt, die Streben des Schutzbleches werden an zwei Ösen (nahe den Ausfallenden) befestigt. Beide Komponenten (Halterung und Streben) sind notwendig, damit das Schutzblech sicher hält und den passenden Abstand zum Reifen einhält.
Schutzblech Hinten Montage
Die Montage des hinteren Schutzblech unterscheidet sich darin, dass das Schutzblech an drei Stellen befestigt werden muss (weil das hintere Schutzblech deutlich länger ist). Auch hier benötigt man Ösen an den Ausfallenden, an denen man die Streben des Schutzbleches befestigt. Die direkte Halterung wird an einer Öse an den Sattelstreben befestigt. Die dritte Verbindung erfolgt unten am Rahmen, hinter dem Tretlager. Auch hier sollte eine Öse sein, an der man das Schutzblech zusätzlich befestigt.
Manche Schutzbleche kommen aber auch mit einem alternativen Clip, falls diese Öse fehlt - so zumindest die SKS Bluemels Schutzbleche. Oder werden mit einfachen Kabelbindern fixiert. → Eine detaillierte Montage-Anleitung sollte den Schutzblechen beiliegen. Ansonsten findet man sie bei manchen Herstellern auch online.
Schutzblech Montage Hilfsmittel (Adapter)
Falls manche dieser Ösen fehlen, kann man sich auf unterschiedliche Wege aushelfen. Dabei sind oft individuelle, kreative Lösungsansätze notwendig. Nur, was die Befestigung der Streben (sowohl an den vorderen als auch an den hinteren Ausfallenden) angeht, gibt es eine recht einfache Universallösung, falls die Ösen an den Ausfallenden fehlen. Man benötigt spezielle Schellen, die man an die Rahmenstreben klemmt und an denen sich die Streben befestigen lassen. Achte darauf, dass Du die passende Größe für dein Fahrrad und die entsprechende Stelle (Sattelstrebe, Kettenstrebe, Gabel, usw.) auswählst.
Spezielle Schutzbleche für verschiedene Fahrradtypen
Schutzbleche Rennrad, Gravel und Cyclocross
Rennräder (und ähnliche Sportliche Fahrräder wie Gravel- und Cyclocross-Bikes) kommen in der Regel ohne Schutzbleche. Wer sein Tourenbike bei Regenwetter nicht im Keller lassen möchte, greift am besten zu flexiblen Steckschutzblechen, die sich per Quick Release schnell montieren lassen. Speziell für diesen Gebrauch werden besonders schmale Steckschutzbleche hergestellt. Damit behält man die puristische Rennradoptik bei schönem Wetter bei - und kann das Rennrad trotzdem auch benutzen, wenn Pfützen vor der Tür sind.
Schutzbleche MTB
Mountainbikes kommen meistens ohne Schutzbleche, weil davon ausgegangen wird, dass sowohl der Fahrer als auch das Mountainbike sowieso verdreckt am Ziel ankommen. Bei Standard-Schutzblechen, die nah an den Reifen liegen, besteht außerdem die Gefahr, dass sich Äste oder auch Matschklumpen zwischen Reifen und Schutzblech verfangen. Deshalb ist es auch hier empfehlenswert, einen Steckschutzblechsatz zu benutzen, der einigen Abstand zu den Reifen hat. Die Schutzbleche für MTBs müssen außerdem besonders breit sein - achte also auf jeden Fall auf die Breite. In jedem Fall sollte man am Vorderrad einen Mudguard anbringen.
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