Die Wahl der richtigen Fahrradbekleidung ist entscheidend für Komfort und Leistung. Gerade bei hohen Temperaturen ist weniger oft mehr: Rad, Schuhe, Socken, Helm, Brille, Trikot, Hose.
Troy Lee Designs Lilium: Ausgefallenes Design trifft auf Funktionalität
Ausgefallenes Design trifft auf eine schlichte und leichte Ausführung der „Lilium“-Kleidungsreihe von Troy Lee Designs. Unter dieser Modellreihe findet sich ein Kurzarmtrikot das Lilium SS, ein Langarmtrikot - Lilium LS, eine Short und eine lange Hose, die Lilium Pant. Wie von Troy Lee Designs gewohnt, bieten uns die Outfits der Lilium-Reihe auch einige Designs, die sich von einem kommerziellen, neutralen Stil eher abheben.
Das Langarmtrikot gibt es in acht, das Kurzarmtrikot in 13 verschiedenen Varianten. Wir waren sowohl mit dem Kurz- als auch mit dem Langarmtrikot unterwegs und haben die Funktion, die Verarbeitung, als auch den Tragekomfort der Shirts unter verschiedensten Bedingungen getestet. Ob als einzelner Layer oder auch in Kombination wurden die Trikots von uns getragen. Wir waren bei unterschiedlichsten Temperaturen unterwegs, von schweißtreibend warm, bis windig frisch. Auch unter der Regen- oder Windjacke kamen die Shirts zum Einsatz.
Der leichte 4-Wege-Stretch-Strickstoff hat den ganz klaren Vorteil, so wie der Hersteller Troy Lee Designs das auch verspricht, dass die Trikots wirklich sehr schnell trocknen und sehr atmungsaktiv sind. Eine wärmende Funktion wie man es von Merino oder Baumwollgeweben her kennt, bieten die Trikots jedoch nicht. Im Gegenteil: es kühlt eher, als dass es wärmt, von daher sind sie gut geeignet für sommerliche Temperaturen.
Auf der Haut fühlen sich die Troy Lee Designs Lilium Trikots sehr angenehm, fast samtig an. Der Schnitt ist figurbetont, das Rückenteil ist einen kleinen Tick länger geschnitten. Auch wenn es etwas hochrutscht, bleibt der Rücken somit immer gut bedeckt und geschützt. Der Rundhalsausschnitt schließt recht hoch ab, was eher ein wenig unsportlich ist, da fast einengend. Für ein sommerliches Trikot wäre ein etwas weiterer Ausschnitt wohl angenehmer. Ich trage normalerweise Gr. 36 bzw. S, bei einer Körpergröße von 1,70m und einem schlanken Oberkörper.
Auch die Test-Shirts hatte ich in dieser Größe getestet, sie sitzen figurbetonend und sind für mein Empfinden, für die Konfektionsgröße S, an der Grenze. Für diejenigen die es lieber ein wenig lässiger bevorzugen, bietet es sich von daher an auf eine Größe größer, zurückzugreifen. Die Verarbeitung ist nicht die aller hochwertigste, so fällt mir beim Langarmtrikot auf, dass ein Ärmel etwas kürzer ist als der Andere. Das hat keinen Einfluss auf die Funktion, bei einem Preis von 80 € für das Langarmtrikot, kann man jedoch mehr Sorgfalt erwarten, wie ich finde. Ansonsten haben wir an der Qualität nichts auszusetzen.
Materialien und Passform
Radtrikots waren nicht immer aus leichten, robusten, pflegeleichten und schnell trocknenden Funktionsfasern. Ursprünglich war Wolle das Material der Wahl - entsprechend schwer, dick und kratzig konnte sich das auf der Haut anfühlen. Erst Mitte der 1980er-Jahre schwenkten die Hersteller um: Die italienische Traditionsmarke DeMarchi beispielsweise stattete 1983 das Profiteam Mareno-Wilier als letztes mit Trikots und Hosen aus klassischer Schurwolle aus, um im Jahr darauf ihre Produktion auf synthetisches Material umzustellen.
Bei vielen Kurzarmmodellen ist das Material sehr dünn und teilweise sehr großporig. Oft sind die Abschlüsse an den Ärmeln nicht vernäht. Die Schnitte fallen oftmals enganliegend aus, während die Dehnbarkeit der Stoffe hoch ist. Unterschiedliche Gewebearten werden strategisch kombiniert. Glatte feine Stoffe an der Vorderseite und an den Ärmeln sollen teilweise auch der Aerodynamik dienen und einen Luftstrom mit möglichst wenigen Verwirbelungen ermöglichen. Am Rücken werden häufig Stoffe mit einer raueren Struktur verarbeitet.
Dies dient vor allem dem Schweißtransport. Hersteller wie etwa Ekoi und De Marchi bieten zudem Bekleidung mit einem Graphen-Anteil in den Fasern. Graphen soll die Wärme noch besser ableiten können. Auffällig ist: Das wohl einfachste Mittel für ein besonders „luftiges“ Trikotdesign ist die Gestaltung des Kragens. Viele der Testprodukte verfügen über ein nahezu kragenloses Design. Manche dieser Modelle sind zudem besonders enganliegend und aerodynamisch optimiert geschnitten.
Zugunsten einer möglichst faltenfreien und körpernahen Race-Passform sind sie vorne am Bauch klar kürzer gehalten als an der Rückenpartie. Oft können etwas muskulösere Fahrertypen deshalb eine größere Größe als üblich wählen.
Merinowolle: Eine Renaissance für Radtrikots
Dass Wolltrikots dennoch eine Renaissance erleben, liegt vor allem an einer besonderen Wollart: Merinowolle. Die Fellhaare der Merinoschafe sind besonders fein, Stoffe aus deren Wolle fühlen sich sehr weich an. Außerdem nehmen die Fasern viel Feuchtigkeit auf, ohne sich klamm anzufühlen, und sie riechen selbst nach intensiver Anstrengung gar nicht oder nur leicht nach Schweiß.
Nach einigen Erfahrungen mit Sportbekleidung aus reiner Merinowolle sind die meisten Hersteller inzwischen dazu übergegangen, die Wolle mit Kunstfasern wie Polyester, Polyamid oder Elastan zu mischen. Das soll die Vorteile von Natur- und Kunstfaser verbinden. Der Material-Mix macht die Trikots elastischer, stabiler - und weniger anfällig für Motten.
Immer mehr Hersteller achten zudem darauf, ihre Kleidung nachhaltiger, fairer oder ressourcenschonender zu produzieren als in der Vergangenheit. Triple 2 achtet explizit auf schonende Schermethoden bei der Wollgewinnung (Stichwort: mulesingfrei).
Ausgestattet sind die Wolltrikots wie andere Rad-Jerseys, auch die Schnitte folgen aktuellen Trends. Standard sind stoffhinterlegte Reißverschlüsse, Zippergaragen am Kragen, Gel-Prints am Bund gegen Hochrutschen, drei Rückentaschen als Stauraum plus eine kleine Reißverschluss-Tasche für Kleinkram.
Bewertung der Merino-Trikots
Die Kritik unserer Testerinnen und Tester richtete sich eher auf Passform-Details - beispielsweise zu straffe und zu enge Ärmelbündchen. Die Teil- und Endnoten von Frauen- und Herren-Trikot können sich übrigens unterscheiden: Manches wurde von unserer Testcrew unterschiedlich bewertet - beispielsweise bei der Handhabung, weil sich Reißverschlüsse leichter oder schwerer bedienen lassen, oder weil kleinere Hände leichter in enge Trikottaschen eintauchen können.
Trikots mit Merinowolle zeichnen sich aus durch hohen Tragekomfort und die geruchshemmende Wirkung ihrer Fasern. Dafür kosten sie jedoch ein paar Euro mehr als klassische Lycra-Modelle und sind für weniger als 100 Euro nicht zu haben. Ihr Nachteil ist die geringere Spannkraft des Materials bei sehr hohem Merinoanteil: Dann laufen Reißverschlüsse nicht mehr so leicht oder vollgepackte Rückentaschen ziehen das Trikot nach unten. Abgesehen davon sind die Wollweichen komfortable Begleiter in der Übergangszeit, an kühlen Sommer- ebenso wie an warmen Herbsttagen.
Fakten zu den Trikots
Hier eine Übersicht einiger getesteter Merino-Trikots:
| Marke | Modell | Preis | Material | Gewicht (Größe S/M) | Farben (Damen/Herren) |
|---|---|---|---|---|---|
| Agu | Solid Merino Trikot SIX6 | 120 Euro | 67% Wolle, 22% Polyamid, 11% Elastan | 121g / 140g | Braun, Schwarz / Wüstenbraun, Schwarz |
| Cafe du Cycliste | Eglantine | 160 Euro | 54% Wolle, 40% Polyester, 6% Elastan | 165g / 190g | Hellblau, Grau / Hellblau, Grau |
| De Marchi | Classica Sportwool Jersey | 140 Euro | 67% Polyester, 33% Wolle | 160g / 185g | 6 Farben / 7 Farben |
| Isadore | Woolight Jersey | 130 Euro | 77% Polyester, 23% Wolle | 125g / 135g | Rosa, Dunkelblau, Hellblau, Schwarz / Ocker, Rot, Blau |
| Maap | Alt_Road Jersey | 165 Euro | 49% Nylon, 47% Wolle, 4% Elastan | 143g / 165g | Burgunderrot, Lila, Blaugrün, Beige / Burgunder, Olivgrün, Blau, Beige, Dunkelgrau |
| Triple2 | Women´s/Men´s Velozip Sub | 139 Euro | 96% Wolle, 4% Elastan | 150g / 165g | Blau, Orange, Lila / Orange, Blau, Schwarz |
| Velocio | Women’s/Men’s Concept Merino Jersey | 179 Euro | 75% Wolle, 18% Polyamid, 7% Elastan | 115g / 140g | Rot, Grün, Blau, Schwarz / Rot, Grün, Blau, Schwarz |
Worauf Sie Beim Kauf Achten Sollten
Fürs gemütliche Biken durch die Stadt im Sommer sind Fahrrad T-Shirts optimale Begleiter: Achten sollten Sie dabei vor allem auf die richtige Passform und gutes Material. Ein cooles Design lässt Sie zwar zunächst lässig da stehen, sollte aber im Vergleich zur Passform immer eine untergeordnete Rolle spielen, wenn Sie ein Rad T-Shirt kaufen wollen.
In unserem Bike-Shirt Test beschränken wir uns auf speziell für Radfahrer optimierte, kurzärmelige T-Shirts oder Trikots (meist aus Kunstfasern) und lassen klassische Baumwoll-Shirts für zwischendurch aus dem Test heraus. Denn diese Design-Shirts haben für das Biken keine besonderen Vorteile. Fahrrad T-Shirts aus Kunstfasern sind dagegen auf die Bedürfnisse von Hobby- und Profiradlern zugeschnitten. So sind spezielle Rennrad-T-Shirts an den passende Stellen kürzer oder breiter gehalten, um einen optimalen Tragekomfort zu ermöglichen.
Der wichtigste Faktor, den Sie beim Kauf eines T-Shirts beachten müssen, ist die Passform. Denn herrausragendes Material und beste Zusatzausstattung helfen Ihnen beim T-Shirt nicht viel, wenn es an den spezifischen Stellen nicht richtig sitzt oder dauernd verrutscht. Wir von Profirad empfehlen Ihnen daher, genau auf die richtige Größe zu achten. Denn augenscheinlich „gleiche“ Größen fallen bei verschiedenen Herstellern teilweise komplett unterschiedlich aus. Beachten Sie dabei bitte, alle T-Shirts immer in Fahrtposition bzw. Radhaltung anzuprobieren!
Probieren Sie das Shirt also nicht nur im Stehen an, sondern setzen Sie sich ruhig auf ein Bike in der Nähe und nehmen Sie Ihre bevorzugte Rad-Position ein. Tipp: Verwerfen Sie ein Shirt noch nicht, wenn es im Stehen aussieht, als würde es überhaupt nicht passen. Begeben Sie sich stattdessen zunächst in Fahrposition und probieren Sie das T-Shirt in Radhaltung aus.
Ein wichtiger Punkt bleibt für viele Biker aber weiterhin das Design. Denn das T-Shirt sollte zumindest den niedrigsten Ansprüchen genügen. Sie wollen sich ja auch noch im Cafe zu einem „Nach dem Radeln-Eis“ sehen lassen können. Was jetzt noch als cool und stylisch durch geht und was dagegen ein absolutes No-Go ist, ist von Biker zu Radlerin unterschiedlich: Denn Geschmäcker sind bekanntlich verschieden!
Dabei ist bei den hunderten an Herstellern heutzutage für jeden irgendwo das richtige dabei. Eine Option, die dabei vor allem mit der Entwicklung des Internet-Marktes einherging, ist das individuelle Design Ihres T-Shirts. Immer mehr Biker nutzen diese coole Möglichkeit, um Ihr eigenes, ganz individuelles Trikot oder T-Shirt zu gestalten. Besonders beliebt ist hier die Online-Konfiguration: Dabei starten Sie bei fast allen Anbietern mit einer Blanko-Vorlage eines Fahrrad T-Shirts. Durch einfaches Hinzufügen und Entfernen von Logos, der Änderung der Farbe oder kreative Schriftzüge können Sie kinderleicht Ihr individuelles T-Shirt designen.
Wir von Profirad empfehlen Ihnen: Weniger ist oft mehr! Setzen Sie statt einem Chaos aus Farben, Logos und Sprüchen lieber auf klare Linien und ein schlichteres Design.
Funktionale Bike-Shirts
Wie etwas weiter oben im Text bereits erwähnt, lassen wir bei unserem Bike-Shirt Test Baumwoll-Shirts außer Acht, da diese beim Radfahren nicht den Bedürfnissen eines Bikers entsprechen. Stattdessen konzentrieren wir uns auf funktionale Bike-Shirts, quasi kurzärmelige Fahrradtrikots. Hier kommt es vor allem auf atmungsaktives Material an, welches Nässe und Schweiß effektiv nach außen ableitet. Achten Sie darauf, dass das Shirt über ein gutes Klima-Management verfügt. So sollte Sie das T-Shirt bei hohen Außentemperaturen gut abkühlen, aber bei etwas frischerem Wind auch die körpereigene Wärme speichern. Gerade hier besteht der Unterschied zwischen Kunstfaser-Shirts und solchen aus Baumwolle.
Viele Biker setzen heutzutage auf sehr elastische Materialien, die hauteng am Körper anliegen. Für die einen unverzichtbar, sind diese Leibchen für andere ein absoluter Graus. Der Reißverschluss sollte einerseits gut zu greifen sein und sich andererseits auch weit öffnen lassen. Sie sollten in der Lage sein, den Reißverschluss mit einer Hand ganz einfach zu öffnen und wieder zu schließen. Die Taschen am Rücken des T-Shirts sollten genug Stauraum aufweisen, um kleinere Gegenstände wie Energieriegel, Schlüssel oder ähnliches bei sich zu tragen. Dabei sollte die Tasche an sich aus etwas elatischerem, also dehnbarerem Material bestehen, um den Stauraum der Taschen zu maximieren.
Zusätzliche Ausrüstung für Radfahrerinnen
Neben dem Trikot gibt es weitere wichtige Ausrüstungsgegenstände, die für ein angenehmes Fahrgefühl sorgen:
- Radhosen: Mit oder ohne Träger, aber immer mit Polsterung für Komfort.
- Jacken: Wind- und Regenjacken sind unverzichtbar für wechselhaftes Wetter.
- Handschuhe: Schützen die Hände und bieten zusätzlichen Grip.
- Armlinge und Beinlinge: Für zusätzliche Wärme bei Bedarf.
Das richtige T-Shirt fürs Biken zu finden, ist eigentlich eine recht simple Aufgabe, wenn Sie sich an unseren Ratgeber halten. Dabei sollten Sie immer vor dem Auge haben: Passform geht über Design!! So cool es sein mag, das schönste Shirt der ganzen Gruppe zu haben, so uncool ist es im Gegenzug, wenn es Ihnen beim Fahren dann um die Arme flattert. Falls Ihr T-Shirt allen unseren Ansprüchen genügt, sind Sie schon gut aufgestellt.
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