Bahnfahren ist eine bequeme Art zu reisen, bei der man entspannt die Landschaft genießen kann. Immer mehr Radreisende nutzen die Bahn für eine umweltfreundliche An- und Abreise.
Wer sein Fahrrad im Fernverkehr mitnehmen möchte, benötigt zweierlei: eine Fahrradkarte und eine Stellplatzreservierung in dem jeweiligen Zug. Generell ist laut Deutscher Bahn die Fahrradmitnahme in allen Intercity- und Eurocity-Zügen sowie auf ausgewählten Verbindungen im ICE (Modelle mit speziellem Fahrradabteil) möglich.
Buchung und Reservierung
Die Anzahl der Fahrradstellplätze ist begrenzt, daher sollte die Bahnreise mit dem Rad möglichst frühzeitig gebucht werden. Sie können beim Kauf Ihrer Fahrkarte ein Fahrradticket und einen Stellplatz direkt hinzubuchen. Das geht im DB Reisezentrum, am Automaten, auf der Webseite der Bahn oder per App.
In der Online-Reiseauskunft können Sie schon auf der Startseite in der Suchmaske die Fahrradmitnahme anwählen, sodass Ihnen nur Verbindungen angezeigt werden, bei denen eine Mitnahme generell möglich ist. Sie können dann auch sehen, ob noch freie Stellplätze in Ihrem Wunschzug verfügbar sind.
Mit dem Fahrplanwechsel der Bahn zum 15. Dezember können Fahrradtickets im Fernverkehr bis zu 12 Monate im Voraus gebucht werden. Der ADFC rät Radreisenden, die schon feste Pläne für 2025 haben, so früh wie möglich Stellplätze zu buchen - und erklärt, was man bei der Radmitnahme in der Bahn noch wissen muss.
Direkt bei der Buchung im Internet oder via App dieses Feld anklicken: „Nur Verbindungen zur Fahrradmitnahme anzeigen“. Dann sieht man direkt, in welchen Zügen das Rad mitgenommen werden kann. Wer am Schalter bucht, kann die Mitarbeiter vor Ort danach fragen.
Einen Fahrradstellplatz können Sie bis zu zehn Minuten vor der planmäßigen Abfahrt des Zuges reservieren, sofern es noch freie Plätze gibt. Eine solche kurzfristige Buchung ist online nicht möglich, sondern nur im DB Reisezentrum, in DB Agenturen oder telefonisch (Telefon 030/2970). Im Zug ist ein Nachbuchen des Stellplatzes nicht möglich.
Kosten
Wer sein Fahrrad im Fernverkehr der Deutschen Bahn innerhalb Deutschlands mitnimmt, muss bei Reisen innerhalb von Deutschland je nach Entfernung, Buchungstag und Auslastung der Züge zwischen 7,99 Euro und 14,99 Euro ausgeben. Bei internationalen Reisen sind es ab 7,99 Euro.
Eine Fahrradkarte im Fernverkehr (einschließlich Nahverkehrszügen und verpflichtender Stellplatzreservierung im Fernverkehr) kostet mindestens 7,99 Euro. Je nach Entfernung und Zugasulastung im Fernverkehr kann die Fahrdkarte bis zu 14,99 Euro kosten.
Inhaber einer Bahncard 100 können ihr Fahrrad kostenlos mitnehmen, müssen den Stellplatz im Reisezentrum oder telefonisch buchen.
Eine Fahrradkarte gilt in der Regel für die gesamte Reiseverbindung. Auch den Nahverkehr können Sie damit nutzen, beispielsweise wenn Sie mit dem RE weiterfahren. Dabei sollten Sie aber die regionalen Regelungen beachten - es kann sein, dass in S-Bahnen, Bussen und Trams eine Fahrradmitnahme zu bestimmten Zeiten nicht erlaubt ist.
Ein deutschlandweit gültiges Fahrradticket für den Nahverkehr kostet am Automaten oder in der App 6,50 Euro. Jeder Verkehrsverbund hat aber eigene Regeln und eigene Tarife zur Fahrradmitnahme, in manchen Regionen ist sie kostenlos.
Regeln und Bestimmungen
Es gibt folgende Regelungen: Jeder Reisender kann nur ein Fahrrad mitnehmen, und zwar sind damit zweirädrige Fahrräder für eine Person gemeint. Pedelecs bis 25 km/h Unterstützung sind ebenfalls gestattet. Wer etwas Spezielles wie ein Tandem oder Liegerad mitnehmen möchte, muss dies konkret mit der Deutschen Bahn klären - aus Kapazitätsgründen sind sie nicht in allen Fernzügen zugelassen.
Packtaschen sollten übrigens bereits vor der Fahrt abgenommen werden und dürfen nicht am Rad verbleiben. Seit 1. August 2019 gelten neue Bestimmungen, die insbesondere Lastenräder betreffen. Diese sind nämlich seitdem von der Mitnahme in Fernverkehrszügen, also EC, IC und ICE ausgeschlossen.
Ein Fahrradanhänger für Kinder oder Lasten darf nur zusammengeklappt mitgenommen und wie ein Gepäckstück untergebracht werden. D.h. er muss einen Platz im Gepäckregal oder im Mehrzweckregal finden.
Für ein zusammenklappbares Faltrad benötigen Sie keine Fahrradkarte oder einen Stellplatz. Sie können es in der Gepäckablage unterbringen. Gleiches gilt für Kinderräder mit einem Raddurchmesser bis 16 Zoll.
Pedelecs, also Fahrräder mit Tretunterstützung durch einen Elektromotor bis 25 km/h (nicht zulassungspflichtig, bis 250 Watt Motorleistung), dürfen mit in den Zug genommen werden. Der Reisende muss aber in der Lage sein, das Pedelec ohne Hilfe des Zugpersonals in den Zug und wieder herauszutragen.
Die Bahn schreibt vor, dass Batterie oder Akku des Pedelecs während der gesamten Zugfahrt am Rad fest montiert bleiben müssen. Die Mitnahme eines Ersatz-Akkus ist nicht erlaubt: Nicht eingebaute Batterien und Akkus mit einer Leistungsaufnahme von mehr als 100 Wh werden als Gefahrgut eingestuft.
Transport im Zug
Die Züge besitzen ein oder mehrere Fahrradabteile, in denen Reisende ihre Fahrräder abstellen können. Sie befinden sich immer in der 2. Klasse und sind mit einem Fahrrad-Symbol gekennzeichnet. Dort werden Fahrräder entweder hängend oder stehend transportiert. In die Fahrradständer passen Reifen mit einer Breite von 40 bis 60 mm.
Man sollte deshalb unbedingt die Angaben auf der Reservierungsbestätigung prüfen! Eine Fahrradkarte (inkl. Stellplatzreservierung, einfache Fahrt) kostet im Fernverkehr regulär 7,50 Euro, dieser Betrag wird auch für internationale Fahrradkarten bei Reisen ins Ausland fällig.
E-Bikes werden bei der Bahn wie normale Fahrräder behandelt, das heißt generell gelten die gleichen Regelungen. Zu beachten ist nur, dass der Akku am E-Bike montiert bleiben muss und an Board nicht aufgeladen werden kann, da die Steckdosen im Wagen nur für Kleingeräte geeignet sind.
Fahrradabteil: Die Fahrräder müssen zum Transport im IC oder ICE in die Stellplätze eingehängt werden.
Tipps für eine reibungslose Fahrt
- Nehmen Sie bitte die Gepäckstücke rechtzeitig vor Einfahrt des Zuges von Ihrem Fahrrad ab. So laden Sie schneller ein und aus.
- Planen Sie genügend Zeit zur Orientierung am Bahnhof und am Abfahrtsgleis ein. Da Sie Ihr Fahrrad in Bahnhöfen generell nur schieben dürfen, kann es zur Hauptreisezeit vorkommen, dass Sie sich nur langsam fortbewegen können.
- Sie haben Ihr Fahrrad sicher abgestellt? Dann können Sie auf einem freien oder auf Ihrem reservierten Sitzplatz im Fahrradwagen Platz nehmen.
- Nutzen Sie auch die digitale Wagenreihung. Die Fahrradwagen sind außen und innen mit Fahrrad-Symbolen gekennzeichnet.
Bevor die Reise losgeht, lohnt sich ein Online-Check der Bedingungen am Abfahrts- und Zielbahnhof. Sind die Bahnsteige barrierefrei erreichbar? Gibt es ausreichend große Aufzüge, Rolltreppen, Auffahrrampen? Am Gleis selbst sollte man vorab schauen, wo das Fahrradabteil ist - etwa über den Wagenstandsanzeiger im Aushang auf dem Bahnsteig oder über die App - und von vorneherein im richtigen Gleisabschnitt auf den Zug warten.
Auch die App "DB Bahnhof Live" hilft bei der Reiseplanung. Sie brauchen einen stufenfreier Zugang zum Start- und Zielbahnhof?
Alternativen zur Fahrradmitnahme
Viele wissen nicht, dass es auch die Möglichkeit gibt, sich das Fahrrad von der Deutschen Bahn direkt ans Reiseziel bringen zu lassen. Dies kostet innerhalb Deutschlands 55,90 Euro pro Rad (eine Richtung) von Haus zu Haus, vorzeigen muss man hierfür eine gültige Fahrkarte für sich selbst. Für Pedelecs ist der Service derzeit noch nicht verfügbar.
Wer das eigene Fahrrad nicht in der Bahn mitnehmen will oder kann, kann es bei der Bahn auch als Gepäckstück aufgeben, dafür muss das Rad aber in der Regel teilweise auseinandergebaut werden. Eine andere Option ist, am Urlaubsort ein Fahrrad auszuleihen. In den meisten Regionen, die auf Touristen eingestellt sind, gibt es Leihradanbieter.
Übersicht: Fahrradtickets und Preise
| Ticketart | Preis (Deutschland) | Hinweise |
|---|---|---|
| Fahrradkarte Fernverkehr | 7,99 - 14,99 Euro | Inkl. Stellplatzreservierung |
| Fahrrad-Tageskarte Nahverkehr | 7,00 Euro | Gültig in ganz Deutschland |
| Fahrrad-Tageskarte NRW | 5,90 Euro | Gültig in Nordrhein-Westfalen |
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