Auf unseren Radtouren nutzen wir häufig unser Smartphone zur Navigation. Das klappt ziemlich gut, nur ist die Akkulaufzeit bei eingeschaltetem Display sehr kurz. Um das Smartphone oder evtl. eine externe Powerbank laden zu können, wurde das Plug5 Pure gewählt.
Das Plug5 Pure ist ein minimalistisches USB-Ladegerät und wird über den Nabendynamo des Fahrrads mit Strom versorgt. Laut der Produktbeschreibung auf der Homepage von Cinq kommt das Plug5 Pure diesen Vorstellungen sehr nahe. Schon vor ein paar Jahren sind wir bei der Suche nach einem guten USB-Ladegerät auf „The Plug“ von Cinq, einer Eigenmarke von Tout Terrain, aufmerksam geworden. Es ist ein kompaktes Ladegerät, das über den Nabendynamo des Fahrrads mit Strom versorgt wird.
Installation des Plug5 Pure
Die Montage des Plug5 Pure ist im Grunde sehr simpel und wird in der Bedienungsanleitung auf der Homepage von Cinq gut erklärt. Bevor man den Plug5 Pure installieren kann, müssen zuerst die vorhandene Aheadkappe und die Ahead-Kralle aus dem Gabelschaft demontiert werden. Inbusschlüssel einfach abschrauben, die Kralle hingegen muss man mit einem Stahlbohrer ausbohren oder durch den Gabelschaft nach unten ausschlagen. Im Lieferumfang des Plug5 Pure ist eine neue Kralle dabei, der sogenannte Aheadset-Expander. Das Plug 5Pure ersetzt die vorhandene Endkappe über dem Vorbau und benötigt zwischen der Oberkante des Vorbaus und dem Gabelschaft ca. 5 mm Luft. Man muss also einen zusätzlichen 5 mm Spacer unter dem Vorbau montieren, um diesen Abstand wieder herzustellen. Mit dem Spacer ändert sich auch die Lenkerhöhe geringfügig.
Montiert wird das winzige Gerät direkt über dem Steuersatz und es ersetzt dabei die vorhandene Steuersatzkappe. Montiert wird es direkt über dem Steuerrohr anstelle der vorhandenen Endkappe. Es ist grundsätzlich für jedes Fahrrad mit einer 1-1/8“ Steuersatzschale und einer Gabel geeignet, die nach unten offen ist, weil das Stromkabel durch die Gabel nach unten zum Nabendynamo verlegt wird. Die gesamte Elektronik im Gehäuse ist wasserdicht vergossen und sollte damit vor Korrosion geschützt sein.
Verkabelung und Anschluss
Die Verkabelung sollte man sehr sorgfältig ausführen und sich vorher genau überlegen, wo man den Stecker einbaut. Gabelscheiden bis zum Nabendynamo nach unten geführt. An meinem Rad ist zusätzlich eine Beleuchtung fest installiert, so dass ich das Plug5 Pure parallel dazu verkabelt habe. Einmal den Steuersatz tauschen oder aus irgend einem Grund die Gabel demontieren, dann muss man vorher die gesamte Verkabelung bis zum Nabendynamo entfernen. Ich habe die Verkabelung parallel zum vorhandenen Lichtkabel unterhalb der Gabelkrone eingeschleift und dort eine Steckverbindung eingelötet, um das Kabel samt den 2 Flachsteckern nach oben aus der Gabel zu ziehen. Eigentlich nötig wären mir statt der (mitgelieferten) Flachstecker hochwertige Goldkontaktstecker gewesen, da diese nicht korrodieren können und noch flacher bauen. Alle Kabelverbindungen sind mit einer Zange gekrimpt. Aus meiner Erfahrung oxidieren alle offen liegenden Kupferdrähte im Laufe der Zeit, bis irgendwann kein Strom mehr fließt und die mühsame Fehlersuche beginnt.
Nachdem der Einbau doch etwas länger gedauert hat als anfangs gedacht, war ich natürlich umso gespannter auf den Praxistest. Um später möglichst keine Probleme mit Korrosion der Stecker zu bekommen, habe ich mir hochwertige Kabel mit Goldkontaktsteckern von Hama zugelegt. Mein erster Test bestand darin, ob sich mein Smartphone und die Powerbank mit den Kabeln laden lassen. Ergebnis: Das Laden funktionierte tadellos!
Leistung und Ladeverhalten
Das Plug5 Pure liefert bereits ab einer Geschwindigkeit von 12 km/h 5 V und maximal 700 mA USB-Ladedestrom für alle Endgeräte. An der Steckdose liefert es 5 V und 1000 mA. In den FAQs von Cinq steht: „Die bereitgestellte Leistung ist abhängig von der Geschwindigkeit. stellt maximal 700 mA ab ca. 12 km/h bereit.“ Erhöht sich die Geschwindigkeit bis 25 km/h, dann steigt auch die Leistung auf max.
Um auch ohne Messgeräte ein Gefühl für die Leistung des Plug5 Pure zu bekommen, habe ich die Ladegeschwindigkeit bei meinem Smartphone ermittelt. Der Test mit dem Smartphone hat den großen Vorteil, dass sich der aktuelle Ladestand des Smartphone-Akkus in % auf dem Display direkt ablesen lässt. Der Ladestand des Smartphone-Akkus wurde bei ca. 50% gestartet.
Die einzelnen Ladetests dauerten immer 10 Minuten (gestoppte Zeit) und wurden bei verschiedenen Lufttemperaturen und Geschwindigkeiten durchgeführt. Fahrgeschwindigkeit wurde dabei schrittweise von 15 auf 25 km/h erhöht. Zum Vergleich wurde das Smartphone danach an einer Steckdose bei der gleichen Temperatur im Freien geladen. Smartphone war dabei immer im Flugzeugmodus und alle Apps waren deaktiviert.
Beim ersten Test bei Temperaturen von 2-3 °C ist der Akkustand des Smartphones während der Fahrt trotz Ladens sogar leicht gesunken! 50 % auf 49 % und nach weiteren 10 Minuten auf 48 %. Das überrascht, zumal die Geschwindigkeit für die zweite Fahrt auf 25 km/h erhöht wurde. Beim zweiten Test war es mit anfangs 7 °C, dazwischen 5 °C und zum Schluss 6 °C nur geringfügig wärmer. Nach 10 Minuten Fahrzeit bei 15 km/h stieg der Akkustand leicht an, von 50 % auf 52 %. Ich bin direkt weitergefahren, allerdings mit 25 km/h und der Akkustand erreichte zum Schluss 55 %. Offensichtlich beginnt der Ladevorgang des Smartphone-Akkus erst bei rund 6 °C.
Beim dritten Test war es zu Beginn mit 8°C kühl und nach zwei Stunden mit 11°C etwas wärmer. Ich bin dabei eine Runde von 1 Stunde und 50 Min. Dauer in leicht hügeligem Terrain gefahren. Akkustand betrug beim Start 67 % und sank trotz Ladens in den ersten zehn Minuten zunächst auf 62 %. Ab dann stieg der Akkustand nach weiteren 10 Minuten wieder auf 67 %. Entsprechend unterschiedlich war meine Fahrgeschwindigkeit, je nachdem, ob es gerade bergauf oder bergab ging. Geschwindigkeit unter rund 12 km/h, dann setzte das Laden aus, erst über 14 km/h funktionierte es ohne Unterbrechung. Ergebnis: Sobald die Umgebungstemperatur auf ca. 11 °C steigt und die Geschwindigkeit mindestens 15 km/h beträgt, funktioniert das Laden des Smartphone-Akkus schon besser.
Beim angenehmen Temperaturen um 18 °C startete der 4. Test. Mit 25 km/h ging es zunächst für 20 Minuten im Schatten dahin. Dabei stieg der Akkustand um 5 % pro 10 Min. Direkt im Anschluss folgte der 5. Test. Es ging mit Gegenwind bei 20 km/h weiter, aber dafür komplett in der Sonne. Fahrzeit. Ergebnis: Bei annähernd Raumtemperatur lädt der Akku des Smartphones richtig gut.
Wie zu erwarten war, lädt das Smartphone an der Steckdose insgesamt deutlich schneller als mit dem USB-Ladegerät Plug5 Pure auf dem Fahrrad. Die unterschiedlichen Fahrgeschwindigkeiten von 15, 20 und 25 km/h spielen für die Ladegeschwindigkeit erst bei milden Lufttemperaturen von etwa 11 °C und wärmer eine Rolle. ist das Smartphone für den Einsatz bei warmen (Raum-) Temperaturen ausgelegt. Bei Temperaturen unter 5°C lädt der Akku gar nicht, erst bei milden Temperaturen um 20°C lädt der Akku gut.
Paralleler Betrieb von Beleuchtung und Laden
Der Parallelbetrieb von Beleuchtung und Laden eines Akkus ist laut dem Hersteller Cinq grundsätzlich möglich. Mit meinem Smartphone hat das Laden im Parallelbetrieb jedenfalls nicht richtig funktioniert. Deshalb habe ich diesen Test nach ein paar Minuten abgebrochen. Ich vermute, dass meine Beleuchtung zu viel Strom braucht, so dass an der USB-Buchse einfach zu wenig Leistung ankommt, um damit ein Smartphone sinnvoll laden zu können.
Für diesen Test habe ich nur das Ladeverhalten meines Smartphone-Akkus beobachtet, weil sich hier der Akkustand direkt ablesen lässt und ich mein Smartphone auch für die Navigation einsetze. Auf ausgiebige Ladetests mit meiner externen Powerbank mit 10.000 mAh habe ich bewusst verzichtet, da ich den Ladestrom nicht messen kann.
Praxiserfahrung auf längeren Touren
Die Tour startete bei kühlen 8°C und der Akkustand sank in der ersten halben Stunde während der Fahrt zunächst von 70 % auf 68 %. Während der restlichen Fahrzeit war das Display immer wieder für ein paar Minuten eingeschaltet, zumeist aber aus. Der Akkustand stieg bis zum Ende der Tour auf 82 %. festzuhalten, dass das Laden meines Smartphones insgesamt sehr gut funktioniert hat.
Vor- und Nachteile des Plug5 Pure
Das Plug5 Pure ist ein sehr kompaktes und hochwertig verarbeitetes USB-Ladegerät zum Anschluss an den Fahrradynamo. gute Ladeleistungen erzielt es ab etwa 15 km/h. Mit höherer Geschwindigkeit steigt die Leistung noch weiter an und erreicht ab 25 km/h das Maximum. wird und somit ständig relativ viel Strom benötigt, bringt das Ladegerät an seine Grenzen.
Der Ladevorgang des Plug5 Pure beginnt schon ab einer Fahrgeschwindigkeit von 12 km/h, was gerade bei Radtouren mit Gepäck wichtig ist. Der Ladestrom dürfte insgesamt noch etwas höher sein, gerade bei langsamer Fahrt. Nach einigen Monaten im Einsatz bin ich von dem Plug5 Pure überzeugt. Optimierung über mehrere Jahre, sowie der Qualität der Verarbeitung relativiert sich der Preis wieder. USB-Ladegerät immer einsatzbereit ist. Nur Regnen darf es beim Laden nicht, weil sonst Wasser auf die Steckverbindung geraten kann.
Alternativen und Ergänzungen
Wer einen integrierten Pufferakku will, der kann das Plug5 Plus verwenden. Damit kann das angesteckte Endgerät auch bei sehr langsamer Fahrt oder kurzen Stopps weiter laden. Allerdings würde ich häufige Ladeunterbrechungen bei jedem Smartphone möglichst vermeiden wollen, da manche Geräte darauf sensibel reagieren. gewesen, dann hätte ich das Plug5 Plus mit dem internen Pufferakku eingebaut. So liegt immer der volle Ladestrom am Endgerät an, auch wenn man mal kurz stehen bleibt und der Nabendynamo gerade keinen Strom liefert.
Zur Not klappt das auch mit dem Plug5 Pure, indem man irgendwie über den Vorbau samt Akku, Stecker und Ladekabel eine Plastiktüte stülpt.
Zusätzliche Informationen
Hier ist eine Tabelle, die die Leistung des Plug5 Pure bei verschiedenen Geschwindigkeiten und Temperaturen zusammenfasst:
| Geschwindigkeit (km/h) | Temperatur (°C) | Ladeverhalten |
|---|---|---|
| < 12 | 2-3 | Kein Laden |
| 15 | 7 | Leichtes Laden |
| 25 | 7 | Verbessertes Laden |
| 15-25 | 11 | Gutes Laden |
| 20-25 | 18 | Sehr gutes Laden |
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