Auf einer Radtour ist es mitunter sehr ärgerlich, wenn das Fahrrad plötzlich einen Platten hat. Beruhigend ist, dass diese Aufgabe sich nicht besonders schwierig gestaltet.
Für Fahrräder werden verschiedene Ventilarten verwendet. Mit Ihrem Fahrradventil kommen Sie spätestens dann in Berührung, wenn Sie einen Reifen mangels Luftdruck aufpumpen müssen. Es existieren verschiedene Fahrradventile, die in deinem Reifen verbaut sein können.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen 3 verschiedenen Ventilarten: Dem Dunlop-Ventil (DV), dem Sclaverand-Ventil (SV) und dem Auto-Ventil (AV).
Die drei geläufigen Ventilarten
Die drei geläufigen Ventilarten sind jeweils unter verschiedenen Namen verbreitet. Am wichtigsten sind drei Ventiltypen, die jeweils bestimmte Besonderheiten aufweisen.
Dunlop-Ventil (DV)
Das Fahrrad- bzw. Dunlop- oder auch Blitz-Ventil ist das Standardventil an vielen City-, Trekking- und sonstigen Alltagsrädern. Der Name wird den meisten Menschen sicher bekannt vorkommen, denn dieser Ventiltyp wurde nach seinem Erfinder, dem Reifenhersteller John Boyd Dunlop, benannt. Eng verwandt mit dem Blitzventil ist das sogenannte Dunlop-Ventil, benannt nach John Boyd Dunlop, der auch den gleichnamigen Reifenhersteller gegründet hat.
Synonym: Normales Fahrradventil, Blitzventil, deutsch, englisch, Holland. Hier ist es zu finden: Alltagsräder, Trekking- und Stadträder. Das Dunlop-Ventil ist ein echter Klassiker und wurde nach seinem Erfinder John Boyd Dunlop benannt, der auch als Erfinder des Luftreifens gilt.
Sein Vorteil besteht aus der leichten Handhabung: Der Umgang mit dem Dunlop-Ventil gestaltet sich nicht weiter kompliziert. Es kann auch ohne Werkzeug einfach ausgetauscht werden. Dabei ist das Fahrradventil wegen seiner breiteren Bauweise recht stabil. Es besteht aus einem einfachen verschlossenen Röhrchen mit einem seitlichen Loch. Über dieses Röhrchen wird ein entsprechend enger Gummischlauch so geschoben, dass das seitliche Loch vom Gummischlauch verschlossen wird.
Allerdings liegt der maximale Luftdruck eines solchen Ventils bei nur 6 bar. Des Weiteren lässt sich bei einem Dunlop-Ventil so gut wie unmöglich der genaue Luftdruck ablesen.
Im Handel findest du Fahrradventile in guter Qualität. Im Innern des Ventils befindet sich bei den neuen Modellen eine kleine Kugel, die verhindert, dass eingelassene Luft wieder entweicht. Dunlop-Ventile eignen sich aufgrund ihrer Eigenschaften vor allem für den alltäglichen Gebrauch des Fahrrads.
Heute werden Dunlop-Ventile nur noch selten eingesetzt, da der Pumpdruck zum Überwinden der Vorspannung des Gummischlauches recht hoch ist. Außerdem versprödet der Gummischlauch im Lauf der Zeit.
Technische Daten:
- Felgenbohrung: 8,5 mm
- Geeignet für einen Luftdruck: Bis 6 bar
Wie funktioniert das Aufpumpen?
Einfach Staubkappe runter, Pumpenkopf bzw. Kipphebel aufsetzen, festschnappen und schon kann Luft reingepresst werden. Beim Aufpumpen eines Blitzventils entfernt man die Ventilkappe, setzt die Pumpe an und beginnt mit der Luftzufuhr. Beim Pumpvorgang benötigt man in der Regel einen größeren Kraftaufwand als bei den anderen Typen, da die Ventilöffnung nur freigegeben wird, wenn der Pumpendruck höher als der Luftdruck im Schlauch ist.
Gut zu wissen:
- Dunlop-Ventile können ohne Werkzeug ausgetauscht werden.
- Das Ablesen des genauen Luftdrucks ist aufgrund der Bauweise nicht möglich.
- DV hält am wenigsten Druck stand (für das Alltagsradfahren aber vollkommen ausreichend).
Sclaverand-Ventil (SV)
Synonym: Französisches Ventil, Presta- oder Renn-Ventil. Hier ist es zu finden: Rennrad, Mountainbikes, Tubeless. Das Sclaverand-Ventil ist deutlich dünner als das Dunlop- oder Autoventil und kommt vor allem bei sportlichen Fahrrädern zum Einsatz. Aus diesem Grund hat es sich bei Rennrädern durchgesetzt.
Technische Daten:
- Felgenbohrung: 6,5 mm
- Geeignet für einen Luftdruck: Bis 15 bar
Wie funktioniert das Aufpumpen?
Hier unterscheidet sich das Sclaverand-Ventil von den anderen beiden Ventilarten. Zuerst die Staubkappe entfernen. An der Spitze des Ventils bzw. dem Ventilkopf befindet sich die Verschlussmutter. Diese Extraverschraubung sorgt dafür, dass der Ventilkegel zusätzlich fest verschlossen und das Ventil besonders dicht ist. Daher unbedingt: Die Verschlussmutter mit der Hand oder einer kleinen Zange gegen den Uhrzeigersinn lösen. Keine Sorge, ganz abschrauben lässt sie sich nicht. Ist die Mutter geöffnet, kann der Schlauch mit Luft befüllt werden. Nach dem Aufpumpen die Mutter wieder festziehen, Staubkappe drauf und fertig. Um Luft abzulassen, einfach auf die gelöste Verschlussmutter drücken.
Gut zu wissen:
- Das Sclaverand-Ventil ist das schmalste der 3 Ventilarten.
- Die Besonderheit liegt in der Verschlussmutter am Ventilkopf.
- Für alle die das Gefummel mit den französischen Sclaverand-Ventilen nicht mögen: Einfach mit dem ALLIGATOR Universal Blitzventil ersetzen - und das Aufpumpen geht kinderleicht.
Auto-Ventil (AV)
Wie der Name schon sagt, das Auto-Ventil stammt aus der Automobilindustrie. Hierin liegt auch der größte Vorteil des Auto-Ventils am Fahrrad. Es lässt sich an jeder Tankstelle aufpumpen.
Synonym: Schrader-Ventil. Hier ist es zu finden: Viele hochwertige Kinderradhersteller wie PUKY, Eightshot oder KTM nutzen ausschließlich Auto-Ventile. Reiseräder, Cargo-Bikes, BMX, aber auch MTB-Downhill-Bikes.
Technische Daten:
- Felgenbohrung: 8,5 mm
- Geeignet für einen Luftdruck: Bis 10 bar
Wie funktioniert das Aufpumpen?
Ganz einfach. Staubkappe runter, Pumpenkopf bzw. Kipphebel aufsetzen, festschnappen und schon kann Luft reingepresst werden. Will man Luft ablassen, muss man auf den Ventilstift in der Mitte des Ventils drücken.
Gut zu wissen:
- Der Austausch eines Auto-Ventils funktioniert nur mit speziellem Werkzeug.
- Durch die Bauweise etwas stabiler.
- Der Luftdruck lässt sich gut einstellen und ablesen.
Welches Ventil ist das Richtige?
Partout lässt sich von keinem Fahrradventil behaupten, dass es das durchweg beste ist. Die Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, denn es kommt ganz darauf an, welches Fahrrad du fährst und wo du damit unterwegs bist.
Anhand der Art von Fahrrad, die man fährt, bekommt man eine Idee vom genutzten Fahrradventil-Typen. Wenn man ein Rennrad vor sich hat, liegt es nahe, dass ein französisches bzw. ein Sclaverand-Ventil montiert ist. Bei einem Trekking- oder einem Citybike wird es in der Regel ein Dunlop-Ventil sein.
Bei der Wahl der richtigen Fahrradventile musst du ohnehin deine eigenen Ansprüche und Bedürfnisse berücksichtigen. Bei Verzicht auf eine Fahrradpumpe ist deshalb das Schrader-Ventil deine erste Wahl. Steht bei dir dagegen die Geschwindigkeit im Mittelpunkt, brauchst du maximalen Reifendruck und idealerweise ein Sclaverand-Ventil. Bist du dagegen ein alltäglicher Radfahrer, zählt eher die leichte Handhabung.
Tipps zum Aufpumpen
Die Frage, auf welche Weise man das Ventil aufpumpt, hängt vom Ventil-Typen ab. Beim Autoventil und beim Dunlop-Ventil ist das Aufpumpen in der Regel sehr einfach. Man entfernt - wenn vorhanden - die Ventilkappe, setzt die Fahrradpumpe auf das Ventil und fängt mit dem Pumpen an.
Damit keine Luft entweicht, sollte man bei Sclaverand-Ventil darauf achten, dass der Pumpenkopf gerade auf dem Ventil sitzt. Damit das Ventil nicht verbiegt, sollte man die Pumpe immer gerade ansetzen.
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