Fahrradversicherung Test: So schützen Sie Ihr Fahrrad optimal

E-Bikes erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Im Jahr 2020 wurden 43,3 % mehr E-Bikes verkauft als im Vorjahr, da immer mehr Radfahrer auf Räder mit Motorunterstützung umsteigen. Bereits 70 % der E-Bike-Besitzer haben eine Versicherung gegen Diebstahl abgeschlossen, da Elektroräder oft teurer sind als normale Fahrräder und eine lohnende Beute für Diebe darstellen. Gerade deshalb ist es wichtig, einen guten Versicherungsschutz für sein E-Bike abzuschließen. Eine gute Fahr­radversicherung kann im Ernst­fall bares Geld sparen.

Hausratversicherung oder separate Fahrradversicherung?

Fahrräder und auch E-Bikes gelten (ohne Versicherungskennzeichen) als Hausratgegenstand und sind gegen Einbruchdiebstahl generell über die Hausratversicherung abgesichert. Das gilt jedoch nur für den Diebstahl aus der verschlossenen Wohnung, dem abgeschlossenen Fahrradkeller oder anderen verschlossenen Räumen. Gegen den einfachen Diebstahl außerhalb verschlossener Räume benötigt man einen Zusatzschutz, den man im Rahmen der Hausratversicherung abschließen kann. In einigen Hausratversicherungen sind nur Fahrräder bis zu einer festen Summe mitversichert. Hier lohnt sich ein genauerer Blick auf den Versicherungsvertrag und Anpassung dieser Summe auf den Wert des Fahrrades.

Des Weiteren beinhalten einige Versicherungen eine sogenannte „Nachtklausel“, die besagt, dass das Fahrrad zwischen 22 und 6 Uhr nur in einem Gebäude versichert ist, wenn das Fahrrad in dieser Zeit nicht im Gebrauch ist. Gute Versicherungen verzichten auf die Nachtklausel und das Rad ist somit rund um die Uhr abgesichert. Die nicht mehr als Elektrofahrräder geltenden E-Bikes, die Geschwindigkeiten bis zu 45 Stundenkilometern erreichen können, sind hingegen nicht mehr über die Hausratversicherung versicherbar. Laut Gesetz ist hier eine Kfz-Haftpflichtversicherung Pflicht.

Vorteile einer separaten Fahrradversicherung

  • Höhere Versicherungssummen
  • Breiterer Deckungsumfang
  • Leistungsübernahme bei Beschädigungen und Verschleiß
  • Rundum-Schutzbrief

Eine weitere Möglichkeit, sein E-Bike vor Diebstahl abzusichern, ist der Abschluss einer sogenannten „Fahrrad“- oder „E-Bike-Versicherung“. Der Versicherungsschutz geht oft über die Leistungen der Hausratversicherung gegen Diebstahl hinaus. Sie bietet in der Regel höhere Versicherungssummen und einen breiteren Deckungsumfang. Zudem beinhaltet eine Fahrradversicherung auch die Leistungsübernahme bei Beschädigungen und Verschleiß sowie einen Rundum-Schutzbrief. Generell gilt: je hochwertiger das Rad, desto höher sollte auch der Versicherungsschutz sein. Dementsprechend ist das finanzielle Risiko bei einem Diebstahl bei teuren und neuen E-Bikes am höchsten.

Worauf Sie bei einer Fahrradversicherung achten sollten

Aber auch hier gibt es einiges zu beachten: zum Beispiel muss ein Fahrrad immer mit einem Schloss gesichert sein, ansonsten zahlt die Versicherung nicht. Dies gilt im Übrigen auch für die Absicherung über die Hausratversicherung. Einige Versicherer haben sogar vertraglich geregelt, dass ein Zahlenschloss hier nicht ausreichend ist. Damit es gar nicht so weit kommt, nimmt man am besten den Akku mit, wenn man sein Rad abstellt. Der ist zwar oft nicht ganz leicht, aber so wird das Rad unattraktiver für Langfinger.

Die Stiftung Warentest hat 118 Tarife von 44 Anbietern getestet - mit erfreulichem Ergebnis: Bereits ab rund 30 Euro im Jahr gibt es sehr guten Diebstahl­schutz für ein Trekkingrad im Wert von 1 500 Euro oder ein E-Bike im Wert von 6 000 Euro. Wer etwas mehr investiert, kann sein Bike zusätzlich gegen Unfälle, Vandalismus oder Verschleiß absichern. Aber Achtung: Einige Policen kosten fast zehnmal so viel wie die güns­tigsten - bieten aber deutlich weniger Leistung. Von 118 Versicherungen im Test sind 36 sehr gut, darunter auch güns­tige. Zusätzlich zeigen wir die Merkmale jedes Tarifs.

Diebstahlrisiko und regionale Unterschiede

Das Diebstahlrisiko ist von Region zu Region verschieden. Am häufigsten werden Fahr­räder in Groß­städten wie Berlin oder Studenten­städten wie Münster, Göttingen oder Freiburg gestohlen. Wer in einem Stadt­staat oder einer Studenten­stadt lebt, hat das größte Risiko, Opfer eines Fahr­raddiebstahls zu werden. In Mittel- und Süddeutsch­land schlagen Fahr­raddiebe im Schnitt seltener zu.

Die Bausteine einer E-Bike Versicherung

Eine E-Bike Versicherung schützt vor unerwarteten finanziellen Belastungen durch Diebstahl, Reparaturen oder Pannen. E-Bike Versicherungen bestehen aus drei Bausteinen: Diebstahlschutz, Reparatur sowie Unfall- und Pannenhilfe. Diese können flexibel einzeln oder in Kombination abgeschlossen werden. Für viele E-Bike-Fahrerinnen und E-Bike-Fahrer ist die Kombination aus Diebstahl- und Reparaturschutz besonders sinnvoll. Diese Kombination deckt typische Schäden wie Sturzschäden und Verschleiß zuverlässig ab. Im Vergleich zu einem Einzelbaustein bietet die Kombination gegen einen moderaten Aufpreis einen deutlich erweiterten Leistungsumfang.

Diebstahlschutz

Aufgrund der hohen Preise von E-Bikes bzw. Pedelecs ist der Diebstahlschutz essenziell. Der Diebstahlschutz greift bei Diebstahl oder Raub des gesamten E-Bikes sowie einzelner Teile im öffentlichen Raum.

  • Tarifunabhängig: Der Diebstahl fest verbauter Teile (Lenker, Reifen, Sattel, usw.).
  • Tarifabhängig: Der Diebstahl loser Teile (Fahrradcomputer, Luftpumpe, Kindersitz, usw.) und Gepäcks. Für Zubehörteile sind in der Regel Erstattungsgrenzen festgelegt: Im Schnitt liegen sie bei 300 € pro Zubehörteil und bei 2.000 € pro Schadenfall.
  • Tarife mit Neuwert statt Zeitwert: Gute Tarife erstatten den Neuwert und können zusätzlich eine Progression bzw. Wiederbeschaffungsklausel beinhalten.

Nicht abgeschlossene E-Bikes sind nicht versichert. Das Bike muss in der Regel an einem festen Objekt (z. B. Laternenpfahl) angeschlossen sein. Einige Anbieter schließen Zahlenschlösser aus.

Reparaturschutz

Viele E-Bikes und Pedelecs sind häufig im Einsatz: für längere Radtouren, zum Pendeln oder Einkaufen. Tarife mit dem Baustein „Reparatur” decken Reparaturkosten ab. Der Versicherungsschutz greift in der Regel sowohl bei mechanischen als auch elektrischen Defekten, sofern diese durch ein versichertes Ereignis verursacht wurden.

  • Bedienfehler und unsachgemäße Handhabung: Beim Einsetzen des E-Bike-Akkus bemerken Sie nicht, dass dieser nicht ordnungsgemäß in der Halterung einrastet.
  • Produktions-, Material- und Konstruktionsfehler: Nach Ablauf der gesetzlichen Gewährleistungspflicht (zwei Jahre nach dem Kauf) funktionieren die Bremsen nicht mehr richtig.
  • Elektroschäden: Sie können durch einen Kurzschluss oder Überspannung beim Laden entstehen.
  • Verschleiß von bestimmten Fahrradteilen: Mit der Zeit kommt es zum Verschleiß am Ritzel, dem hinteren Kettenrad, sodass die Kette nicht mehr rund läuft.
  • Verschleiß des Akkus: Ihr Akku wird über die Zeit schwächer, sodass bereits kurze Wege nicht mehr mit dem E-Bike zurückgelegt werden können. Die Kosten für den Austausch werden übernommen, wenn das Leistungsvermögen des Akkus signifikant nachgelassen hat - zum Beispiel dauerhaft um 50 Prozent.
  • Totalschaden: Bei einer Abwärtsfahrt stürzen Sie unglücklich mit Ihrem Fahrrad. Die Felgen und der Rahmen sind in einem Maß verbogen, dass man von einem Totalschaden spricht.

Schutzbrief-Leistungen

E-Bike Versicherungen mit Schutzbrief-Leistungen greifen bei Pannen sowie Unfällen. Beim Baustein Pannenhilfe gibt es zwischen den Anbietern nur geringe Leistungsunterschiede. Nahezu alle Tarife bieten eine solide Grundabsicherung.

  • Pannenhilfe vor Ort: Bei einer Panne organisiert die Versicherung einen Helfer, der Ihnen direkt vor Ort hilft.
  • Übernachtung im Notfall: Macht eine Panne die Weiterfahrt während einer längeren Reise unmöglich, kommen leistungsstarke Tarife im Notfall auch für Hotelkosten auf.

Weniger umfassende Tarife beinhalten hingegen ausschließlich Pannenhilfe und Abholservice. Diese Option ist vor allem für E-Bike-Fahrer nützlich, die weite Strecken fahren und beispielsweise Fahrradtouren unternehmen. Bei Radtouren, die eine Distanz von bereits 5 Kilometern zum Wohnort überschreiten, ist ein Schutz ebenfalls sinnvoll.

Ist eine E-Bike Versicherung sinnvoll?

Ja, ein Versicherungsschutz für das eigene E-Bike ist sowohl im Alltag als auch bei Freizeitaktivitäten sinnvoll. Eine E-Bike Versicherung bietet im Hinblick auf Fahrraddiebstahl einen wesentlich umfangreicheren Schutz als eine Hausratversicherung und lässt sich durch weitere Leistungsbausteine individuell an den persönlichen Bedarf anpassen. Da E-Bikes in der Regel eine kostspielige Anschaffung sind, ist ein zusätzlicher Versicherungsschutz empfehlenswert. Inzwischen bieten viele Versicherer speziell abgestimmte Tarife für unterschiedliche E-Bikes an, etwa für sportliche E-Mountainbikes oder schnelle E-Rennräder.

Versicherbare Fahrradtypen

Grundsätzlich lassen sich verschiedene Radtypen versichern. Hierzu zählen beispielsweise sportliche E-Bikes, Modelle aus Carbon sowie E-Bikes mit einem Dual-Battery-System. In den Versicherungsbedingungen sind die Fahrradtypen festgelegt, die im jeweiligen Tarif abgesichert werden können beziehungsweise, die nicht versicherbar sind.

  • Absicherung für sportliche Aktivitäten: Allerdings sollte hier besonders darauf geachtet werden, welche Versicherung beziehungsweise welche Tarife eine sportliche Nutzung abdecken. In den Versicherungsbedingungen steht, welche sportlichen Aktivitäten abgesichert sind.
  • Dual-Battery-Systeme absichern: Manche Versicherer bieten Tarifleistungen bei sogenannten Dual-Battery-Systemen an.
  • Versicherungsschutz auch im Ausland: Mit leistungsstarken Tarifen bleibt das Rad auch im Ausland abgesichert, zum Beispiel bei einer Tour im Urlaub oder auf längeren Reisen.

Hausratversicherung vs. E-Bike Versicherung

Viele E-Bike-Besitzer und E-Bike-Besitzerinnen gehen davon aus, dass ihr Rad über die Hausratversicherung bereits vollständig abgesichert ist. Tatsächlich ist der Schutz jedoch meist eingeschränkt: Standardmäßig sind Fahrräder in der Hausratversicherung lediglich gegen Diebstahl innerhalb des versicherten Wohnraums abgesichert. Für den Schutz außerhalb der eigenen vier Wände ist in der Hausratversicherung ein zusätzlicher Baustein notwendig. Dieser wird häufig als „Fahrraddiebstahl” bezeichnet.

Eine eigenständige E-Bike Versicherung bietet im Vergleich deutlich mehr Leistungen. Der Diebstahl des E-Bikes ist zu Hause und unterwegs abgesichert. Auch der Diebstahl von fest montierten Teilen, losem Zubehör, der Batterie und eines Ersatzakkus sowie von Gepäck auf Touren ist - je nach Tarif - im Versicherungsumfang enthalten.

CHECK24 Tipp: Wenn Sie nur am Baustein „Diebstahlschutz” interessiert sind, dann prüfen Sie, ob Ihre Hausratversicherung den Zusatzbaustein bereits enthält.

CHECK24 Tipp zum Verschleiß: Wer ein E-Bike versichern möchte, das mindestens ein Jahr alt ist, sollte zuvor eine Inspektion durchführen lassen.

Selbstbeteiligung und Versicherungssumme

Die Selbstbeteiligung ist der vertraglich vereinbarte Betrag, den Versicherte im Schadensfall selber zahlen müssen. Alle Kosten, die darüber hinausgehen, werden von der Versicherung erstattet, sofern sie im Leistungsumfang enthalten sind. Die Selbstbeteiligung kann entweder für einzelne Bausteine oder für alle Leistungen gelten.

Die Versicherungssumme bei einer E-Bike-Versicherung ist der maximale Betrag, den der Versicherer im Falle eines versicherten Schadens erstattet (z.B. Diebstahl oder Totalschaden). Die Versicherungssumme richtet sich in der Regel nach dem Neuwert des E-Bikes inklusive fest verbauter Teile zum Zeitpunkt des Kaufs. Dieser Betrag ist die Obergrenze für die Leistung der Versicherung pro Schadenfall. Rabatte oder Sonderangebote werden bei der Berechnung der Versicherungssumme nicht berücksichtigt. Für die Nachvollziehbarkeit im Schadensfall ist es wichtig, sämtliche Rechnungen aufzubewahren.

Versicherer Tarif (Stand 03/24) Jahresbeitrag (E-Bike Kaufpreis 2.500€) Diebstahl
Ammerländer Excellent-Schutz Beitrag berechnen Neuwert
GVO Top-Vit Plus Beitrag berechnen Neuwert
NNV-Versicherung - Beitrag berechnen Neuwert

Wartezeit und rückwirkender Versicherungsabschluss

Die Wartezeit ist der Zeitraum zwischen Vertragsbeginn und dem Zeitpunkt, ab dem der Versicherer vollumfänglich Kosten für Schadensfälle übernehmen muss. Pauschal lässt sich nicht sagen, ob es Wartezeiten gibt. Die Tarifdetails geben darüber Aufschluss. Es gibt Wartezeiten von 3, 4 bzw. Bei einigen Tarifen greift zudem nach einem regulierten Verschleißschaden erneut eine Wartezeit. Die erneute Wartezeit bezieht sich jedoch ausschließlich auf das betroffene Bauteil und die gleiche Entschädigungsleistung. Beispiel: Wird ein Verschleißschaden an einem der Felgen entschädigt, ist ein erneuter Verschleiß erst nach Ablauf der Wartezeit wieder erstattungsfähig.

Ein rückwirkender Versicherungsabschluss ist generell nicht möglich. Mitversichert sind alle Personen, die das versicherte E-Bike nutzen. Verleiht man beispielsweise sein Fahrrad an Freunde oder Familie und es kommt zu einer Panne oder einem Diebstahl, bleibt der Versicherungsschutz bestehen.

Versicherungssumme und Alter des E-Bikes

Mit CHECK24 können E-Bikes im Wert von 100 bis 20.000 Euro versichert werden. Viele Versicherer geben hier jedoch eine Obergrenze von 10.000 Euro vor. Hinsichtlich des Alters können E-Bikes bis zu einem Alter von 10 Jahren versichert werden. Beim Baustein Verschleiß gelten jedoch häufig niedrigere Altersgrenzen von maximal 3 bis 5 Jahren.

Nachweis und Rahmennummer

Der Nachweis besteht in der Regel aus einer Policenbestätigung oder einem Versicherungsschein, auf dem alle versicherten Leistungen, Vertragsdaten sowie das versicherte E-Bike aufgeführt sind.

Die Rahmennummer ist die eindeutige Identifikationsnummer eines Fahrrads. Die Nummer ist meist unterhalb des Tretlagers der Pedale eingraviert. Um sie gut ablesen zu können, muss das Fahrrad auf den Kopf gestellt werden. Im Versicherungsfall wird sie zur eindeutigen Zuordnung des Fahrrads benötigt. Sie muss daher beim Kauf auf der Rechnung dokumentiert und beim Abschluss der Versicherung angegeben werden.

Mit dem CHECK24 Vergleich für E-Bike Versicherungen können Sie über 42 Tarife von 23 Anbietern miteinander vergleichen. Darunter andsafe, Ammerländer oder WERTGARANTIE. Unsere CHECK24 Kundenberater stehen Ihnen von Montag bis Sonntag von 08:00 bis 20:00 Uhr persönlich zur Verfügung.

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