Grundfahraufgaben bei der Motorrad-Führerscheinprüfung: Anzahl und Ablauf

Auf dem Weg zum Motorradführerschein müssen Fahrschüler in Deutschland eine praktische Prüfung absolvieren. Diese Prüfung beinhaltet verschiedene Grundfahraufgaben, die das sichere Beherrschen des Motorrads unter Beweis stellen sollen. Dieser Artikel gibt einen detaillierten Überblick über diese Aufgaben und deren Ablauf.

Anmeldung und Ablauf der praktischen Fahrprüfung

Sie können sich anmelden, sobald Sie die Pflichtfahrstunden absolviert und die Theorieprüfung bestanden haben. Die praktische Fahrprüfung folgt einem Ablauf, der durch die Prüfungsordnung vorgegeben wird. Wie lange solch eine praktische Prüfung dauert, ist von der Führerscheinklasse abhängig. Die Ausbildung zum Führerscheininhaber ist schon aufregend genug.

Vorbereitung auf die praktische Fahrprüfung

Vor der Prüfung: Sie sollten ausgeruht für die praktische Führerscheinprüfung sein. Gehen Sie daher am Abend vorher zeitig schlafen. Achten Sie darauf, dass Sie pünktlich zum vereinbarten Prüftermin erscheinen. Vor der Abfahrt: Wenn Sie Platz genommen haben, stellen Sie als erstes Ihre Sitzposition ein. Danach folgen Lenkrad sowie Außen- und Rückspiegel. Wichtig: Das Anschnallen nicht vergessen!

Sind diese Einstellungen vorgenommen, wird der Prüfer Ihnen den Ablauf erklären. Während der praktischen Fahrprüfung: In der Regel wird Ihnen der Prüfer Anweisungen geben, in welche Richtung Sie fahren sollen bzw. wann Sie Ihre Parkkünste demonstrieren können. Wenn Sie eine Anweisung nicht verstanden haben, scheuen Sie sich nicht, noch einmal nachzufragen. Der Prüfer wird diese dann wiederholen. Besinnen Sie sich auf das Können, was Sie in der Fahrschule für die Prüfung erlernt haben und versuchen Sie gelassen zu bleiben. Schauen Sie während der Fahrt immer in die Spiegel!

Achten Sie auf die Verkehrsschilder! Beachten Sie die anderen Verkehrsteilnehmer! Hören Sie genau hin, was der Prüfer von Ihnen fordert! Besinnen Sie sich auf Ihr Können! „Wie lange dauert eine Fahrprüfung?“ - die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, welche Führerscheinklasse erworben werden soll. Eine Prüfung wird in der Fahrschule in der Regel vorher simuliert. Dabei kann der Fahrlehrer für die Führerscheinprüfung wichtige Tipps geben. Die Prüfungszeit kann sich natürlich auch verlängern, wenn Sie beispielsweise in einen Stau geraten. Daher wird eine praktische Prüfung mit dem Auto nie genau 30 Minuten dauern.

Ist die Führerscheinprüfung nicht bestanden, wiederholen Sie diese zu einem späteren Zeitpunkt erneut. Dazu müssen Sie einen neuen Termin vereinbaren und gegebenenfalls vorab einige Fahrstunden absolvieren, um Ihre Fehler zu verbessern. Lassen Sie sich dadurch also nicht entmutigen. Das Nichtbestehen im Nachhinein auf den „bösen“ Prüfer zu schieben, bringt Sie auch nicht weiter. Ist für den Führerschein die praktische Prüfung vereinbar, müssen Sie eine Gebühr an die entsprechende Prüfbehörde zahlen. Die Gebühren variieren je nach Führerscheinklassen. Fallen Sie durch, müssen sie bei der Wiederholungsprüfung dieselbe Summe noch einmal entrichten.

Allgemeine Anforderungen an den Prüfling

Der Bewerber muss fähig sein, selbständig das Fahrzeug auch in schwierigen Verkehrslagen verkehrsgerecht und sicher zu führen. Seine Fahrweise soll defensiv, rücksichtsvoll, vorausschauend und dem jeweiligen Verkehrsfluss angepasst sein. Daneben soll er auch zeigen, dass er über ausreichende Kenntnisse der für das Führen eines Kraftfahrzeugs maßgebenden gesetzlichen Vorschriften und einer umweltbewussten und energiesparenden Fahrweise verfügt, sie anzuwenden versteht sowie mit den Gefahren des Straßenverkehrs und den zu ihrer Abwehr erforderlichen Verhaltensweisen vertraut ist.

Darüber hinaus werden spezifische Aufgaben für die einzelnen Klassen des Führerscheins gestellt. Diese sind ebenfalls in der FeV festgehalten. Dabei handelt es sich um eine bestimmte Anzahl an Grundfahraufgaben, aus denen der Prüfer welche aussuchen kann. Mit diesen Aufgaben müssen Sie im Laufe der Prüfung rechnen.

Grundfahraufgaben im Detail

Die praktischen Prüfungen für Motorradführerscheine setzen sich aus einer Reihe von Grundfahraufgaben zusammen, die deine Fertigkeiten im Umgang mit dem Zweirad unter Beweis stellen.

Die Grundfahraufgaben dienen dem Nachweis, dass der Bewerber ein Kraftrad der Klasse A selbständig handhaben kann, die Grundbegriffe der Fahrphysik kennt und sie richtig anwenden kann (Fahrzeugbeherrschung). Sie sind, wenn möglich, außerhalb des öffentlichen Verkehrs, sonst auf verkehrsarmen Straßen oder Plätzen möglichst in der Ebene durchzuführen. Sind zur Durchführung der Aufgaben auf öffentlichen Straßen oder Plätzen Markierungen erforderlich, so sind dazu Leitkegel zu verwenden. Die Leitkegel müssen mindestens 15 cm hoch sein.

Zweitens: Die Vorschriften der StVO sind zu beachten; so ist z.B. vor Beginn jeder Aufgabe (Anfahren) der rückwärtige Verkehr durch Spiegelbenutzung und Überprüfen des Toten Winkels zu beobachten.

Voraussetzung für die Ablegung der Fahrprüfung ist die Fähigkeit des Bewerbers, das Kraftrad selbständig zu handhaben. Hierzu gehört das Aufstellen und Herunternehmen vom Ständer - Mittel- oder Seitenständer - und ggf. das seitliche Schieben ohne Motorkraft in die Abfahrtposition sowie das Anlassen (mit elektrischem Anlasser, soweit vorhanden) des Kraftrades mit allen damit in Zusammenhang stehenden Handgriffen. Die Fähigkeit zur selbstständigen Handhabung ist u. a. nicht gegeben, wenn der Bewerber das Kraftrad nicht auf den Ständer stellen oder von ihm herunternehmen kann oder ihm das Kraftrad umkippt. Alle Aufgaben sind sitzend zu fahren.

Der Bewerber hat bei der Prüfung geeignete Schutzkleidung (Schutzhelm, Handschuhe, anliegende Jacke, mindestens knöchelhohes festes Schuhwerk - z.B.

Im Folgenden werden die einzelnen Grundfahraufgaben detailliert beschrieben:

  1. Fahren mit Schrittgeschwindigkeit geradeaus

    Der Bewerber hat eine Strecke von ca. 25 m mit Schrittgeschwindigkeit unter Beibehaltung des Gleichgewichts und mit richtiger Handhabung von Kupplung, Gas und Bremse geradeaus zu fahren.

    Fehlerbewertung: Überschreiten der Schrittgeschwindigkeit, starkes Abweichen von der Geraden, Herunternehmen eines Fußes oder beider Füße von der Fußraste.

  2. Slalom mit Schrittgeschwindigkeit

    Der Bewerber hat eine Slalomstrecke (6 Leitkegel, Abstand 3,5 m) mit Schrittgeschwindigkeit (ca. 5 km/h im 1. Gang) unter Beibehaltung des Gleichgewichts und mit richtiger Handhabung von Kupplung, Gas und Bremse zu durchfahren.

    Fehlerbewertung: Überschreiten der Schrittgeschwindigkeit, Auslassen eines Feldes, Umwerfen eines Leitkegels, Absetzen eines Fußes auf die Fahrbahn.

  3. Stop and Go

    Mehrfaches Anhalten und Anfahren, abgestimmtes Betätigen von Gas, Kupplung und Bremse, Füße nur zum Abstützen des Kraftrades im Stand von den Fußrasten nehmen und auf die Fahrbahn absetzen. Dabei soll gezeigt werden, dass die Neigung des Kraftrades nach der einen oder anderen Seite bewusst erfolgt, indem zunächst zweimal der eine und dann zweimal der andere Fuß abgesetzt wird. Beobachtung des rückwärtigen Verkehrs ist nur beim ersten Anfahren erforderlich.

    Fehlerbewertung: Anfahren im falschen Gang, Abwürgen des Motors, Füße nicht auf den Fußrasten, Absetzen der Füße nicht wie beschrieben.

  4. Kreisfahrt

    Einfahren in einen Kreis mit einem Halbmesser von 4,5 m (eine Markierung des Kreises ist nicht erforderlich), mehrfaches Kreis fahren und Verlassen des Kreises. Die Kreisfahrt kann wahlweise in die eine oder in die andere Richtung verlangt werden; auf öffentlichen Straßen jedoch nur nach links. Die Geschwindigkeit ist so zu wählen, dass Schräglage entsteht.

    Fehlerbewertung: Starkes Abweichen vom vorgegebenen Halbmesser, starkes Abweichen von der Kreisform, Herunternehmen eines Fußes oder beider Füße von der Fußraste, Schräglage ist nicht festzustellen.

  5. Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung

    Der Bewerber hat das Kraftrad unter gleichzeitiger Benutzung beider Bremsen mit höchstmöglicher Verzögerung aus einer Geschwindigkeit von ca. 50 km/h zum Stillstand zu bringen, ohne dass das Kraftrad dabei wesentlich von der Fahrlinie abweicht. Die Aufgabe setzt voraus, dass sichergestellt ist, dass eine Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist; deshalb ist eine Beobachtung des rückwärtigen Verkehrs (Spiegelbenutzung und Überprüfen des Toten Winkels) vor Beginn der Bremsung nicht erforderlich.

    Fehlerbewertung: Zu geringe Ausgangsgeschwindigkeit, Nichterreichen der notwendigen Verzögerung, Benutzung nur eines Bremshebels, wesentliches Abweichen von der Fahrlinie, Abwürgen des Motors.

  6. Slalom

    Der Bewerber hat eine Slalomstrecke (Länge ca. 50 m, 5 Leitkegel, Abstand 7 m) mit einer Geschwindigkeit von ca. 30 km/h zu durchfahren.

    Fehlerbewertung: Zu geringe Geschwindigkeit, Auslassen eines Feldes, Umwerfen eines Leitkegels, Berühren der Fahrbahn mit einem Fuß.

  7. Lange Slalom

    Der Bewerber hat eine Slalomstrecke (Länge ca. 80 m, 5 Leitkegel Abstand 9 m, anschließend 2 Leitkegel Abstand 7 m) mit einer Anfangsgeschwindigkeit von ca. 30 km/h mit annähernd gleich bleibender Geschwindigkeit zu durchfahren. Die Aufgabe darf nicht im 1. Gang gefahren werden.

    Fehlerbewertung: Zu geringe Geschwindigkeit, Auslassen eines Feldes, Umwerfen eines Leitkegels, Berühren der Fahrbahn mit einem Fuß.

  8. Ausweichen ohne Abbremsen

    Beschleunigen auf etwa 50 km/h, vor einer markierten Stelle um etwa 1 bis 1,5 m nach links ausweichen und, ohne zu bremsen, auf die ursprüngliche Fahrlinie zurückkehren. Das Ausweichen darf frühestens 9 m vor der markierten Stelle beginnen. Die Aufgabe setzt voraus, dass sichergestellt ist, dass eine Gefährdung des nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist; deshalb ist eine Beobachtung des rückwärtigen Verkehrs (Spiegelbenutzung und Überprüfen des Toten Winkels) vor Beginn des Ausweichens nicht erforderlich.

    Fehlerbewertung: Zu geringe Ausgangsgeschwindigkeit, zu frühes oder nicht ausreichendes Ausweichen, Bremsen vor Wiedererreichen der Fahrlinie, die ursprüngliche Fahrlinie wird nicht annähernd wieder erreicht, Herunternehmen eines Fußes oder beider Füße von den Fußrasten, Umwerfen des zweiten Leitkegels.

  9. Ausweichen nach Abbremsen

    Beschleunigen auf etwa 50 km/h, dann rechtzeitig kurz abbremsen und nach Lösen der Bremsen mit einer Geschwindigkeit im eigenstabilen Bereich (ca. 30 km/h) vor einer markierten Stelle um etwa 1 bis 1,5m nach links ausweichen und, ohne zu bremsen, auf die ursprüngliche Fahrlinie zurückkehren. Das Ausweichen darf frühestens 7 m vor der markierten Stelle beginnen.

    Fehlerbewertung: Zu geringe Ausgangsgeschwindigkeit, zu frühes oder nicht ausreichendes Ausweichen, "Herumlenken" des Kraftrades um die Leitkegel, Nichtlösen der Bremsen beim Ausweichen oder Bremsen vor Wiedererreichen der Fahrlinie, die ursprüngliche Fahrlinie wird nicht annähernd wieder erreicht, Herunternehmen eines Fußes oder beider Füße von den Fußrasten, Umwerfen des zweiten Leitkegels.

Anzahl der Grundfahraufgaben

Die Anzahl der zu fahrenden Grundfahraufgaben variiert je nach Führerscheinklasse:

  • Klasse A: 6 Grundfahraufgaben
  • Klasse A2: 6 Grundfahraufgaben
  • Klasse A1: 6 Grundfahraufgaben
  • Klasse AM: 4 Grundfahraufgaben

Bei einem Aufstieg von Klasse A1 → A2 oder A2 → A werden 4 Grundfahraufgaben verlangt: Gefahrenbremsung aus 50km/h, Ausweichen ohne Abbremsen, Ausweichen nach Abbremsen und Slalom im Schritttempo.

Bewertung und Wiederholung

Höchstens drei Grundfahraufgaben dürfen je einmal wiederholt werden. Die praktische Prüfung ist nicht bestanden, wenn der Bewerber auch bei Wiederholung einer Grundfahraufgabe diese nicht fehlerfrei ausführt, den Verkehr ungenügend beobachtet und es dadurch zu einer Gefährdung kommt, eine Person, ein Fahrzeug oder einen anderen Gegenstand (Leitkegel ausgenommen) anfährt oder stürzt.

Zusätzliche Anforderungen

Neben den Grundfahraufgaben wird auch Folgendes verlangt:

  • Die richtige Benutzung von Seiten- oder Mittelständer
  • Richtiges Anlassen
  • Richtiges Anfahren (Spiegel- und Schulterblick, Blinken beim Anfahren vom Fahrbahnrand)

Die Prüfung darf nur mit geeigneter Schutzkleidung (Schutzhelm, Handschuhe, anliegende Jacke, mindestens knöchelhohes festes Schuhwerk - z.B. Stiefel) gefahren werden!

Wichtige Prüfungselemente für A1, A2 und A

Die praktische Motorradprüfung testet deine Fähigkeit, auf zwei Rädern sicher und selbstbewusst zu navigieren. Hier sind die Schlüsselelemente, auf die du dich vorbereiten solltest:

  • Stadtfahrt: Reaktionsvermögen und Situationsbewusstsein
  • Übungsplatz: Slalom mit Schrittgeschwindigkeit, Hochverzögerungsbremsung, Ausweichen ohne und mit vorherigem Abbremsen
  • Zusätzliche Aufgaben: Der Prüfer wählt zusätzliche Aufgaben wie einen langen Slalom, Stop and Go oder Kreisfahrt aus.
  • Überland- und Autobahnfahrt: Anpassungsfähigkeit, Sicherheitsabstand und Überholmanöver

Insgesamt solltest du sechs Grundfahraufgaben meistern, wobei sich die Anzahl bei stufenweisem Zugang auf vier reduziert. Die Prüfung dauert insgesamt etwa 60 Minuten, wobei die reine Fahrzeit auf der Straße etwa 30 Minuten beträgt. Die Prüfer legen Wert darauf, dass du das Motorrad in allen Verkehrssituationen sicher beherrschst und auf unerwartete Ereignisse angemessen zu reagieren.

Sicherheitsaspekte

Neben den fahrerischen Fähigkeiten spielt auch die Sicherheit eine wichtige Rolle. Dazu gehört die Überprüfung des technischen Zustands des Motorrads. Hier einige Punkte, die du beachten solltest:

  • Reifen: Reifenluftdruck und Reifenprofiltiefe
  • Kette: Verschleiß und Pflege
  • Lenkkopflager: Funktion prüfen
  • Schwingenlager: Funktion prüfen
  • Kühlflüssigkeit: Stand prüfen

Tabelle der Grundfahraufgaben

Die folgende Tabelle fasst die Grundfahraufgaben für die Motorradklassen A, A1, A2 und AM zusammen:

Grundfahraufgabe Klasse A Klasse A2 Klasse A1 Klasse AM
Fahren mit Schrittgeschwindigkeit Ja Ja Ja Ja
Slalom mit Schrittgeschwindigkeit Ja Ja Ja Ja
Stop and Go Ja Ja Ja Ja
Kreisfahrt Ja Ja Ja
Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung Ja Ja Ja Ja
Slalom Ja Ja Ja
Lange Slalom Ja Ja Ja
Ausweichen ohne Abbremsen Ja Ja Ja
Ausweichen nach Abbremsen Ja Ja Ja

Hinweis: Der Prüfer wählt aus diesen Aufgaben die entsprechenden für die Prüfung aus.

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