Der Blick auf das Thermometer und vor allem aus dem Fenster macht es momentan unmissverständlich deutlich: Kalt+nass+dunkel= Zeit für Indoortraining auf der Trainingsrolle. Ein neuer Anwärter, der versucht dieses Phänomen ad absurdum zu führen, ist die freie Trainingsrolle Elite Quick-Motion.
Im Gegensatz zu den neuen Direct Mount Trainern mit ihren Bluetooth, ANT+ FEC usw. Schnittstellen, deren Produktbeschreibungen sich lesen wie eine Strophe aus dem Fanta4 Klassiker MfG, kommt die Quick-Motion als freie Rolle eher klassisch daher.
Vorteile der freien Trainingsrollen
Das bringt einige Vorteile mit sich, aber auch einige Vorurteile gegenüber der freien Rolle, die sich bei der Elite Quick-Motion aber widerlegen lassen. Ein riesiger Vorteil von freien Trainingsrollen ist, dass sie super simpel auf- und abzubauen sind.
Radstand einstellen, Rad drauf, losfahren (zugegeben, das ist die ersten Male etwas kniffelig). Ihre Stärken in diesem Bereich spielt die Quick-Motion vor allem dann aus, wenn man sie nicht benutzt oder sie transportiert. Einfacher, aber sehr praktischer Klapp-Mechanismus.
Durch den cleveren Faltmechanismus lässt sich die Rolle sehr platzsparend zusammenfalten und verbraucht nicht mehr Platz als beispielsweise 2 Laufräder übereinander. Der nächste Vorteil der Quick-Motion ist, dass man wirklich fährt.
Auf einer freien Trainingsrolle wird das Rad nicht eingespannt. Vorder- und Hinterrad drehen sich beide und man fährt auf 3 Walzen. Das hat zur Folge, dass man während des Trainings den Kopf nie komplett ausschalten kann und sich stets ein wenig aufs Manövrieren konzentrieren sollte.
So trainiert man nicht nur die Kondition, sondern auch die Koordination und Muskelgruppen, die bei einem eingespannten Rad vernachlässigt würden. Das Rad steht frei, ohne Arretierung auf der Trainingsrolle.
Was das Fahren auf der Quick-Motion sehr angenehm macht, ist die Lagerung der Rolle. Die Rolle schwingt unter einem mit. Nach vorne und hinten werden die Bewegungen beim Aufstehen in den Wiegetritt beispielsweise ausgeglichen und man droht nicht das Rad über die vordere Walze zu schieben.
Das ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach ein paar Minuten nimmt man es fast nicht mehr wahr und findet es selbstverständlich.
Nutzung von Plattformen
Theoretisch kann man mit der Quick-Motion auch Plattformen wie Zwift oder Bkool fahren. Hat man einen Powermeter am Rad, ist das aber eigentlich mit jedem Trainer möglich. Das volle Erlebnis dieser Plattformen lässt sich aber nur mit Geräten erleben, die mehrere Preisklassen oberhalb der Quick-Motion angesiedelt sind.
Optional ist das auch mit Elites Misuro B+ Sensor möglich, den man an der Trainingsrolle nachrüsten kann. Eine interaktive Widerstandssteuerung durch die Software ist aber auch damit nicht möglich.
Mir persönlich reichen auf einer freien Trainingsrolle Kopfhörer und eine möglichst statische Sportübertragung im TV vor mir zur Ablenkung von der Monotonie des Pedalierens (Billiard ist ideal, wenn die Bildfolgen zu schnell werden, fahre ich unruhiger). Das Rad wird einfach auf die Walzen der freien Rolle gestellt und es kann losgehen.
Einstellen des Widerstands
Ein Vorurteil, das freien Rollen immer anhängt, ist, dass der Widerstand der Rollen nicht groß genug ist für ernsthafte Intervalle, weswegen sie meist nur zum Aufwärmen vor Rennen, gerade auf der Bahn, genutzt werden. Das ist bei der Elite Quick-Motion nicht der Fall.
Mittels eines Magnetwiderstandes kann der Widerstand der Trainingsrolle in 3 Stufen eingestellt werden. Für Training im GA1-Bereich ist Stufe 1 völlig ausreichend. Wenn es intensiver werden soll, bieten die beiden anderen Stufen noch deutlich mehr Luft nach oben.
Als Maximalwert konnte ich 869 Watt auf der Rolle treten. Das sollte genug sein, für alle Intervalle, die man im Winter so fährt.
Lautstärke der Elite Quick-Motion
Ein Punkt, der bei Rollentrainern oftmals ein K.O.-Kriterium bildet, ist die Lautstärke, die die Trainer entwickeln. Hier ist die Quick-Motion nicht negativ aufgefallen. Den Fernseher muss man evtl. 1-2 Klicks lauter stellen, aber die Geräusche halten sich noch im Rahmen des Erträglichen und sollten zu Zeiten diesseits der Nachtruhe keinen Nachbarn sturmlaufen lassen.
Mit den Lautstärkewerten einer Direct Mount Rolle kann die Quick-Motion aber nicht mithalten. Persönlich hatte ich den Eindruck, dass ein Vollslick, wie der Michelin Competition, etwas leiser war als der profilierte Continental GP4000 S II.
Die Vibrationen, die durch die freie Trainingsrolle entstehen, empfand ich geringer als bei klassischen eingespannten Trainern.
Die Coronapandemie hat Indoor-Rollentrainer eine kleine - oder besser große - Renaissance erleben lassen, die immer noch anhält. Mit einem Rollentrainer holt man sich die Straße ins Haus und kann in der kalten Jahreszeit seine Fitness für die nächste Radelsaison halten. Ob man ein Mountainbike oder Rennrad in den Trainer einbaut, spielt dabei keine Rolle.
Mit einem Rollentrainer holt man sich die Straße ins Haus und kann in der kalten Jahreszeit seine Fitness für die nächste Radelsaison halten. Ob man ein Mountainbike oder Rennrad in den Trainer einbaut, spielt dabei keine Rolle. Smart Trainer, die sich per Bluetooth mit dem Smartphone koppeln lassen, haben den Markt für Radtrainer in den vergangenen Jahren revolutioniert.
Mit ihnen zaubert man sich ein kleines Fitnessstudio ins heimische Wohnzimmer. Die Smart Trainer müssen natürlich ans Stromnetz angeschlossen werden - ohne Elektrizität, Bluetooth und WLAN geht hier nichts.
Um einen Smart Trainer nutzen zu können, muss das Hinterrad ausgebaut und das Fahrrad in den Smart Trainer eingesetzt werden. Bei freien Rollentrainern - wie dem von Homcom - stellt man das Fahrrad direkt auf die Laufrollen, setzt sich drauf und radelt los - genauso, wie man es im Freien machen würde, nur dass man natürlich nicht vom Fleck kommt.
Erst durch ein wenig Übung gelingt es, das Gleichgewicht zu halten - das Training auf der freien Rolle trainiert daher insbesondere den Gleichgewichtssinn und die Rumpfmuskulatur. Das ist gleichzeitig auch ein klarer Nachteil - denn man muss eben das Gleichgewicht halten, da das Rad nicht im Rollentrainer fixiert ist.
Außerdem kann kein wattgesteuertes Training stattfinden, was wohl der größte Nachteil der freien Rolle ist. Mit der Zeit erschließt sich eine faszinierende, virtuelle Trainingswelt mit ständig wechselnden Herausforderungen.
Langweilig wird einem hier garantiert nicht! Zwift kann man sich wie eine riesige Radtrainings-Spielwiese vorstellen - hier kommt jeder auf seine Kosten, vom Anfänger bis zum trainingsbeflissenen Fortgeschrittenen.
Um mit einem Indoor-Rollentrainer trainieren zu können, benötigt man nichts weiter als ein Fahrrad - ob man das Rennrad oder Mountainbike als Trainingsgerät verwendet, ist Geschmackssache. Bestzeitenjäger werden eher das Rennrad wählen, da man sportlicher sitzt und die Reifen in der Regel nicht gewechselt werden müssen.
Komfortbewusstere Radfahrer greifen indes zum Mountainbike - hier sitzt man aufrechter. Die Italiener haben sich darauf beschränkt, den Trainer mit den Funktionen zu versehen, die auch notwendig sind.
Bedeutet: keine Extra-Abdeckung hier und kein Blinklicht zuviel da - aber trotzdem ein Hinguckereffekt. Elite verzichtet auf aufwändige Mechaniken. Statt Scharnieren und Schienen versehen die Italiener den Trainer mit austauschenbaren Gummipuffern, die eine Seitenneigung von 7° (rot) bzw. 4,5° (schwarz) erlauben.
Der Garmin Tacx Neo 2T Smart ist leise, klein verstaubar und schön designt - und damit ein Rundum-Sorglos-Paket für Radbegeisterte, die keine Kompromisse eingehen und auf Nummer sicher gehen wollen. Der Kickr Move ist eines der Topmodelle des US-amerikanischen Herstellers Wahoo.
Für den Wahoo Kickr Core Zwift One haben sich Wahoo und Zwift zusammengetan, um einen preisgünstigen Smart Trainer zu entwerfen, der sich an einen breiten Nutzerkreis richtet.
Rollentrainer im Test: Eine Übersicht
| Modell | Typ | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Elite Quick-Motion | Freie Rolle | Faltmechanismus, 3-stufiger Widerstand |
| Garmin Tacx Neo 2T Smart | Smart Trainer | Leise, klein verstaubar, schönes Design |
| Wahoo Kickr Move | Smart Trainer | Beweglich über zwei Achsen, realistisches Fahrgefühl |
| Wahoo Kickr Core Zwift One | Smart Trainer | Preisgünstig, für breiten Nutzerkreis |
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