Camping mit dem Fahrrad - eine naturverbundene, ursprüngliche und romantische Art des Reisens. Der Markt für Fahrradwohnwagen ist zwar noch übersichtlich, bietet aber bereits eine Vielfalt an Modellen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Fahrradwohnwagen und Anhängern, von der Konstruktion und den Modellen bis hin zu Tipps für den Kauf und die Nutzung.
Was ist ein Fahrradwohnwagen?
Ein Mini-Wohnwagen, der an ein Fahrrad, E-Bike oder Pedelec angehängt werden kann. Die Vorstellung, völlig unabhängig unterwegs zu sein, ohne Zeitdruck oder die Sorge um die nächste Unterkunft, macht das Camping mit dem Fahrrad schon beim Losfahren entspannend.
Fahrrad-Camping-Wohnwagen vs. Lastenanhänger
Grundsätzlich wird unterschieden zwischen Fahrrad-Camping-Wohnwagen und typischen Lastenanhängern, die individuell mit allem Notwendigen ausgestattet werden können, wie einem erhöhten Schlafzelt oder einer Kochausrüstung.
Verschiedene Modelle und Hersteller
Der Markt bietet eine Reihe von Modellen, die sich in wesentlichen Punkten unterscheiden. Hier sind einige erwähnenswerte Beispiele:
- Wide Path Camper: Eine mobile, kleine Unterkunft des dänischen Herstellers Wide Path, die sicheren Schutz vor Wind und Wetter bietet.
- B-Turtle von GentleTent: Ein Micro-Caravan aus Österreich, der Platz für zwei Personen bietet und sich auf dem Campingplatz zu einem Luxuszelt entfaltet.
- Martha von maxmess-design: Ein umweltfreundlicher Fahrradwohnwagen aus Deutschland, der dank Aluminium und 3D-Druckteilen leicht und belastbar ist.
- CreaCon Scout: Fahrradwohnwagen, die nach kurzem Umbau auch als separater Anhänger genutzt werden können.
BeTriton
Dieses etwas skurrile Amphibien-Fahrrad-Wohnmobil aus Lettland möchten wir in unserer Vorstellung nicht unerwähnt lassen. Du brauchst für das BeTriton kein eigenes Fahrrad, das ist im Gespann bereits inklusive. Ein 250-W-Elektromotor unterstützt beim Fahren und hat laut Hersteller eine Reichweite von etwa 100 Kilometern. Tagsüber befindet sich in der verschiebbaren Kuppel der Sitzbereich, nachts kannst du diesen zur Liegefläche umbauen. Liegen auf deiner Wegstrecke Hindernisse wie ein See oder ein Fluss - kein Problem! Innerhalb nur weniger Minuten soll sich das BeTriton zum Boot umbauen lassen. Dazu werden die beiden Räder an der Hinterachse eingeklappt und durch kleine Gummi-Pontons ersetzt, die für den Auftrieb sorgen.
ModyPlast
Das Unternehmen ModyPlast aus Rösrath führt insgesamt drei dieser speziellen Anhänger. Genaugenommen handelt es sich um Prototypen namens Mody. Basis für die Anhänger ist ein selbstragendes Chassis. Dadurch kann der Hersteller auf einen Rahmen verzichten, der die gesamte Konstruktion trägt. Dies reduziert das Gewicht erheblich. Die Wohnzelle ist wahlweise aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) oder Carbon gefertigt. Am Bike befestigen lassen sich die Anhänger mit einer gängigen Weberkupplung. Für die nötige Fahrsicherheit sorgt eine Auflaufbremse. Sie verhindert, dass euch beim Abbremsen die Eigenlast des Anhängers noch ein paar Meter nach vorn schiebt.
Je nachdem, was ihr plant, lohnt sich ein Blick auf die drei Modelle des Mody: Tourer, Trekking und Outdoor. Alle unterscheiden sich in kleinen, aber durchaus entscheidenden Details. Das betrifft zum einen die Bereifung. Beim Tourer sind zum Beispiel Big Ben Plus von Schwalbe aufgezogen. Dessen Profil und der hohe Pannenschutz erweisen sich vor allem als Vorteil, wenn ihr überwiegend auf Asphalt unterwegs seid. Im Falle des Mody Trekking handelt es sich im um die mit gröberen Stollen versehenen Schwalbe Smart Sam Plus. Wen es noch weiter abseits der befahrenen Pisten zieht, für den könnte der Mody Outdoor interessant sein. Dem hat der Hersteller echte Fat-Bike-Reifen verpasst. Die Schwalbe Jumbo Jim messen enorme 120 Millimeter in der Breite. Richtig unwegsames Gelände, Sand, Schnee, Matsch - da kann eigentlich kommen, was will. Passend zum Konzept profitiert ihr bei diesem Anhänger von der größtmöglichen Bodenfreiheit.
Kaufaspekte: Was ist zu beachten?
Vor dem Kauf eines Fahrradwohnwagens sollten folgende Fragen geklärt werden:
- Für wie viele Personen sollte der Wohnwagen ausgelegt sein?
- Wie schwer darf der Anhänger maximal sein, damit du dich beim Fahren wohlfühlst und er mit deinem Fahrrad kompatibel ist?
- Brauchst du unterwegs Strom? Wenn ja, wie hoch ist dein Stromverbrauch?
- Fährst du überwiegend auf Straßen, im Gelände oder auf ganz unterschiedlichen Wegen? Welche Bereifung bietet sich demzufolge an und wie viel Bodenfreiheit sollte der Fahrradwohnwagen haben?
E-Bike als Zugpferd
Grundsätzlich ist es empfehlenswert, Fahrradwohnwagen mit einem E-Bike oder Pedelec zu ziehen. Nur sehr trainierte Radler:innen können bei einem günstigen Verhältnis von Gewicht des Anhängers zu Straßenführung sicher über längere Strecken einen Fahrradwohnwagen (mit Freude) ziehen.
Bei E-Bikes empfehlen die Hersteller der Wohnwagen meist ein Modell, bei dem der Motor ein hohes Drehmoment und eine hohe Kapazität hat - denn gerade bei Bergauffahrten braucht das Gespann viel Energie.
Rechtliche Aspekte
Mit deinem Fahrrad-Wohnwagen-Gespann kannst du sowohl auf Radwegen als auch Straßen fahren - wie mit einem normalen Fahrrad. Der Fahrradwohnwagen braucht keinen TÜV und keine Genehmigung, um im Straßenverkehr zugelassen zu werden.
Vor- und Nachteile von Fahrradanhängern
Fahrradanhänger sind fantastische Transportmittel, die unsere vorhandenen Fahrräder, E-Bikes oder teilweise sogar Lastenräder in etwas völlig Neues verwandeln können und unsere Möglichkeiten unglaublich erweitern.
Vorteile:
- Günstiger Transport zusätzlicher Lasten
- Gemeinsamer Fahrspaß und Naturerlebnisse mit Familie und Haustieren
- Vielseitige Nutzung (Camping, Lastentransport)
Nachteile:
- Veränderte Fahreigenschaften
- Höheres Gewicht, das die Reichweite des Akkus beeinflusst
- Erfordert gute Bremsen am Fahrrad
Die Sache mit dem Gewicht
Natürlich sind die Camper vergleichsweise leicht, dennoch kommen sie im Leergewicht, also ohne Zuladung, auf etwa 50 bis knapp 90 Kilogramm.
Preisspanne
Die Preise sind so unterschiedlich wie die Wohnwagen selbst. Die wahren Handwerker unter uns erfinden womöglich selbst ihren Spezial-Anhänger. Auch dazu gibt es einige tolle Ideen im Internet zu finden.
Alternativen zum Fahrradwohnwagen
Wer alleine mit dem Rad reist und jeden Tag den Standort wechselt, ist mit einem leichten Wurfzelt bestens ausgestattet. Möchte man mit großem Komfort und viel Gepäck mit dem E-Bike campen, keine allzu langen Strecken fahren und länger an einem Ort verweilen, wird der Zweirad-Caravan zur Option.
ADAC Fahrradträger Test
Der ADAC hat 13 kipp- und faltbare Fahrradträger für die Anhängerkupplung mit Platz für zwei Fahrräder getestet. Bei Handhabung, Qualität und Sicherheit gab es geringere Unterschiede, beim Preis jedoch größere. Die Ergebnisse.
Gute Fahrradträger gibt es ab 400 Euro
Top: Trägerbefestigung fix4Bike
Schwierige Montage bei einigen Modellen
Fahrräder auf das Autodach wuchten? Das machen nur noch die wenigsten Autofahrerinnen und -fahrer. Auch deshalb, weil häufig die Dachlast für schwere E-Bikes nicht ausreicht, haben sich die praktischeren Heckträger mittlerweile durchgesetzt. Welche Heckträger aktuell zu empfehlen sind, hat der ADAC zusammen mit dem Schweizer Automobilclub TCS untersucht.
Die Preisspanne ist bei Heckträgern groß, doch der Test hat gezeigt, dass ein guter Fahrradheckträger nicht so teuer sein muss. Zwar wurde das teuerste Model von Uebler für den Preis von 730 Euro Testsieger und erhielt als einziges Modell das ADAC Urteil "sehr gut". Aber auch für rund 400 Euro ist schon ein guter Fahrradträger zu bekommen. Damit sind die Modelle insbesondere auch für den Transport von E-Bikes geeignet.
Nutzlastwert von Fahrradanhängern
Noch gibt es kein allgemein gültiges Kriterium, mit dem man in Bezug auf Anhänger-Lastentransport einen Vergleichsmaßstab hat. Zu unterschiedlich sind manchmal auch die Angaben der Händler und Hersteller. Für die jeweilige Transportaufgabe ist der Nutzlast-Wert eine Grundlage für die Beurteilung der Effizienz von Fahrrad-Anhängern - auch wenn natürlich noch viele weitere Faktoren eine Rolle spielen.
Der Nutzlastwert NW ergibt sich aus dem Verhältnis von max. Systemgewicht zu Eigenmasse des jeweiligen Trailers. Je grösser NW, desto günstiger ist das Verhältnis von Eigenmasse zur zulässigen Gesamtmasse eines E-Bike- oder Fahrradhängers.
Beispiele für Nutzlastwerte
- Surly-Bill: Zuladung 119,2 kg, Eigenmasse 16,8 kg, Nutzlastwert 8,1
- Hinterher-Trailer-Transporter-5: Zuladung 76,5 kg, Eigenmasse 23,5 kg, Nutzlastwert 4,3
- Carla-Cargo: Zuladung 150 kg, Eigenmasse 40 kg, Nutzlastwert 4,7
- Bikes-at-Work 96awd: Zuladung 249 kg, Eigenmasse 31 kg, Nutzlastwert 9,0
- Hinterher Schwerlast Anhänger trailer-hbox-830: Zuladung 155 kg, Eigenmasse 45 kg, Nutzlastwert 4,4
- Roland-jumbo Lastenanhänger mit Doppeldeichsel: Zuladung 40 kg, Eigenmasse 25 kg, Nutzlastwert 2,6
Tabelle mit ausgewählten Fahrradwohnwagen Modellen
| Kategorien | Außenmaße (L x B x H) | Innenmaße (L x B x H) | Leergewicht | maximale Zuladung | Personenanzahl |
|---|---|---|---|---|---|
| Tourer | 225 cm / 114 cm / 146 cm | 208 cm / 86 cm / 102 cm | ab ca. 48 kg | ||
| Trekking | 225 cm / 114 cm / 146 cm | 208 cm / 86 cm / 102 cm | ab ca. 48 kg | ||
| Outdoor | 225 cm / 123 cm / 150 cm | 208 cm / 86 cm / 102 cm | ab ca. 50 kg |
Hinweis: Die Tabelle enthält Daten von Modellen mit GFK.
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