Decathlon steht mit der Eigenmarke Quechua für gute Qualität und durchdachte Features. Mit dem Quechua MH 900 - für 1.499,00 € das zweitgünstigste im Test - bekommt man ein aufblasbares und leichtes Dachzelt mit geringem Packmaß. Quechua assoziiert man spontan mit den gleichnamigen praktischen Wurfzelten - ist das aufblasbare Decathlon Dachzelt also eine Art Wurfzelt für das Dach oder doch mehr?
Erster Eindruck und Montage
Zunächst fällt das geringe Packmaß auf. Es ist zwar nicht ganz so schmal wie das Foothill von Thule, dafür aber auch nicht so lang. Auf dem Dach kann neben dem Quechua auch ein Sportgerät oder weiteres Gepäck transportiert werden, allerdings sollte man daran denken, dass das Zelt beim Aufbau zweifach aufklappt - spätestens dann bleibt keine freie Fläche mehr auf dem Dach übrig. Das Zusatzgepäck muss also vorher abmontiert und woanders verstaut werden.
Bevor man den Roadtrip starten kann, muss das Decathlon Dachzelt vormontiert werden: Dazu einfach die Schutzfolie abziehen und die Scharniere für die Leiter anschrauben. Diese Vorbereitung ist zu zweit gut und schnell machbar. Auch die Montage kann dank des geringen Gewichts zu zweit erfolgen.
Dazu müssen U-förmige Metallbügel am Dachträger festgeschraubt werden: Das Ganze funktioniert ohne Ratsche, stattdessen sind acht schwarze griffige Schrauben (Rändelschrauben) vorhanden, die sich von Hand drehen lassen - das ist besser gelöst als bei vielen teureren Anbietern. Bei Rändelschrauben sollte man jedoch generell während der Reise immer wieder nachprüfen, ob sie weiterhin fest sitzen oder sich möglicherweise gelockert haben.
Aufbau und Abbau
Aufgebaut ist das Decathlon Dachzelt zwar nicht ganz so schnell wie die bekannten Wurfzelte am Strand, allerdings ist alles in unter fünf Minuten erledigt: Zwei Verschlüsse öffnen, die Schutzhülle entfernen, das Dachzelt mit der Leiter, die vorher auf dem Dachzelt befestigt wurde, erst auf der einen Seite herunterklappen, danach das Zelt auch zur anderen Autoseite hin öffnen. Dann kommt die Handpumpe, die allerdings nicht im Lieferumfang enthalten ist, ins Spiel: Ans Ventil anschließen und in weniger als einer Minute aufpumpen: Wie durch Zauberhand steht das Zelt auf dem Dach, alles auf einmal. Top! Keine Stangen oder weiteres Gefummel notwendig.
Der Abbau ist ähnlich einfach und schnell: Das Ventil öffnen, die Luft wieder ablassen, die Leiter einfahren und als Hebel zum Zusammenklappen nehmen. Wichtig ist, darauf zu achten, dass der Zeltstoff innen liegt, dann mit 2 Clip-Verschlüssen fixieren, die Abdeckhaube drüber und fertig! Was uns gut gefallen hat: Die Abdeckhaube wird nicht mit einem Reißverschluß, sondern mit verstellbaren Riemen fixiert. Das ist ein großer Vorteil, wenn das Zelt mal nicht ganz optimal zusammengefaltet ist. Ein Gegenbeispiel ist das Thule Foothill, bei dem alles perfekt passen muss, da man sonst den Reißverschluss nicht oder nur sehr schwer zugezogen bekommt. Das Bettzeug sollte man allerdings auch beim Quechua nicht im Zelt lassen, weil man die Schutzhaube dann nicht mehr über das zweifach geklappte Decathlon Dachzelt gespannt bekommt.
Komfort und Details
Mit einer Innenraumhöhe von einem guten Meter ist das Decathlon Dachzelt noch geräumig genug, um innen aufrecht zu sitzen. Auch die Matratze mit einer Breite von knapp 140 cm reicht für zwei Personen gut aus. In der Rückwand ist kein Fenster integriert, es gibt also keine Rundumsicht. Ansonsten gibt es seitlich noch zwei Fenster, zudem sind alle Öffnungen mit Fliegengittern geschützt.
Bei den beiden Seitenfenstern kann zwar das Moskitonetz nicht geöffnet werden, zum Lüften reicht es aber, vor allem, weil der Einstieg sehr großzügig bemessen ist. Nimmt man das Regenverdeck ab, hat man oben im Zelt ein zusätzliches Fenster, sodass alles noch heller und luftiger wird. Sehr angenehm für alle Dunkelschläfer: Das Fresh & Black-Gewebe dunkelt zuverlässig ab.
Apropos Schlaf: Die 5 cm dicke Matratze wurde von unseren Testern als zu dünn und unkomfortabel empfunden. Gefühlt liegt man direkt auf dem harten Untergrund. Hier empfiehlt es sich, eine Extra-Unterlage ins Decathlon Dachzelt mitzunehmen, wenn man nicht abgehärtet ist. Im Innenraum überzeugen die guten Orga-Möglichkeiten: An jeder Längsseite befinden sich zwei Taschen, auf der Rückseite finden sich zusätzliche Organizer, sodass man immer alles griffbereit hat. Jede Menge Laschen im Inneren, um zusätzliche Kleinigkeiten einzustecken oder anzuhängen, helfen bei der Roadtrip-Organisation ebenfalls.
Fazit
Das Decathlon Dachzelt ist das ideale Zelt für Dachzelt-Neulinge, die sich noch nicht so sicher sind, ob diese Form des Campings zunächst erstmal kennenlernen möchten. Vorbereitung und Montage gelingen leicht und schnell mit zwei Personen, unterwegs kann das Zelt dann schnell von einer Person aufgebaut bzw. aufgepumpt werden - ideal für spontane Kurztrips. Das heißt nicht, dass nicht auch erfahrene Camper ihren Spaß damit haben können.
Leichter Aufbau, gute Details und ein attraktiver Preis - das Quechua MH 900 bekommt von uns einen klaren Kauftipp. Mit knapp 1.500 € ist das Modell nicht nur für Dachzelt-Einsteiger interessant, sondern auch Profis und erfahrene Dachzelter bekommen ein solides Übernachtungspaket.
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