Fahrrad zum Laufen umbauen: Anleitungen und Tipps

Es gibt viele Möglichkeiten, ein Fahrrad zu modifizieren oder umzubauen. Dieser Artikel behandelt zwei Hauptthemen: den Umbau eines Fahrrads in ein Singlespeed-Bike und die Umrüstung eines Laufrads zum Laufen.

Singlespeed-Umbau: Das Wesentliche

Singlespeed-Fahrräder erfreuen sich großer Beliebtheit, und oft ist es einfacher und kostengünstiger, ein altes Fahrrad entsprechend umzubauen, als ein neues zu kaufen. Besonders alte Rennräder mit Stahlrahmen oder Hollandräder eignen sich gut für einen solchen Umbau. Ein Singlespeed-Bike hat, wie der Name schon sagt, nur einen einzigen Gang und keine Gangschaltung. Ein Fixie (Fixedgear) ist eine spezielle Variante davon.

Der eine Gang stellt immer einen Kompromiss dar: zu schwer vs. nicht besonders gut für (große) Steigungen geeignet beim Anfahren kommt man nur langsam losmit Anhänger o. ä. Mir geht es hier um die zweite Option. Ist dieser Umbau mit bestehenden Komponenten optimal?

Was ist zu beachten?

Wenn man ein altes Rad umbauen möchte, dann gibt es ein paar Dinge zu beachten, da sich nicht jedes Rad gut eignet. Am besten ist es, wenn ihr einen Rahmen mit horizontalen Ausfallenden habt. Das ermöglicht es, die Kette zu spannen. Zumindest, wenn man auf den Kauf eines Kettenspanners verzichten möchte.

  • Wir wollen nur noch mit einem Kettenblatt fahren. Daher sollte die Möglichkeit bestehen, die anderen entsprechend zu entfernen.
  • Wenn wir die, bzw. ein bestehendes Ritzel nutzen wollen, müssen die anderen ebenfalls entfernt werden können. Zudem muss es möglich sein, nur ein Ritzel auf dem bestehenden Kranz zu montieren. Hier kommt es sehr auf euer Ritzel an.

Schritte zum Umbau

  1. Sollte die Schaltung noch funktionieren, einfach etwas fahren und dabei verschiedene Gänge (Kombination aus Kettenblatt und Ritzel) testen und sich für einen entscheiden. Bei alten Rädern ist zumeist das äußere Kettenblatt mit der Kurbel verschweißt. Daher ist das ggf. Ggf. könnt ihr es euch bei den Ritzeln auch einfacher machen. Diejenigen, die geschraubt werden (meist die kleineren), erfordern nachher etwas weniger Arbeit. Eine Kombination aus kleinerem Ritzel und großem Kettenblatt führt allerdings auch zu einem „schweren“ Gang. Denkt daran, wo ihr später mit dem Rad unterwegs sein wollt.
  2. Schalthebel, Schaltzüge und -hüllen, Schaltwerk sowie Umwerfer können weg. Wer sich ganz viel Arbeit machen möchte und sich sicher ist, dass er das Rad nie nie nie wieder zurückbauen möchte, kann die Zugführungen vom Rahmen abflexen.
  3. Ihr wisst ja jetzt, für welches Kettenblatt ihr euch entschieden habt. Dann könnt ihr die anderen entfernen. Ggf.
  4. Das ist der schwierigste Teil. Hier kommt es sehr auf euer Ritzelpaket an. Wenn ihr euch für ein Ritzel entschieden habt, dass nicht geschraubt, sondern nur gesteckt wird, ist ggf. etwas Kreativität gefragt.
  5. Falls ihr noch nie ein Laufrad nachgespeicht habt: ihr benötigt dafür am besten einen Nippelspanner. Einen Zentrierständer kann man sich sparen.

Kettenspannung

Die Kette muss natürlich vernünftig gespannt sein. Die Kette kann bei unserem Umbau im Wesentlichen über die Position des Hinterrads im Ausfallende des Rahmens gespannt werden (ohne Kettenspanner). Natürlich bietet das nur eine bedingte Bandbreite. Ggf. Die Kettenlängung muss in regelmäßigen Abständen ausgeglichen werden, wenn kein Kettenspanner benutzt wird.

Wie schon eingangs geschrieben, erfordern Teile des Umbaus ein wenig Tüftelei.

Das Fahrrad als eBike umwandeln

Eine weitere interessante Möglichkeit ist die Umwandlung eines normalen Fahrrads in ein eBike. Hier kommt der Pendix eDrive ins Spiel. Mit dem Pendix eDrive entscheidest Du, wann Dein Fahrrad zum eBike wird. Ob auf dem Weg ins Büro oder für Lebensmitteleinkäufe im Stadtverkehr. Pendix erleichtert Deinen Alltag - und Du wirst die Fahrten lieben.

Werte Dein Lieblingsfahrrad in Windeseile auf oder statte Dein neues Wunschbike mit zusätzlicher ePower aus. Der Pendix eDrive ist bei ausgewählten autorisierten Fachhändlern erhältlich. In unserer Händlersuche findest Du auch einen Händler in Deiner Nähe.

Wir empfehlen, den Anbau des Pendix eDrive durch einen autorisierten Fachhändler durchführen zu lassen. Der Händler überprüft gleichzeitig den Zustand Deines Fahrrads und dessen Kompatibilität mit dem Antrieb. Somit ist Dir eine gute Beratung und eine sichere Fahrt garantiert.

Wenn Du den Anbau dennoch selbst durchführen möchtest, kannst Du den Pendix eDrive in unserem Onlineshop erwerben. Sprich den Fachhändler Deines Vertrauens auf den Pendix eDrive an. Auch Dein Händler kann den Pendix eDrive bei Pendix bestellen und in Dein Fahrrad einbauen.

Damit Du nicht Dich und andere Verkehrsteilnehmer gefährdest, solltest Du den Pendix eDrive nur an einem verkehrstauglichen und technisch einwandfreien Fahrrad montieren. Dazu kann es notwendig sein, z.B. Verschleißteile zu ersetzen (Bremsbeläge, Kette, usw.), defekte Komponenten auszutauschen oder zusätzliche Komponenten anzubringen (z.B. Beleuchtung). Kontaktiere für genauere Infos einen autorisierten Pendix Händler in Deiner Nähe.

Zum Anbau selbst kann es je nach Kompatibilität der bereits am Fahrrad vorhandenen Komponenten nötig sein, z.B. neue Kettenblätter für die Pendix Kurbel (4x104mm, 4x64mm), einen zusätzlichen Schellenhalter zur Anbringung des Akkuhalters oder einen neuen Hinterradständer zu erwerben.

Dank geringem Energieverbrauch und Verschleiß sind die laufenden Kosten sehr niedrig.

Pendix eDrive: Technische Details

Zu unserem 65 Nm starken Motor gibt es zwei verschiedene Akkugrößen. Die Reichweiten sind stark abhängig von Deinem Gepäck, Deinem Fahrradtyp, dem Streckenverlauf, um nur einige Faktoren zu nennen.

Wir wollen Dir die Suche nach dem passenden Pendix System erleichtern und haben für Dich einen Konfigurator entworfen.

Mit einem zweiten, separat erhältlichen Akku bist Du jederzeit bereit für längere Strecken.

Bergauf mit Unterstützung des Motors oder mit reiner Muskelkraft - mit dem Pendix eDrive entscheidest Du, wann Dein Fahrrad zum eBike wird.

Umbau von Laufrädern

Manche Hersteller bieten Kinderlaufräder an, die sich umbauen lassen, um mit der Entwicklung der Kleinen mitzuhalten. Am bekanntesten ist sicher das BMW Kidsbike, das du zum Fahrrad umbauen kannst. Es gibt aber auch Umbaumöglichkeiten vom Dreirad zum Laufrad.

Der Vorteil ist offensichtlich: die Nutzungszeit des Fahrzeugs verlängert sich dadurch, dass es sich durch den Umbau an die Entwicklung des Kindes anpasst.

Verschiedene Kombinationen

Es gibt verschiedene Arten von umbaubaren Laufrädern: Laufräder, die sich zu einem Fahrrad umbauen lassen, Laufräder, die sich in ein Dreirad umbauen lassen und Laufräder, die sich in einen Roller oder Scooter umbauen lassen.

Die wohl bekannteste 2-in-1 Variante ist die Kombination von Laufrad und Fahrrad. Wenn man annimmt, dass ein Laufrad eigentlich ein Fahrrad ohne Pedale ist, dann liegt es nahe ein Laufrad durch das Anbringen von Pedalen in ein Fahrrad umzubauen.

BMW Kidsbike und S’cool Rennrad

Tatsächlich wird dieses Konzept von einigen Herstellern verfolgt. Vielleicht am bekanntesten ist das BMW Kidsbike. Das Kidsbike ist ein 14 Zoll 2-in-1 Kinderlaufrad, das sich durch das Anbringen der Antriebseinheit mit Pedale und Kette in ein richtiges Kinderfahrrad verwandeln lässt. Auf den ersten Blick baugleich erscheint das s’cool Rennrad 14 zu sein.

Besonderes Augenmerk wurde bei diesen auf die Ergonomie der Sitzbank gelegt, so dass die Kinder bei beiden Varianten gut sitzen können. Laufrad und Fahrrad erfordern hier ein recht unterschiedliche Sitzposition um die nötige Bewegungsfreiheit in den Beinen zu erlauben.

Die Vorteile dieser umbaubaren Laufräder sind offensichtlich: Das Kidsbike wird für Kinder mit einem Alter zwischen 2,5 Jahren und 6 Jahren empfohlen. Zu Beginn wird es natürlich als Laufrad benutzt und später dann als Fahrrad. Solch einen langen Verwendungszeitraum findest du sonst bei keinem reinen Laufrad und auch bei keinem reinen Fahrrad.

Nachteile

Die Nachteile dürfen aber auch nicht verschwiegen werden: Eine Kombination kann immer nur ein Kompromiss sein zwischen verschiedenen Anforderungen. Beim Kidsbike liegt der Fokus eindeutig auf der Verwendung als Fahrrad. Es ist tatsächlich eher ein Fahrrad bei dem die Pedal abgeschraubt werden können um es wie ein Laufrad zu verwenden.

  • Es ist sehr groß für ein Laufrad: Mit seinen 14 Zoll Reifen und einer minimalen Sitzhöhe gehört es bei uns in die Kategorie 4 (Laufräder für Kinder ab 3 Jahren). Es ist also nicht für kleine Kinder geeignet die gerade erst das Laufradfahren erlernen. Unsere Einschätzung zu 14 Zoll Laufrädern findest du hier.
  • Es ist recht schwer für ein Laufrad: Mit einem Gewicht von 6 kg ist es eines der schwersten Laufräder überhaupt. Typischerweise empfehlen wir bei Laufrädern auf ein geringes Gewicht zu achten. Gute kindgerechte Laufräder sollten ein Gewicht von um die 3 kg haben um die kleinen nicht zu überfordern.

Umgebaut zum Fahrrad ist es aber ein ganz ordentlicher Kompromiss. Die Größe passt recht gut für ein Anfängerfahrrad. Die 14 Zoll Räder und das annehmbare Gewicht von 8 kg sind hier typische Werte. Natürlich gibt es auch reinrassige 14 Zoll Kinderfahrräder die nur 6 kg wiegen.

Laufrad und Dreirad

Eine andere interessante Kategorie sind Laufräder die zum Dreirad umbaubar sind, also Laufrad und Dreirad in einem sind.

Der Vorteil ist auch hier klar ersichtlich: Mit drei Rädern genießen die Kinder erhöhte Stabilität und haben Zeit die Bewegungsabläufe und das Gleichgewicht zu trainieren.

Sobald sie sicher auf drei Rädern unterwegs sind kann dann das Dreirad zu einem Laufrad mit 2 Rädern umgebaut werden.

Kompatibilität von Freiläufen und Kassetten

Beim Umbau oder Tuning des Antriebsstrangs spielt der Freilaufkörper eine wichtige Rolle. Er stellt die Verbindung zur Kassette her, auf die die Beinkraft übertragen wird. Es gibt verschiedene Standards, die beachtet werden müssen.

Wichtige Kriterien

  1. Er muss für die gewünschte Kassette geeignet sein
  2. Er muss auf die Hinterradnabe passen

Die meisten Nabenhersteller bieten Umrüst-Kits für die Montagestandards verschiedener Kassetten- bzw. Antriebshersteller an.

Montagestandards im Überblick

Um den Überblick zu behalten, hier eine Zusammenfassung der gängigsten Montagestandards und Kassettenkompatibilitäten:

  • Shimano MTB (HG): Geeignet für Acht-, Neun-, Zehn- und Elf-Gang-Mountainbikekassetten von Shimano und diversen anderen Herstellern.
  • Shimano Road (HG): Geeignet für Acht-, Neun-, Zehn-, Elf- und Zwölf-Gang-Rennradkassetten von Shimano und diversen anderen Herstellern.
  • Shimano Micro Spline: Kompatibel mit Zwölf-Gang-MTB-Kassetten von Shimano.
  • SRAM XD: Kompatibel mit Elf- und Zwölf-Gang-Kassetten von SRAM und diversen Drittanbietern.
  • SRAM XDR: Kompatibel mit SRAM-Road-12-Gang-Kassetten.
  • Campagnolo: Verwendet einen eigenen Freilauf-Standard mit acht unterschiedlich geformten Rillen.
  • Campagnolo N3W: Kürzer, um Platz für die kleinsten Ritzel von 13-fach-Kassetten zu lassen.
  • Singlespeed/Fixie: Spezielle Naben mit schmalen Freilaufkörpern.

Übersichtstabelle: Welcher Freilauf ist mit welcher Kassette kompatibel?

Art des Freilaufs Welche Kassetten passen vom Profil? Wie viele Ritzel kann die Kassette haben? Spacer benötigt?
Shimano MTB (HG spline M) Shimano, SRAM (außer XD/XDR) und Fremdanbieter (SunRace, OneUp Components, u. a.) Elffach-MTB (sowie CS-HG800 und CS-HG700) Nein
Shimano Road (HG spline L) Shimano, SRAM (außer XD/XDR) und Fremdanbieter (Rotor, Miche, u. a.) Zwölffach-Road Nein
Shimano 12-fach Micro Spline Shimano Zwölffach-MTB Zwölffach-MTB Nein
SRAM XD SRAM und div. Fremdanbietern (e*thirteen, KCNC, u. a.) Elf-/Zwölffach (MTB) Nein
SRAM XDR SRAM Zwölffach (Road) Zwölffach (Road) Nein
Campagnolo Campagnolo Ultra-Drive Neun-/Zehn-/Elf-/Zwölffach-Ultra-Drive Nein
Campagnolo N3W Campagnolo N3W 13-fach Nein

Freilaufkörper: Materialien und Funktion

Freilaufkörper werden in verschiedenen Materialien angeboten: Aluminium, Stahl und Titan. Aluminium-Freiläufe sind leicht, können aber bei Verwendung mit Kassetten, die aus einzelnen Ritzeln bestehen, Kerben bekommen. Stahlfreiläufe sind robuster, aber schwerer. Titan verbindet geringes Gewicht und Robustheit.

An den meisten Fahrrädern sind Freiläufe entweder mit Sperrklinken oder als Zahnscheibenfreiläufe konstruiert. Beide Prinzipien ermöglichen das freie Drehen in eine Richtung und die Kraftübertragung in die andere.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0