Kälte, Nässe und Dunkelheit sind typische Begleiter auf winterlichen Radtouren. Doch mit der richtigen Fahrradbekleidung können diese Herausforderungen gemeistert werden. Im Bereich der Thermobekleidung hat es in den letzten Jahren viele Fortschritte gegeben, sodass es nun möglich ist, auch bei widrigen Bedingungen komfortabel und leistungsfähig zu fahren.
Grundlagen der Winter-Fahrradbekleidung
Oberstes Gebot bei der Wahl der Fahrradbekleidung im Winter ist das Zwiebelprinzip. Durch die Kombination mehrerer Kleidungsstücke kann man den wechselnden Bedingungen optimal begegnen und sich vor Kälte und Nässe schützen. Eine flexibel kombinierbare Garderobe ermöglicht es, die Kleidung an die jeweiligen Bedingungen anzupassen.
Beim Biken im Winter eignet sich Unterwäsche mit Merinowolle sehr gut, da es häufig zu großen Temperaturschwankungen kommt. Alternativ ist auch Funktionsunterwäsche aus Kunstfaser gut geeignet. Radtrikots für den Winter bestehen häufig aus einer Kombination von winddichtem Material an der Vorderseite und atmungsaktivem Material an der Rückseite. Bei den Radhosen gibt es ebenfalls auf Kälte ausgelegte Konzepte: Spezielle Gewebe wirken isolierend auf Haut und Gelenke und schützen den Körper zuverlässig vor Wind und Auskühlung.
Die dritte und oberste Schicht der Fahrradbekleidung ist üblicherweise eine wind- und wasserdichte Fahrradjacke für den klassischen Wetterschutz gegen Regen, Schnee, Sturm sowie eine wasserabweisende Hose.
Die Bedeutung von Accessoires
Neben einem warmen Radtrikot und einer Thermo-Radhose halten im Winter vor allem diverse Accessoires warm: Fahrradhandschuhe, Stirnbänder, Fahrradmützen, Schlauchtücher sowie Arm- und Beinlinge komplettieren das Fahrrad-Winteroutfit.
- Spätestens ab Oktober, wenn die Temperaturen besonders in den Morgen- und Abendstunden bereits empfindlich kalt sind, brauchen Radler Fahrradhandschuhe.
- Der Mensch verliert über den Kopf die meiste Wärme. Ein dünnes Stirnband oder eine wärmende Fahrradmütze gehören bei der Fahrradbekleidung im Winter deshalb zur Grundausstattung.
- Multifunktionstücher sind auch beim Radfahren im Winter eine tolle Sache. Sie schützen den Hals und können bei Bedarf auch Wangen und Kinnbereich vor Kälte und Feuchtigkeit schützen.
Winterjacken für Rennradfahrer im Test
Die Anforderungen an eine Winterjacke sind klar: Sie soll den Oberkörper vor Kälte und Fahrtwind schützen und gleichzeitig atmungsaktiv sein, um ein Auskühlen durch Schweiß zu verhindern. Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl von Winterjacken für Rennradfahrer, die in verschiedenen Tests gut abgeschnitten haben:
| Modell | Preis | Material | Winddicht | Wasserdicht | Isolation Jacke / Hose |
|---|---|---|---|---|---|
| Agu Jacket Six6 Polartec III Herren | 230 Euro | Polartec | Ja | Wasserabweisend | sehr gut / ausreichend |
| Alé K-Tornado Jacke | 205 Euro | Softshell | Ja | Stark wasserabweisend | befriedigend / befriedigend |
| Assos Mille GT Winter Jacke Evo | 260 Euro | NEOS Softshell | Ja | Wasserfest | befriedigend / befriedigend |
| Castelli Fly Thermal Jacket Men’s | 300 Euro | Thermal | Ja | Wasserabweisend | sehr gut / befriedigend |
| Van Rysel Rennradjacke Winter Racer Extreme | 90 Euro | Diverse | Ja | Wasserabweisend | sehr gut / sehr gut |
Winterhosen für Rennradfahrer im Test
Grundsätzlich gilt: Durch die ständige Tretbewegung ist die Beinmuskulatur aktiv, man friert hier meist weniger als am Oberkörper. An erster Stelle stehen in diesem Test dickere Bib Tights ohne weiteren Wetterschutz. Diese können problemlos meist auch bei Temperaturen bis zu rund plus fünf Grad Celsius getragen werden. Der Vorteil dieser Hosen: Hinsichtlich der Elastizität und der Passform bieten sie oft ähnliche Eigenschaften wie Sommermodelle. Ergo: Sie weisen häufig eine sehr gute sportive Passform auf - vor allem im Sitzbereich durch eine funktionale Positionierung des Sitzpolsters.
Hier ist eine Übersicht über verschiedene Arten von Winterhosen für Rennradfahrer:
- Bib Tights ohne Wetterschutz: Geeignet für Temperaturen bis ca. +5 Grad Celsius. Bieten gute Elastizität und Passform.
- Bib Tights mit DWR-Beschichtung: Ähnlich wie Modelle ohne Wetterschutz, aber mit zusätzlicher wasserabweisender Beschichtung.
- Bib Tights mit vollem Wetterschutz: Ausgestattet mit wasserdichten Materialien wie Gore-Tex Infinium oder Polartec Neoshell.
Sichtbarkeit und Sicherheit im Winter
Neben warmer Kleidung ist beim Fahrradfahren im Winter auch die Sichtbarkeit ein wichtiges Thema. Besonders Berufspendlerinnen und -pendler, die früh morgens und abends mit ihrem Fahrrad im Straßenverkehr unterwegs sind, sollten auf eine gute Sichtbarkeit achten. Zusätzlich zur obligatorischen Fahrradbeleuchtung erhöhen integrierte Reflektoren an Bekleidung und Accessoires und helle Farben die Sicherheit enorm.
Um bei Rennradtouren im Winter auf sich aufmerksam zu machen, ist passive Sichtbarkeit ebenfalls ein entscheidender Faktor. Dazu zählen High-visibility-Elemente an Winter Rennrad Bekleidung und Bike, die bei Lichteinfall reflektieren. Reflektoren müssen angestrahlt werden, Neon-Farben sind hingegen auch ohne Lichteinfall sichtbar.
Tipps vom Profi für warme Winterfahrten
Mario Kummer, ein Ex-Profi, gibt folgende Tipps, um im Winter warm zu bleiben:
- Auf sehr gute Atmungsaktivität achten, um Schwitzen zu vermeiden.
- Funktionelle Kleidung im Mehrlagen-Prinzip tragen.
- Eine Weste, Regen- oder Windjacke dabeihaben, um flexibel zu bleiben.
- Die Winterjacke muss gut passen und Windschutz bieten.
Darüber hinaus empfiehlt er, auf eine gute Passform der Jacke zu achten, insbesondere an Armabschlüssen, Kragen und Rücken. Außerdem sollte die Jacke atmungsaktiv sein, guten Windschutz bieten und etwas regenabweisend sein.
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