Fahrradbremse montieren: Eine detaillierte Anleitung für V-Brakes

Eine funktionstüchtige und einwandfrei eingestellte Bremse ist ein sehr wichtiges Bauteil für ein verkehrssicheres Fahrrad. Dabei spielt jedoch nicht nur speziell die Sicherheit eine Rolle, um im Notfall rechtzeitig bremsen zu können.

Die V-Brakes-Bremsen von Shimano sind ein Bremssystem für das Fahrrad und weit verbreitet. Die V-Brake-Bremse ist eine Felgenbremse von Shimano. Sie gehört zur Gattung der Cantilever-Bremsen. Die Besonderheit der V-Brakes unter den Felgenbremsen besteht darin, dass ein separater quer liegender Zug ihre Hebelwirkung erhöht. Dadurch unterscheiden sich diese Bremsen von ähnlichen Varianten, weil bei V-Bremsen der Zug der Bremse von der Seite und nicht aus der Mitte kommt.

Vor allem Radfahrer, die einen geringen Aufwand beim Wechseln und Einstellen der Bremse betreiben wollen, nutzen diese Bremse sehr gerne. Sie sind nicht nur einfach zu warten, sondern im Preis durchaus günstig zu erwerben.

Was sind Cantilever-Bremsen?

Cantilever-Bremsen besitzen zwei separate Bremsarme. Sie sind über eine Halterung mit dem Fahrradrahmen verbunden. Die Bremsen können deshalb nur auf Rädern montiert werden, die eine entsprechende Halterung am Rahmen aufweisen, den Cantilever-Sockel.

Bei Felgenbremsen, zu denen auch die V-Brake-Bremse gehört, wirkt die Bremskraft auf die Felge über zwei Bremsbeläge, die auf beiden Seiten der Felge auf das Laufrad drücken.

Vorbereitung zur Montage

Bevor du eine V-Bremse auswählst, muss du dir über deren Verwendung klar sein. Die Liste der benötigten Werkzeuge fällt übersichtlich aus. Wir haben dir hier in sechs Schritten eine Anleitung zur Montage von V-Brakes erstellt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Montage von V-Brakes

  1. Befestige die V-Brakes zuerst an einem Sockel. Als Erstes werden die beiden Bremsarme auf die dafür vorgesehenen Sockel an der Gabel oder am Hinterbau des Rahmens aufgesteckt. Anschließend fixierst du sie mit den entsprechenden Schrauben. Achte dabei darauf, dass beide Seiten eine ähnliche Federspannung aufweisen, um eine gleichmäßige Funktion zu gewährleisten!
  2. Im nächsten Schritt fädelst du den Bowdenzug durch die Hülse der Bremse. Nun führst du den Bremszug durch den linken Bremsarm, spannst ihn über die Führung und ziehst ihn durch den Quetschbolzen auf der rechten Seite. Ziehe den Zug leicht an, aber noch nicht zu fest, damit du später noch die Feineinstellung vornehmen kannst.
  3. Ein besonders wichtiger Schritt ist das Einstellen der Bremsbeläge. Sie sollten exakt parallel zur Felge stehen und einen Abstand von etwa 0,5 bis 1 mm zur Felgenflanke haben. Achte darauf, dass sie beim Bremsen nicht den Reifen berühren, denn das wäre gefährlich! Wenn du die Beläge festschraubst, kannst du sie leicht kippen, damit sie an der Vorderkante minimal früher greifen, das verhindert lautes Quietschen beim Bremsvorgang.
  4. Nach der Montage folgt die Einstellung des Hebelweges der Bremse. Um den Zugweg einzustellen, benutzt du die Zugeinstellschraube am Bremshebel und die Klemmschraube an der Bremse. Überprüfe den Hebelweg mit dem Bremshebel so lange, bis die Bremsleistung ideal eingestellt ist.
  5. Abschließend werden links und rechts von der Felge die Bremsarme in die richtige Stellung gebracht. Mit Schrauben verschiebst du sie und veränderst den Abstand zur Felge.

Wichtige Hinweise zur Bremseneinstellung

Es ist für die Sicherheit beim Fahrradfahren wichtig, dass du die Bremsen am Fahrrad, vorne und hinten, richtig einstellst. Ist das nicht der Fall, verringert sich die Bremswirkung.

Achte bei der Montage sorgfältig darauf, dass die Bremsbeläge mit größtmöglicher Fläche auf die Felgen treffen und sie berühren, wenn die Bremse angezogen ist. Sie dürfen nicht in Kontakt mit dem Reifen kommen und an ihm schleifen.

Alternative Bremssysteme

Neben der Felgenbremse hat sich gerade in den letzten Jahren auch die Scheibenbremse als Fahrradbremse einen Namen gemacht. Sie ist heute vor allem im Mountainbike-Sport sehr beliebt. Beide Bremssysteme haben ihre speziellen Eigenheiten. Die Entscheidung liegt letztendlich bei dir, welche Bremse für dein Rad optimal ist.

Wartung und Pflege der Bremszüge

Mit dieser Anleitung zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie an Ihrem Fahrrad die Bremszüge bzw. Bowdenzüge selbständig wechseln können. Dieses spart den Weg zur Fahrradwerkstatt und ist auch für Laien recht schnell und einfach erledigt.

Ein Bowdenzug unterliegt einer natürlichen Alterung. Mit zunehmender Beanspruchung längt sich der Zug, so dass er sich nicht mehr präzise einstellen lässt und das Bremsverhalten leidet, zumal er bei starker Alterung und hoher Beanspruchung auch reißen kann.

Auch die Außenhülle (Schutzhülle) unterliegt dem Verschleiß, da der Bowdenzug im Inneren durch seine Reibung für Abnutzung sorgt. Dieses ist auch einer der Gründe, warum die Hüllen schwergängiger werden und sich die Bremse schwerer bedienen läßt.

Durch den Einsatz von geeigneten Schmiermitteln, wie z.B. dem Multifunktionsöl WD-40 Sprühdose Classic lässt sich die Schmierung verbessern und ermöglicht wieder ein leichteres (und effektiveres) Bremsen mit dem Fahrrad. Irgendwann ist aber auch der hochwertigste Bremszug komplett verschlissen und sollte getauscht werden.

Austausch des Bremszugs - Schritt für Schritt

  1. Zunächst lösen Sie den alten Zug an der Bremse und bauen ihn aus.
  2. Anschließend hängen Sie den neuen Bremszug in den Bremshebel ein und führen ihn durch die Einstellschraube. Hierbei wird der Fahrrad-Bremszug automatisch geschmiert, da das Führungsröhrchen ab Werk schon mit Fett vorbehandelt wurde.
  3. Anschließend führen Sie den neuen Bremszug durch die Feststellschraube. Die Bremse sollte an der Felge liegen.
  4. Bevor der Bremszug durch die Schraube gesichert wird, halten Sie den Bremshebel leicht gezogen. Hierbei muss dem Bremszug mit der Hand etwas Länge nachgelassen werden.
  5. Anschließend ziehen Sie den Bremszug mit der Feststellschraube mit einem Innensechskantschlüssel fest.
  6. Testen Sie dann unbedingt die Funktion der Bremse.
  7. Steht einer der Bremsbeläge etwas weiter von der Felge ab, als der andere, stellen Sie dieses mit der kleine Einstellschraube auf der gegenüberliegenden Seite an der Bremsaufnahme nach.
  8. Zum Nachstellen des Bremszuges sollten Sie die Einstellschraube am Griffstück etwas herausdrehen. Somit lässt sich schlussendlich noch einmal etwas Feinjustage betreiben. Da man hier später von Zeit zu Zeit immer wieder etwas nachjustieren möchte, ist es ratsam die Justierschraube zu Beginn der Montage ganz hereinzudrehen.
  9. Abschließend kürzen Sie den Bremszug mit einem Seitenschneider oder Kabelschneidzange auf etwa 7 cm ein.

Zangenbremsen im Detail

Zangenbremsen sind Felgenbremsen. Die meisten Probleme mit Felgenbremsen werden durch exzessive Reibung oder schlechte Montage der Züge verursacht. Schlechte Einstellung oder Bremsen geringer Qualität sind zumeist keine Gründe.

Zangenbremsen vs. Felgenbremsen lassen sich in zwei generelle Typen aufteilen.

  • Zangenbremsen sind selbsttragende Mechanismen, die am Fahrradrahmen (oder der -gabel) mit einer einzelnen Schraube je Bremse befestigt werden. Die Bremsarme reichen von oberhalb des Reifens abwärts.
  • Bremsen zur Montage an Anlöstockeln, werden an beiden Seiten des Rahmens (oder der Gabel) separat befestigt. Sie benötigen spezielle angelötete oder geschmiedete Sockel am Rahmen bzw. an der Gabel. Die Bremse besteht je Laufrad aus zwei getrennten Armen, die beide individuell am Rahmen bzw. Beide Bremsarme schwenken um eine zentrale Schraube, die die Bremse mit dem Rahmen oder der Gabel verbindet.

Eingelenk-Bremsen

Die Bremsschuhe von Eingelenk-Bremsen bewegen sich nur wenig (abwärts) während sie verschleißen und folgen auch gut verzogenen Felgen. Jedoch kann das zentrieren schwierig sein, da jeder Arm einzeln von einer Feder zurückgezogen wird. Die Bremsenzughülle ist an einem Bremsarm befestigt und der innenliegende Zug ist am anderen Arm befestigt. Der Mechanismus ist asymmetrisch aufgebaut.

Zweigelenk-Seitenzugbremsen

Zweigelenk-Seitenzugbremsen lassen sich wegen der Kupplung zwischen den Bremsarmen sehr leicht zentrieren. An der Kupplung kann sich eine Zentrierschraube befinden. Wenn dieser Bremsentyp eine verzogenen Bremse folgen muss, rotiert sie um die zentrale Schraube und tendiert dazu, diese zu lockern. Jeder Bremsarm rotiert um ein Gelenk auf seiner Seite oberhalb des Laufrads.

Mittelzugbremsen

Mittelzugbremsen waren in den 1960er und 1970er verbreitet und sind weiterhin recht beliebt bei Fahrrädern, die eine große Bremsenreichweite benötigen. Diese Bremsen haben einen Querzug und setzen einen Zuganschlag voraus, der an Rahmen oder Gable montiert ist.

Bremsenreichweite

Reichweite ist die effektive Länge der Arme einer Zangenbremse. Diese wird vom der Mitte der Befestigungsschraube diagonal bis zur Mitte der Bremsschuhe gemessen. Die Größenordnungen für die reichweite gehen von 39 mm bis 108 mm. Die notwendige Bremsenreichweite hängt von der Rahmenkonstruktion (wie niedrig ist das Befestigungsloch für die Bremse) und dem Felgendurchmesser ab.

Im Allgemeinen funktionieren Bremsen mit kurzer Reichweite besser, da ihr Potenziel sich zu verbiegen recht gering und ihre Hebelübersetzung sehr hoch ist. Bremsen mit hoher Reichweite benötigen eine stabilen Konstruktion und haben lange Ausleger unterhalb der Gelenke und zur Zugbefestigung, um diesem Problem entgegenzuwirken.

Manche Leute sprechen von "kurzer Reichweite", "normaler Reichweite" und "langer Reichweite". Das ist jedoch Grundlage für einige Verwirrung und sollte vermieden werden.

Durch die modische Entwicklung sind aus "normalen" Bremsenreichweiten von 47-57 mm inzwischen "lange" Reichweiten geworden. Derzeit haben Bremsen mit kurzer Reichweite 39-49 mm. Das ist inzwischen de-facto Standard bei Rennradbremsen und kann inzwischen als "normal" angesehen werden.

Wenn man eine Bremse mit langer Reichweite benötigt, kann man diese mit einem Drop Bolt erhöhen. Bei den meisten moderneren Bremsen ist die Reichweitenangabe auf der Rückseite eingestanzt.

Befestigung von Zangenbremsen

Zangenbremsen haben einen zentralen Gewindebolzen mit 6 mm (bzw. 1/4 Zoll) Durchmesser, die durch ein entsprechendes Loch in der Gabelkrone oder der Bremsbrücke des Rahmens. Klassische Bremsen haben Gewindebolzen, die so lang sind, dass sie komplett hindurchpassen und mit Unterlegscheiben und Sechskantmuttern festgeschraubt werden können.

Falls die Montagefläche der Bremse nicht passend zur Gabelkrone gekrümmt ist, benötigt man gekrümmte Unterlegscheiben, um unnötige Kräfte auf den Gewindebolzen zu vermeiden.

Die vordere Bremse sicher zu montieren ist sehr wichtig. Eine lose Vorderradbremse erkennt man am Klappern.

Wartung und regelmäßige Überprüfung

Die Bremsleistung eines Fahrrads ist regelmäßig zu überprüfen. Nur dann ist die Regulierung deiner Fahrtgeschwindigkeit gewährleistet. Das ist besonders wichtig, wenn du schnell unterwegs bist oder auf ungeeignetem Untergrund fährst.

Arten von Fahrradbremsen

Je nach Fahrradtyp und Konstruktion deines Rahmens findest Du unterschiedliche Bremsen vor. Während zum Beispiel bei Mountainbikes häufig Scheibenbremsen eingebaut sind, werden für Rennräder und im Crossbereich öfters Seitenzug- und Cantileverbremsen verwendet.

Wir unterscheiden drei Arten von Bremsen:

  • Nabenbremsen
  • Felgenbremsen
  • Scheibenbremsen

Das Bremssystem dient zum Abbremsen oder Anhalten des Fahrrades. Dieser Vorgang ist entscheidend für Deine Sicherheit, vor allem in brenzligen Situationen.

Wann müssen die Bremsen eingestellt werden?

Egal ob Felgenbremse, Seitenzugbremse, Hydraulikbremse oder Scheibenbremse - Wenn vor Kurzem die Bremsbeläge gewechselt wurden, müssen diese untersucht werden und Sie gegebenenfalls Ihre Fahrradbremse neu einstellen. Abgesehen davon, sprechen folgende Symptome für eine Überprüfung der Bremse:

  • Der Bremshebel kann ohne Bremswirkung bis zum Lenker durchgezogen werden.
  • Schleifgeräusche beim Bremsen.
  • Es ist zwar noch ein Druckpunkt vorhanden, aber keine Bremswirkung.

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