Fahrrad Scheibenbremse Nachstellen: Eine Anleitung

Regelmäßige Kontrolle und Wartung sind entscheidend für die Sicherheit Ihres Fahrrads, insbesondere bei Scheibenbremsen. Die Scheibenbremsen an einem Fahrrad gehören zu den wichtigsten Bauteilen überhaupt. Das gilt für alle Fahrradtypen gleichermaßen, auch wenn natürlich die Fahrradbremse im Gelände höheren Ansprüchen gerecht werden muss. Im Vordergrund stehen hierbei eine ausreichend hohe Bremswirkung und absolute Verlässlichkeit.

Warum ist das Nachstellen der Scheibenbremse wichtig?

Richtig eingestellte Scheibenbremsen sind grundlegend für die Sicherheit Ihres Fahrrads. Denn: Auf die Bremsen muss Verlass sein - ob Sie lange Touren fahren oder nur kurz ums Eck wollen. Korrekt eigestellte Scheibenbremsen verleihen Sicherheit und Kontrolle über Bremsweg und Bremskraft. Schlecht ausgerichtete Schreibenbremsen können zu einem späteren Zeitpunkt die bekannten Probleme, wie zum Beispiel Schleif- oder Quietschgeräusche, verursachen. Diese entstehen oftmals durch asymmetrische Abnutzungen aufgrund einer unsauberen Bremssatteleinstellung.

Wann muss die Fahrradbremse neu eingestellt werden?

Egal ob Felgenbremse, Seitenzugbremse, Hydraulikbremse oder Scheibenbremse - Wenn vor Kurzem die Bremsbeläge gewechselt wurden, müssen diese untersucht werden und Sie gegebenenfalls Ihre Fahrradbremse neu einstellen. Abgesehen davon, sprechen folgende Symptome für eine Überprüfung der Bremse:
  • Der Bremshebel kann ohne Bremswirkung bis zum Lenker durchgezogen werden.
  • Schleifgeräusche beim Bremsen.
  • Es ist zwar noch ein Druckpunkt vorhanden, aber keine Bremswirkung.

Werkzeuge zum Einstellen und Wechseln der Fahrradbremse

Um die Bremse am Fahrrad einzustellen und einer regelmäßigen Wartung zu unterziehen, benötigst du das richtige Werkzeug. Falls du kein Werkzeug zur Hand hast, hilft eine 1-Cent-Münze weiter. Die folgenden Werkzeuge sind hilfreich:
  • Kreuzschlitzschraubendreher
  • Innensechskantschlüssel
  • Wenn kein Werkzeug vorhanden: 1 Cent Stück
Zur zusätzlichen Erleichterung:
  • Bremsen- und Kettenreiniger
  • Zange
  • Montageständer

Anleitung zum Einstellen der Scheibenbremse

Am Anfang stehen allerdings immer eine korrekte Einstellung sowie das absolut notwendige Einbremsen der neuen Beläge. Nur so können Sie das volle Potential überhaupt erst nutzen und die Bremsbacken verschleißen oder verglasen nicht vorzeitig.

Schritt 1: Vorbereitung

Zum Einstellen und Ausrichten von Scheibenbremsen lockert man zunächst die mit Schraubensicherung fixierten Schrauben der Bremssattel mit einem Innensechskantschlüssel. Nur soweit lösen, dass sich der Bremssattel etwas bewegen kann. Ziel dieser Übung ist, dass sich der Bremssattel in gezogenem Zustand an der Bremsscheibe exakt zentriert, bevor der Bremssattel am Fahrradrahmen oder an der Gabel festgeschraubt wird. Danach wird am noch immer gelockerten Bremssattel die Einstellschraube soweit herein gedreht, bis ganz leichter Kontakt zur Bremsscheibe besteht, das Rad sich aber noch leicht dreht.

Schritt 2: Zentrierung des Bremssattels

Betätigen Sie die Bremse ruhig ein paar mal vorsichtig, die noch immer losen Bremssättel rutschen dann in die richtige Position und das Spiel zwischen Bremsbelag und Scheibe ändert sich noch mal leicht. Bei vielen Bremsen soll der Abstand zur Bremsscheibe 0,2 - 0,4 mm betragen. Diese Spaltmaß ist am Fahrrad oft schwer zu erkennen, deshalb wende ich einen Trick an: Ich klemme einfach eine Visitenkarte bzw. Bei Shimano bewegt sich nur ein Belag zur Scheibe, der andere ist fest und bekommt den Abstand mit der Karte, da er an dieser Seite ja fein eingestellt werden kann. Dann ziehe ich die Bremse und spanne den Bremshebel mit einem kräftigen Gummiring vor. Jetzt zentriert sich der Bremssattel am Rahmen, ohne dass ich den Bremsgriff ziehen muss. Erst danach ziehe ich die Schrauben des Bremssattels vorsichtig in mehreren Zügen wieder an. Diese müssen mit Schraubenkleber oder ähnlichem gesichert werden, falls sie sich leicht drehen lassen oder neu sind. Dann wird der Gummiring und die Karte wieder entfernt.

Schritt 3: Abschließende Kontrolle

Läuft das Rad nun fast ohne zu schleifen leicht? Wenn ja - super! Wenn nicht: Ich musste meine Einstellungsschraube noch um zwei Klicks herausdrehen. Bei der Shimano BR-CX77 gibt es noch eine zweite Inbusschraube, um den äußeren Bremsbelag einzustellen (Siehe orangenen Pfeil im Bild). Diese ist in der Shimano-Anleitung kaum dokumentiert. Interessanterweise reagiert die Schraube nicht sofort, sondern erfordert ein paar Umdrehungen, bevor der äußere Bremsbelag zur Scheibe wandert. Bei neuen Bremsbelägen beträgt die Standard-Einstellung der Länge der Shimano-Schraube aus dem Bremssattel inklusive Kopf 7 mm. In Anbetracht der Tatsache, dass diese mechanische Scheibenbremse ca. Zusätzlich kann der Hebelweg samt exaktem Druckpunkt noch mit der Einstellungshülse im Bowdenzug justiert werden. Dies ist fast immer nötig. Leichtes Schleifen ist normal und kann auch an einer ganz leicht verzogenen Bremsscheibe liegen. Man muss bedenken, dass sich das System erst wieder nach ein paar scharfen Bremsungen genau aufeinander einspielt. Dadurch erhöht sich das Spaltmaß automatisch noch etwas und das Schleifen wird weniger. Auf den ersten Fahrten würde ich zum Nachjustieren noch den passenden Inbusschlüssel mitnehmen. Fixieren Sie den Bremshebel mit dem Gummiband. Mit der Einstellschraube führen Sie den Bremssattel an die Bremsscheibe heran. Erst wenn der freie Lauf garantiert ist schließen Sie die Einstellung ab, indem Sie die Schrauben mit dem Drehmomentschlüssel anziehen. Das passende Drehmoment finden Sie bei den Herstellerangaben Ihres Bremsenfabrikanten. Der Druckpunkt der Scheibenbremse sollte spätestens auf halben Bremshebelweg erreicht sein.

Bremsbeläge wechseln

Scheibenbremsen einstellen und Bremsbeläge ersetzen, wenn: weniger als 1 mm dick sind. So sehen neue Bremsbeläge aus. Zum Austausch zieht man den Sprengring und dreht auf der anderen Seite die Schraube heraus. Die Haltbarkeit von Scheibenbremsbelägen hängt von vielen Faktoren ab, in erster Linie natürlich von der Art und Häufigkeit der Nutzung.

Einbremsen neuer Bremsbeläge

Alle neuen Bremsbeläge müssen bei Scheibenbremsen grundsätzlich eingefahren werden, um eine gute und ausdauernde Bremswirkung leisten zu können. Dazu bremst man 10-30 Mal aus ca. 30 km/h kräftig auf fast Null herunter. Die Bremsleistung erhöht sich während des Einbremsens auf den ersten 30-50 km spürbar. Die Prozedur ist für den Radfahrer immer ziemlich anstrengend und sollte abseits befahrener Straßen erfolgen. Nur bei organischen Belägen („Resin“, Kunststoff) müssen die Bremsen NACH dem Einfahren eigentlich nochmal richtig warm eingebremst werden. Nicht alle Radfahrer wissen und machen das auch. Dazu eignet sich eine steile Bergabfahrt, bei der EINE Scheibenbremse bis an die Fadinggrenze gefahren wird. Achtung, die Bremsleistung reduziert sich durch die Hitze bis zum Totalausfall! Aus Sicherheitsgründen wird erst DANACH auch die andere Bremse an die Fadinggrenze gebracht. Man erkennt die Fading-Grenze außer einer schlechter werdenden Bremsleistung nicht genau, deshalb braucht man unbedingt noch die andere, verlässliche Scheibenbremse.

Mögliche Probleme und Lösungen

Es gibt verschiedene Gründe für Probleme mit Scheibenbremsen. Hier sind einige häufige Probleme und mögliche Lösungen:
  • Schleifende Bremsen:
    • Lösung: Bremssattel neu ausrichten, Bremsscheibe prüfen und ggf. richten.
  • Verglaste Bremsbeläge:
    • Lösung: Bremsbeläge austauschen oder vorsichtig anschleifen.
  • Verölte Bremsbeläge:
    • Lösung: Bremsbeläge austauschen und Ursache der Verölung beseitigen.
  • Schwergängige Bowdenzüge:
    • Lösung: Bowdenzüge reinigen, ölen oder austauschen.
  • Nicht plane Bremsscheibe:
    • Lösung: Bremsscheibe richten oder austauschen.

Zusätzliche Tipps

  • Regelmäßige Kontrolle: Überprüfen Sie regelmäßig die Bremsbeläge, Züge und Bremsscheiben.
  • Größere Bremsscheiben: Bei permanent geforderten Bremshöchstleistungen lohnt sich evtl. auch der Umbau auf größere Bremsscheiben am Fahrrad z.B. von 160 auf 180 mm.
  • Mechanische vs. Hydraulische Bremsen: Es gibt sie in mechanischer und hydraulischer Ausführung. Vom Prinzip her funktionieren Scheibenbremsen nicht anders als Felgenbremsen. Zwei Brembeläge packen synchron zu und bremsen entweder die Scheibe oder die Felge.

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