Wenn Kinder aufs Fahrrad steigen, sollten sie stets einen Helm tragen, um bei einem Sturz oder Unfall geschützt zu sein. Doch nicht alle Helme sind gleich gut, wie ein gemeinsam von ADAC und Stiftung Warentest durchgeführter Test von 18 Helmen beweist. Die Auswahl an Fahrradhelmen für Kinder ist enorm groß. Doch welcher Helm ist der beste? Dieser Frage sind der ADAC und die Stiftung Warentest nachgegangen. 18 Helme mussten sich in den Kategorien Sicherheit, Handhabung, Hitzebeständigkeit und Schadstoffgehalt beweisen.
Testergebnisse und Empfehlungen
Selten war eine Entscheidung so knapp: Nur wenige Helme konnten im Test nicht überzeugen. Die große Mehrheit schnitt gut ab - so gut, dass zahlreiche Modelle uneingeschränkt empfohlen werden können. Einige Helme aber haben sich in einzelnen Punkten besonders hervorgetan.
Top-Platzierungen im Test
- Testsieger: Abus Youn-I 2.0 (Testurteil 2,2 im Test von Stiftung Warentest und ADAC 2022)
- Preis-Leistungs-Sieger: Alpina Ximo Flash (Testurteil 2,3 im Test von ADAC/Stiftung Warentest 2016)
- Weitere Empfehlungen:
- Alpina Pico Flash
- Uvex Hlmt 4
- Giro Tremor Child Mips
Überraschend gut schnitt auch der günstigste Helm im Test ab. Das Modell Crivit vom Discounter Lidl kostet nur 12 Euro und erreichte dennoch Spitzenwerte bei Handhabung und in Teilen beim Unfallschutz, weil er durch ein festes Kinnband sicher sitzt und sich nicht leicht abstreifen lässt. Zusätzlich lässt er sich bequem tragen und einstellen und er verfügt über Reflektoren und LED-Beleuchtung. Am Ende teilte sich der Crivit mit der Note 2,4 gemeinsam mit den Helmen von Casco und Alpina den zweiten Rang.
Detaillierte Betrachtung einiger Modelle
Alpina Pico Flash
Der Pico Flash von Alpina hat einiges zu bieten: eine ausgezeichnete Beleuchtung, viele Lüftungsschlitze, eine hochwertige Verarbeitung sowie ein einwandfreies Verstellsystem im Helm, mit dem man die Passform optimal an die Kopfgröße anpassen kann. Zusätzliche Plastikstreben umschließen den Kopf und sorgen für mehr Sicherheit, Stabilität und Tragekomfort. Ob nun beim Radfahren, Inlineskaten, Rollerfahren oder Skateboarden - dieser Helm sitzt und bietet Schutz. Die Stiftung Warentest hat im April 2022 insgesamt 18 Fahrradhelme für Kinder getestet und bewertete den Pico Flash dabei mit der Gesamtnote 2,4 (»gut«). Mit 1,0 besonders gut bewertet wurden die niedrigen Schadstoffwerte des Fahrradhelms. Die Stiftung Warentest bemängelte allerdings das Fehlen von Reflektoren. Wegen der hervorragenden Beleuchtung wurde dies nicht negativ in das Testergebnis einfließen gelassen.
Micro Rocket
Wenn es nicht nur ein Helm zum Fahrradfahren sein soll, sondern auch Inlineskaten, Rollerfahren oder Skateboarden auf dem Programm steht, ist der Micro Rocket die beste Wahl. Sicherheit wird bei ihm großgeschrieben. Er hat die klassische Form eines Skateboard-Helms, der am Hinterkopf recht weit runtergeht, das gibt noch mehr Schutz bei Stürzen. Dazu ein roter Knopf, mit dem man die Passform hervorragend einstellen kann. Außerdem dient der Knopf auch als Beleuchtung - er kann in drei Variationen blinken und leuchten.
Casco Mini 2
Der Casco Mini 2 ist nicht nur im Sommer als Fahrradhelm einsetzbar, sondern auch im Winter beim Skifahren oder Snowboarden. So sind nur wenige Helme konzipiert. Und es geht noch weiter: Auch im Fahrradsitz macht er auf dem Kopf eines Kindes eine gute Figur, da er eng und bequem anliegt, keinen unbequemen Abstand zwischen Rückenlehne und dem kleinen Beifahrer erzeugt. Mit diesem Helm können die Kleinen ganz groß rauskommen.
Uvex Finale Junior
Der Uvex Finale Junior sieht nicht nur aus wie ein Mountainbike-Helm, er erfüllt auch die gleichen hohen Standards, was Sicherheit, Tragekomfort und Verarbeitung betrifft. Er liefert rundherum eine optimale Performance ab.
Wichtige Kriterien bei der Auswahl
Wichtigstes Kriterium im Test mit einem Anteil von 50 Prozent an der Gesamtnote ist natürlich der Unfallschutz. Schließlich ist das der Grund, warum man einen Helm trägt: Im Falle eines Sturzes oder eines Unfalls kann er schwere Kopfverletzungen abmildern oder gar ganz verhindern. Umso erstaunlicher, dass nur der Testsieger von Abus und der Helm von Casco in dieser Kategorie mit der Note 2,5 gerade noch das Testurteil "gut" erreichten. Am schlechtesten beim Unfallschutz schnitt der Lazer Gekko mit 3,6 ("ausreichend") ab. Der Testsieger überzeugte bei Unfallschutz und Handhabung sowie in der Hitze- und Schadstoffprüfung. Sein Preis von 50 Euro ist angemessen und liegt im mittleren Bereich des Testfeldes.
Sichtbarkeit im Straßenverkehr
Enorm wichtig für die Sicherheit im Verkehr ist auch die Erkennbarkeit der Fahrradhelme bei Dunkelheit durch Reflektoren oder Beleuchtungseinrichtungen wie LEDs. Hier boten alle Fabrikate im Vergleich noch deutlichen Verbesserungsbedarf. Keines der 18 Modelle kam in dieser Disziplin über die Note "befriedigend" hinaus. Da die Tester beim Modell Linok X Actionteam von Cube sehr hohe Mengen an Weichmachern im Kinnpolster entdeckten, fiel dieser Helm trotz seiner Bestleistungen beim Unfallschutz am Ende mit der Note 5,5 im Test durch. Sollten sich die Ergebnisse bei eigenen Schadstoffprüfungen des Herstellers bestätigen, hat dieser einen kostenlosen Austausch des Kinnpolsters in Aussicht gestellt.
Hitzebeständigkeit
In punkto Haltbarkeit und Sicherheit war auch die Hitzebeständigkeit der Helme ein Testkriterium. Hierzu wurde das Szenario eines Helmes auf der Heckablage des Autos im Hochsommer simuliert. In dieser Disziplin schlugen sich nahezu alle Helme gut, Ausreißer waren lediglich die Modelle von Nutcase und Prophete. Bei Letzterem löste sich unter hoher Temperatureinwirkung sogar die äußere Helmschale ab.
Kaufempfehlungen für Kinderfahrradhelme
Um eine möglichst gute Sichtbarkeit zu gewährleisten, sollte der Helm mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet sein. Da die Aktivierung vom Nutzer jedoch oft vergessen wird, sollte der Helm auch über eine passive Sicherheitsausstattung in Form von reflektierenden Elementen an der gesamten Helmschale sowie im Kinnriemen verfügen. Ein helles Design in auffälligen Farben erhöht zudem die Sichtbarkeit bei Tag und Nacht.
Da jede Kopfform individuell ist, empfiehlt es sich, den Helm vor dem Kauf anzuprobieren. So lassen sich Passform und Einstellmöglichkeiten des Helms überprüfen und ein Fehlkauf vermeiden.
Jeder Helm muss nach einem Sturz ersetzt werden, da dabei nicht sichtbare Schäden entstanden sein können. Dadurch könnte die Schutzfunktion des Helms teilweise oder vollständig beeinträchtigt sein.
Die ADAC Unfallforschung belegt, dass ein Helm beim Sturz effektiv vor vielen Kopfverletzungen schützen kann. Auch der schlechteste Helm im Test kann im Ernstfall Leben retten, wenn er richtig getragen wird. Daher gilt: Immer nur mit Helm fahren und diesen auch richtig aufsetzen und anpassen!
Kontroverse Diskussion um die Helmpflicht
In Deutschland gibt es keine Helmpflicht für Fahrradfahrer, weder für Erwachsene noch für Kinder. Tatsächlich ist das Risiko, beim Biken eine ernsthafte Kopfverletzung zu erleiden, ziemlich gering. Statistisch gesehen ereignet sich so ein Unfall laut einer Studie der Universität Kopenhagen genau einmal, wenn man 3000 Jahre lang durchschnittlich schnell radelt.
Zudem herrscht unter Experten Streit darüber, ob Helme tatsächlich so sehr schützen wie erhofft: Der Neurochirurg Frank Thomas Möllmann und seine Kollegen vom Universitätsklinikum Münster nahmen 2004 die Gründe für Fahrradunfälle und häufige Verletzungen unter die Lupe. Dabei untersuchten sie mehr als 300 Patienten, die sich beim Radeln Hirnverletzungen zugezogen hatten. Fast alle, nämlich 90 Prozent, hatten keinen Helm getragen.
Die Grundlagenstudie der Länder Baden-Württemberg und Thüringen von 2017 ergab hingegen, dass ein Helm das Verletzungsrisiko zwischen 50 und 70 Prozent senkt und nachweisbar die Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas mindern kann - der häufigsten schweren Radel-Verletzung überhaupt. Klingt logisch.
Eine weitere Studie der Unfallforschung der Versicherer, des Instituts für Rechtsmedizin München sowie des Universitätsklinikums Münster untersuchte 2012 und 2013 außerdem 543 Unfälle mit Radlern. Sie kam zu dem Ergebnis, dass Fahrradhelme nachweislich die meisten lebensbedrohlichen Kopfverletzungen verhindern oder abmildern können.
In Ländern wie Australien, Chile, Finnland oder Spanien kommen Radler nicht um den Kopfschutz herum. Das Gesetz will es so. Auch wenn die Polizei hierzulande empfiehlt, einen Fahrradhelm zu tragen - eine Helmpflicht gibt es in Deutschland nicht. Das soll laut Bundeskanzlerin Angela Merkel auch so bleiben. Sie übernimmt hier die Haltung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), der eine Helmpflicht ablehnt, weil dann wohl der Autoverkehr zunehmen würde. Außerdem sei die Helmpflicht weder durchzusetzen noch zu kontrollieren.
Tipps zur richtigen Passform
Sollte es doch einmal zu einem Sturz kommen, dann wirken unglaublich große Kräfte auf den Körper ein. Leider ist der Kopf hier das zentrale Problem, denn fast immer schlägt dieser auf dem Boden oder einem anderen harten Gegenstand auf. Wenn der Helm richtig passt, kann man diese Krafteinwirkung zumindest reduzieren.
Was man trotz kontroverser Studien guten Gewissens behaupten kann: Jeder Helm ist besser als »oben ohne« zu fahren. Selbst ein durchwachsen bewertetes Modell kann die Verletzungsgefahr verringern.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur optimalen Anpassung
- Messen Sie den Kopfumfang Ihres Kindes etwa eineinhalb Zentimeter über den Augenbrauen.
- Achten Sie darauf, dass die Helmschale weder zu weit noch zu eng ist.
- Rütteln Sie am Kopf Ihres Kindes. Der Helm darf auch mit geöffnetem Verschluss nicht verrutschen.
- Passen Sie den Sitz des Helms mit einer Stellschraube fester an.
- Schließen Sie das Kinnband. Auch das sollte gut sitzen, aber nicht drücken.
Stirn und Schläfen müssen vom Kinderfahrradhelm geschützt werden, da sie das größte Verletzungsrisiko aufweisen. Dafür muss der Fahrradhelm waagrecht sitzen. Weiche Polster sind idealerweise überall dort angebracht, wo der Kinderkopf die Schale berührt. Fehlt diese Dämmung, kann es schmerzhaft werden. Deshalb macht es Sinn, dass die Kleinen den Helm vor dem Kauf eine Viertelstunde Probe tragen. Denn ein drückendes Ding setzen Kids garantiert nicht mehr auf.
Damit aktive Mädchen und Jungs im Sommer nicht vor Hitze vom Rad kippen, sind breite Belüftungsschlitze notwendig, die unbedingt mit einem Insektenschutznetz versehen sind. Nur so treibt eine Wespe kleine Radler nicht in den Totalschaden. Wichtig ist vor allem bei älteren Kids außerdem, dass sie ihren Helm problemlos selbst an- oder ausziehen können - und vor allem auch, dass sie ihn hübsch finden.
Weitere wichtige Hinweise
Sie wollen auf Nummer sicher gehen? Dann muss sich Ihr Kind nach einem Sturz sofort von seinem Helm verabschieden - auch dann, wenn die Kopfbedeckung äußerlich noch top aussieht. Im Inneren kann sie nämlich durchaus beschädigt sein. Deshalb sollte man besser auch keine gebrauchten Produkte kaufen.
Werfen Sie beim Kauf auch einen Blick auf das Produktionsdatum in der Helmschale: je neuer, umso besser, denn Material verschleißt. Wie lange Helme generell einsatzbereit sind, hängt vom Gebrauch ab. Spätestens nach fünf Jahren würden ihn viele Experten aber aus Sicherheitsgründen austauschen. Achten Sie bitte auch auf das CE-Kennzeichen, das die Einhaltung der deutschen Sicherheitsnormen garantiert.
Weichschalenhelme kommen ohne diese Hartkunststoffschicht aus. Sie schützen den Kopf daher nicht so sehr. Die staatliche Initiative »Ich trag‘ Helm« meint deshalb: »Das in der Vergangenheit häufig für Kinderhelme genutzte Verfahren ist veraltet. Die Extremsportler unter den Kopfschützern sind Hartschalenhelme, die sich auch Downhill-Biker wegen der harten Außenschale gerne aufsetzen.
Zusätzliche Informationen aus anderen Tests
Um den besten und sichersten Kinderfahrradhelm zu ermitteln, hat IMTEST bereits im Jahre 2022 Fahrradhelme für Kinder im Test untersucht. Darunter Kinderhelme von Abus, Alpina, Giro, Specialized und Uvex, die sowohl in der Praxis als auch im Prüflabor des TÜV Süd getestet wurden und noch immer verkauft werden. Dabei konnte vor allem der Specialized Shuffle Child LED als Test- und Preisleistungssieger überzeugen.
IMTEST-Favoriten und ihre Eigenschaften
- Specialized Shuffle Child LED: Bestes Testergebnis und dazu noch mit dem besten Preis.
- Abus Youn_I 2.0: Das große und hoch angebrachte LED-Licht sorgt für 180-Grad-Sichtbarkeit, wenn es dunkel und nebelig ist.
- Alpina Pico Flash: Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. In drei knalligen Farben verfügbar, allein deswegen ein echter Hingucker.
- Uvex Hlmt 4: Ein cooler Helm, der nicht nur nach Fahrradfahren aussieht. Passt auch perfekt zu kleinen Skateboardern oder Inlineskatern.
- Giro Tremor Child Mips: Ob Sonne, Wolken oder Regen - bei Bedarf liefert der abnehmbare Helmschirm Schutz bei jedem Wetter.
Wichtige Erkenntnisse aus dem IMTEST-Test
Oft sind es nur Nuancen, die hier den Unterschied machen, wie etwa ein vorhandenes Licht oder die Art der Verarbeitung. Allerdings lässt sich sagen, dass kein Kinderfahrradhelm beim Öffnen und Schließen überzeugt, denn bei keinem Modell ist dies einhändig möglich. Kinder müssen gerade anfangs etwas herumprobieren, um die Enden richtig ineinander zu stecken.
Ebenso fällt im Kinderfahrradhelm-Test auf, dass die eingebaute Mips-Technologie beim Giro und beim Specialized nicht ausschlaggebend für die Ergebnisse zu sein scheint. So ist mit dem Specialized-Modell ein Mips-Helm auf Platz eins und mit dem Fahrradhelm von Giro auf Platz drei.
So testet IMTEST Fahrradhelme für Kinder
Neben der Passform hat IMTEST den TÜV Süd beauftragt, verschiedene Prüfungen durchzuführen. Dabei ging es unter anderem um einen Abstreiftest und eine Stoßprüfung.
Die sichersten Fahrradhelme für Kinder: Auf die Passform kommt es an
Trotz der optischen Komponente ist das Wichtigste, dass der Fahrradhelm dem Kind richtig passt. Er darf weder schief sitzen, noch wackeln oder zu tief in den Nacken ragen. Er sollte zudem die Stirn, die Schläfen und den gesamten Hinterkopf gut bedecken. Alle Kinderfahrradhelme im Test haben eine weiche, auswechselbare Polsterung, damit nichts drückt.
Mit einem kleinen Rad an der Rückseite können alle Fahrradhelme für Kinder individuell an den Kopf angepasst werden. Die Modelle von Abus und Alpina haben darüber hinaus eine zusätzliche vertikale Größenverstellung im Inneren. Der Kinnverschluss sollte so eingestellt sein, dass gerade noch ein Finger zwischen Verschluss und Kinn passt.
Da letztendlich jeder Kinderkopf individuell ist, empfiehlt es sich, das Kind beim Kauf mitzunehmen und den gewünschten Fahrradhelm direkt anzuprobieren. Für Kinder ist vorallem auch die Farbe des Helms entscheidend.
Sicherheitsstandards und Mips-Technologie
Diese besagt, dass Fahrradhelme für Kinder und Erwachsene eine Auftreffgeschwindigkeit von 19,5 Stundenkilometer überstehen müssen. Gemessen wird das bei einem Sturz mit 250-facher Erdbeschleunigung. IMTEST hat bereits auch Fahrradhelme für Erwachsene getestet.
Mips bedeutet Multi Directional Impact Protection System. Damit ist eine zusätzliche Sicherheitstechnologie gemeint, die einige Fahrradhelme für Kinder im Testfeld bieten. Dazu gehören zum Beispiel die Modelle von Specialized und Giro. Dabei befindet sich eine zweite bewegliche Schale unter der Außenschale, die direkt auf dem Kopf aufliegt. Kommt es zu einem schrägen Aufprall, wird die aufkommende Rotationskraft durch diese bewegliche Schale umgeleitet. Das soll dem Kopf zusätzlichen Schutz geben.
Simulierter Aufprall: Das halten die Helme aus
Bei zwei Stoßprüfungen mit erhöhter Aufprallgeschwindigkeit untersuchte der TÜV, was mit den Fahrradhelmen für Kinder bei einem frontalen und einem darauffolgenden seitlichen Crash im Test passiert. Beim Frontalaufprall wurde sogar mit Werten, die 20 Prozent über der Norm liegen, gearbeitet.
Im Test galt es herauszufinden, ob die Kinderfahrradhelme Reserven haben und ob sie auch bei einem härteren Aufprall ausreichend Stoßdämpfung bieten. Das heißt: Mit rund 23,4 Stundenkilometern ließ der TÜV Süd die Fahrradhelme für Kinder im Test aus 2,20 Metern Höhe frontal auf einen flachen Sockel aufschlagen.
Erfreulich: Alle Modelle haben den Dummy-Kopf ausreichend gut geschützt. Bei allen Kinderfahrradhelmen ist das EPS (expandiertes Polystyrol = Baumaterial des Helms) im Test zwar sichtlich beschädigt worden, Risse sind erkennbar, aber die Helmschale ist überall unversehrt geblieben.
Bei einem Sturz über den Lenker mit frontalem Aufprall auf den Asphalt bieten alle Kinderhelme im Test ausreichend Reserven, auch wenn es über die Normvorgaben hinaus geht.
Ebenso unerschüttert wie zäh zeigten sich die bereits angeschlagenen Kinderfahrradhelme im Test beim darauffolgenden Seitenaufprall aus knapp 1,90 Meter Höhe und einer Geschwindigkeit von 21,6 Stundenkilometer. Die gewählten Parameter liegen zehn Prozent über der Normvorgabe.
Ergebnis: Bei allen Fahrradhelmen für Kinder bricht das EPS im Test, aber die Helmschale ist immer noch unbeschädigt. Beim Youn_i 2.0 von Abus sind die Reserven zwar aufgebraucht, das heißt ein weiterer Stoß auf den Helm wäre gefährlich für den Kopf. Dennoch wurde auch beim Kinderhelm von Abus die Norm im Test erfüllt und damit ein zufriedenstellendes Ergebnis geliefert.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass auch bei einem zweiten starken Aufprall kein Fahrradhelm für Kinder im Test Schwächen zeigt. Die Stabilität der Schalen ist selbst nach zwei Stoßprüfungen mehr als ausreichend.
Ratgeber: So sicher sind Kinderhelme
Laut der Bundesanstalt für Straßenwesen tragen etwa 82 Prozent der Kinder zwischen sechs und zehn Jahren einen Fahrradhelm, bei den elf bis 16-jährigen sind es nur noch 54 Prozent. Bei Erwachsenen ist es noch nicht einmal jeder Dritte, der seinen Kopf schützt.
Die Statistik-Plattform Statista hat eine Studie veröffentlicht, in der basierend auf Daten der Bundesanstalt für Straßenwesen und des Statistischen Bundesamts die Zahl der getöteten Fahrradfahrer im Straßenverkehr mit der Tragequote von Helmen verglichen wird.
Liest man die Zahlen der Studie aufmerksam, lässt sich die gesunkene Anzahl getöteter Fahrradfahrerinnen und -fahrer mit dem gleichzeitigen Anstieg der Helmtragequote in Verbindung bringen. Die Zahl der getöteten Radfahrer ist in den letzten Jahren insgesamt leicht rückläufig.
Zum Vergleich: In Dänemark gab es laut dänischer Verkehrsbehörde 2021 nur 25 tödlich verunglückte Radfahrer. Eine Zahl, die sicher auch aus einer besser funktionierenden Infrastruktur für Radfahrer resultiert. Denn die haben in Großstädten überwiegend ihre eigenen Wege und daher - wo möglich - kaum, beziehungsweise keine Berührungspunkte mit dem Autoverkehr.
FAQ: Wichtige Informationen rund um Fahrradhelme für Kinder
Was Eltern beim Kauf beachten sollten und wie man die richtige Größe für sein Kind findet, hat IMTEST hier zusammengetragen.
1. Warum ist die richtige Passform bei Fahrradhelmen für Kinder so wichtig?
Die richtige Passform des Kinderfahrradhelmes ist entscheidend für die Sicherheit des Kindes. Ein Fahrradhelm, der nicht richtig sitzt, kann bei einem Sturz verrutschen oder abfallen und bietet somit keinen ausreichenden Schutz. Der Kinderhelm sollte weder schief sitzen noch wackeln und muss die Stirn, die Schläfen und den Hinterkopf gut bedecken.
2. Wie finde ich die passende Größe für den Fahrradhelm meines Kindes?
Die passende Größe lässt sich am besten ermitteln, indem man verschiedene Fahrradhelmgrößen anprobiert. Der Kinderhelm sollte mit einem kleinen Rad an der Rückseite individuell an den Kopf angepasst werden können. Fahrradhelme wie die von Abus und Alpina bieten zudem eine vertikale Größenverstellung im Inneren. Der Kinnverschluss sollte so eingestellt sein, dass gerade noch ein Finger zwischen Verschluss und Kinn passt.
3. Welche Fahrradhelmgröße eignet sich je nach Alter des Kindes?
Die Größe des Kinderfahrradhelms wird durch den Kopfumfang bestimmt, nicht durch das Alter. Hier sind jedoch allgemeine Richtlinien:
| Altersklasse | Kopfumfang (in cm) |
|---|---|
| Babys (unter 1 Jahr) | 42-46 cm |
| Kleinkinder (1-3 Jahre) | 44-49 cm |
| Vorschulkinder (3-5 Jahre) | 46-51 cm |
| Schulkinder (5-10 Jahre) | 48-55 cm |
| Kinder ab 10 Jahren | 52-58 cm |
Es ist wichtig, den Kopfumfang Ihres Kindes mit einem Maßband zu messen, um die genaue Größe zu ermitteln.
4. Was kostet ein guter Kinderfahrradhelm?
Die Preise für gute Kinderfahrradhelme variieren. Einfache, sichere Modelle beginnen bei etwa 20-30 Euro, während hochwertige Helme mit zusätzlichen Komfortfunktionen und Designs zwischen 40 und 70 Euro liegen können. Es ist nicht notwendig, die teuersten Modelle zu kaufen, aber der Fahrradhelm sollte den Sicherheitsstandards entsprechen und gut passen.
5. Was muss ich beim Kauf eines Fahrradhelms für Kinder und Babys beachten?
Neben der richtigen Passform sollte der Kinderfahrradhelm eine weiche, auswechselbare Polsterung haben, damit er nicht drückt. Außerdem ist es wichtig, dass der Fahrradhelm die DIN EN 1078 Norm erfüllt, die sicherstellt, dass er eine bestimmte Aufprallgeschwindigkeit und Erdbeschleunigung übersteht.
Für Babys ist zudem ein leichter Helm wichtig, da sie noch nicht über die Nackenmuskulatur verfügen, um ein schweres Gewicht zu tragen. Leichte Helme reduzieren die Belastung und erhöhen den Tragekomfort.
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