Beim Radfahren Musik hören oder Podcasts genießen, ohne die Sicherheit zu vernachlässigen - das ist der Wunsch vieler Radfahrer. Smarte Fahrradhelme mit integrierten Lautsprechern und zusätzlichen Funktionen wie Blinkern und Sturzerkennung versprechen genau das. In diesem Artikel werden verschiedene Modelle, insbesondere von Livall, getestet und verglichen.
Mein Start mit smarten Helmen
Zunächst lud ich den Helm über den Micro-USB Anschluss an der Rückseite. Dabei installierte ich die Coros App und aktualisierte gleich die Software des Helms.
Per App installierst du die Firmware Updates. Über Bluetooth fand mein Handy sofort den Helm und während des Tests gab es keine Probleme.
Noch schnell die Fernbedienung über die Gummibänder um den Vorbau geschnürt, per Bluetooth gekoppelt und los gehts!
Der Start bei Livall,ging ebenso fix mit ihrer App und der Controller koppelte sich von allein. Nur der Gummi, zum Montieren am Lenker, könnte etwas länger sein.
Funktionen und Ausstattung smarter Helme
Smarte Fahrradhelme bieten eine Vielzahl von Funktionen, die über den reinen Kopfschutz hinausgehen:
- Integrierte Lautsprecher und Mikrofon: Ermöglichen das Hören von Musik oder Podcasts sowie das Führen von Telefonaten während der Fahrt.
- LED-Beleuchtung und Blinker: Erhöhen die Sichtbarkeit im Straßenverkehr und ermöglichen die Anzeige von Richtungswechseln.
- Sturzerkennung und SOS-Funktion: Erkennen einen Sturz und benachrichtigen automatisch einen Notfallkontakt.
- App-Anbindung: Ermöglicht die Steuerung von Funktionen, die Anpassung von Einstellungen und die Aufzeichnung von Fahrdaten.
Modelle im Vergleich
Livall L23
Der Livall L23 ist ein solider Fahrradhelm, der dank Licht und SOS-Funktion ein Plus an Sicherheit bietet. Die Verarbeitung ist gut, die Passform angenehm. Schade, dass der Helm smarte Features wie etwa Blinker und Lautsprecher vermissen lässt.
Der Livall L23 macht optisch eine gute Figur. Er ist in unserem Fall auffällig Gelb und hat eine moderne, aerodynamisch geformte Helmschale. Das abnehmbare Visier schützt die Augen vor Regen, Insekten und Wind. Für gute Belüftung sorgen verschiedene Öffnungen.
Die Passform lässt sich über das Verstellsystem am Hinterkopf an Kopfgrößen zwischen 54 und 62 cm anpassen. Dank der weichen, herausnehmbaren Polster sitzt der Helm recht bequem. Die Konstruktion aus Polycarbonat und EPS-Schaum verspricht guten Schutz und soll Kräfte bei einem Aufprall effektiv absorbieren. Mit einem Gewicht von 350 Gramm ist der L23 erfreulich leicht.
Livall BH51M Neo
Der Livall BH51M Neo ist ein smarter Fahrradhelm mit nützlichen Funktionen. Die Blinkfunktion über die Fernbedienung erhöht die Sicherheit, gerade bei E-Scootern. Auch die automatische Unfall-Erkennung mit Benachrichtigung eines Notfallkontakts kann im Ernstfall wertvoll sein.
Der Livall BH51 M Neo zählt eher zu den Schwergewichten unter den Fahrradhelmen und wiegt rund das Doppelte eines guten Rennradhelmes.
Enttäuschend ist die mäßige Sprachqualität beim Telefonieren. Hier hatten wir uns mehr erhofft. Auch beim Ladeport hätte Livall besser auf einen Standard wie USB-C gesetzt, statt einen proprietären Adapter zu verwenden.
Vorne und hinten hat der Helm integrierte LED-Leuchten. Leider lassen sie sich in der App nicht dauerhaft einschalten, sondern nur in verschiedenen Blink-Modi betreiben. Praktisch ist, dass Bewegungssensoren im Helm beim Bremsen ein Bremslicht aktivieren.
Sind Freunde ebenfalls mit einem Livall BH51M Neo unterwegs, kann man über die Fernbedienung eine Walkie-Talkie-Verbindung aufbauen und während der Fahrt miteinander sprechen. Eine nette Funktion für gemeinsame Ausflüge.
Livall BH60 SE
Der Livall BH60 SE sieht nicht nur aus wie ein klassischer Tourenhelm; mit seinen 310 Gramm liegt er im Gegensatz zu anderen Smart-Modellen auch in einer komfortablen Gewichtsklasse. Leider nicht auf der Höhe der Zeit ist die Größenauswahl. Mit einer Einheitsgröße für Kopfumfänge von 55 bis 61 Zentimetern ist die Auswahl etwas eingeschränkt, trotzdem bietet das Modell für gängige Kopfgrößen eine bequeme Passform.
Wird der Smarthelm per Livall-Riding-App mit einem Smartphone gekoppelt, kann man damit Telefongespräche empfangen, Musik hören oder den Sprachansagen einer Navi-App folgen. Und das funktioniert sogar relativ gut, wobei die Lautsprecher am Helm so angebracht sind, dass der Nutzer auch die Umgebungsgeräusche noch gut mitbekommt.
Coros Omni Smart
Der Sound des Omni Smart Helmes: Die winzigen Lautsprecher liegen vor dem Ohr und nutzt den Knochenschall. Der Klang ist gut und es kommt sogar richtig Bass heraus.
Im Vergleich zu meinem Kask Rapido* Helm ist der Coros Omni nicht so bequem. Du stellst den Omni über das Drehrad ein, aber bei meinen Kask gelingt das einen Ticken besser.
Durch die Technik bringt der Coros Omni 360 Gramm auf die Waage und der Kask wiegt 230 Gramm (selbst nachgewogen). Dennoch hat der smarte Omni viele und große Luftlöcher.
Extrem überraschte mich der Akku. Bei einigen Herstellern hält der Akku nur die Hälfte der angeblichen Laufzeit durch, nicht bei Coros. Nach mehreren Fahrten von insgesamt 6:30 Std. sind noch 47% drauf (Habe aber nicht die ganze Zeit Musik gehört). Da sind die angegebenen 10 Stunden realistisch. Davon träumt der Livall Helm, nach ca. 6 Stunden geht ihm der Saft aus.
Beim Test wurde ich beim Coros besser verstanden. Bei Wind versteht dich dein gegenüber schwer.
Weitere Modelle
- Cratoni Smartride: Ein robuster Helm für E-Biker und S-Pedelec-Fahrer, jedoch schwer und teuer.
- Lumos Kickstart: Bietet gute Sichtbarkeit im Dunkeln durch integrierte LED-Leuchten und Blinker.
- Sena R1 Evo: Ein Helm mit Fokus auf Kommunikation, ideal für Radfahrer, die gerne während der Fahrt telefonieren oder sich mit anderen austauschen möchten.
Vor- und Nachteile smarter Helme
Vorteile:
- Erhöhte Sicherheit durch integrierte Beleuchtung und Blinker
- Kommunikationsmöglichkeiten durch integrierte Lautsprecher und Mikrofon
- Zusätzliche Funktionen wie Sturzerkennung und SOS-Funktion
Nachteile:
- Höheres Gewicht im Vergleich zu herkömmlichen Helmen
- Abhängigkeit von Akkulaufzeit
- Mögliche Ablenkung durch Musik oder Telefonate
Tabellarische Übersicht ausgewählter Modelle
| Modell | Gewicht | Besondere Merkmale | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|
| Livall L23 | 350g | LED-Licht, SOS-Funktion | 96 Euro |
| Livall BH51M Neo | 480g | Blinker, Bremslicht, Walkie-Talkie | 63 Euro |
| Livall BH60 SE | 310g | Leicht, Headset-Verbindung | 139,99 Euro |
| Coros Omni Smart | 360g | Knochenschall-Lautsprecher, guter Klang | 199,00 Euro |
Eine Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen, kurz BASt zeigte, dass 2020, dass immer mehr Radfahrende zum Fahrradhelm greifen. Über alle Altersgruppen hinweg sind es 26 Prozent, also gerade einmal rund ein Viertel der Radelnden. Warum sind das nur relativ wenige? Braucht der Kopf nicht einen besonderen Schutz? Das fragt sich nicht nur die Deutsche Verkehrswacht angesichts der Tatsache, dass rund 91 Prozent der Deutschen ihr Handy mit einer mehr oder weniger stabilen Hülle schützen. Vielleicht verspricht ein Fahrradhelm zu wenig Sicherheit, oder er ist einfach uncool und unbequem? Dabei hat der Fahrradhelm längst seinen Weg gefunden vom reinen Kopfschutz hin zum schicken Accessoire. Fast für jeden Typ oder Stil gibt es heute den passenden Helm.
Neue Elektronik am Helm Und insbesondere für Stadtradler, E-Biker und Digital Natives werden Fahrradhelme heute auch mit Elektronik vollgepackt. Ein Smarthelm findet seine Zielgruppe, vor allem, wenn man damit beim Radeln telefonieren oder der Sprachnavigation folgen kann, ohne die Hände vom Lenker zu nehmen. Sicherheitsorientierte Radfahrer freuen sich über helle LED-Lichter, die zusätzlich eine Blink- und Bremslichtfunktion haben können. Allerdings lassen sich alle diese Funktionen nur anwenden, wenn die Akkus geladen sind. Und das muss je nach Nutzungsintensität täglich erfolgen.
Außerdem haben technische Innovationen nicht nur positive Aspekte. Die Überfrachtung mit Elektronik am Kopf kann gerade in puncto Sicherheit leider auch ins Gegenteil umschlagen. Nicht nur der ADFC befürchtet, dass insbesondere im Stadtverkehr das Telefonieren und eine Musikberieselung den Radfahrer zu sehr ablenken und dadurch die Unfallgefahr zunimmt. Außerdem würden sich viele Radfahrer zu sehr auf die Lichter am Helm verlassen, die jedoch keineswegs eine gute Beleuchtung am Fahrrad und die Handzeichen für Richtungswechsel ersetzen.
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