Fahrradhelm im Kinderanhänger: Ja oder Nein?

Ein Thema, welches ich zu gerne immer und immer wieder aufgreife, da ich es als sehr wichtig erachte: der Fahrradhelm im Fahrradanhänger. Denn: Wenn der Kopf bei einem Fahrradunfall ungeschützt aufprallt, wirken heftige Kräfte auf Schädel und eben auch auf das Gehirn.

Es stößt ggf. an die Schädeldecke und es kann zu einer Blutung kommen. Wenn dann das Gewebe im Inneren anschwillt, es sich nicht ausweiten kann, werden Blutgefäße gequetscht. Es kommt zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff. Ob nun eine leichte Gehirnerschütterung oder eine dramatische Bewusstseinsstörung, welche womöglich zu einem Wachkoma führt, alles sollte doch vermieden werden. Und das bei Kindern genau wie bei Erwachsenen.

Ein Helm verstärkt die Schädeldecke und stellt sozusagen die Knautschzone zwischen Kopf und Straße dar. Er wirkt wie ein Stoßdämpfer, der die enorme Aufprallenergie abfängt. Beim Aufprall wird der Helm zusammengestaucht - manchmal ist dies an Bruchstellen sichtbar, aber oft kommt es nur zu feinen, mit dem bloßen Auge unsichtbaren Haarrissen. Auf jeden Fall muss ein Helm nach einem Sturz ausgetauscht werden.

Heute soll es aber vor allem um die Frage gehen, wie es sich in einem Fahrradanhänger verhält: Helm auf oder nicht? Ich war ganz wissbegierig, gerade weil ich keinen Anhänger besitze und kaum Ahnung von den Dingern hatte, und habe mich fleissig mit den Herstellerfirmen ausgetauscht.

Empfehlungen und Meinungen

Die Empfehlungen variieren je nach Produkt und ich kann Euch leider gar nicht, wie ich eigentlich gehofft hatte, einen pauschale Antwort geben. Ein Kind, welches von der Rumpfmuskulatur stabil und aufrecht im Anhänger sitzt, kann aber muss keinen Helm tragen (ich würde es sicherheitshalber bei meinen Kindern mit Helm empfehlen).

Ein kleineres Kind, welche noch halbliegend in einer Schale oder Hängematte im Anhänger positioniert ist, sollte aufgrund der ungünstigen Streckung der Halswirbelsäule keinen Helm tragen (klingt für mich auch logisch). Dennoch: Es ist empfehlenswert bei einem Kauf eines Anhängers genau diese Fragen noch einmal erneut beim Verkäufer stellen und sich je nach Fabrikat zu informieren.

Es ist empfehlenswert bei einem Kauf eines Anhängers genau diese Fragen noch einmal erneut beim Verkäufer stellen und sich je nach Fabrikat zu informieren. Dann ist einer Kurse bestimmt das richtige für Dich, besonders wenn es um die Themen der Ersten Hilfe am Säugling und Kleinkind geht.

Normalerweise haben die Fahrradanhänger eine geschlossene, gesicherte Kabine (verschiedene Stangen etc), die im Falle eines Unfall einen gewissen Aufprallschutz bieten. Die empfehlen nämlich idR, sofern keine Kopfschalen im Wagen bereits vorhanden sind (in die dann auch kein Helm passt), trotz Überrollbügel usw. einen Helm zu tragen.

Auch in einem Fahrradanhänger sollten Kinder stets mit Helm fahren! Auf jeden guten Anhänger ist auf dem Sitz, ein angeschaltet Kind MIT Helm abgebildet.

Der Fahrradanhänger gilt als eine der sichersten Transportmöglichkeiten für Kinder ab sechs Monaten. Obwohl nicht überall eine Helmpflicht besteht, wird das Tragen eines Helms im Fahrradanhänger dringend empfohlen.

Auch, wenn das Tragen von Helmen in Fahrradanhängern für Kinder nicht überall Pflicht ist, wird es dennoch dringend empfohlen. Der Gesetzgeber setzt hier auf die Eigenverantwortung der Eltern.

Obwohl nicht überall eine Helmpflicht besteht, wird dringend empfohlen, dass Kinder im Fahrradanhänger einen Helm tragen. Ein Helm verteilt die Aufprallkraft auf eine größere Fläche, wodurch nicht eine einzelne Stelle stark belastet wird. So können schwere Kopfverletzungen vermindert oder gar vermieden werden.

Trotz dieser Maßnahmen ist es wichtig, dass Dein Kind im Anhänger mit einem Fahrradhelm zusätzlich geschützt ist. Auch wenn es in Deutschland keine Helmpflicht gibt, empfehlen wir das Tragen eines Helmes im Fahrradanhänger daher zu 100 Prozent. Der Sicherheit Deines Kindes zuliebe!

Was beim Kauf eines Fahrradhelms für den Anhänger zu beachten ist

Damit der Fahrradhelm den Kopf Deines Kindes im Falle eines Sturzes optimal vor Verletzungen schützt, gilt es beim Kauf einige wichtige Punkte zu beachten. Dabei spielt auch der Tragekomfort eine große Rolle.

  • Passform: Der Helm muss gut sitzen und darf nicht verrutschen. Er sollte eng anliegen, aber nicht drücken. Ein hinten abgeflachter Helm für Kinderfahrradanhänger eignet sich am besten.
  • Anpassung: Die Passform des Helmes sollte leicht verstellbar sein, damit er optimal sitzt. So kann der Helm auch mit Deinem Kind mitwachsen.
  • Sichtbarkeit: Reflektierende Elemente erhöhen die Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Helle Farben und Designs machen den Helm noch auffälliger und auch ansprechender für Dein Kind.
  • Sturzschutz: Den Helm regelmäßig auf Schäden überprüfen und nach jedem Sturz austauschen. Helme niemals gebraucht kaufen.

Der Helm sollte mittig auf dem Kopf Deines Kindes sitzen und die Hälfte der Stirn bedecken, um den Ober- und Hinterkopf sowie die Schläfen zu schützen. Zusätzlich sollte der Helm fest sitzen und nicht über die Stirn oder in den Nacken rutschen.

Kinder sollten daher unbedingt beim Kauf des Helmes dabei sein, damit die richtige Passform garantiert ist und Dein Kind den Helm gerne trägt. Zusätzlich kann es das Aussehen des Helmes mitbestimmen - ein wichtiger Punkt für Kinder, damit sie den Helm auch tragen wollen.

Helme solltest Du niemals gebraucht kaufen! ADAC- und TÜV-Tests empfehlen zudem, den Helm alle fünf Jahre zu ersetzen. Die Helmform sollte hinten möglichst abgeflacht sein, damit die Beweglichkeit Deines Kindes nicht beeinträchtigt wird und der Kopf bequem angelehnt werden kann.

Eine angenehme Polsterung im Inneren des Helmes schützt den Kopf Deines Kindes zusätzlich vor Druckstellen und erhöht Den Tragekomfort. Der Helm sollte rundum mit Reflektoren und LED-Beleuchtung ausgestattet sein, um die Sichtbarkeit zu erhöhen. Helle, auffällige Farben und Designs machen den Helm nicht nur attraktiver für Dein Kind.

Wir empfehlen, dass Kinder im Fahrradanhänger stets einen Helm tragen, auch wenn keine gesetzliche Pflicht besteht. Wichtig: Gehe auch Du stets als gutes Vorbild voran und trage selbst immer einen Helm!

Damit sich die Kinder gut anlehnen können, sollte der Helm am Hinterkopf möglichst flach sein. Sogenannte ‚Skaterhelme‘ sind dort von der Bauform sehr empfehlenswert. Alternativ empfehlenswert sind z.B die Woom Fahrradhelme, die auch sehr sicher sind und am Hinterkopf recht flach sind.

Weitere Informationen zu Fahrradanhängern

Kinder können ab einem Alter von 1 Monat in einem Fahrradanhänger transportiert werden, wenn der Anhänger geschoben wird. Zwischen 1-10 Monaten wird ein speziell entwickelter Sitz-Verkleinerer empfohlen.

Auch Neugeborene fahren im Kinderanhänger. Hier sorgen spezielle Sitz-Einsätze für Kleinkinder für einen stabilen Halt. Bei Kindern von 1-10 Monaten empfehlen wir eine Thule Hängematte (Infant Sling).

Kinder bis zu einem Alter von 6 Jahren können in einem Kinder-Fahrradanhänger transportiert werden. Achten Sie darauf, dass die Tragfähigkeit (Höchstgewicht) nicht überschritten wird.

Kinderanhänger sind für eine bestimmte Zuladung ausgelegt, die je nach Anhänger-Marke und Modell unterschiedlich ist: Die Zuladung beim Thule Kinderanhänger für 1 Kind ist 34 kg, bei einem Anhänger für 2 Kinder 45 kg.

Gesetzliche Lage zur Helmpflicht

In Deutschland gibt es weder für Erwachsene noch für Kinder eine gesetzliche Helmpflicht. Laut der österreichischen Fahrradverordnung müssen Kinder unter 12 Jahren einen Helm tragen - auch wenn sie im Fahrradanhänger oder Fahrradsitz unterwegs sind.

Laut der aktuellen gesetzlichen Lage besteht in Deutschland keine gesetzlich vorgeschriebene Helmpflicht. Auch wenn Radfahrer bei unverschuldeten Unfällen keinen Helm getragen haben, haben sie laut Gesetz keine Mitschuld, wenn sie ohne Helm unterwegs sind.

Deutschland überlässt die Entscheidung, einen Helm im Fahrradanhänger zu tragen oder nicht, seinen Bürgern und überträgt die Risikobewertung den Radfahrern bzw. Eltern selbst. Es bestehen dabei auch keine Ausnahmeregelungen für bestimmte Altersgruppen.

Der Fahrradanhänger ist aufgrund seiner Bauweise das sicherste Transportmittel für Kinder. Die Verletzungsgefahr ist darin deutlich geringer als im Vergleich zu Fahrradsitzen auf dem Gepäckträger. Auch wenn die Kinder im Fahrradanhänger sicher aufgehoben sind und bei möglichen Unfällen durch die Kabine sowie einen stabilen Überrollbügel geschützt sind, kann es dennoch zu Kopfverletzungen kommen.

Über 70 % der schweren Verletzungen bei Kindern sind bei Radunfällen Kopfverletzungen. Um diesen vorzubeugen, sollten laut Experten Kinder einen Helm im Fahrradanhänger tragen, denn er kann bis zu zwei Drittel der aufprallenden Energie absorbieren.

Die Sinnhaftigkeit einer Helmpflicht ist ein hitziger Diskussionspunkt. Befürworter argumentieren damit, dass ein Helm bei Unfällen vor massiven Kopfverletzungen schützt und dadurch auch Hirntraumata vorbeugt. Außerdem wird durch auffällige Farben und zusätzliche Reflektoren die Sichtbarkeit erhöht.

Zusammenfassung

Die Frage „Braucht man im Fahrradanhänger einen Helm“ lässt sich aus unserer Sicht mit einem klaren Ja beantwortet. Den Helm im Fahrradanhänger empfiehlt auch der ADAC.

Wir raten dir, dich vor Ausflügen oder Reisen mit dem Fahrrad samt Fahrradanhänger im Urlaubsland über die gesetzlichen Vorschriften zu informieren. Unter Umständen ist es im Zielland gesetzlich verpflichtend, dass du als Fahrradlenker und dein Kind einen Helm tragen müssen.

Unsere Empfehlung lautet jedoch ohnehin, selbst wenn es gesetzlich nicht verpflichtend ist, trotzdem einen Helm zu tragen. Gerade als Eltern sollten wir als Vorbild vorausgehen und den Kindern verantwortungsvolles Verhalten vorleben.

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