Kinderfahrradhelm Test Vergleich: Sicherheit und Komfort für kleine Radfahrer

Modellvielfalt und Preisspannen sind unter den Kinder-Fahrradhelmen enorm. Die oft bunten Lebensretter sind bei Discountern ebenso zu finden wie im gehobenen Fachhandel, man kann einen Kinderhelm für ein paar Euro mitnehmen oder bis zu 100 Euro anlegen. Eine verlässliche Orientierungshilfe bietet das Preisetikett nicht.

Guter Schutz muss nicht teuer sein

Geht es nach der Stiftung Warentest, müssen Sie für einen sicheren und komfortablen Kinder-Fahrradhelm keineswegs tief in die Tasche greifen. Lidl bietet beispielsweise einen Helm mit Rücklicht für 12 Euro - „gut“ im letzten Vergleichscheck der Warentester. Selbst den Testsieger (Abus Youn-I 2.0) gibt es schon für weniger als 40 Euro.

„MIPS“-Helme kritisch betrachtet

Durch eine bewegliche Kunststoffeinlage soll „MIPS“ (Multi Directional Impact Protection System) beim Sturz vor Drehkräften schützen. Die Stiftung Warentest sieht darin jedoch keinen Sicherheitsvorteil. Guten Schutz gebe es auch ohne MIPS - und umgekehrt: Manche MIPS-Helme schnitten bei der Stoßprüfung schlechter ab als Helme ohne. Außerdem sind sie teurer und immer auch etwas schwerer. Steht den teuren - und auch schweren - "MIPS"-Helmen skeptisch gegenüber.

Die richtige Größe finden

Fahrradhelme - auch für Kinder - werden meist in verschiedenen Größen angeboten, wobei sich die Größenangaben auf den Kopfumfang in Zentimetern beziehen. Bei vielen Helmen lässt sich die Weite mittels Drehrad im Nackenbereich millimetergenau einstellen. Grundsätzlich gilt: Der Helm sollte sitzen, ohne zu wackeln, aber nicht drücken. Tipp: In unserer Bestenliste können Sie auch nach Größen filtern.

Wichtige Details: Belüftung, Insektenschutz und Sichtbarkeit

Glattflächige geschlossene Helme in BMX- oder Skateroptik sind unter Kindern zwar beliebt, lassen aber kaum Luft an den Kopf. Viele große Belüftungsöffnungen - am besten mit Insektengittern gegen Einflug von Stechgetier - sind daher unverzichtbar. Ein guter Kinderhelm sollte außerdem im Dunkeln gut sichtbar sein und mindestens mit Reflektoren versehen sein.

Testergebnisse im Überblick

Geprüft wurden 14 Helme, darunter ein 15 Euro günstiger Helm von Lidl und drei Modelle für E-Bikes mit Motorunterstützung bis 45 km/h („S-Pedelecs“). Nur drei sind „gut“, einer fällt wegen Sicherheitsmängel durch. Testsieger ist der Urban Plantes LED von Uvex, zweitbester der Gent MIPS von Alpina. Geprüft wurden 18 Kinder-Fahrradhelme aller Preisklassen. Nur fünf Modelle schnitten mit dem Gesamtergebnis „gut“ ab, darunter auch ein 12 Euro günstiger Helm von Lidl. Die meisten strichen nur ein mittelmäßiges Urteil ein.

Testergebnisse: Kinderfahrradhelme im Vergleich

Modell Fahrradhelm Größe Testergebnisse
Abus Youn-I 2.0 2 Größen (48 - 57 cm) Testsieger Fahrradhelm für Kinder (Gesamtnote 2,2) bei Stiftung Warentest 2022
Alpina Pico Flash 50 - 55 cm „gut“ (Gesamtnote 2,4) bei Stiftung Warentest 2022
Casco Mini 2 46 - 52 cm „gut“ (Gesamtnote 2,4) bei Stiftung Warentest 2022
Lidl Crivit Kinder Fahrradhelm Art.-Nr. 366848 2 Größen (46 - 54 cm) „gut“ (Gesamtnote 2,4) bei Stiftung Warentest 2022
Bell Sidetrack II Mips Gut (2,5) bei Stiftung Warentest 03/2022
Woom Kids Helm 3 Größen (46 - 56 cm) „befriedigend“ (Gesamtnote 2,6) bei Stiftung Warentest 2022

In einem internationalen Test von Stiftung Warentest mit dem ADAC 2022 wurden 18 Kinderfahrradhelme auf Unfallschutz, Handhabung, Hitzebeständigkeit und Schadstoffe geprüft, wobei Unfallschutz 50% des Gesamtergebnisses ausmachte. Die Bewertung umfasste erweiterte Stoßdämpfungsprüfungen, Abstreifsicherheit, Riemenbelastbarkeit und Sichtbarkeit im Dunkeln, während Handhabung, Hitzebeständigkeit und Schadstoffbelastung die restlichen 50% bestimmten, mit möglichen Abwertungen bei Mängeln.

Ergebnisse: Unter den 18 getesteten Kinderfahrradhelmen, die für eine Bandbreite an Kopfumfängen von kleinen Mitfahrern bis hin zu größeren Kindern geeignet sind, variieren die Preise von 12 bis 100 Euro. Während der Testsieger Abus für 50 Euro ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, bieten alle Helme Schutz vor Kopfverletzungen, allerdings passen nicht alle optimal zu jeder Kopfform, und ein Modell, der Cube, wurde wegen hoher Mengen eines bedenklichen Weichmachers kritisiert.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Das Fahrrad kann für viele Kinder der erste große Schritt in Richtung eigene, freie Mobilität sein. Am Anfang ist es jedoch eher ein Spaßmobil oder ein Fortbewegungsmittel zusammen mit den Eltern. Welcher Fall auch immer aktuell zutrifft, eine Sache darf dabei nicht fehlen: Der Fahrradhelm. Und dabei sollte es nicht irgendein Helm sein, sondern der passende. Die Suche nach dem passenden Fahrradhelm für das eigene Kind ist an sich keine große Wissenschaft. Man muss nur wissen, worauf man zu achten hat. Ist das der Fall, kann die Suche zu einer recht entspannten Angelegenheit werden. Zudem sind die Kids mit dem passenden Helm auch tatsächlich gerne unterwegs. Bei der Suche sollte zudem nicht das Design im Vordergrund stehen. Natürlich bieten die Hersteller verschiedene, kindliche Motive an. Und natürlich können diese Motive ein wichtiger Motivationspunkt sein, den Helm immer brav aufzusetzen. Dennoch sollte das nicht das Hauptkriterium bei der Auswahl sein.

Checkliste für den Kauf

  • Helmpflicht: Ja, Kinder bis 12 Jahre müssen beim Fahrradfahren einen Helm tragen. Das gilt für Deutschland und Österreich gleichermaßen.
  • Größe: Die Größe entscheidet, ob der Helm angenehm und dennoch sicher sitzt. Für die Suche nach der passenden Größe solltet ihr zunächst den Kopfumfang eures Kindes abmessen. Mit diesem Wert könnt ihr dann anhand der Größentabellen der jeweiligen Hersteller die passende Größe finden.
  • Perfekter Sitz: Wenn euer Kind den Kopf schütteln kann und der Helm dabei sicher, aber nicht zu eng sitzend an seiner Position bleibt, habt ihr den idealen Helm gefunden. Die genaue Einstellung passiert in der Regel über ein Größenrad am Hinterkopf und in manchen Fällen mithilfe unterschiedlich dicker Schaumstoffpads.
  • Riemen: Danach widmet ihr euch dem Riemen. Dieser sollte so fest wie nötig und so locker wie möglich eingestellt sein. Wenn er das Kinn nicht einengt und zugleich dazwischen nicht mehr Platz als für eine Fingerdicke bleibt, ist auch der Riemen ideal eingestellt.
  • Speziell für Kinder: Besonders bei Kinderhelmen solltet ihr darauf achten, dass der gesamte Kopf geschützt ist. Vor allem der Hinterkopf sollte noch zusätzlich geschützt sein.
  • Verschluss: Zu guter Letzt können Fahrradhelme mit einem Magnetverschluss Pluspunkte sammeln. Diese Verschlüsse können die Kids ideal selbst mit einer Han...

ADAC und Stiftung Warentest im Test

Wenn Kinder aufs Fahrrad steigen, sollten sie stets einen Helm tragen, um bei einem Sturz oder Unfall geschützt zu sein. Doch nicht alle Helme sind gleich gut, wie ein gemeinsam von ADAC und Stiftung Warentest durchgeführter Test von 18 Helmen beweist.

Fünf Helme erreichen ADAC Urteil "gut"

Nur zwei Helme beim Unfallschutz "gut".

Testverlierer mit hohen Schadstoffwerten

Die Auswahl an Fahrradhelmen für Kinder ist enorm groß. Doch welcher Helm ist der beste? Dieser Frage sind der ADAC und die Stiftung Warentest nachgegangen. 18 Helme mussten sich in den Kategorien Sicherheit, Handhabung, Hitzebeständigkeit und Schadstoffgehalt beweisen.

Wichtigstes Kriterium im Test mit einem Anteil von 50 Prozent an der Gesamtnote ist natürlich der Unfallschutz. Schließlich ist das der Grund, warum man einen Helm trägt: Im Falle eines Sturzes oder eines Unfalls kann er schwere Kopfverletzungen abmildern oder gar ganz verhindern. Umso erstaunlicher, dass nur der Testsieger von Abus und der Helm von Casco in dieser Kategorie mit der Note 2,5 gerade noch das Testurteil "gut" erreichten. Am schlechtesten beim Unfallschutz schnitt der Lazer Gekko mit 3,6 ("ausreichend") ab. Der Testsieger überzeugte bei Unfallschutz und Handhabung sowie in der Hitze- und Schadstoffprüfung. Sein Preis von 50 Euro ist angemessen und liegt im mittleren Bereich des Testfeldes. Überraschend gut schnitt auch der günstigste Helm im Test ab. Das Modell Crivit vom Discounter Lidl kostet nur 12 Euro und erreichte dennoch Spitzenwerte bei Handhabung und in Teilen beim Unfallschutz, weil er durch ein festes Kinnband sicher sitzt und sich nicht leicht abstreifen lässt. Zusätzlich lässt er sich bequem tragen und einstellen und er verfügt über Reflektoren und LED-Beleuchtung. Am Ende teilte sich der Crivit mit der Note 2,4 gemeinsam mit den Helmen von Casco und Alpina den zweiten Rang.

Wichtig: Sichtbarkeit im Straßenverkehr

Enorm wichtig für die Sicherheit im Verkehr ist auch die Erkennbarkeit der Fahrradhelme bei Dunkelheit durch Reflektoren oder Beleuchtungseinrichtungen wie LEDs. Hier boten alle Fabrikate im Vergleich noch deutlichen Verbesserungsbedarf. Keines der 18 Modelle kam in dieser Disziplin über die Note "befriedigend" hinaus. Da die Tester beim Modell Linok X Actionteam von Cube sehr hohe Mengen an Weichmachern im Kinnpolster entdeckten, fiel dieser Helm trotz seiner Bestleistungen beim Unfallschutz am Ende mit der Note 5,5 im Test durch. Sollten sich die Ergebnisse bei eigenen Schadstoffprüfungen des Herstellers bestätigen, hat dieser einen kostenlosen Austausch des Kinnpolsters in Aussicht gestellt.

In punkto Haltbarkeit und Sicherheit war auch die Hitzebeständigkeit der Helme ein Testkriterium. Hierzu wurde das Szenario eines Helmes auf der Heckablage des Autos im Hochsommer simuliert. In dieser Disziplin schlugen sich nahezu alle Helme gut, Ausreißer waren lediglich die Modelle von Nutcase und Prophete. Bei Letzterem löste sich unter hoher Temperatureinwirkung sogar die äußere Helmschale ab.

Kauftipps für Fahrradhelme für Kinder

  • Um eine möglichst gute Sichtbarkeit zu gewährleisten, sollte der Helm mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet sein. Da die Aktivierung vom Nutzer jedoch oft vergessen wird, sollte der Helm auch über eine passive Sicherheitsausstattung in Form von reflektierenden Elementen an der gesamten Helmschale sowie im Kinnriemen verfügen. Ein helles Design in auffälligen Farben erhöht zudem die Sichtbarkeit bei Tag und Nacht.
  • Da jede Kopfform individuell ist, empfiehlt es sich, den Helm vor dem Kauf anzuprobieren. So lassen sich Passform und Einstellmöglichkeiten des Helms überprüfen und ein Fehlkauf vermeiden.
  • Jeder Helm muss nach einem Sturz ersetzt werden, da dabei nicht sichtbare Schäden entstanden sein können. Dadurch könnte die Schutzfunktion des Helms teilweise oder vollständig beeinträchtigt sein.
  • Die ADAC Unfallforschung belegt, dass ein Helm beim Sturz effektiv vor vielen Kopfverletzungen schützen kann. Auch der schlechteste Helm im Test kann im Ernstfall Leben retten, wenn er richtig getragen wird. Daher gilt: Immer nur mit Helm fahren und diesen auch richtig aufsetzen und anpassen!

Die Auswahl der zu testenden Produkte fand im Vorfeld durch die Stiftung Warentest statt, welche sich auf eine umfangreiche Marktanalyse stützt und im Fachbeirat mit anwesenden Experten und Herstellern besprochen wurde.

Testkriterien

  • Kinder-Fahrradhelme in der Größe von 48-54 cm (Mitfahrer, ab etwa 3 Jahre) sowie 50-57 cm für Selbstfahrer
  • Hersteller mit Marktrelevanz
  • Produkte aus dem Fachhandel als auch aus dem Internet
  • Größenanpassung mit Stellrad
  • Preisgefüge zwischen 10 € und 100 €
  • Erweiterte Stoßprüfung
  • Stoßprüfung nach DIN EN 1078 (optional)
  • Abstreifsicherheit
  • Festigkeit der Trageeinrichtung / Leichtigkeit des Öffnens
  • Erkennbarkeit im Dunkeln

Ein Experte beurteilt die Gebrauchsanleitung u.a. Anhand der Herstellerangaben (Bedienungsanleitung) wird überprüft, welche Helmteile gereinigt bzw. gewaschen werden sollen / können. Die Handhabung der Reinigung wird beurteilt, außerdem wird der Zustand des gewaschenen Materials (vorher/nachher) beurteilt.

Im Praxisteil der Handhabung wird der Helm in den Kategorien Anpassen, Aufsetzen, Fahren und Absetzen bewertet.

Die Testhelme werden über mindestens vier Stunden in einer Wärmekammer auf 75° Celsius erhitzt und anschließend auf Raumtemperatur abgekühlt. Durch Sichtprüfung soll festgestellt werden, ob durch die Temperatureinwirkung Farb- oder Materialveränderungen, z.B. an Verklebungen, Halterungen oder der äußeren Schale, aufgetreten sind.

Teile, die mit der Haut in Kontakt kommen, wie Riemen, Verschlüsse und Polster/Pads werden auf PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) angelehnt an die GS-Spezifikation AfPS GS 2019:01 PAK und auf den Gehalt an Phthalat-Weichmachern untersucht.

Fachliche Beratung: Michael Peuckert, ADAC Technik Zentrum. Kinderfahrradhelme schützen Kinderköpfe bei Stürzen.

Details zu ausgewählten Modellen

Der ABUS Helm Youn-I 2.0 taugt als Schutzhelm nicht nur fürs Fahrradfahren, sondern auch zum Skateboarding oder Inlinern. Er bietet 26 Farbvarianten, eine eigene Beleuchtung am Helm und kommt in zwei Größen: S (48-54 cm) und M (52-57 cm). In Größe S wiegt der Helm 240 Gramm.

Der Helm selbst besteht aus Polycarbonat, sein Futter aus expandiertem Polystyrol aka Styropor. Dank eines Verstellsystem lässt er sich individuell an die Kopfform anpassen. Er hat Lüftungsschlitze, die mit Fliegennetzen gegen eindringende Insekten geschützt sind.

Der Alpina Pico Flash eignet sich für Kopfumfänge von 50-55 Zentimeter, misst 26 x 22,5 x 19 cm und wiegt 244 Gramm. Der Fahrradhelm ist in sieben Farbvarianten erhältlich. Der Run System Ergo Flex+ bietet die Möglichkeit, den Alpina-Fahrradhelm flexibel an den Kopf anzupassen, zwölf Lüftungsschlitze mit Fliegengittern sorgen für ausreichend Luft am Kopf, aber ohne Insekten. Der Kinnriemen ist mit einem leicht bedienbaren, verstellbaren Gurtschloss gesichert.

Der Casco Mini 2 ist in zwei Größen und unterschiedlichen Farbvarianten erhältlich. Der Casco Kinder Mini 2 Lucky 7 Fahrradhelm ist in der Größe S für 52-56 cm Kopfumfang laut Hersteller 360 Gramm schwer, in XS (46-52 cm Kopfumfang) gibt es ihn auch. Das Steckschloss am Riemen sorgt für schnelles und einfaches Öffnen und Schließen. Dank Disc-fit-Vario mit horizontaler und vertikaler Verstelloption kann der Helm an den Kopf angepasst werden.

Weitere wichtige Aspekte

Kinderfahrradhelme schützen den Kopf Ihres Kindes bei Stürzen. Die passieren häufig, wenn das Fahrradfahren gerade erlernt wird, deswegen sollten Sie hier nicht sparen. Modelle der bewährten Marken starten bei Preisen von etwa 30 Euro. Wirklich gute Helme kosten allerdings mehr als 70 Euro. Von günstigen Modellen, die es zum Teil etwa in Supermärkten und Discountern zu kaufen gibt, raten wir ab. Diese sind oft nicht nach den Anforderungen der DIN Norm geprüft.

Bei Fahrradhelmen gibt es keine großen Unterschiede in der Funktionsweise. Alle sind dafür gemacht, einen Aufprall abzufedern und den Kopf zu schützen. Ein wichtiger Unterschied liegt in der Größe. Dieser ist allerdings bereits durch unsere Unterteilung in Helme für Kleinkinder und ältere Kinder klar.

Verschiedene Konstruktionsarten der Helmschale

  • Softshell-Helme: Weichschalenhelme bestehen lediglich aus einer Schicht aus Hartschaumstoff. Das macht sie besonders leicht. Diese Helme sind auch meistens günstiger als andere. Trotzdem raten wir vom Kauf eines Softshell-Helms ab, da einfach nicht genügend Schutz gewährleistet werden kann. Solche Helme gibt es auch nur noch selten zu kaufen.
  • Hardshell-Helme: Bei dieser Helm-Art hat die Schaumstoffschicht noch einen Überzug aus hartem Kunststoff. Das macht sie robuster, aber auch schwerer als Weichschalenhelme. Solche Helme werden hauptsächlich für Erwachsene im Downhill-Bereich verwendet.
  • Mikroschalen-Helme: Die am meisten verwendete Helm-Variante sind Mikroschalen-Helme. Auch hier ist der Schaumstoffkern mit einer Kunststoffschicht überzogen. Diese ist aber weniger hart als bei Hardshell-Helmen. Mikroschalenhelme schützen deutlich besser als Softshell-Helme und wiegen nicht so viel wie Hartschalenhelme. Am besten ist es, wenn die beiden Schichten mittels In-Mold-Verfahren miteinander verschweißt sind.

Um Ihrem Kind beim Fahrradfahren den optimalen Schutz und Komfort zu bieten, sollten Sie einen zu diesem Zweck bestimmten Kinderfahrradhelm kaufen. Andere Sporthelme wie etwa Skihelme oder Reithelme sind für andere Zwecke bestimmt. Wir raten davon ab, sie zum Fahrradfahren zu verwenden.

Keinen Helm zu tragen ist aus unserer Sicht auch keine Alternative. Auch wenn in Deutschland derzeit keine Helmpflicht herrscht, gewährt ein Fahrradhelm wichtigen Schutz im Straßenverkehr auf dem Rad. Deshalb sollten Sie Ihr Kind von klein auf an das Tragen eines Helms gewöhnen.

Auf die folgenden Punkte sollten Sie beim Kauf eines Kinderfahrradhelms achten

  • Größe und Verstellbarkeit: Die Größe des Helmes ist eines der wichtigsten Kriterien beim Kauf. Sie ist entscheidend für Sicherheit und Tragekomfort. Stellen Sie sicher, dass der Helm Ihrem Kind gut passt. Dafür sollten Sie vorher den Kopfumfang ausmessen. Wenn Sie den Helm in einem Laden kaufen, sollte er vor dem Kauf unbedingt anprobiert werden. Bei Onlinekäufen können Sie ihn zu Hause anprobieren und gegebenenfalls zurückschicken. Bedenken Sie außerdem, dass der Kopf Ihres Kindes noch wächst. Ein verstellbarer Helm kann also länger verwendet werden.
  • Design: Auch wenn ein Helm hauptsächlich schützen soll, spielt das Design eine wichtigere Rolle, als man denkt. Wenn dem Kind der Helm nicht gefällt, wird es ihn auch ungern oder seltener tragen. Beziehen Sie Ihr Kind deshalb in den Auswahlprozess mit ein. Die meisten Helme gibt es in mehreren Farben und Designs. Falls die Auswahl sehr groß ist, können Sie eine Vorauswahl treffen und Ihr Kind dann wählen lassen.
  • Gewicht: Wenn das Kind den Helm über längere Zeit tragen soll und damit lange Strecken zurücklegt, sollte der Helm nicht zu viel wiegen. Schon deshalb empfehlen sich Mikroschalenhelme. Ein leicht ertragbares Gewicht sind etwa bis zu 300 Gramm.
  • Belüftung mit Insektenschutz: Der Helm sollte auf jeden Fall über ein gute Belüftungssystem verfügen, um unangenehmes Schwitzen zu vermeiden. Außerdem brauchen die Lüftungsschlitze einen Insektenschutz in Form eines feinmaschigen Netzes, damit beim Fahren keine kleinen Tierchen unter den Helm gelangen.
  • Zustand: Kaufen Sie nur Helme im Neuzustand. Gebrauchte Helme können auch unsichtbar im Inneren beschädigt sein und nicht mehr genug schützen. Deshalb sollten Sie auch nach einem Unfall den Helm Ihres Kindes auf jeden Fall austauschen, auch wenn keine Schäden sichtbar sind.
  • Prüfsiegel: Fahrradhelme müssen ganz bestimmten Sicherheitsstandard entsprechen, um verkehrstauglich zu sein. Dafür brauchen Sie eine Überprüfung vom TÜV, sowie ein CE und GS (Geprüfte Sicherheit) Prüfzeichen. Außerdem sollte ein Hinweis auf die EU-Norm EN 1078 (Fahrradhelme) bzw. EN 1080 (Stoßschutzhelme für Kleinkinder) vorhanden sein.

So stellen Sie sicher, dass der Helm richtig sitzt

  • Größe bestimmen: Zunächst sollten Sie einen Helm in der passenden Größe kaufen. Dabei sind Bezeichnungen wie XS, S oder M nicht immer einheitlich. Achten Sie deshalb auf den angegebenen Umfang in Zentimetern. Um den Kopfumfang Ihres Kindes zu ermitteln, können Sie ein Maßband verwenden. Setzen sie dieses an der Stirn etwa 1 Zentimeter über den Augenbrauen an und messen Sie den Umfang über den Hinterkopf. Eine reine Bestimmung nach Alter sollten Sie nicht vornehmen, da der Kopfumfang variiert. Jungen haben meist größere Köpfe als Mädchen. Für eine ungefähre Orientierung können Sie trotzdem folgende Angaben verwenden:
    • 0-3 Jahre: 44 bis 52 Zentimeter
    • 2-7 Jahre: 46 bis 57 Zentimeter
    • 5-12 Jahre: 52 bis 60 Zentimeter
    • 12 Jahre oder älter: 52 bis 65 Zentimeter
  • Feineinstellung des Kopfbandes: Bei den meisten Helmen befindet sich hinten ein Rädchen, um die Größe genauer einzustellen. Setzen Sie Ihrem Kind den Helm auf und drehen Sie an dem Rad, bis der Helm fest sitzt. Drehen Sie aber nicht zu stark, sonst wird das Tragen des Helms schnell unangenehm. Um zu überprüfen, ob der Helm richtig sitzt, lassen Sie das Kind den Kopf in alle Richtungen schütteln. Er sollte sich nicht bewegen.
  • Einstellung des Kinnriemens: Der Haltegurt sorgt dafür, dass der Helm an Ort und Stelle hält. Dabei sollte er nicht zu fest und nicht zu locker sitzen. Der Riemen sollte unter dem Kiefer gegen den Hals entlanglaufen, nicht auf dem Kiefer auflegen. Verstellen können Sie ihn am Verschlusssystem.
  • Reinigung und Pflege: Reinigen Sie den Helm regelmäßig, um eventuelle Beschädigungen besser zu erkennen. Für die Schale können Sie einfach ein in warmes Wasser getränktes Tuch verwenden. Außerdem sollten auch die Polster regelmäßig gewaschen werden. Dafür ist gut, wenn sie herausnehmbar sind. Entfernen Sie tote Insekten nach einer Fahrt aus den Netzen der Belüftungsschlitze. Wenn der Helm sauber ist, sollten Sie ihn auf beschädigte Stellen oder Risse untersuchen. Falls Sie dabei etwas finden, muss der Helm ausgetauscht werden.

Fahrradhelme von Uvex oder auch woom zählen zu den Bestsellern. Die Modelle von Abus, Casco oder Alpina zeigen bei Testergebnissen auf und sind gute Alternativen. Hier unser großer Fahrradhelm-Test.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0