Fahrradkette: Alles, was du wissen musst

Ohne Fahrradkette läuft im wahrsten Sinne des Wortes nichts an deinem Bike. Daher sollte sie dir für lang anhaltenden Fahrspaß am Herzen liegen. Die Fahrradkette ist eine zentrale Komponente des Antriebs.

Sie verbindet das vordere Kettenblatt mit den hinteren Ritzeln und überträgt die Kraft, die du in die Pedale trittst, auf das Hinterrad, was wiederum das Fahrrad in Bewegung setzt. Eine gut gepflegte und korrekt gespannte Kette sorgt für reibungslosen Lauf und eine längere Lebensdauer, während eine verschlissene Kette den Verschleiß der Zahnkränze beschleunigen kann.

Regelmäßige Reinigung und Schmierung sind daher essenziell, um die Effizienz und die Langlebigkeit des Antriebs sicherzustellen. Mit ein wenig Know-how fährst du nicht nur effizienter und günstiger, die Kette selbst, die Kassette und die Kettenblätter halten auch länger.

Was ist eine Fahrradkette?

Eine Fahrradkette ist eine Zusammengliederung von einzelnen Kettengliedern über sogenannte Verbindungsbolzen. Die Fahrradkette überträgt die in die Pedale getretene Kraft mit einem hohen Wirkungsgrad weiter an das Antriebsrad. Seit einigen Jahren gibt es eine Alternative zur Fahrradkette, nämlich einen Riemen. Dieser ist bei wenigen ausgewählten Fahrrädern verbaut, die meist dem Touren- und Trekking-Bereich angehören.

Die Pflege der Fahrradkette

Natürlich ist für eine Kette die Pflege sehr entscheidend, da diese bei nicht ausreichender Pflege schnell reißen oder ausleiern kann. Dies kommt dadurch zustande, dass sich Schmutz wie Sand oder andere Schmutzpartikel auf der Kette ablagern können. kommt es zu diesen Ablagerungen, so werden die Verbindungsbolzen immer stärker abgenutzt und irgendwann dehnen sich diese aus oder reißen. Regelmäßiges Ölen der Fahrradkette ist Pflicht, damit die Kette lange hält und gut läuft.

Verschleiß der Fahrradkette

Die Kette ist ein geniales Bauteil, das mit einem sensationellen Wirkungsgrad um die 98 Prozent die Kraft ans Hinterrad leitet und damit einen wichtigen Beitrag zum effizienten Fahren leistet. Etwas Besseres wurde noch nicht erfunden. Klar, es gibt Getriebe und Zahnriemen, aber die laufen schwerer.

Durch Reibung wird Material abgetragen. Mit ein bisschen Zuwendung, vor allem regelmäßiger Schmierung, verrichtet die Kette ihre Arbeit in der Regel unauffällig. Man bekommt dabei kaum mit, dass sich der Gliederstrang langsam, aber sicher längt. Dies geschieht, weil beim Ein- und Ausschwenken der Kette in die Zahnräder Reibung zwischen den Bolzen der Kette und den Kettenlaschen auftritt und Material abgetragen wird. An diesen kleinen Gleitlagern nagt der Zahn der Zeit.

Besonders dann, wenn das Rad im Alltagsbetrieb bei jedem Wetter oder im Gelände bewegt wird und Dreck in die Gelenke dringt. Radeln mit Motor fördert den Verschleiß ebenfalls, denn E-Bikes bringen mehr Power auf die Kette als die Waden.

Die angeschlissene Kette ändert ihre sogenannte Teilung. Die Abstände von Bolzen zu Bolzen, im Neuzustand gleichmäßig, ändern sich zu kurz- lang-kurz. Das wiederum stresst die Ritzel und Kettenblätter und sorgt auch dort für verstärkten Verschleiß. Heimtückisch: Davon spürt man zunächst nichts. Eine gelängte Kette verändert die Zahnprofile aber so, dass eine neue Kette darauf irgendwann nicht mehr läuft.

Dann wird der Service teuer, weil neben der Kette auch Kettenblatt (vorn) und Ritzel (hinten) ausgetauscht werden müssen. Bei hochwertigen Rädern empfiehlt es sich daher, die Kette rechtzeitig zu wechseln, dann halten die Zahnräder zwei bis vier Ketten lang. Die absoluten Kilometerleistungen können dabei gewaltig schwanken. Ein sportlich betriebenes E-Bike kann eine Kette auf 1000 Kilometer hinrichten. Am gepflegten Schönwetterrad hält die gleiche Kette auch 7000 Kilometer und mehr.

Welche Kette ans E-Bike?

Sollte man am E-Bike also besondere Ketten mit dem Zusatz „E“ verwenden? Und lohnt es sich, etwas tiefer in die Tasche zu greifen und die Top-Modelle zu kaufen? Der Test auf dem Prüfstand fördert erhebliche Unterschiede im Verschleißverhalten zutage. Während manche Exemplare nach dem Testmarathon noch nicht austauschpflichtig wären, sind andere schon extrem gelängt.

Auffällig ist, dass zwei ausgewiesene E-Bike-Ketten im Test - von KMC und von Miché - besonders schlecht abschneiden. Extrem haltbar sind hingegen alle Shimano-Ketten, auch die ganz günstigen, sowie die KMC X10. Auch die Wippermann-Ketten zeigen eine ordentliche Performance, fallen aber durch stärkeren Rollenverschleiß auf. Die teurere Edelstahlkette längt sich dabei etwas weniger als die einfacheren Modelle. Auch bei SRAM ist die teurere PC 1071 deutlich haltbarer als die billige PC 1031.

Unterm Strich lernen wir, dass das Attribut „E-Bike-tauglich“ keine Qualitätsaussage ist. Auch der Preis gibt nur bedingt Auskunft über die Qualität einer Kette. Durch die Bank glänzend sind die Ergebnisse der Shimano-Ketten. Auch die günstigste, die HG 54, schneidet sehr gut ab. Punktabzug gibt es nur durch das umständliche Handling mit dem Verschlussbolzen. Den Testsieg holt sich KMC mit der günstigen X10, die mit einem Kettenschloss montiert wird.

Die schlechtesten Fahrradketten im Test verschlissen siebenmal schneller als die Top-Modelle. Wie lange Ketten insgesamt halten, hängt auch von der Pflege ab. Regelmäßig gereinigte und geölte Ketten halten deutlich länger als verschmutzte.

Kettenverschleiß - So wurde getestet

Den Verschleiß der Ketten haben wir auf einer Prüfmaschine bestimmt. Dazu wurden je sieben Kettenabschnitte zu einer Prüfkette zusammengesetzt, die auf dem Prüfstand verspannt wurde. 80 Stunden lang wurde die Kette mit 300 N Spannung und 75 U/min bewegt. Weitere 30 Stunden mit einer auf 750 N erhöhten Last, wie sie fürs E-Biken repräsentativer ist. Alle 20 Stunden wurde feiner, aggressiver Quarzsand auf die Kette gerieselt, die mit einfachem Motoröl geschmiert wurde. Am Ende jedes Zyklus wurde die Längung der Gelenke mit Messschiebern unter Vorlast ermittelt. Zusätzlich haben wir den Rollenverschleiß erfasst und mit einer Kettenmesslehre überprüft, ob ein Austausch anstünde. Ein Referenzkettenabschnitt wurde in beiden Prüfketten verwendet.

Die Grafik zeigt, wie sehr sich die Kettengelenke im Zuge der Prüfung durch Verschleiß gelängt haben. Ketten unter 0,02 Millimeter Längung pro Gelenk sind nach der Prüfung mit Kettenlehre, die auch den Rollenverschleiß erfasst, noch nicht austauschpflichtig.

Testergebnisse der 13 Fahrradketten im Verschleißtest

Kette Preis Gewicht Verschleiß Testurteil
KMC E10 52,95 Euro 285 Gramm 0,078 Millimeter BEFRIEDIGEND
KMC X10 33,90 Euro 264 Gramm 0,017 Millimeter SEHR GUT (Testsieger 3/2019)
KMC X10 EL Gold 54,90 Euro 259 Gramm 0,054 Millimeter GUT
Miché E-Bike 48,38 Euro 337 Gramm 0,111 Millimeter AUSREICHEND
Miché 10 Speed 36,50 Euro 279 Gramm 0,035 Millimeter GUT
Shimano CNE 6090 42,95 Euro 303 Gramm 0,017 Millimeter SEHR GUT
Shimano Deore HG 54 29,95 Euro 276 Gramm 0,016 Millimeter SEHR GUT
Shimano HG 95 32,95 Euro 277 Gramm 0,016 Millimeter SEHR GUT
SRAM PC 1031 22,00 Euro 272 Gramm 0,102 Millimeter AUSREICHEND
SRAM PC 1071 48,90 Euro 260 Gramm 0,026 Millimeter SEHR GUT
Wippermann 10 S1 67,50 Euro 256 Gramm 0,023 Millimeter SEHR GUT
Wippermann 10 SE 57,90 Euro 286 Gramm 0,024 Millimeter SEHR GUT
Wippermann 10 SO 34,90 Euro 264 Gramm 0,028 Millimeter SEHR GUT

Die richtige Kette finden

Je nachdem, wie viele Gänge dein Bike hat: Die Kette muss zum Antrieb passen! Aber auch spezielle Schaltsysteme von Herstellern wie Shimano oder Sram spielen eine gewisse Rolle bei der Performance. Außerdem erklären wir, was beim Tausch der Kette zu beachten ist. Welche handwerklichen Fähigkeiten du haben solltest und welches Werkzeug du benötigst.

Welche Schaltung hat mein Bike?

Man unterscheidet zwei Schaltungsvarianten: Kettenschaltungen und Nabenschaltungen. Kettenschaltungen sind am meisten verbreitet, und man erkennt sie am nach unten hängenden Schaltwerk und dem Ritzelpaket am Hinterrad. Nabenschaltungen besitzen hingegen ein Getriebe im Inneren der Nabe, und die Kette läuft hinten über ein einzelnes Ritzel. Selten gibt es Fahrräder ganz ohne Gangschaltung oder solche, bei denen ein Getriebe vorne im Tretlager sitzt. Letztere beiden Typen sind in Bezug auf die Kette ähnlich einzustufen und zu behandeln wie Bikes mit Nabenschaltungen.

Ein regelmäßiger Tausch der Kette ist vor allem bei Kettenschaltungen wichtig, weil diese die Kette sehr stark strapazieren. Zum Beispiel wird sie bei Schaltvorgängen seitlich verwunden, weil sie von Ritzel zu Ritzel klettern muss. Und das sogar, während sie unter hoher Last steht. Außerdem läuft die Kette, je nach genutztem Ritzel, nur selten in gerader Linie nach vorne zum Kettenblatt. Bei modernen Kettenschaltungen mit vielen Gangstufen ist die Kette außerdem sehr schmal, damit sie in die Zwischenräume der Ritzel passt. Hinzu kommen Verschmutzung und Wettereinflüsse, besonders bei Mountainbikes. All dies fördert den Verschleiß in hohem Maß. Auch an E-Bikes ist der Kettenverschleiß tendenziell ziemlich hoch. Das liegt zum einen am hohen Gewicht des Bikes selbst. Zum anderen an der Zugkraft des Motors, die fast permanent auf den Antriebsstrang einwirkt.

An Fahrrädern mit Nabenschaltung und an so genannten Singlespeed-Bikes (ganz ohne Gangschaltung) muss die Kette hingegen nur sehr selten getauscht werden. Bei diesen Antrieben verlaufen die Ketten stets in gerader Linie zwischen Kurbel und Hinterrad, deshalb können sie breit und stabil gebaut werden.

Rechtzeitiger Kettenwechsel schont den Antrieb

Wer die Kette rechtzeitig wechselt, kann unterm Strich Geld sparen. Denn durch diese Maßnahme wird die Lebensdauer der restlichen Antriebskomponenten deutlich verlängert. Entscheidend ist es, eine zu extreme Längung der Kette zu vermeiden. Dazu legt man in regelmäßigen Zeitintervallen eine spezielle Messlehre in die Kettenlaschen, die den Status zuverlässig anzeigt. Sobald der kritische Punkt erreicht ist, wechselt man die Kette aus.

Beachte die Gebrauchsanweisung für deine jeweilige Kettenleere. Indiziert die Kettenleere ein starkes Verschleißbild, genügt es nicht mehr, nur die Kette zu erneuern. Eine neue Kette würde in diesem Fall nicht mehr in die Zähne von Ritzel und Kettenblatt passen, da diese bereits zu stark aufgeweitet wurden. Sprich, der komplette Antrieb muss renoviert werden.

Die Rollen gleiten auf den Kragen der Innenlaschen. Dort dringt mit der Zeit Schmutz ein, der die Oberflächen abträgt. Dadurch bekommen die Rollen immer mehr Spiel auf den Krägen und weiten damit die Zähne an den Ritzeln aus.

Die richtige Kette - Kauftipps

Für die Wahl der richtigen Kette ist die Anzahl der Ritzel am Hinterrad der entscheidende Faktor. Unabhängig davon, wie viele Kettenblätter vorne an der Kurbel rotieren. Grund: Je mehr Ritzel dort sitzen, desto enger müssen sie zusammenrücken. Denn der Platz zwischen Nabenflansch und Rahmen (Hinterbau) ist begrenzt. Mit zunehmender Anzahl der Ritzel muss die Kette also schmaler gefertigt sein, damit ihre Laschen reibungslos durch die Zwischenräume laufen. Moderne Fahrräder (Mountainbikes, Rennräder/Gravelbikes, City-/Trekkingbikes) besitzen in der Regel Kassetten mit 10, 11 oder 12 Ritzeln. E-Bikes aller Typen eingeschlossen. 13 Ritzel sind technisch machbar, aber bislang nicht auf breiter Front eingeführt. Kassetten mit 10 Ritzeln findet man hingegen noch recht häufig an preiswerten oder älteren Bikes.

Die Komponentenhersteller Shimano und Sram sind am weitesten verbreitet. Unsere Empfehlung: Wenn dein Bike eine Schaltung eines dieser beiden Hersteller besitzt, solltest du beim Tausch auch eine Kette des entsprechenden Brands wählen. Dann harmoniert der Antrieb perfekt. Wir empfehlen, eine (neue) Kette grundsätzlich mit einem Kettenschloss zu verschließen. Das ist eine saubere, stabile und einfache Methode, im Gegensatz zum Vernieten. Auch bei einer Panne unterwegs ist ein Kettenschloss die perfekte Lösung. Nicht jeder Kette liegt jedoch ein Schloss bei! Deshalb beim Kauf einer Kette auch an ein Schloss denken. Und ein zweites gehört stets ins Notfall-Set!

Kettenlänge: Für Kettenschaltungen an normalen Bikes besitzt eine Kette im Neuzustand 114 bis 118 Glieder. Sie muss dann bei der Montage entsprechend (um wenige Glieder) gekürzt werden. Für Bikes mit besonders langen Hinterbauten oder zusätzlichen Umlenkungen der Kette gibt es extra lange Ketten mit bis zu 138 Gliedern.

Kettenreaktion - Montage Tipps

Vorbereitung zur Montage: Prüfe, ob bei der neuen Kette eine bestimmte Laufrichtung vorgegeben ist. Das ist zum Beispiel bei vielen Shimano Ketten der Fall. Entsprechend dieser Richtung musst du die Kette in den nächsten Schritten auflegen. Lege dein Werkzeug parat: Flach- oder Spitzzange, Kettennieter, je nach Typ Kettenschloss (Shimano, Sram) oder Nietstift (Shimano teilweise), und Kettenschloss-Zange (falls vorhanden). Hilfreich ist noch eine Speiche, die man sich als Haken zurecht biegt.

Das Kürzen der Kette braucht man nicht komplizierter zu machen, als es ist. Wichtigster Punkt: Die Kette muss lang genug sein, um (gleichzeitig) das große Kettenblatt vorne und das größte Ritzel hinten problemlos zu umschlingen. Dazu legt man die neue Kette von oben her über diese Ritzel-Konstellation, fädelt sie durch den Schaltkäfig, und zieht sie unten so straff zusammen, dass der Schaltkäfig etwa einen 45-Grad-Winkel beschreibt. Die genannte Haken-Speiche erleichtert diesen Vorgang enorm.

Achtung! Vor dem Abtrennen des Glieder-Überhangs musst du dich vergewissern, dass die beiden verbleibenden Enden zur gewählten Verschließmethode passen. Bei Verwendung eines Kettenschlosses müssen zwei Innenlaschen stehen bleiben. Bei Verwendung eines Nietstiftes (nur Shimano!) muss es eine Innen- und eine Außenlasche sein. Im Zweifel lieber ein Glied als Längenreserve dazugeben, dann bist du auf der sicheren Seite.

Das Verschließen der Kette mit Hilfe eines Kettenschlosses ist kinderleicht: Die beiden Hälften werden nach Abtrennen des Überhangs durch die Enden gesteckt und zum ersten Fixieren nur zusammengedrückt. Die Kette ist damit aber noch nicht richtig geschlossen Dafür musst du rückwärts kurbeln (beim E-Bike vorwärts), bis das Kettenschloss oben zwischen Ritzelpaket und Kurbel steht. Jetzt die Hinterradbremse fest anziehen und über das Pedal einen herzhaften Druck auf den Antrieb geben. Damit wird das Schloss eingerastet. Hinweis: Ein Kettenschloss darf aus Sicherheitsgründen nur einmal verwendet werden.

Verschließen einer Shimano Kette mit Nietstift: Der Stift ist etwa doppelt so lang wie die Kette breit und besteht aus einem Führungsbolzen mit konischer Spitze, und - getrennt durch eine Sollbruchstelle - dem eigentlichen Niet. Dank des etwas dünneren Führungsbolzens lässt sich damit die Kette zunächst ganz einfach zusammenstecken. Nun drückst du den Nietstift mit dem Kettennieter vorsichtig in die Kette, so dass der Führungbolzen auf der Rückseite heraus kommt. Man spürt, wenn das Niet quasi in der Kettenlasche einrastet. Der Führungsbolzen lässt sich am Ende mit einer Zange an der Sollbruchstelle abbrechen. Damit die Kette an der neu vernieteten Stelle leicht läuft, musst du sie ein-zwei-Mal seitlich verbiegen.

Notfall-Tipp: Bei einer Kettenpanne unterwegs muss man in der Regel ein defektes Segment aus der Kette entfernen. Dafür besitzen die meisten Notfall-Tools einen Kettennieter. Und ein Ersatz-Kettenschloss gehört immer ins Notfall-Werkzeug. Aber Achtung! Unbedingt daran denken, bei der Weiterfahrt NICHT mehr auf die großen Ritzel zu schalten, denn dafür ist die Kette nach der Reparatur zu kurz. Andernfalls riskierst du einen ersten Schaden am Hinterbau/Rahmen. Eine solche Reparatur ermöglicht nur einen Notbetrieb bis zum Ende der Tour.

Fahrradketten-Einmaleins

Keine Fahrradkette hält ewig, denn sie ist hohen Belastungen ausgesetzt. Sie überträgt die komplette Vortriebskraft von den vorderen Kettenblättern auf die Ritzeln und weitet sich dadurch im Laufe der Zeit. Ab einem gewissen Punkt muss also eine neue Kette her. Das Gleiche gilt, falls das alte Exemplar verrostet ist. Doch welche Ausführung ist die richtige? Und welches Fahrrad-Öl ist für die Kette am besten?

Wann sollte ich die Fahrradkette wechseln?

Allein anhand der gefahrenen Kilometer lässt sich das nicht beantworten. Hier spielen viele Faktoren eine Rolle, etwa der Einsatzbereich des Bikes und die Witterung. Bei hochwertigen Fahrrädern lohnt sich der Kauf einer sogenannten Kettenmesslehre oder Verschleißlehre. Mit ihr lässt sich exakt prüfen, ob die Kette schon zu stark geweitet ist.

Für den Hausgebrauch gibt es noch eine andere Methode. Schalte dazu auf das größte Kettenblatt. Kannst du die Kette an der Vorderseite, an der sie voll aufliegt, um drei Millimeter oder mehr abheben? Dann wird es Zeit für einen Austausch. Höchste Zeit ist es, falls die Kette schon rutscht. Solange solltest du jedoch nicht warten, da eine rutschende Kette weitere Teile verschleißt oder beschädigt.

Welche Fahrradkette brauche ich?

Die Länge der einzelnen Kettenglieder ist genormt und immer gleich. Die Breite einer Kette ist abhängig von der Anzahl der Ritzel, also der Zahnkränze am Hinterrad. Denn je mehr Ritzel sich dort nebeneinander befinden, desto schmaler muss die Kette sein. Hat dein Bike beispielsweise 7 Ritzel, brauchst du eine 7-fach-Kette. Das Angebot reicht von 5-fach- bis hin zu 13-fach-Ketten. 11-fach-Ketten und höher kommen aber praktisch nur bei hochpreisigen Mountainbikes und Rennrädern vor. Der zweite wichtige Faktor ist die Anzahl der Kettenglieder, die die neue Kette mindestens aufweisen muss.

Fahrradkette wechseln

Neben der neuen Fahrradkette benötigst du je nach Ausführung noch einen Kettennieter oder eine Kettenschlossöffnungszange. Ebenfalls hilfreich, aber kein Muss, ist ein Montageständer. Mach mit deinem Smartphone Fotos vom Verlauf der Kette im Bereich des Schaltwerks und beim Umwerfer am vorderen Kettenblatt. Entferne die alte Kette und zähle zur Sicherheit noch einmal die Anzahl der Kettenglieder nach. Führe die neue Kette zuerst über das untere Schaltröllchen, dann durch das Schaltwerk und schließlich durch den Umwerfer.

Womit die Fahrradkette schmieren?

Beim Fahrrad ist das Öl für die Kette nicht nur Garant für einen leichten und leisen Lauf. Es beugt darüber hinaus vorzeitigem Verschleiß vor. Von Behelfslösungen ist abzuraten: Normale Sprühöle wie WD-40 eignen sich beispielsweise nicht, weil sie zu dünnflüssig sind und die eigentliche Schmierung auflösen. Die richtige Wahl ist ein spezielles Kettenöl für Fahrräder, das die richtige Viskosität besitzt und gut haftet.

Mit einem Kettenöl zum Sprühen geht die Pflege am schnellsten: Kurble die Kette einfach einen kompletten Umlauf an der Sprühdüse vorbei. Achte darauf, eventuell vorhandene Bremsscheiben abzudecken. Setzt sich darauf Sprühnebel ab, beeinträchtigt das die Bremswirkung. Außerdem sollte kein Sprühöl auf die Reifen gelangen. Bei Öl aus der Tropfflasche ist es ratsam, einen winzigen Tropfen auf die Röllchen jedes Kettenglieds zu geben, während du zurückkurbelst. Wenn du danach einige Kilometer fährst, verteilt sich das Schmiermittel optimal. Der Vorteil bei der Tropfflasche: Das Fahrrad-Öl für die Kette gelangt nur dorthin, wo es gebraucht wird - und nicht an die Außenseite. Dadurch verschmutzt sie langsamer.

Wie reinige ich eine Fahrradkette?

Ebenso wichtig wie das Ölen ist die regelmäßige Reinigung der Fahrradkette. Für die schnelle Reinigung gibst du etwas Kettenöl auf einen Lappen und ziehst die Kette durch diesen hindurch. Von Zeit zu Zeit und bei starker Verschmutzung empfiehlt sich eine Grundreinigung. Säubere mit den verschiedenen Bürsten die komplette Kette und den Antrieb. Wenn du fertig bist, spüle alle Teile mit klarem Wasser ab und trockne sie mit einem saugfähigen, fusselfreien Tuch. Die Kette ist jetzt natürlich im doppelten Sinne trocken - und weitgehend frei von Öl.

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