Leichte und luftige Fahrradhelme für Damen: Tests und Kaufberatung

Die Fahrradbranche boomt, und speziell E-Bikes tragen zur enormen Popularität der Zweiräder bei. Durch das höhere Tempo der elektrifizierten Räder steigt allerdings auch die Unfallgefahr. Fahrradhelme können schwere Kopfverletzungen verhindern und Leben retten. Das haben bereits verschiedene Studien und Untersuchungen belegt.

Laut Bundesverkehrsministerium ist ein guter Fahrradhelm dazu in der Lage, bis zu zwei Drittel der Energie zu absorbieren, die bei einem Sturz ohne Helm auf den Kopf einwirken würde. Ein Fahrradhelm kann ebenfalls dazu beitragen, dass ein Radler im Straßenverkehr besser gesehen wird. Zudem bieten viele Fahrradhelme zusätzlichen Komfort.

Kinder wird das Tragen eines Fahrradhelms bereits bei den ersten Versuchen anerzogen. Erwachsene sind hier deutlich sturer und vor allem viele Damen greifen aus Eitelkeit nur ungern zu einem Helm. Müssen sie auch nicht, denn es gibt noch keine Helmpflicht in Deutschland, weder für Kinder noch für Erwachsene. Doch der Trend wandelt sich langsam, denn nicht mehr nur Radsportler sind mit einem Helm auf den Strecken unterwegs. Sogar in der City und im täglichen Straßenverkehr trifft man immer mehr helmtragende Erwachsene.

Warum ein leichter und luftiger Fahrradhelm wichtig ist

Moderne Rennradhelme versprechen top Belüftung, geringes Gewicht und bestmöglichen Schutz. Viele aktuelle Top-Helme protzen mit Leichtgewichtsrekorden, die besten kratzen an der 200-Gramm-Marke oder bleiben sogar noch darunter. Kann solch ein graziler Superleicht-Helm überhaupt den massiven Kräften bei einem Sturz widerstehen? Oder nehmen Käufer für Gewichts- und Belüftungsvorteile Kompromisse bei der Sicherheit in Kauf?

Die wichtigste Eigenschaft ist wohl der Komfort. Vor allem das sehr geringe Gewicht - der Helm ist ab 250 Gramm erhältlich - macht ihn bei langen Touren wohl sehr angenehm auf dem Kopf. Zudem sollen die gute Belüftung durch die 17 Öffnungen und die verschiedenen Systeme zur Anpassung an den Kopf, für weiteren Komfort beim Radfahren sorgen.

Der neue Cratoni Gravoq Fahrradhelm

Der neue Cratoni Gravoq Fahrradhelm soll speziell fürs Gravelbiken gemacht worden sein. Er ist leicht, gut belüftet und anpassungsfähig. Was hat er noch zu bieten? Der Cratoni Gravoq soll sich von anderen Gravelhelmen abheben. Er sei durch seine 17 Öffnungen optimal belüftet und zusammen durch die verschiedenen Anpassungsmöglichkeiten am Riemen mit Steckverschluss und dem 360° CFS-Größenverstellsystem, das auch das Tragen eines Pferdeschwanzes erlaubt, sehr komfortabel.

Außerdem spricht der Hersteller von einem der leichtesten Gravelhelme der Welt. Im Promo-Video des Herstellers (oben) heißt es, der Helm sei “für all jene, die Wissen, dass der Fahrspaß erst richtig abseits der asphaltierten Straße beginnt”. Gleichzeitig ist das übergeordnete Ziel natürlich der Schutz. Der Cratoni Gravoq verfügt über eine robuste Außenschale, sowie einen erweiterten Schutz im Bereich von Schläfen und Hinterkopf. Außerdem erfülle der Fahrradhelm die Sicherheitsstandards CE, CPSC und AS. Zusätzlich sind am Gravelhelm Reflektoren für mehr Sichtbarkeit angebracht.

Optisch macht der Cratoni Gravoq ebenfalls einiges her. Denn auch wenn Fahrer oder Fahrerin selbst so wenig vom Helm mitbekommen möchten wie möglich, wollen sie dennoch ein schön designtes Produkt tragen. Der Gravelhelm ist in vier verschiedenen Matt-Farben erhältlich, die sich mit unterschiedlichen Radoutfits kombinieren lassen. Hinzukommt der sehr faire Preis von 100 Euro für einen Fahrradhelm mit einem geringen Gewicht.

Der Cratoni Gravoq ist in zwei verschiedenen Größen erhältlich. Die CleanTex Polster aus dem Inneren sind herausnehmbar und können gewaschen werden. Außerdem seien sie antibakteriell. Neben den Features, können Käufer/innen auch weiteres Zubehör für den Helm kaufen. Klassisch werden vom Hersteller für den Fahrradhelm passend eine Unterziehmütze und ein Regenüberzieher für den kommenden Herbst angeboten. Außerdem ist der C-Safe Crash Sensor ein optionales Highlight für noch mehr Sicherheit. Dieser sei leicht am Gravelhelm angebracht und sende im Falle eines (schweren) Sturzes ein Signal an einen Notfallkontakt.

Der Gravelhelm Cratoni Gravoq im Detail:

Der Gravoq von Cratoni in Sand-Matt. Preis: 99,95 Euro.

Testergebnisse und Modelle im Vergleich

Im Test von ADAC und Stiftung Warentest wurden 14 Helme zwischen 15 und 149 Euro getestet. Mit Ausnahme des Testverlierers erzielten alle Produkte erfreulicherweise eine ausreichende Schutzwirkung bei einem Stoß gegen den Fahrradhelm. Den besten Unfallschutz im Vergleich bot der Testsieger von Uvex.

Gut geschlagen hat sich der günstigste Helm im Test: Mit einer Gesamtnote von 2,6 kann sich der Crivit-Fahrradhelm von Lidl im Vergleichsfeld behaupten. Von insgesamt elf Modellen belegt er einen Platz im Mittelfeld. Sein Preis von gerade einmal 15 Euro ist um den Faktor acht günstiger als beim Testsieger von Uvex und beweist, dass ein Kopfschutz beim Radfahren nicht teuer sein muss.

Der Uvex Urban Planet LED bietet dank seiner tiefergezogenen Bauweise zusätzlichen Schutz im Heck- und im Schläfenbereich. Er lässt sich sehr angenehm tragen und perfekt auf die Kopfform und Kopfgröße einstellen. Der Urban Planet ist sehr robust und mit einem rückseitigen LED-Licht ausgestattet. Zusätzliche Vorteile sind reflektierende Gurtbänder, ein weiches Kinnpolster und ein durchdachter Verschluss.

Wenn die Insekten fliegen, die Sonne knallt, der Regen peitscht oder der Wind pfeift, ist der Uvex Finale Visor das optimale Modell. Denn er verfügt über ein klappbares Visier. Zudem ist der Fahrradhelm mit Beleuchtung und Insektenschutz ausgestattet.

Dieses Feature ist einmalig: Der Abus Pedelec 2.0 hat einen Regenschutz integriert, der hinten in einem Geheimversteck untergebracht ist. Nasse Haare im Regen gehören somit der Vergangenheit an. Für bestmögliche Erkennbarkeit im Dunkeln ist der Helm zudem mit einem LED-Licht ausgestattet.

Speziell in der Lackierung in leuchtendem Orange und mattem Grün ist der POC Omne Beacon Mips ein echter Hingucker. Ein vernünftiger Helm muss nicht viel kosten: Das beweist der Fischer Urban Plus Brooklyn. Für gerade mal rund 30 Euro bietet er Beleuchtung, Sonnen- und Insektenschutz, einen gepolsterten Kinnriemen und in die Helmgurte eingewebte Reflexstreifen. Außerdem zeichnet sich der leichte Fahrradhelm durch einen guten Tragekomfort aus.

Ergebnisse des Fahrradhelm-Tests (ADAC/Stiftung Warentest, 2024):

Hersteller/ModellMittlerer Preis in EuroADAC UrteilHandhabung & KomfortUnfallschutzSchadstoffe
Uvex Urban Planet LED1302,01,82,31,0
Alpina Gent MIPS1302,21,92,51,0
Limar Torino902,21,92,51,0
Lazer Codax KinetiCore1652,62,62,71,0
Lidl Crivit - Fahrradhelm mit Rücklicht352,61,92,91,9
Giro Fixture Mips II1002,82,52,91,0
Abus HUD-Y1203,02,83,01,0
Decathlon / B´Twin City 540 Bowl153,12,93,11,0
Prophete ECO Urban153,12,44,01,9
Cube Fleet553,22,64,02,0
Casco E.Motion 21205,51,95,51,6

Tipps für den Kauf

Damit ein Fahrradhelm im Falle eines Unfalls seine schützende Wirkung überhaupt entfalten kann, muss er auch getragen werden. Wichtig: Der Tragekomfort. Wie gerne ein Helm benutzt wird, hängt auch davon ab, wie komfortabel er sich tragen lässt. Hier punkten Uvex und Casco mit einem Netz an der Helminnenseite. In Kombination mit einem höhenverstellbaren Gurtband, das sich leicht und einfach bedienen lässt, ist in Sachen Komfort so bereits die halbe Miete erreicht. Drücken sollte ein Fahrradhelm beim Tragen allerdings nicht.

Idealerweise sollten Sie einen Fahrradhelm vor dem Kauf immer anprobieren. Nur so können Sie feststellen, ob er optimal zu Ihrer Kopfform passt. Er sollte stramm sitzen, aber nicht drücken. Als Faustformel gilt: Wenn Sie den Helm vor- und zurückbewegen, sollte die Stirn ein wenig Falten schlagen. Dann sitzt der Fahrradhelm fest genug. Ist der Kinnriemen geschlossen, darf sich der Helm nicht nach hinten abstreifen lassen.

Da sich jede Kopfform individuell darstellt, ist es empfehlenswert, den Helm vor dem Kauf anzuprobieren. So lassen sich Passform und Einstellmöglichkeiten des Wunschhelms prüfen und ein Fehlkauf vermeiden. Nehmen Sie am besten auch Ihre Brille zum Probetragen mit. Die Pflege des Helmes entscheidet über die Dauer der Einsatzfähigkeit. Denn die Schutzwirkung verliert auch ein in die Jahre gekommener Helm nicht wesentlich. Durch regelmäßige Pflege und Reinigung, trockene Lagerung sowie der Schutz vor äußeren Einwirkungen kann der Helm über längere Zeit genutzt werden.

Wenn Sie einen extrem leichten Fahrradhelm suchen, der hohen Tragekomfort bietet und gleichzeitig beste Sicherheit, dann sollten Sie sich bei Haoxuan umsehen. Der Hersteller fertigt den Fahrradhelm aus EPS-Formteilen an und gibt ihm im Inneren ein Pad mit, das für hohen Tragekomfort sorg und atmungsaktiv ist. Robustes PVC und PC-EPS werden mit der In-Mold-Technik verarbeitet.

Sicherheitsaspekte

Die ADAC Unfallforschung belegt, dass ein Helm beim Sturz effektiv vor vielen Kopfverletzungen schützen kann. Auch der schlechteste Helm im Test kann im Ernstfall Leben retten, wenn er richtig getragen wird. Der Fahrradhelm besteht aus zwei Schalen: Innen befindet sich eine weiche Schale aus Styropor, außen ist eine Schale aus hartem Kunststoff aufgeklebt. Die beiden Schalke sind nötig, um den Kopf wirklich vollständig zu schützen.

Während die harte Außenschale durchschlagfest ist und spitze Gegenstände vom Kopf fern hält, soll die weiche Innenschale im Falle eines Sturzes die Kräfte, die außen auf den Fahrradhelm einwirken, abfangen und ableiten. Ein Fahrradhelm kann, das haben zahlreiche Tests in Labors wie auch unter realen Bedingungen im Straßenverkehr ergeben, Kopfverletzungen bei einem Sturz nicht komplett verhindern. Aber der Fahrradhelm kann die Schwere der Verletzungen beeinflussen. So wird aus einem Schädelbruch mal eine einfache Gehirnerschütterung, aus der großen, offenen Platzwunde mit gesplittertem Knochen eine Beule.

Um eine möglichst gute Sichtbarkeit zu gewährleisten, sollte der Helm mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet sein. Da die Aktivierung vom Nutzer bzw. der Nutzerin jedoch oft vergessen wird, sollte der Helm auch über eine passive Sicherheitsausstattung in Form von reflektierenden Elementen an der gesamten Helmschale sowie im Kinnriemen verfügen. Ein helles Design in auffälligen Farben erhöht zudem die Sichtbarkeit bei Tag und Nacht.

Fahrradhelme, die in der EU verkauft werden, müssen den Anforderungen der DIN EN Norm 1078 entsprechen. Alle Helme in unserem Test erfüllen diese Norm. Wer noch mehr Wert auf Sicherheit legt, kann beim Kauf nach der Norm NTA 8776 Ausschau halten. Nach einem Sturz sollten Sie Ihren Fahrradhelm durch ein neues Modell ersetzen.

Fazit

Die Wahl des richtigen Fahrradhelms ist entscheidend für Sicherheit und Komfort. Achten Sie auf eine gute Passform, ausreichende Belüftung und hochwertige Materialien. Tests und Vergleiche können Ihnen bei der Entscheidung helfen, das passende Modell zu finden.

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