Einen Fahrradhelm zu lackieren erfordert gewisse Kenntnisse. Wenn Sie Ihren Helm selbst neu gestalten wollen, sollten Sie sich gut in dem Metier auskennen. Einfach nur die Spraydose öffnen und auf den Helm sprühen, führt nicht zum gewünschten Ergebnis.
Fahrradhelm lackieren - Nichts für Laien
Wenn Sie Ihrem Fahrradhelm einen neuen Anstrich verpassen wollen, ist das nicht so einfach, wie es sich vielleicht anhört. Zuerst einmal sollten Sie die Bedienungsanleitung Ihres Helmes lesen. Bei vielen Fahrradhelmen sind Veränderungen nicht erlaubt. Wer das ignoriert, riskiert den hohen Schutz, den der Helm bietet.
Sind an Ihrem Helm Änderungen erlaubt, legen Sie sich die entsprechende Farbe zu. Einfache Sprühlacke aus dem Baumarkt sind hier allerdings tabu. Diese greifen den Kunststoff an und können ihn porös machen. Zudem können chemische Reaktionen Beschädigungen wie kleine Risse im Helm erzeugen, die kaum sichtbar sind, aber bei einem Unfall fatale Folgen für den Helmträger haben können. Daher sollten Sie nur spezielle Farben nutzen, die auch für Fahrradhelme zugelassen sind.
Ein Fahrradhelm sollte ausschließlich mit einer Airbrush-Pistole lackiert werden. Sprühflaschen verteilen die Farbe mit einem viel zu geringen Druck. Dadurch wird die Helmoberfläche relativ grob. Zudem bekommen Sie im Schadensfall hier auch keine Probleme mit der Versicherung.
Helm lackieren: So gehen Sie vor
Wie bereits erwähnt, sollten Sie sich mit Fahrradhelmen sehr gut auskennen, um nicht nur ein optisch ansprechendes, sondern auch ein sicheres Ergebnis zu erhalten. Erst einmal müssen Sie den Helm zerlegen. Um die Einzelteile auseinander zu bauen, brauchen Sie Fachkenntnis.
Im nächsten Schritt schleifen Sie die Außenschale - also die obere Klarlackschicht - ab. Die alte Farbe bleibt erhalten. Auf die alte Farbschicht wird nun die neue Farbe gesprüht - mittels einer Airbrush-Pistole. Bei bunten Motiven werden die Farbschichten nach und nach aufgetragen. Wichtig: Lassen Sie eine Farbschicht immer richtig austrocknen, bevor Sie eine andere auftragen. Zudem haben Sie hier mehr kreative Gestaltungsmöglichkeiten.
Airbrush am Helm: Wissenswertes und Kosten
Mit diesem Wissen können Sie einen Helm mit Airbrush bemalen und lackieren lassen. Ein Motorradhelm mit Airbrush gilt für viele Biker als eine Art Kultobjekt. Aber auch andere Helme wie zum Beispiel Fahrradhelme, Schweißhelme oder Skihelme werden inzwischen immer öfter mit Airbrush gestaltet.
Wenn man ein Helmdesign mit Airbrush selbst umsetzen möchte, wird der Helm erst vorbehandelt, besprüht und dann lackiert. Beim Airbrushen eines Motorradhelms ist es wichtig zu prüfen, ob der Hersteller des Helms möglicherweise die Lackierung des Helms mit Airbrush untersagt.
Wer sich einen Helm mit Airbrush kaufen will, ist natürlich zunächst mal daran interessiert, was so ein Helm kostet. Lackierungen von einem Helm mit Airbrush kosten in der Regel zwischen 130 bis 500 Euro (so über den Daumen). Dabei richten sich die Kosten für die Lackierung von einem Helm mit Airbrush normalerweise nach Größe, Aufwand und Verhandlung.
Sie sollten unbedingt darauf achten, dass Sie die Arbeit von einem Profi machen lassen. Nehmen Sie keinen Fall einen Amateur, auch wenn die Preise für das Airbrush am Helm hier vielleicht deutlich günstiger sind. Also, ob Skihelm, Schweißhelm, Fahrradhelm oder Motorradhelm, es gibt einiges zu beachten wenn es um das Design mit Lack und Airbrush geht.
DIY-Lackierung: Ein unbezahlbares Gefühl
Du willst einen alten Helm aufpeppen? Gönn’ ihm einen neuen Lack! Unsere Do-it-yourself-Lackierung war zwar etwas knifflig, hat etwas Zeit und auch ein bisschen Geld gekostet, uns aber richtig Spaß gemacht. Und das befriedigende Gefühl, mit einem selbst designten und frisch lackierten Helm rumzufahren - unbezahlbar!
Was du brauchst:
- Zeit und Geduld
- Schleifpapier der Körnung 120-400
- Abdeckband
- Eine scharfe Klinge
- Isopropylalkohol
- Mikrofasertücher
- Lackiermaske
- Grundierung, Farbe und Klarlack
Arbeitsschritte für die DIY-Lackierung
- Entscheide dich für dein Design: Je einfacher das Design, desto leichter, billiger und wahrscheinlicher wird es sein, dass dir die Lackierung glückt.
- Farbe kaufen: Du brauchst Grundierung, Farbe und Klarlack. Es ist sehr wichtig, dass du die richtige Grundierung für das Material deines Helms kaufst.
- Schleifen: Nachdem du das Visier entfernt hast, fang an zu schleifen. Starte mit einer Körnung von 120-200, um den alten Klarlack und die Farbe zu entfernen. Wenn du die Schale des Helms siehst, wechsle zu einer Körnung von 250-350. Achte darauf, nicht zu stark zu schleifen, da dies die Helmstruktur schwächen könnte.
- Vorbereiten: Entferne so viel Polsterung wie möglich und klebe alles ab, was nicht lackiert werden soll, mit Kreppband und Papier. Dann reinige den Helm gründlich mit Isopropylalkohol und einem Mikrofasertuch, um Schleifstaub und Fett zu entfernen.
- Grundierung: Nachdem du die Dose gut geschüttelt hast, trage zwei dünne, gleichmäßige Schichten auf und lasse die Grundierung zwischen den Schichten 15 Minuten trocknen, wie auf der Dose angegeben.
- Farbe und Design: Das Vorgehen für die Farbe ähnelt dem der Grundierung. Tipp: Trage mehrere dünne Schichten anstelle einer einzigen dicken auf.
- Klarlack: Achte darauf, dass der Helm mindestens so lange trocknet, wie die volle Aushärtungszeit vorschreibt. Insgesamt haben wir drei Schichten aufgetragen, mit zunehmender Dicke und 50% Überlappung bei jedem Durchgang, wie auf der Dose empfohlen.
- Letzte Griffe: Nachdem der Klarlack vollständig ausgehärtet ist, entferne das Abdeckband, setze die Polster wieder ein und dreh eine Runde mit deinem frisch lackierten Helm!
Fazit: Wenn du Zeit und Geduld hast, probiere die DIY-Lackierung einfach aus. Am besten mit einem alten Helm, wenn du nicht viel Erfahrung im Lackieren hast. Denn es kann einiges schief gehen.
Alternativen zur Lackierung
Wenn du nicht das Geld oder die Zeit investieren möchtest, die für das Lackieren eines Helms nötig sind, aber dennoch deinen Helm aufpeppen möchtest, kannst du Aufkleber kaufen und den Helm in nur 10 Minuten komplett verändern.
Folieren vs. Lackieren:
| Folieren | Lackieren | |
|---|---|---|
| Vorteile | wieder entfernbar, günstiger, kein Risiko, den Helm zu beschädigen | einfacher, um aufwendigere Designs zu erstellen, haltbarer, robuster |
| Nachteile | sehr friemelig, erfordert viel Skill | weniger Skill erforderlich |
Kosten für professionelles Design
- Vinyl-Verpackung: ca. 180 € für einen einfachen Farbwechsel, ca. 280-360 € für ein komplizierteres Design
- Profi-Lackierer: ab 700-1500 Euro für ein Design
Interview mit Profi-Lackierer Lars Diedenhofen (70id.de)
FREERIDE: Was kostet eine individuelle Helmlackierung bei dir?
Lars: Das geht bei 200 Euro los für eine Uni-Lackierung, bis 500 mit mehreren Farben und Logos.
FREERIDE: Im Internet gibt’s viele "Do it yourself"-Tutorials. Was sagst du dazu?
Lars: Als Profi-Lackierer rate ich davon natürlich ab. Fakt ist: Da kann eine Menge schief gehen und am Ende sieht es hässlich aus.
Helmexperte Frank Proksch von Alpina Sports
FREERIDE: Warum sollte man seinen Helm überhaupt schon nach 5 Jahren austauschen, wie es die Hersteller empfehlen?
FRANK PROKSCH: Wir müssen 5 Jahre empfehlen, weil wir PSA (Anm. d. Red.: Persönliche Schutz Ausrüstung) herstellen. Helme sind persönliche Schutzausrüstungen. Damit unterliegen wir der europäischen Verordnung, die das vorschreibt.
FREERIDE: Angenommen, mir gefällt das Design des Helms nicht mehr, kann ich meinen Helm selbst neu lackieren?
FRANK PROKSCH: Ja, aber auch eine Lackierung ist eine Veränderung des Helms. Das heißt, der Hersteller garantiert nicht mehr die volle Sicherheit des Helmes. Ich rate davon ab.
Fahrrad lackieren: Eine Anleitung für Anfänger
Ein Fahrrad zu lackieren ist zwar mit einigem Aufwand verbunden, aber nicht allzu kompliziert. Wenn du handwerklich begabt bist, bekommst du die Lackierung auch zu Hause hin.
Was du brauchst:
- Farb- und Klarlack
- Schleifpapier
Schritte für die Fahrradlackierung
- Fahrrad auseinanderbauen.
- Fahrradputzen mit etwas warmem Wasser und Spülmittel.
- Schleifpapier mit der gröberen Körnung verwenden.
- Grundierung auftragen.
- Farblack auftragen.
- Klarlack auftragen.
Weitere Tipps und Tricks
- Fragen Sie vor der Lackierung beim Hersteller, ob eine Lackierung empfohlen wird.
- Demontieren Sie Elemente, die nicht lackiert werden sollen und demontierbar sind.
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