Die Wahl des richtigen Fahrradhelms ist entscheidend für Ihre Sicherheit im Straßenverkehr. Fahrradhelme können bei Unfällen schwere Kopfverletzungen verhindern und Leben retten. Dabei spielen nicht nur Sicherheitsnormen eine Rolle, sondern auch der Tragekomfort und die Passform. Unser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über aktuelle Fahrradhelm-Tests und stellt Ihnen Top-Empfehlungen vor.
Warum ein Fahrradhelm wichtig ist
Der Kopf ist ein empfindliches Körperteil. Bereits ein Aufprall mit einer Geschwindigkeit von zehn Kilometern pro Stunde kann zu Hirnschäden führen. Fahrradhelme verringern laut Unfallstudien das Risiko für schwere Kopfverletzungen deutlich. Auch unser neuester Test von 2024 zeigt: Jeder Fahrradhelm ist sicherer als keiner.
Aktuelle Tests und Ergebnisse
Die Stiftung Warentest hat gemeinsam mit dem ADAC im März 2024 Fahrradhelme getestet. Die Ergebnisse zeigen, dass auch günstige Helme gute Sicherheitswerte erzielen können. Wichtig ist, dass der Helm richtig sitzt und die individuellen Bedürfnisse erfüllt.
Testergebnisse im Überblick
Hier ist eine Zusammenfassung der Testergebnisse verschiedener Fahrradhelme:
| Marke/Modell | Testergebnis | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Uvex Urban Planet LED | Gut (2,0) | Testsieger, hohe Sicherheit, guter Tragekomfort, LED-Licht |
| Alpina Gent MIPS | Gut | Dreifach höhenverstellbares Kopfband, LED-Beleuchtung |
| Limar Torino | Gut | Leichtgewicht, sehr gute Passform, Reflektoren |
| Fischer Urban Plus Brooklyn | - | Günstiger Preis, Sonnenschutz, Insektenschutz, Licht |
| Uvex Finale Visor | - | Visier, Insektenschutz, Beleuchtung |
| Abus Pedelec 2.0 | - | Integrierte Regenhülle, Beleuchtung |
| POC Omne Beacon MIPS | - | MIPS-Technologie, integrierte LEDs |
Sicherheitsmerkmale und Technologien
MIPS-Technologie
Einige Anbieter versprechen Extra-Schutz durch Mips oder ähnliche Systeme wie Kineticore von Lazer. Mips steht für Multidirectional Impact Protection System, zu Deutsch: Schutzsystem für Zusammenstöße aus verschiedenen Richtungen. An der Helm-Innenseite ist eine Kunststoffschale befestigt, die sich unabhängig bewegt. Sie soll Rotationskräfte abfangen, die während eines Aufpralls auf das Gehirn wirken. Der Fahrradhelm-Test der Stiftung Warentest zeigt, dass Mips keine Voraussetzung für einen guten Fahrradhelm ist. Auch einige Helme ohne dieses System schützen gut vor Kopfverletzungen.
Wissenschaftliche Studien belegen, dass das menschliche Gehirn besonders empfindlich auf rotatorische Kräfte reagiert. Um bei einem schrägen Aufprall die Rotationsenergie zu reduzieren, wurde die reibungsarme MIPS-Schale (Multi-directional Impact Protection System) konzipiert. Sie soll ein zum Kopf versetztes Gleiten des Helms ermöglichen. Dadurch wird Rotationsenergie in Translationsenergie umgewandelt. Dieser Mechanismus ähnelt dem Verhalten des Kopfes bei einem Sturz auf Eis, wo sich der Kopf in der ursprünglichen Bewegungsrichtung fortsetzen kann.
Verschiedene MIPS-Systeme
- Mips Essential Core: Oft bei günstigen Helmen, mit gelber Schale (LFL).
- Mips Evolve Core: Zwischen Helmschale und Polster, verbesserte Passform und Belüftung.
- Mips Air Node: Rotationsschutz in die Helmpolsterung integriert, spart Gewicht und verbessert Belüftung.
- Mips Integra Split: Aufwändige Konstruktion mit zwei separaten Schalen.
- Mips Integra Fuse: Silikon in den Polstern für Beweglichkeit in alle Richtungen.
Weitere Sicherheitsaspekte
Zusätzliche Sicherheit bieten Fahrradhelme mit Licht, die im Dunkeln gut zu sehen sind. Die Prüfer leuchteten alle Kopfschützer mit Scheinwerfern an. Sehr gut sichtbar sind Modelle, die an allen Seiten und am Gurt mit Reflektoren ausgerüstet sind und am Hinterkopf ein Licht tragen. Eine perfekte Ausstattung ist aber eher die Ausnahme. Damit es gar nicht erst zum Unfall kommt, sollten die Anbieter Fahrradhelme grundsätzlich mit Rücklichtern und Reflektoren ausstatten.
Passform und Komfort
Die richtige Passform ist entscheidend für die Sicherheit und den Tragekomfort. Ein Helm sollte fest sitzen, ohne zu drücken. Als Faustregel gilt: Beim Vor- und Zurückbewegen des Helmes, sollte die Stirn ein wenig Falten schlagen. Zudem sollte der Helm die Schläfen, die Stirn und den Hinterkopf bedecken und idealerweise ein bis zwei Zentimeter über den Augenbrauen und den Ohren enden.
Größenbestimmung
Messen Sie den Kopfumfang oberhalb der Ohren mit einem Maßband, um das passende Modell zu finden. Die Helmgröße ist für die Funktion bedeutend. Nur wenn der Helm richtig auf und an dem Kopf sitzt, kann dieser seine schützende Funktion erfüllen. Die richtige Helmgröße hängt dabei vom Kopfumfang ab, sie wird, wie z. B. auch bei Hüten, in S, M, L und XL eingeteilt.
Auch die Frage, welche Helmgröße das eigene Kind braucht, kann über den Kopfumfang beantwortet werden. Hier unterscheidet sich die Methode nicht von der für Erwachsene: Einfach ein Maßband um den Kopf legen, dabei ca. eine Höhe von 10 mm (1 cm) Abstand über den Augenbrauen lassen, den Kopfumfang messen und einen Zentimeter addieren.
Helmgröße in Buchstaben
- XS: 51 bis 54 cm
- S: 55 bis 56 cm
- M: 57 bis 58 cm
- L: 59 bis 60 cm
- XL: 61 bis 62 cm
- XXL: 62 bis 64 cm
Weitere Tipps zur Passform
- Kinnriemen: Achten Sie darauf, dass sich der Helm nicht nach hinten abstreifen lässt, wenn der Kinnriemen geschlossen ist.
- Drehrädchen: An fast jedem Helm befindet sich ein Drehrädchen, mit dem sich die Passform an die Kopfgröße anpassen lässt - allerdings nur in einem begrenzten Rahmen.
- Altersgruppe: Helme und ihre Größen lassen sich in vier Altersgruppen unterteilen.
- Kletteinsatz: Dank der Kletteinsätze kann der Helm noch präziser an die individuelle Kopfform und -größe angepasst werden.
Helmtypen
Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Arten von Fahrradhelmen: Softshell-, Hardshell- und Microshell-Helme. Was genau hinter diesen drei Begriffen steckt, erklären wir im Folgenden.
- Softshell-Helme: Softshell-Helme sind besonders leicht, da sie lediglich aus einer Schale aus Hartschaumstoff bestehen.
- Hardshell-Helme: Robuster als die Weichschalen-Variante aber auch deutlich schwerer. Hardshell-Helme kommen meist im Downhill-Bereich zum Einsatz.
- Microshell-Helme: Ein harter Schaumstoffkern überzogen mit Kunststoff macht den Helm effektiv, da Stöße gut abgefedert werden.
Zusätzliche Features
Neben der Sicherheit spielen auch Komfort und praktische Features eine Rolle bei der Wahl des richtigen Helms.
- Beleuchtung: Viele moderne Helme sind mit integrierten LED-Leuchten ausgestattet, die die Sichtbarkeit im Straßenverkehr erhöhen.
- Reflektoren: Reflektierende Elemente am Helm sorgen dafür, dass Sie auch bei Dunkelheit gut gesehen werden.
- Visier: Ein Visier schützt vor Sonne, Regen und Insekten und sorgt für eine klare Sicht.
- Insektenschutzgitter: Ein integriertes Insektenschutzgitter verhindert, dass Insekten während der Fahrt in den Helm gelangen.
- Regenschutz: Einige Helme verfügen über eine integrierte Regenhülle, die bei Bedarf über den Helm gezogen werden kann.
Fahrradhelme für Kinder
Gerade bei Kleinkindern ist die Gefahr durchaus größer, dass diese in der Lernphase oder bei Fahrten in Gruppen stürzen. Kinder sollten sich bereits früh an einen Helm gewöhnen, Eltern können dabei mit gutem Beispiel vorangehen und ebenfalls einen Helm tragen. Safety first lautet hier die Devise und daher verwenden immer mehr Menschen einen Helm beim Fahrradfahren.
Pflege und Wartung
Vorsicht ist bei Lösungsmitteln geboten. Sie sollten nicht mit dem Helm in Berührung kommen. Ist die Komfortpolsterung herausnehmbar, kann sie häufig mit Feinwaschmittel bis 30 Grad gewaschen werden. Detaillierte Informationen finden Sie in der Regel auf der Verpackung oder in der Bedienungsanleitung des Helms.
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