Die MIPS-Technologie hat den Markt für Fahrrad-, Ski- und Kletterhelme revolutioniert. Im Jahr 2024 verbauen so viele Hersteller wie noch nie die MIPS-Protektion in ihren Helmen. Doch was genau bedeutet MIPS, und wie schützt es den Kopf bei einem Sturz? Was ist MIPS bei Fahrradhelmen und was bedeutet die Abkürzung?
Was ist MIPS?
MIPS ist eine Abkürzung und steht für Multi-Directional Impact Protection System. Im Wesentlichen geht es also bei diesem System darum, deinen Kopf vor Aufschlägen aus unterschiedlichen Richtungen zu schützen. Es ist eines der Schlagworte bei Fahrradhelmen: MIPS.
Wie funktioniert die MIPS-Technologie?
Um zu verstehen, wie Mips funktioniert, ist es wichtig, die Physik hinter Rotationskräften zu beleuchten. Ein gelbes stabiles Gerüst aus Kunststoff sorgt für den extra Schutz von MIPS-Fahrradhelmen. Es ist eine gleitende Schale und liegt eingebettet im Inneren der Helmkonstruktion. Zusätzlich sind Helme mit MIPS-Technologie an dem kleinen gelben MIPS-Logo an der hinteren Außenseite der Helme zu erkennen. Das gelbe Gestell sorgt durch seine gebundene Konstruktion für die Absorption von Rotations- und statischen Kräften.
Bei der Konstruktion dieses Gitters war das menschliche Gehirn selbst das Vorbild. Zwischen Gehirn und Schädelknochen gibt es eine Flüssigkeit, welche das Gehirn bei Aufschlägen schützt, in dem es sich minimal bewegt (10 bis 15 mm). Somit geht die Stoßkraft des Aufpralls nicht auf das Gehirn über.
Lineare Kräfte
Diese treten auf, wenn der Aufprall direkt von oben kommt, z.B. wenn der Kopf senkrecht auf den Boden trifft. Die Schutzwirkung traditioneller Helme konzentriert sich auf die Absorption dieser linearen Kräfte, indem sie die Energie des Aufpralls über eine harte Außenschale und eine energieabsorbierende Innenschicht (oft aus EPS-Schaum) verteilen.
Rotationskräfte
Diese treten auf, wenn der Aufprall in einem schrägen Winkel erfolgt, wodurch der Kopf eine Drehbewegung vollführt. Mips sorgt dafür, dass die Rotationskräfte bei einem Schrägaufprall abgefangen bzw. reduziert werden. Da dies in der Praxis selten vorkommt, bietet die Mips-Technologie zusätzlichen Schutz.
Ganz konkret ist Mips® eine im Schutzhelm integrierte gleitende Schale, die sich auf der Innenseite - nah am Kopf - befindet. Die Gleitschale ist nicht starr befestigt, sondern kann sich um 10 bis 15 Millimeter hin- und her bewegen. Durch diesen Bewegungsspielraum ist die Helmkonstruktion dazu in der Lage, einwirkende Rotationskräfte bei einem seitlichen Aufprall durch eine Gleitbewegung vom Kopf und dem Gehirn des Trägers abzulenken. Schutzhelme, die mit Mips® ausgestattet sind, bieten dadurch einen höheren Schutz für den Helmträger als herkömmliche Schutzhelme.
Warum sind MIPS-Helme sinnvoll?
Wie bereits beschrieben schützen Helme mit der MIPS-Technologie den Kopf vor Rotationskräften. Stellen Sie sich einen Sturz vor, bei dem ein Fahrer auf einen Berghang stürzt. Dieser ist schräg und uneben und führt dadurch zu unterschiedlichen Rotationsbewegungen des Kopfes - gleichzeitig! Dieses teils gegenläufigen Kräfte sind natürlich alles andere als gesund, insbesondere für das sensible Gehirn. Die heutzutage üblichen Helme aus EPS-Schaum ermöglichen diesen Schutz, indem das Material sich bei einem Sturz komprimieren lässt und durch diesen Vorgang die Stoßenergie aufnehmen. Um genug Aufprallschutz bieten zu können, muss die harte und schützende Schale eines Fahrradhelms jedoch starr und robust sein, und kann so die Rotationsbewegungen nicht abfedern.
Im Vergleich zu Fahrradhelmen ohne MIPS-Technologie schützen MIPS-Helme nicht nur vor linearen Krafteinflüssen, sondern auch vor Rotationskräften. Das macht sie im Vergleich zu herkömmlichen Helmen wesentlich sicherer. Ein Helm mit MIPS-Technologie schützt deinen Kopf also umfassender als ein Helm ohne das Sicherheitssystem, da er den Aufprall aus unterschiedlichen Kraftrichtungen absorbiert und Kopfverletzungen besser vorbeugt.
Für wen eignen sich MIPS-Helme?
Generell sind MIPS-Fahrradhelme für alle Radsport-Disziplinen und Einsatzzwecke geeignet. Besonders allen Radfahrern denen ein umfangreicher Schutz wichtig ist, können mit der MIPS-Technologie für ein Plus an Sicherheit sorgen. Ganz besonders aber sind Fahrradhelme mit MIPS-System für den Radsport-Bereich zu empfehlen.
Für die folgenden Fahrrad-Disziplinen sind MIPS-Helme besonders geeignet:
- Mountainbike
- Rennrad
- Gravelbike
- Cyclocross
- Fitness Bikes
- Trekking
- E-Bikes
Im Prinzip sind MIPS-Fahrradhelme für alle Radler und Biker geeignet, die sehr oft im Sattel sitzen und schnell unterwegs sind. Denn genau unter diesen Aspekten steigt die Unfallgefahr. Vor allem Offroad, also fernab von befestigten Wegen gibt es viele Gefahren für Fahrradfahrer. Ein MTB-Helm mit MIPS ist hier ratsam. Aber auch wenn du dich oft in urbanen Gebieten auf deinem Fahrrad bewegst, macht ein Helm mit MIPS-Technologie Sinn. Denn in der Stadt passieren statistisch die meisten Fahrradunfälle.
MIPS Varianten
Die Varianten unterscheiden sich dabei nur darin, wie Sie im Helm verbaut sind.
- MIPS Essential Core: Das klassische MIPS mit gelber Schale, dem sogenannten LFL (Low Friction Layer), kommt besonders bei Volumenmodellen (Massenprodukte) oder günstigen Helmen zum Einsatz. Es wird durch kleine Elastomere im Helm gehalten.
- MIPS Evolve Core: MIPS Evolve Core sitzt wie Essential Core zwischen Helmschale und Polster. Eine exakte auf den jeweiligen Helm abgestimmte Passform des LFL soll die Belüftung verbessern und das Gewicht reduzieren.
- MIPS Air/Air Node: Hier ist der Rotationsschutz nahezu unsichtbar in die Helmpolsterung integriert. Das spart Gewicht und beeinträchtigt die Belüftung nicht durch eine zusätzliche Schicht. Die Gleitschicht sitzt hier an der Innenseite der Polster.
- MIPS Spherical/Integra Split: Bell und Giro setzen auf eine aufwändige Konstruktion, die bei anderen Herstellern Integra Split heißt. Die Helme bestehen aus zwei separaten Schalen, die gegeneinander verdrehbar sind. Die Konstruktion ist aufwändig und teuer.
- MIPS Integra Fuse: MIPS Integra Fuse verschmilzt das ehemals Poc-eigene SPIN-System mit MIPS. Hier befindet sich in den Polstern eine Art Silicon, das sich in alle Richtungen bewegen kann.
Alternativen zu MIPS
Auch andere Hersteller haben in der Zwischenzeit eigene Rotationssysteme entwickelt.
- Smartshock/100%: Zwischen Helmschale und Polster sind kleine, bewegliche Elastomere integriert. Die Smartshock-Puffer sollen Stöße absorbieren und die bei einem schrägen Aufprall auftretende Rotationsenergie ableiten.
- 360˚ Turbine/Leatt: Kleine, um 360 Grad bewegliche Scheiben aus flexiblem Kunststoff an der Innenseite der Helmschale sollen lineare Stöße um bis zu 30 Prozent dämpfen und Rotationsbeschleunigung um bis zu 40 Prozent verringern.
- WaveCel/Bontrager: WaveCel ist eine komprimierbare Zellstruktur an der Innenseite der Helmschale. Bei einem Aufprall verbiegen sich die Zellen, werden dann komprimiert wie ein Stoßfänger und sollen sich schließlich verschieben, um die Energie vom Kopf wegzuführen.
- LDL (Low Density Layer)/Kali: Ähnlich wie Leatt verbaut Kali an der Innenseite des Helms visco-elastische Einsätze. Sie sollen Hotspots beim Aufprall reduzieren.
Kann ich meinen Fahrradhelm nachträglich mit MIPS nachrüsten?
Aktuell ist es nicht möglich die MIPS-Technologie nachträglich in andere Helme nachzurüsten. Es gibt allerdings mittlerweile eine sehr große Auswahl verschiedener MIPS-Helme. Da ein Fahrradhelm auch ohne einen Sturz, regelmäßig ausgewechselt werden sollte, kannst du diese Gelegenheit nutzen, um dich für einen MIPS-Fahrradhelm zu entscheiden.
MIPS in uvex Helmen
uvex bietet eine breite Palette an Reit- und Fahrradhelmen mit MIPS-Schutz. Das MIPS-System ist in uvex Helme so integriert, dass Sportler keine Kompromisse bei Ergonomie und Komfort eingehen müssen. Dank der engen Zusammenarbeit zwischen uvex und MIPS Entwicklern bleiben die wesentlichen Eigenschaften eines hochwertigen Fahrrad- und Reithelms erhalten, z.B. Design, Komfort und Innovation, während gleichzeitig Sicherheit und Schutz erhöht werden.
uvex city 4 MIPS
Minimalistisches Design trifft auf maximale Sicherheit - der uvex city 4 MIPS ist der ideale Begleiter für die Großstadt. Der superleichte Inmould-Helm lässt sich mit dem 3D IAS-System perfekt in Höhe und Breite an jede Kopfform anpassen.
uvex elexxion MIPS
Das Nonplusultra an Sicherheit und Komfort. Dieser Hybrid-Reithelm kombiniert die beiden führenden Helmtechnologien Inmould und Hardshell. Doch der uvex elexxion MIPS überzeugt nicht nur durch seine gute Passform, sondern verhindert mit der integrierten MIPS-Technologie auch Gehirnerschütterungen. Mit seiner mattierten Außenschale ist dieses lässige Helmdesign ein echter Hingucker und garantiert einen stilvollen Auftritt.
uvex exxential II MIPS
Der uvex exxential II MIPS kombiniert die leichten Eigenschaften eines Inmould-Helms mit dem bewährten Multi-Directional Impact Protection System. Darüber hinaus garantiert das ergonomische Helmdesign mit seiner tief geschnittenen Helmschale zusätzlichen Aufprallschutz im Heckbereich. Ein wirklich cleveres Feature ist der Ponytail-Ausschnitt, der den Helm für Fahrer mit langen Haaren deutlich komfortabler macht.
Testergebnisse
Während des Sommers 2021 testete der ADAC 14 Fahrradhelme nach folgenden vier Kriterien:
- Benutzerfreundlichkeit & Komfort
- Schutz bei Unfällen
- Hitzebeständigkeit
- Schadstoffe
Neben 9 herkömmlichen Fahrradhelmen wurden fünf Fahrradhelme mit MIPS-Technologie in den Test aufgenommen. Der uvex city i-vo MIPS war Testsieger im ADAC-Vergleich und erreichte eine Gesamtnote von 1,8 (1 = hervorragend, 5 = mangelhaft). Der zuverlässige Unfallschutz, die hervorragende Benutzerfreundlichkeit und die gute Belüftung wurden besonders positiv bewertet.
MIPS - Vor- und Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Zusätzlicher Schutz vor Rotationskräften | Höherer Preis |
| Kann das Risiko von Hirnverletzungen verringern | Mögliches höheres Gewicht (geringfügig) |
| Geeignet für verschiedene Radsportarten | Nicht nachträglich in Helme einbaubar |
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