Cornwall, bekannt für seine atemberaubende Küstenlandschaft und malerischen Dörfer, ist ein beliebtes Ziel für Radfahrer. Dieser Artikel bietet Ihnen eine umfassende Sammlung von Erfahrungsberichten und nützlichen Tipps, um Ihre Radreise durch Cornwall optimal zu planen und zu genießen.
Planung und Vorbereitung
Die Aufregung stand meiner Freundin Maria und mir im Gesicht, als wir in Truro ankamen: sie aus Berlin und ich aus Hannover. Also arbeiteten wir uns eine Route aus: Cornwall im Juli per Rad mit Tagesetappen von 30-60 Kilometern. Wir buchten die Übernachtungen bereits vor. Hier wählten wir kleine Hotel mit einem Bed-and Breakfast-Service aus. Solche Hotels hatte ich auf einer früheren Englandreise bereits kennengelernt und war damals erfreut über den netten Service und die familiäre Atmosphäre. Außerdem ist das dort servierte englische Frühstück sehr reichhaltig.
Unterkünfte
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten für Unterkünfte in Cornwall, von kleinen Bed-and-Breakfast-Hotels bis hin zu Campingplätzen. Viele Campingplätze, aber wenige Zelte darauf gesehen. Meistens waren es Wohnwagenplätze. Aber wie gesagt, wir haben nicht planmäßig danach gesucht. Wild zelten dürfte schwierig sein, die Engländer achten sehr auf Privatbesitz, das meiste Land ist eingezäunt, Wald gibt es so gut wie keinen. Aber da die Engländer sehr nett und hilfsbereit sind, würde ich einfach fragen. Ich bin sicher, es wird einem geholfen.
Beste Reisezeit
Die beste Reisezeit für Südengland? Wir waren im Juni dort, das war schön. Noch nicht zu voll, aber schon alles geöffnet. Und die Gärten blühen schon sehr schön. Ich denke aber Cornwall ist das ganze Jahr über eine Reise wert. Lang anhaltende Schönwetterzeiten sind genauso möglich, wie mehrfach wechselndes Wetter an einem Tag. Insgesamt ist Cornwall mit ganzjährig milden Temperaturen gesegnet und besonders der Süden mit einem subtropischem Einschlag. 20-25 Grad im Sommer machen Lust auf ausgedehnte Radtouren. April/Mai/Juni und die Herbstmonate bis Oktober sind zum Radreisen gut geeignet. Radregenkleidung sollte dennoch immer dabei sein.
Anreise
Am billigsten *ist* fliegen. Ansonsten gibt es diverse Fähren, wir haben auf der Hinfahrt Caen-Portsmouth genutzt. Nach Caen kommt man ab Paris mit einem durchgehenden IC, bis Paris hat uns damals noch der TGV mitgenommen. Das geht inzwischen leider nicht mehr, der Nachtzug ist auch eingestellt. Ich glaube, ich würde fliegen.
Routen und Sehenswürdigkeiten
Cornwall bietet eine Vielzahl von Routen für Radfahrer, von Küstenstraßen bis hin zu Radwegen im Landesinneren. Im Folgenden werden einige beliebte Routen und Sehenswürdigkeiten vorgestellt:
- Truro: In Truro besichtigten wir das Royal Cornwall Museum - das älteste Museum von Cornwall. Dann fuhren wir ins Stadtzentrum in der St. Nicolas Street und checkten nochmal unsere Ausrüstung durch.
- Playing Place: Auf dem gut ausgeschilderten Radweg radelten wir zu unserem ersten Etappenziel, dem grandiosen Playing Place, einem alten, keltischen Freilichttheater.
- Trellisick: Das nächste Ziel hieß Trellisick: ein idyllsicher Garten, dem man das tropische Klima von Cornwall anmerkt: Wir bewunderten Yucca-Palmen und Rhododendron. Am besten gefiel mir der Kräutergarten, der heute noch bewirtschaftet wird.
- Halbinsel Roseland: Anschließen ließen wir uns fahren ( und genossen das!)- wir überquerten nämlich den Fal River mit der „King Henry -Fähre“ mit Ziel Halbinsel Roseland. Diese kannte Maria bereits und ich verliebte mich auf Anhieb in diese ruhige Landschaft mit den waldreichen Tälern.
- Falmouth: Der zweite Reisemorgen (etwas kühler bei leicht bedecktem Himmel) führte uns über einen besonders schönen Küstenradweg in die Stadt Falmouth und weiter nach Gweek am Helford Creek, wo sich die Auffangstation für verletzte Seehunde befindet.
- Helston: Unser Ziel, die Stadt Helston , einer der ältsten Orte Corwalls, erreichten wir am Nachmittag. Nach einem Stadtbummel aßen wir in einem Pub zu Abend und tranken das gute, keltische Bier.
- St. Michael's Mount: Der dritte Tag per Rad führte uns zur berühmtesten Sehenswürdigkeit von Cornwall: St. Michael's End, wo wir einen Erholungs-und Ruhetag einlegten. Wir besuchten St. Michael's Mount mit seinem märchenhaften Schloss und fuhren dann zur Tate Galerie nach St.
- Marry Maidenes: Über Marry Maidenes, einem Steinkreis aus der Bronzezeit, fuhren wir ( da der Radweg dort endete) zurück über Trengwaiton die Küstenstraße meilenweit an malerischen Sandküsten entlang- für mich eine der schönsten Strecken unserer Etappe.
Erfahrungen und Herausforderungen
Radfahren in Cornwall kann aufgrund der hügeligen Landschaft eine Herausforderung darstellen. Die Küste von Cornwall ist in der Tat schwierig, weil aus jedem Küstenort ein steiler Anstieg zurück auf die zentrale Hochfläche führt. Aber ich halte Cornwall ohnehin für überschätzt. Die landschaftliche Hauptattraktion dort ist die Steilküste; die ist gut für Fußgänger, nicht für Radfahrer. Es gibt aber sehr viele kleine Straßen, die wie Feldwege wirken. Der Verkehr hält sich in Grenzen.
Akzeptanz der Radfahrer
Akzeptanz der Radfahrer aus englischen Strassen? Extrem unterschiedlich von sehr höflich bis sehr rücksichtslos habe ich alles erlebt. Aufgefallen ist mir, dass die weitaus meisten Engländer (auch die höflichen) mit extrem wenig Seitenabstand überholen, was auch dadurch gefördert wird, dass straßenbegleitende Radwege so sie existieren extrem schmal sind.
Steigungen
Was du nicht gefragt hast: ich habe noch nie solch brutale Steigungen wie in Südengland erlebt (außer in Nordengland. ). Ehrlich. 20 Prozent sind normal, darüber keine Seltenheit. Die Steigungen sind zwar nie lang, können aber zermürbend sein, weil man kaum die Chance hat, ins Rollen zu kommen. Ich fand die Landschaft und die Menschen dort ganz große Klasse, bin mir aber nicht sicher, ob ich nochmal dort Rad fahren würde. Und das sage ich nicht allzu oft.
Radwege
Gibt es Fahrradwege? In Städten ja, eher sind es aber Radstreifen. Außerorts kaum. Es gibt aber sehr viele kleine Straßen, die wie Feldwege wirken. Der Verkehr hält sich in Grenzen. Aber Achtung: das *sind* Straßen, d.h. es kann einem jederzeit ein dicker LKW entgegenkommen bzw. um die nächste Ecke biegen. Ausweichen ist wegen der allgegenwärtigen Hecken nur schwer möglich. Uns ist es schon passiert, dass wir zurück mussten (weil es für den LKW in der Regel noch schwieriger ist).
Kulinarische Erlebnisse
Abendessen in einem Pub in Cornwall kann ich übrigens empfehlen. Für 8-11 Pfund kriegt man ein richtig tolles Hauptgericht. Die Nachspeise (dessert) ist meist so üppig, dass davon zwei Leute sattwerden können. Für's Abendessen hatten wir uns im Ort ein paar leckere Kleinigkeiten gekauft und die haben wir dann am Strand gegessen.
Cornish Tea Time: die Scones mit ihrer geschlagenen Sahne-Butter und Konfitüre sind ein Muss.Cornish Pasties: leckere Mahlzeit in der Calzone-Tasche zum Mitnehmen.
Zusammenfassende Tipps
- Buchen Sie Unterkünfte im Voraus, besonders in der Hochsaison.
- Planen Sie Tagesetappen entsprechend Ihrer Kondition.
- Seien Sie auf steile Anstiege vorbereitet.
- Achten Sie auf den Verkehr, besonders auf engen Straßen.
- Genießen Sie die malerische Landschaft und die kulinarischen Köstlichkeiten Cornwalls.
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