Fahrradhelm mit Airbag-Funktion: Revolutionärer Schutz für Radfahrer

Der FAHRRAD-AIRBAG aus Schweden soll achtmal sicherer sein als ein herkömmlicher Helm. Für einige Helmmuffel könnte er eine Alternative sein. Er wird als Kragen um den Hals getragen.

Funktionsweise und Technik

Der Hersteller betont: Das System ist nur während der Fahrt zu aktivieren, denn der Algorithmus in der Steuereinheit auf dem Rücken ist mit den typischen Bewegungsmustern von Fahrradunfällen programmiert. Um die Software mit Bewegungsdaten zu füttern, wurden laut Hersteller tausende Stürze und Unfälle mit Stuntfahrten und Crashtest-Dummies nachgestellt. Sensoren registrieren 200 Mal pro Sekunde die Positionsänderung. Erkennt das System einen Sturz, wird der Airbag in weniger als 0,1 Sekunden ausgelöst. Die Gasdruck-Kartusche schießt hinten aus der keilförmigen Einheit und baut schlagartig eine neun Zentimeter dicke Polsterung auf, die sich über den Kopf stülpt.

Das geht so schnell, dass man es kaum bewusst wahrnimmt: Ein lautes „Peng“, der Airbag ist da. Und das Ganze hat auch seinen Sinn: Der Nacken wird stabilisiert und die empfindliche Wirbelsäule geschützt. Wie eine riesige Kapuze zieht sich der Airbag weit über den Kopf. Das Material, ein dichtes Nylongewebe, fühlt sich an wie eine etwas dünnere LKW-Plane. Das Gewebe ist verschweißt, vernäht und überlappt sich im vorderen Bereich.

Wenn der Airbag auslöst, bietet er einen weitreichenden Rundumschutz, wenn er nicht auslöst, weil die typische Bewegung fehlt, schützt er nicht. Der riesige, prall gefüllte Airbag-Helm schützt Kopf und Nacken umfassend. Die Geschwindigkeit und Wucht, mit der er aus dem Kragen schießt, ist beeindruckend.

Vor- und Nachteile des Airbag-Helms

Aber auch er ist nicht frei von Nachteilen. Der Kragen sollte eng anliegen, mit dem Boa-Drehverschluss lässt sich die Weite stufenlos einstellen. Dann noch den Bezug als Abdeckung drüber, fertig. Aufsetzen und mit dem Reißverschluss vorne am Kragen schließen. Der Kragen ist nicht wirklich angenehm zu tragen, er kratzt zwar nicht, aber es ist schon ein großes Gerät, das da um den Hals hängt. Während der Fahrt ist das aber schnell vergessen, es stört nicht weiter und der Kopf ist frei.

Im Winter mit Pullover und dicker Jacke sitzt der wetterfeste Kragen noch ein Stück höher, was die Bewegungsfreiheit etwas einschränkt, berichtet mir ein Freund, der seit Jahren mit dem Hövding durch die Stadt zur Arbeit pendelt, ansonsten aber von dem System überzeugt ist. Der Hövding eignet er sich für alle, die Wert auf hohen Schutz legen, gleichzeitig aber den Kopf während der Fahrt frei haben möchten. Mit 883 g etwas schwer, was laut Test jedoch mit der Zeit immer weniger stört. Pluspunkte gibt es für den Boa-Verschluss, mit dem sich die Kragenweite stufenlos einstellen lässt.

Praktischer wäre es, wenn er außen statt innen liegen würde, so die Tester. Der Akku muss nach etwa einer Woche neu geladen werden. Insgesamt eine empfehlenswerte Alternative zum Helm für Fahrten in der Stadt oder auf Landstraßen mit dem Rad oder dem E-Bike bis 25 km/h. Fazit: Die Tester heben positiv hervor, dass der Fahrrad-Airbag Hövding 3 im Vergleich zu einem klassischen Fahrradhelm mehr Sicherheit bietet. Lob gibt es auch für das schicke Design.

Allerdings lässt er sich an kalten Tagen nicht gut zusammen mit einem Schal oder einer dicken Jacke tragen. Zudem muss der Akku regelmäßig aufgeladen werden. An sommerlichen Tagen kann es mit dem dicken Kragen unangenehm heiß werden. Auch das häufige Akkuladen - laut Herstellerangaben alle 14 bis 16 km - mindert den Komfort. Er ist für lange Touren nicht geeignet.

Vorteile:

  • Vielseitig einsetzbar
  • Zuverlässiger Schutz
  • Schutz für den gesamten Kopf und den Halsbereich
  • Frisur bleibt unbeschadet

Nachteile:

  • Tragekomfort mittelmäßig
  • Hoher Preis
  • Nicht in allen Unfallsituationen Schutz gewährleistet
  • Eingeschränkte Nutzung bei kalten Temperaturen
  • Regelmäßiges Aufladen des Akkus notwendig

Testergebnisse und Sicherheit

Die Leistung, die Verarbeitung und das Sicherheitsgefühl haben mich überzeugt, dass der Hövding 3 im Ernstfall besser schützen kann als ein Fahrradhelm. Der Hövding 3 löst beim Dooring-Unfall schnell und zuverlässig aus. Aber der Airbag-Helm schützt nicht bei jedem Unfallszenario.

In der Crashanlage des ADAC Technik Zentrums Landsberg wurde 2021 dieses Szenario nachgestellt, um den Airbag-Helm Hövding 3 zu testen. Mit 18 km/h fährt Stuntman Paul Wilk auf die geöffnete Autotür zu, prallt mit seinem Fahrrad gegen die Tür, hechtet drüber und landet nach einer Rolle vorwärts auf dicken blauen Gymnastikmatten. Im Flug hat mit einem lauten Knall der Hövding ausgelöst, umschließt und schützt seinen Kopf - optisch erinnert der entfaltete Airbag an eine Trockenhaube für den privaten Gebrauch.

"Der Airbag hat sich innerhalb kürzester Zeit, nach 80 Millisekunden, voll entfaltet", sagt Michael Peuckert, ADAC Projektleiter für Produkttests. Eine Untersuchung der Universität Straßburg bescheinigt dem Hövding einen sehr guten Schutz vor Kopfverletzungen. Das kann ADAC Experte Peuckert bestätigen: "Wenn ich nach vorn oder zur Seite falle, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er auslöst und schützt, sehr hoch."

Gut sei auch, dass der Hövding sich sehr schnell entfaltet. "Allerdings schützt er nicht in allen Unfallszenarien so gut wie ein Helm", schränkt Peuckert ein, "zum Beispiel beim Crash mit einer Lkw-Tür oder einem Lkw-Spiegel." Hier seien herkömmliche Fahrradhelme eindeutig besser als ein Airbag, der sich ja erst entfalten muss. Peuckert: "Der Helm ist immer da, bietet sozusagen ab Millisekunde 0 vollen Schutz." Der Hövding 3 wurde im Rahmen des großen ADAC Fahrradhelm-Tests außer Konkurrenz getestet und erhält daher kein ADAC Urteil.

Als größte Schwäche sehen die Tester, dass der Airbag-Kragen bauartbedingt nicht in jeder Unfallsituation schützen kann. Dazu kommt der im Vergleich zu Helmen eingeschränkte Tragekomfort.

Alternativen und Innovationen

Die Minerva-AS GmbH aus Erding macht zunehmend auf sich aufmerksam. Das Unternehmen entwickelt nach eigener Aussage bereits seit 2017 Airbag-Systeme. Statt eines Schals wie bei Hövding wird dieser aber in einem Rucksack verstaut. Eine andere Alternative zum Hövding hat das Berliner Innovationsbüro nFrontier entwickelt: den Helm Pylo. Seine Besonderheit: Er beherbergt einen Airbag für das Gesicht.

Hövding 4: Die nächste Generation

Nach der Insolvenz Ende Dezember 2023 gehört Hövding inzwischen zum Technologieunternehmen iSi mit Hauptsitz in Österreich. Auf seiner Homepage kündigt das Unternehmen an, dass Mitte 2026 der Hövding 4 auf den Markt kommen soll. Nach der Übernahme der Marke Hövding durch die iSi Group wird die Technologie des Produktes vollständig neu entwickelt - auf Basis höchster Sicherheitsstandards aus der Automobilindustrie. Wir arbeiten aktuell an einem neuen Online-Auftritt, der den Produktlaunch des Hövding 4 begleiten wird.

Hövding 4 profitiert von der langjährigen Expertise von iSi in der Entwicklung lebensrettender Airbagsysteme für die Automobilindustrie. Zu diesem Zeitpunkt war das Unternehmen jedoch bereits in Konkurs gegangen, so dass der Verkauf nicht wieder aufgenommen werden konnte. iSi hat diese Kritikpunkte eingehend geprüft und adressiert sie gezielt in der Entwicklung des Hövding 4.

Funktionsweise im Detail

Du trägst diesen besonderen Fahrradhelm nicht wie andere Modelle. Der Airbag wird um den Nacken gelegt und erkennt über eine spezielle Sensorik die Bewegungsabläufe beim Radfahren. Kommt es zu einem Unfall, bläst er sich innerhalb von 0,1 Sekunden auf und umschließt den Kopfbereich und den Halsbereich. Im Inneren befindet sich ein Gasdruck, der für einige Sekunden gleichmäßig gehalten werden kann. Selbst bei sehr hohen Geschwindigkeiten und bei weiten Stürzen liegt der Kopf sicher im Luftpolster. Im Nacken befindet sich ein Kaltgasgenerator. Er füllt den Airbag im Ernstfall mit Helium. Dadurch entsteht eine Art Kapuze, die sich schützend um den Kopf legt und das Sichtfeld frei lässt.

Gefertigt ist das Produkt aus einem hoch resistenten Nylonstoff. Das bedeutet: selbst bei sehr spitzen oder rauen Oberflächen reißt das Material nicht ein. Der Helm bietet die Sicherheit also immer genau dann und an den Stellen, wo sie nötig ist. Verletzungen an der Schädeldecke, am Nacken und im Halsbereich werden vermieden. Kernpunkt der Funktionsweise ist die Sensorik. Schließlich muss der Fahrradhelm genau erkennen, wann er aufgehen muss und wann nicht.

Die Sensorik besitzt einen speziellen Algorithmus, der jahrelang entwickelt und in unzähligen Tests ausprobiert wurde. Bis zu 200 Mal in der Minute werden deine Bewegungen erfasst und mit den gespeicherten Mustern verglichen. Im Kragen befindet sich der eingebaute Airbag. Das Gewebe bewahrt ihn vor äußeren Einflüssen und Feuchtigkeit. Für eine formschöne Optik wurde zusätzlich ein modischer Überzug entwickelt. Da du am Halsbereich vermutlich auch beim Radfahren schwitzen wirst, kannst du diesen Schutzüberzug einfach abnehmen und in der Maschine waschen.

Akku und Design

In jedem Hövding ist ein Akku eingearbeitet, der etwa 10 - 15 Stunden hält. Danach muss er wieder aufgeladen werden. Im ausgeschalteten Zustand hält der Akku sogar bis zu 36 Tage. Energie verbrauchen in erster Linie die Sensoren, da sie ständig aktiv sind. Über den On-Schalter prüfst du problemlos den Akkustand. Die LED-Anzeige gibt an, wie gut der Akku geladen ist. Außerdem gibt es ein Tonsignal bei einem zu geringen Batteriestand. Das Laden erfolgt über USB-Ladekabel. So steckst du den Airbag Helm einfach an deinen Computer an.

Die einfachen Fahrradhelme dieser Art besitzen ein einfaches schwarzes Design. Immerhin ist der Helm auf diese Weise auch im Sommer zu tragen. Mittlerweile gibt es aber viele bunte Designs.

Anwendung und Aktivierung

Die Anwendung und die Aktivierung des Hövding sind recht einfach. Wichtig ist, dass du das System immer erst unmittelbar vor dem Fahren aktivierst und stets den Akkustand prüfst. Achte darauf, dass der Reißverschluss komplett geschlossen ist. Für die Aktivierung verbindest du nun den Druckknopf am Reißverschluss mit einem Teil auf der rechten Kragenseite. Das Deaktivieren funktioniert ähnlich. Jeder verkaufte Fahrradhelm braucht in Europa eine CE-Kennzeichnung.

Testergebnisse und Sicherheit

Die Testergebnisse sind überraschend: der Airbag Helm ist deutlich sicherer als ein einfacher Fahrradhelm. Bei einem Aufprall mit 25 km/h kann es schon passieren, dass du zu 90% Verletzungen trotz Helm davonträgst. Mit dem Airbag Modell liegt die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung bei 25 km/h bei 3%. Die Zahlen sprechen also für sich.

Der Hövding Helm 2.0

Der Hövding Helm 2.0 bewahrt dich mit seinem Airbag bei den unterschiedlichsten Unfällen im Straßenverkehr. Die Sensoren erkennen einen Sturz oder Aufprall sofort und schon bläst sich der Airbag auf. Das Besondere: die Hülle reicht um den Kopf- und den Halsbereich. Damit sind also auch die oberen Halswirbel gut geschützt. Aktiviert wird der Helm über einen kleinen Druckknopf kurz vor dem Losfahren. Du legst den Airbag um deinen Hals und schließt den Reißverschluss. Auf den ersten Blick ist es eine erweitere Jacke oder ein Schal, den du trägst. Er sichert dich jedoch deutlich besser vor Verletzungen als ein einfacher Fahrradhelm.

Weitere Hinweise zur Nutzung

Keine großen Ohrringe tragen. Der Bereich über der Naht muss immer frei bleiben und darf nicht mit einem Tuch abgedeckt werden. Das Tragen einer Kapuze ist möglich. Ein Turban oder ein anderer Helm lassen sich nicht mit dem Airbag kombinieren. Ein Kopftuch ist jedoch möglich, wenn es immer unterhalb des Hövding platziert wird. Die Materialien lassen sich bei Verschmutzung immer mit einem feuchten Tuch abwischen. Der Überzug ist sogar in der Maschine zu reinigen. Einzelteile lassen sich bei den Modellen nicht austauschen. Bei Beschädigung musst du dich immer an den Kundenservice wenden. Je nach Intensität der Nutzung hält ein solcher Helm bis zu 7 Jahre.

Zusammenfassung

Der Airbag Helm von Hövding lässt sich einfach handhaben und löst im genau richtigen Moment aus. Dabei legt sich ein Airbag um deinen kompletten Schädel, den Halsbereich und die oberen Halswirbel. Du bekommst einen besseren Schutz geboten, als es mit herkömmlichen Helmen der Fall ist. Kunden sind von dem Modell am meisten überzeugt, wenn sie bereits einen Aufprall ohne Probleme gemeistert haben. So geht der Trend immer mehr zu diesem Helm, der weder deine Frisur zerstört, noch zu warm ist.

Tabelle: Vergleich Hövding 3 vs. Klassischer Fahrradhelm

Merkmal Hövding 3 Klassischer Fahrradhelm
Schutzwirkung Sehr guter Schutz vor Kopfverletzungen, insbesondere bei Stürzen nach vorn oder zur Seite. Guter Schutz, bietet ab Millisekunde 0 vollen Schutz.
Schutz in allen Unfallszenarien Nicht in allen Szenarien optimal (z.B. Crash mit LKW-Tür oder Spiegel). Besserer Schutz in bestimmten Szenarien (z.B. Crash mit LKW-Tür oder Spiegel).
Tragekomfort Eingeschränkter Tragekomfort im Vergleich zu Helmen. Höherer Tragekomfort.
Aktivierung Muss vor der Fahrt aktiviert werden. Immer aktiv.
Design Schickes Design, verschiedene Überzüge erhältlich. Verschiedene Designs verfügbar.
Zusätzliche Funktionen Boa-Verschluss, App-Anbindung, LED-Anzeige. Keine zusätzlichen Funktionen.
Preis Hoher Preis. Geringerer Preis.

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