Die Sicherheit von Radfahrern im Straßenverkehr hängt maßgeblich davon ab, wie gut sie von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen werden. Besonders in der dunklen Jahreszeit oder bei schlechten Sichtverhältnissen spielen Reflektoren und reflektierende Kleidung eine entscheidende Rolle. Neben einer verkehrssicheren Fahrradausrüstung ist auch ein gut sichtbarer Fahrradhelm von großer Bedeutung.
Gesetzliche Vorschriften für Fahrräder
Laut der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) muss ein verkehrssicheres Fahrrad folgende Ausstattung aufweisen:
- Einen weißen Scheinwerfer
- Ein rotes Rücklicht
- Einen weißen Reflektor vorne
- Einen roten Reflektor hinten
- Reflektoren an den Speichen oder reflektierende Reifenflanken
- Reflektoren an den Pedalen
Diese Ausrüstung sorgt dafür, dass Radfahrer auch bei schlechten Sichtverhältnissen gut erkennbar sind.
Reflektoren und reflektierende Kleidung
Wer seine Sichtbarkeit erhöht, erhöht auch seine Sicherheit. Die häufigste Ursache für Unfälle mit Radfahrern ist, dass sie von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen werden. In vielen Kleidungsstücken sind reflektierende Materialien bereits eingearbeitet. Ziehen Sie beim Radfahren zum Beispiel einfach eine Warnweste über und bringen Sie auch an Taschen und Rucksäcken retroreflektierendes Material an. Damit sind Sie von allen Seiten gut zu sehen.
Eine stylishe Alternative zu klassischen Speichenreflektoren sind reflektierende Speichenclips. Sie werden einfach auf die Speichen gesteckt und werfen bei Dunkelheit Licht zurück. Tagsüber sind sie jedoch kaum wahrzunehmen und beeinflussen die Optik des Fahrrads nicht. Wichtig: Wenn Speichenclips verwendet werden, muss an jeder Speiche von Vorder- und Hinterrad ein Clip befestigt werden. Einer dieser Clips muss dabei die Zulassung zur StVZO als Kennzeichnung besitzen.
Auch Sicherheitswesten und reflektierende Kleidung können gut aussehen. Hersteller wie Regatta, Vaude oder Wowow bieten reflektierende Westen und Jacken mit modischen Designs und in ansprechenden Farben an.
Der Fahrradhelm: Mehr als nur ein Accessoire
Ein Fahrradhelm kann Leben retten. Auch wenn es für Fahrradfahrer in Deutschland keine Helmpflicht gibt, solltest Du nicht ohne fahren, denn mit Helm bist Du einfach sicherer unterwegs. Ein Leben lang begleiten sollte er Dich allerdings nicht. Dass er spätestens nach einem Aufprall ausgetauscht werden sollte, weil Schäden, die die Sicherheit beeinträchtigen, oft äußerlich nicht sichtbar sind, sollte selbstverständlich sein. Doch auch, wenn Dein Fahrradhelm Dich noch nicht bei einem Unfall schützen musste, solltest Du ihn regelmäßig austauschen, weil die Qualität des Materials unter Einflüssen wie Feuchtigkeit, Sonneneinstrahlung etc. leidet. Die Empfehlungen, wie oft man einen neuen Helm kaufen sollte, reichen von drei bis sechs Jahre.
Die Wahl des richtigen Helms
Bevor es um wichtige Fragen wie Passform und Größe geht, solltest Du zunächst wissen, nach welchem Typ Fahrradhelm Du suchst. Bei dieser Entscheidung kommt es in erster Linie darauf an, mit welchem Rad Du wie und wo unterwegs bist.
Das sind die wichtigsten Fahrradhelmtypen:
- City- und Allround-Helme für alle, die das Fahrrad in erster Linie als Alternative zum Auto oder zum ÖPNV nutzen und am Wochenende gern mal auf Tour gehen.
- MTB-Helme bieten Mountainbikern mit tiefer gezogener Nackenpartie Schutz beim Fallen in verschiedenen Winkeln. Sie haben meist ein Visier, das vor Sonne und fliegendem Matsch schützt.
- Fullface-Helme sind das Richtige für Mountainbiker, die viel Downhill fahren. Sie bieten dank Kinnbügel und großem Visier Rundumschutz, sind dafür meist aber deutlich schwerer als andere Fahrradhelme.
- Rennradhelme setzen auf Aerodynamik und möglichst wenig Gewicht. Weil man auf dem Rennrad überwiegend geduckt sitzt, verzichten die meisten Rennradhelme auf ein Visier, damit die Sicht nicht unnötig eingeschränkt ist.
- Kinderhelme erkennt man oft schon an der bunten Optik und der Größe. Fahrradhelme für Kinder müssen die DIN-Norm EN 1080 erfüllen. Diese besagt, dass der Kinnriemen bei einer bestimmten Zugkraft reißen muss.
Zusätzliche Sicherheitsmerkmale
Egal, ob MTB-, Rennrad- oder Cityhelm - seit einigen Jahren kommt in immer mehr Fahrradhelmen MIPS zum Einsatz. Die Abkürzung steht für Multidirectional Impact Protection System und wurde entwickelt, um Rotationskräfte, die bei einem Sturz auf den Kopf einwirken können, zu reduzieren und so das Risiko einer Gehirnerschütterung oder eines schwerwiegenden Schädel-Hirn-Traumas zu verringern. Ob ein Fahrradhelm über das MIPS-System verfügt, kannst Du an einem kleinen gelben Punkt hinten am Helm erkennen. Mittlerweile gibt es aber auch andere Systeme, die das Gehirn vor Schäden durch Rotationsbewegungen schützen sollen. Beispiele dafür sind Wavecell und Lazer KinetiCore.
Besonders, wenn Du viel in der Dunkelheit oder auch bei regnerischem Wetter mit schlechter Sicht unterwegs bist, solltest Du darauf achten, dass Dein Helm gut sichtbar ist. Fahrradhelme in auffälligen Farben eignen sich super, Modelle mit eigener Beleuchtung aber noch besser.
Die richtige Passform
Die beste und ausgefeilteste Funktionalität hilft wenig, wenn der Fahrradhelm nicht richtig passt. Welche Helmgröße Du brauchst, kannst Du mit einem Maßband und dem Größenverzeichnis der verschiedenen Hersteller relativ leicht herausfinden. Bei der Passform hilft allerdings nur Ausprobieren. Der Helm sollte waagerecht auf dem Kopf sitzen, nicht zu weit im Gesicht, nicht zu weit in den Nacken geschoben sein und - ganz wichtig - nirgends drücken oder zwicken. Passt der Helm gut und ist richtig eingestellt, sollte er nicht verrutschen, wenn Du den Kopf schüttelst.
Preis und Sicherheit
Alle Fahrradhelme, die in Deutschland verkauft werden, erfüllen mindestens die DIN-Norm EN 1078. Unabhängige Tests sind ein guter Anhaltspunkt dafür, ob der Fahrradhelm Deiner Wahl in Sachen Sicherheit überzeugt.
Reflektierende Taschen und Ausrüstung
Taschenspezialist Ortlieb bietet in seiner „High Visibility“-Serie Taschen für Lenker, Front- und Heckgepäckträger an, die aus einem Cordurastoff mit Reflexgarn bestehen. Diese Taschen reflektieren selbst die klassischen schwarzen Flächen. Laut Peter Wöstmann von Ortlieb bieten Reflektortaschen ein entscheidendes Plus an Sicherheit, da sich Packtaschen in niedriger Höhe am Rad befinden, wo das Scheinwerferlicht anderer Verkehrsteilnehmer zuerst hinfällt.
Checkliste für den Fahrradhelmkauf
- Spätestens alle sechs Jahre sollte ein neuer Helm her. Und natürlich nach einem Aufprall.
- Wie und wo Du unterwegs bist, entscheidet darüber, welche Art Helm Du brauchst.
- Die richtige Größe und Passform sind essenziell dafür, dass Dein Fahrradhelm Dich optimal schützen kann.
- Moderne Technologie wie MIPS erhöht die Sicherheit.
- Reflektoren und LED-Beleuchtung sorgen dafür, dass Du gesehen wirst und Unfälle gar nicht erst passieren.
- Teurer heißt nicht unbedingt sicherer. Unabhängige Tests helfen bei der Orientierung.
- Lass Dich bei Deinem Fahrradhändler beraten, wenn Du unsicher bist.
Neue Regelungen für Reflektoren am Fahrrad
Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2017 ist nur noch ein roter, nicht dreieckiger Rückstrahler Pflicht. Auch die gelben Speichenreflektoren haben mittlerweile ausgedient und werden durch Reifen mit weißen Reflexstreifen ersetzt. Diese reflektieren dank ihrer Kreisform auch im Stand die Silhouette des Rades und manchen es als solches erkennbar. Reifenhersteller wie Schwalbe bieten alle gängigen Alltagsmodelle mit reflektierenden Flanken an.
Neben zuverlässigen und leistungsstarken Lichtanlagen setzen Radfahrer auf ergänzende Reflexionsprodukte, um sich im Straßenverkehr sichtbarer zu machen. Aus diesem Grund wird bei Dunkelheit nicht selten zur reflektierenden Warnweste gegriffen.
Outdoor-Ausrüster Vaude hat beispielsweise die „Luminum II“- Kollektion im Angebot (Regenjacke, UVP: 170 Euro). Die eingearbeiteten Reflexelemente sorgen für mehr Sichtbarkeit und sind sogar als Warnkleidung TÜV-zertifiziert. Bei Tageslicht sieht man der Jacke ihre Sicherheits-Features hingegen nicht an. Ihre versteckte Funktion zeigen sie erst großflächig, wenn sie angestrahlt werden.
Wer es etwas schlichter möchte, greift zu den Reflektorbändern von Fahrer Berlin (UVP: 14 Euro). Die praktischen Hosenbänder werden aus recyceltem Material gefertigt und verfügen über einen reflektierenden Streifen für mehr Sicherheit. Der Berliner Accessoires-Spezialist hat mit den „Reflektor-Button“ (5,95 Euro) eine weitere pfiffige Lösung im Angebot: Die Anstecker werden z. B. an den Jackenärmel geklettet und machen das Armzeichen beim Abbiegen deutlich sichtbarer.
Reichlich Stoßabsorbtionsfähigkeit bei geringem Gewicht, gute Belüftung und hoher Tragekomfort sind die wichtigsten Kriterien eines Fahrradhelms. Signalfarben, Reflektoren und LED-Rücklichter sorgen für bessere Sichtbarkeit im Stadtverkehr. Ein Beispiel ist der „Urban‑I 3.0 Ace“ von Abus (UVP: 149,95 Euro). Der Helm ist bei Dämmerung und Dunkelheit kaum zu übersehen. Die Reflektorstreifen sind so angeordnet, dass sie aus jedem Winkel Scheinwerferlicht reflektieren und dabei grob die Helmsilhouette nachzeichnen. So werden die Träger:innen schnell als Radfahrende erkennbar.
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