Smarte Fahrradhelme mit Sprechfunk im Test: Mehr als nur Kopfschutz

Ein smarter Fahrradhelm schützt nicht nur den Kopf, sondern bietet im besten Fall auch Bluetooth, eine SOS-Notfallfunktion, Licht, Blinker und Lautsprecher. Einige Helme können sogar mehr als "nur" den Kopf schützen: Sie leuchten, blinken, spielen Musik, eignen sich zum Telefonieren und senden bei einem Unfall automatisch eine Nachricht an den hinterlegten Notfallkontakt. Ein ganz besonderer Fahrradhelm, der eigentlich kein Helm ist, löst bei einem Unfall sogar einen Airbag aus, der sich wie eine Haube über den Kopf des Fahrers legt.

Der Markt an smarten Fahrradhelmen ist überschaubar, wächst aber stetig. Für diese Übersicht wurden einige besonders beliebte und gute Modelle herausgesucht und getestet.

Die besten smarten Fahrradhelme im Überblick

Sena R1 Evo: Mit Mesh-Intercom für Gruppenfahrten

Der Sena R1 Evo ist ein gelungener smarter Fahrradhelm, der vor allem mit dem Mesh-Intercom ein sehr nützliches Feature bietet. Die Verarbeitung ist hochwertig, die Passform lässt sich flexibel anpassen. Schade ist, dass es kein Frontlicht und keinen Blinker gibt. Wer darauf verzichten kann und einen zuverlässigen Helm zum Telefonieren und für Gruppenfahrten sucht, wird mit dem Sena R1 Evo aber gut bedient sein.

Der Sena R1 Evo kombiniert ein klassisches, stromlinienförmiges Design mit Funktionen wie Mesh-Intercom, Telefonie und Musikwiedergabe. Rein optisch wirkt er wie ein ganz normaler Fahrradhelm, doch er hat einige smarte Funktionen an Bord, die ihn aus der Masse hervorheben sollen. Das Verschlusssystem lässt sich sehr variabel einstellen, und der gesamte hintere Bereich des Helms kann ein- und ausgefahren werden, sodass er sich optimal an die individuelle Kopfform anpasst. Auch an Tragekomfort wurde gedacht: Die Polster im Inneren lassen sich zum Reinigen einfach entnehmen.

Vorteile:

  • Mesh-Intercom für Gruppenfahrten und Möglichkeit zum Telefonieren
  • Musik- und Podcast-Wiedergabe
  • Flexibles Verschlusssystem

Nachteile:

  • Kein Frontlicht und kein Blinker
  • Keine App-Anbindung
  • Lautsprecher ohne Bass

An der Seite des Helms befinden sich drei gut erreichbare Knöpfe, die ein angenehmes haptisches Feedback beim Drücken bieten. Hierüber lassen sich unter anderem die Lautstärke regeln und das Mesh-Intercom aktivieren. Die Verbindung zu anderen Helmen stellt der Sena R1 Evo dann automatisch her.

Im Test hat die Telefonie einwandfrei funktioniert. Das Mikrofon überträgt die Stimme zwar etwas blechern, filtert dafür aber Windgeräusche zuverlässig heraus. Selbst bei höheren Geschwindigkeiten konnten wir uns noch gut verständigen. Über die integrierten Stereolautsprecher kann man nicht nur telefonieren, sondern auch Musik und Podcasts hören. Die maximale Lautstärke ist ausreichend, um alles gut zu verstehen.

Livall Evo 21: Beste Beleuchtung für mehr Sicherheit

Der Livall Evo 21 ist ein guter Helm mit besonders gut sichtbarem Licht, welches dank Umgebungslichtsensor zuverlässig leuchtet, wann es draußen dunkel ist. Auch der Blinker funktioniert gut über die Fernbedienung, und die SOS-Funktion kann im Zweifelsfall eine echte Hilfe sein. Auffälligstes Merkmal am Livall Evo 21 ist seine Beleuchtung, die, bestehend aus 38 LEDs, fast komplett um den Helm reicht.

Mit der Fernbedienung am Lenker aktiviert man für knapp zehn Sekunden einen Blinker. Dieser ist für andere Verkehrsteilnehmer gut zu sehen. Ein Bewegungssensor im Helm sorgt nicht nur dafür, dass er nach kurzer Ruhezeit in den Stand-by-Betrieb wechselt, um Energie zu sparen, sondern aktiviert zusätzlich beim Verringern der Geschwindigkeit ein Bremslicht. Der Helm verbindet sich auf Wunsch per Bluetooth mit der Livall-App. Dort kann der Nutzer festlegen, wie das Licht im Dunkeln leuchten soll.

Vorteile:

  • 360-Grad-Licht
  • Blinker mit Fernbedienung
  • Umgebungslichtsensor
  • Bremslicht
  • SOS-Funktion

Nachteile:

  • Proprietärer Ladestecker
  • Licht kann nicht dauerhaft leuchten
  • Frontlicht nicht sehr hell

Als hilfreich könnte sich die SOS-Funktion erweisen. Im Test konnten wir einen Sturz simulieren und die Funktion auslösen. Der Nutzer hat dann 90 Sekunden Zeit, den Notruf abzubrechen. Auf Wunsch kann der Nutzer auch den mittleren Knopf der Fernbedienung gedrückt halten, um den Notfallkontakt zu informieren.

Hövding 3: Der Airbag-Helm als Alternative

Wer überwiegend gemütlich in der Stadt unterwegs ist und das entsprechende Kleingeld hat, für den ist der Fahrrad-Airbag Hövding 3 eine reizvolle Alternative zum klassischen Helm. Er trägt sich beim Fahren angenehm und ruiniert keine Frisur. Für anspruchsvolle Trails und Abfahrten können wir ihn nicht empfehlen, denn es könnte passieren, dass er an der falschen Stelle auslöst.

Vorteile:

  • Schützt Kopf und Nacken zuverlässig
  • Für viele bequemer als ein klassischer Helm
  • Benachrichtigt bei einem Unfall einen Kontakt

Nachteile:

  • Hövding ist insolvent
  • Löst manchmal ungewollt aus
  • Löst nicht aus, wenn der Fahrer gegen LKW-Spiegel knallt
  • Teuer; kann nicht wiederverwendet werden

Lumos Ultra: Schickes Design und hohe Sicherheit

Der Lumos Ultra ist ein smarter Fahrradhelm, der mit integriertem Licht, Blinker und App-Steuerung die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht. Sein stromlinienförmiges, geschwungenes Design sticht positiv aus der Masse an Fahrradhelmen hervor. In der Farbe Weiß zeigt er sich glänzend, in Schwarz matt. Egal für welche Variante man sich entscheidet, auf dem Kopf macht der Lumos Ultra eine gute Figur.

Auffälligstes Merkmal des Lumos Ultra sind die integrierten LEDs. Auf der Rückseite befinden sich mehrere rote Leuchten, die für eine gute Sichtbarkeit im Straßenverkehr sorgen. Vorne sitzt ein großes, weißes Frontlicht. Zwar kann es ein dediziertes Fahrradlicht nicht ersetzen, aber es sorgt dafür, dass der Radfahrer von entgegenkommenden Verkehrsteilnehmern besser wahrgenommen wird. Die Helligkeit der LEDs lässt sich in der zugehörigen Smartphone-App einstellen. Ebenfalls clever: Der Lumos Ultra verfügt über einen Blinker, der per Fernbedienung am Lenker aktiviert werden kann. So zeigt man Abbiegevorgänge an, ohne die Hände vom Lenker nehmen zu müssen - ein echtes Plus an Sicherheit. In der App lässt sich das Blinklicht individualisieren, etwa um Akku zu sparen.

Vorteile:

  • Schickes, stromlinienförmiges Design
  • Helles Licht und Blinker mit Fernbedienung
  • Gute Passform
  • Abnehmbares Polster

Nachteile:

  • Keine Lautsprecher oder Mikrofon
  • App bietet nur wenige Einstellmöglichkeiten

Kommunikationssysteme für Mountainbiker im Vergleich

Nie mehr sprachlos auf Mountainbike-Tour - elektronische Kommunikationssysteme machen es möglich. Um Mountainbiker miteinander vernetzt zu halten - auch wenn sie räumlich voneinander getrennt sind - haben sich die Entwickler bei Aleck, Cardo und Sena eine elektronische Lösung ausgedacht. Alle drei Intercom-Systeme lassen sich via Bluetooth mit dem Handy koppeln. Ohne Smartphone kommt man bei der Einrichtung der Geräte nicht weit, denn für jedes braucht es eine eigene App mit einem extra Nutzerkonto. Über diese können dann Grundeinstellungen vorgenommen und Kommunikations-Gruppen erstellt werden. Falls freigegeben, können Gruppenmitglieder außerdem die Position anderer Nutzer auf einer Karte einsehen.

Aleck Punks

Die Aleck Punks begannen ihren Marktauftritt als Kickstarter-Kampagne und starten im August 2023 in den Vorverkauf. Maximal minimalistisch erscheinen die Aleck Punks auf den ersten Blick. Im Vergleich zu den zwei anderen Intercom-Systemen sind sie deutlich kleiner und leichter. Die Gesprächsqualität über das Mobilfunknetz war in unserem Test durchgehend gut. Das Problem der Funklöcher bleibt jedoch. Die Near-Ear-Kommunikation der Punks ist faszinierend. Trotz freier Ohren ist die Soundqualität überzeugend. Allerdings hören auch Außenstehende leise mit.

Vorteile:

  • Maximale Nutzerzahl in einem Netzwerk: Unbegrenzt
  • Maximale Reichweite zwischen zwei Geräten: Unbegrenzt
  • Maximale Gesamtreichweite: Unbegrenzt
  • Audio-Wiedergabe: Near-Ear-Technologie

Nachteile:

  • Abhängigkeit vom Mobilfunknetz
  • Bedienung erfordert Eingewöhnung

Cardo Packtalk Outdoor

Mit 249,95 Euro ist das Cardo Packtalk Outdoor deutlich teurer als die anderen getesteten Geräte. Für zwei Nutzer sind damit satte 500 Euro fällig. In der verschachtelten Verpackung liegen verschiedene Montage-Halter, Klebepads, Kabel, ein Adapter und zwei hochwertige Kopfhörer von JBL - gut für alle, die das System als Multisport-Gerät nutzen wollen. Über mehrere Tasten mit Piktogrammen, eine LED-Anzeige und ein Drehrad lässt sich das System einfach handhaben. In einer einstellbaren Sprache informieren Sprachansagen zum Beispiel über die Verbindung zum Smartphone oder den Akkustand.

Vorteile:

  • Maximale Nutzerzahl in einem Netzwerk: 15
  • Maximale Reichweite zwischen zwei Geräten: ein Kilometer
  • Maximale Gesamtreichweite: fünf Kilometer
  • Audio-Wiedergabe: Kopfhörer mit Kabel

Nachteile:

  • Teuer
  • Komplex durch viele Teile
  • Rechtslage zum Thema In-Ear-Kopfhörer auf dem Bike ist recht undurchsichtig

Sena Talkie

Das hier getestete Talkie ist der neueste Wurf der Kommunikations-Experten und verfolgt einen anderen Ansatz. Es lässt sich problemlos überallhin mitnehmen und bei vielen unterschiedlichen Sportarten nutzen. In der Hand wirkt das Gerät kompakt und robust. Es ist spürbar schwerer als die Konkurrenz. Dafür ist die Bedienung an einem Gerät und mit drei Tasten deutlich intuitiver. Die unkomplizierte Nutzbarkeit macht von Anfang an Spaß und ist die vielleicht größte Stärke des Talkies als Intercom-Lösung im Vergleich zu Aleck und Cardo.

Vorteile:

  • Maximale Nutzerzahl in einem Netzwerk: Unbegrenzt
  • Einfache Bedienung

Nachteile:

  • Maximale Reichweite zwischen zwei Geräten: 400 Meter
  • Audio-Wiedergabe: Lautsprecher (jeder kann mithören)

Fahrradhelme mit Bluetooth im Vergleich (2025)

Modell Licht Blinker Vorteile Nachteile
Sena M1/M1 Evo Smart Ja Nein Audio-Kommunikationssystem, 4-Wege-Bluetooth-Sprechanlage, große Reichweite, angenehm zu tragen Ohne Indikator, unterstützt keine Notfunktion
Abus MONTRAILER Quin Nein Nein GPS, App-kompatibel, SOS-Funktion, Höhenverstellbarkeit des Systems schafft Platz für Zöpfe Hat kein Licht, ohne Indikator
Sena R1 Nein Nein Für besonders viele Kopfgrößen geeignet, sehr leicht Hat kein Licht, unterstützt keine Notfunktion
Sena R1 Smart Nein Nein Eingebaute Lautsprecher, waschbares Innenfutter Hat kein Licht, unterstützt keine Notfunktion
Livall MT1 Neo Ja Ja Bremslichter, Blinker, SOS-Funktion, besonders leicht Keine andere Version verfügbar, Steuerung funktioniert nicht ohne Internet
Livall Bh51m Neo Ja Ja Bremslichter, Blinker, SOS-Funktion, für besonders viele Kopfgrößen geeignet, sehr leicht, mit Vorderlicht Keine andere Version verfügbar
Livall BH60SE Neo Ja Ja Bremslichter, Blinker, SOS-Funktion, für viele Kopfgrößen geeignet, besonders leicht Keine andere Version verfügbar, kein Zubehör im Lieferumfang
Sena R2 Ja Nein Integrierter Lautsprecher und Mikrofon, integriertes LED-Rücklicht Ohne Indikator, unterstützt keine Notfunktion
Lumos Ultra Ja Ja Bremslichter, Blinker, sehr leicht Unterstützt keine Notfunktion, keine andere Version verfügbar

Weitere Aspekte für mehr Sicherheit

Fahrradfahren hat nachweislich positive Auswirkungen auf die Gesundheit - selbst E-Bikes sind viel besser als etwa Autofahren. Doch selbst die vorsichtigsten Fahrer können einen Unfall nie zu 100 Prozent ausschließen. Wir empfehlen deshalb Zusatzversicherungen, um die möglichen negativen Konsequenzen abzumildern.

Bei vielen Versicherungen lohnt sich das Vergleichen. Denn wer regelmäßig vergleicht, spart gut und gerne mehrere hundert Euro im Jahr. Wo man am meisten spart, zeigen die Tarifrechner von heise online.

  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • KFZ-Versicherung
  • Lebensversicherung
  • Rechtsschutzversicherung
  • Unfallversicherung

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