Fox Rampage RS und Speedframe RS: MTB-Helm-Test

Der Fox Rampage RS Fullface-Helm ist da - leichter, sicherer und stylischer soll er sein. Bereits seit 2006 schützt der Fox Rampage-Helm die Köpfe von Mountainbikern und gehört zu einem der am meisten getragenen Fullface-Helme. Auch wir haben bereits unzählige Versionen des Rampage-Helms getragen und getestet. Jetzt kommt der neue Rampage RS Fullface-Helm mit Carbongehäuse auf den Markt, der schon seit Längerem auf den Köpfen von Tahnée Seagrave, Jackson Goldstone oder Nina Hoffmann im Downhill World Cup zu sehen war. RS steht übrigens für „Race Spec“ und ist das Top-Modell der Rampage-Serie.

Technologie und Sicherheit des Rampage RS

Der Rampage RS hat viele ähnliche Features - wie z. B. das MIPS Integra Split-System - mit dem V3 RS Carbon-Helm, den Fox bereits vor 2 Jahren für den Motocross-Einsatz vorgestellt hat und den wir schon länger im Einsatz haben. Der neue Fox Rampage RS Helm ist ein Sandwich aus unzähligen Lagen. Expanded Polystyrene (EPS), Expanded Polypropylene (EPP), Polycarbonate Schichten und das MIPS® Integra Split-System sollen vor allen erdenklichen Szenarien bei einem Sturz schützen und die auf den Helm einwirkenden Kräfte absorbieren. Umgeben sind sie von einem Carbon-Außenschale, während der Helm im Inneren mit auswechselbaren Polstern für einen komfortablen Sitz ausgestattet ist.

Mit 1.070 Gramm ist der Helm ca. 250 Gramm leichter als sein Vorgänger und gehört damit zu den leichteren Helmen seiner Klasse. Zudem soll er eine um 5 % verbesserte Aerodynamik besitzen - was vermutlich den wenigsten von uns auffallen wird ;). Der neue FOX Rampage RS erfüllt selbstverständlich alle geltenden Sicherheitsnormen für MTB-Helme. Das Visier lässt sich in zwei Positionen einstellen und im Lieferumfang ist eine anklippbare Verlängerung für regnerische Tage dabei. Alle Polster - auch die des Verschluss-Straps - lassen sich herausnehmen und waschen. Dazu werden sie einfach aus ihrer Halterung gelöst. Als Verschlusssystem dient ein Doppel-D-Verschluss, den wir persönlich bevorzugen.

Verfügbar ist der neue Rampage RS in sechs Größen von XS bis XXL, wobei die Unterschiede zwischen zwei Größen relativ gering sind und wir im Zweifel zur größeren Version gegriffen haben. Im Lieferumfang ist zudem ein zweiter Satz an Backenpolster erhalten, die etwas größer sind als die im Helm verbauten. Solltet ihr also zwischen zwei Größen stehen, empfehlen wir euch die größere Version zu nehmen. Verfügbar ist der Rampage RS allerdings nur in zwei Farbvarianten: Einer schwarzen Version, bei der das Sichtcarbon herausschimmert, oder einer dunkelgrünen Variante mit Neonstreifen, wie unser Test-Modell.

Passform, Komfort und Belüftung

Der neue Fox Rampage RS Full-Face-Helm punktet mit einer guten Passform - zumindest, wenn man zur richtigen Größe greift. Im Test passte der Helm auf nahezu jeden Kopf im Office, er sitzt an der richtigen Stelle und drückt nicht. Auch alle uns verfügbaren Goggles haben problemlos mit dem Helm gepasst und ausreichend Platz gehabt. Die Backenpolster fallen auf der Haut etwas kratzig aus, sorgen aber dennoch für einen insgesamt angenehmen Tragekomfort. Sie absorbieren Schweiß gut und trocknen schnell. Die Belüftung des Rampage RS ist gelungen, auch wenn es auf dem Markt noch besser durchlüftete Modelle gibt.

Auch die Akustik im Helm ist angenehm und Windgeräusche beim Fahren sind nicht störend. Allerdings hallt die Carbon-Hülle recht laut, wenn man z. B. an einem Ast hängen bleibt. Abgesehen davon ist der Helm leise und wir konnten bislang noch keine störenden Geräusche ausmachen.

Fox Speedframe RS im Detail

Dieses Jahr hat Fox seinen Helmklassiker neu aufgesetzt und in gleich drei Ausstattungslinien präsentiert. In unseren Test hat es das Topmodell Speedframe RS geschafft, für das Fox schlappe 250 Euro aufruft. Bei der Ausstattung gehen die Amis dafür in die Vollen. Als einziger Hersteller im Test verbauen sie das exklusive Mips Integra Split. Hier gleiten die beiden Schichten einer zweigeteilten Helmschale (innen und außen) aufeinander, um die Rotationskräfte aufzufangen. Das System ist sehr aufwändig, drückt dafür aber auch etwas aufs Gewicht. Knapp 400 Gramm wiegt der Speedframe RS in Größe M.

Ausstattung und Komfort des Speedframe RS

Auch die restlichen Details können sich sehen lassen. Selbstverständlich kommt beim Verschluss eine Magnetschnalle von Fidlock zum Einsatz. Der Kopfring wird per Boa-Drehrad geschlossen und soll sich damit fein an seinen Träger anpassen lassen. Das Visier ist in drei Stufen höhenverstellbar, ebenso der Kopfring - allerdings nur per Druckknopf. Unter dem Visier verbirgt sich eine Gummierung, um die Brille zu befestigen. Neben einem Transportbeutel liegen auch Ersatzpolster sowie eine Action-Cam-Halterung im Karton dabei.

Kritikpunkte beim Speedframe RS

So überzeugt wir inzwischen von Boa-Verschlüssen an Bike-Schuhen sind: An Helmen können wir dem System bisher nicht allzu viel abgewinnen. Das hat verschiedene Gründe. Erstaunlicherweise lässt sich der Helm nur schwer optimal am Kopf fixieren. So muss man das Rädchen ziemlich fest anziehen, damit der Helm wackelfrei sitzt. Dann aber können die dünnen Boa-Seile, die hier anstelle eines Kunststoffrings zum Einsatz kommen seitlich am Kopf drücken - auf Dauer kann das recht unangenehm werden. Ansonsten sitzt der Fox Speedframe RS dank umfangreicher Polsterung recht bequem. Die Y-Gurte sind zwar nicht verstellbar, liegen aber auf guter Höhe. Per Magnetschloss lässt sich der Fox-Helm intuitiv öffnen und schließen.

Weiteres Manko: Mit einer Hand lässt sich das schwer einrastende Visier kaum verstellen. Darunter finden aber Goggle und Sonnenbrille (in einer extra gummierten Halterung) sicher Platz.

Laborergebnisse des Speedframe RS

Wie schon der ebenfalls recht teuere Fizik Kassis schneidet auch der Fox Speedframe RS im Labor nur mittelmäßig ab. Das aufwändige Mips Integra Split scheint beim Rotationsschutz keine Vorteile zu bieten.

Da kann man dann auch zum günstigeren Fox Speedframe Pro mit Mips Air Node greifen (179,99 Euro). Oder man verzichtet zudem auf das Boa-Verstellsystem und schnappt sich den günstigsten Speedframe für gerade mal 109,99 Euro.

Das Haifischmaul schaufelt zumindest an die Stirn viel Luft, weiter hinten sieht es aber mau aus mit Kühlung. Das mag vielleicht ebenfalls an der doppelten und recht dichten Schalenkonstruktion liegen.

Bewertung und Fazit zum Speedframe RS

Das neue Speedframe Topmodell besitzt sämtliche Goodies, die der Helmmarkt hergibt: Magnetschnalle, Boa-Verschluss, antibakterielles Polster und das aufwändige Mips-System mit geteilter Schale. Das alles drückt aber auf die Waage. Dabei scheint der Integra Split genannte Rotationsschutz keine messbaren Vorteile zu bieten, die Belüftung ist nur mäßig. Der Boa-Verschluss bringt wenig Zug, kann dafür seitlich drücken (dünnes Seil). Das Visier lässt sich nur schwer verstellen. Fox hat den Speedframe überarbeitet und ihm mit Brillenhalterung und BOA-Verschluss einige sinnvolle neue Features verpasst. Wir haben den MTB-Helm mehrere Monate intensiv getestet.

Fox Racing hat seinen beliebten MTB-Helm Speedframe komplett überarbeitet und bietet ihn gleich in 3 verschiedenen Varianten an. Der Speedframe ist für 109,99 € erhältlich, das getestete Speedframe Pro-Modell geht für 179,99 € über die Theke, während das Topmodell Speedframe RS für 249,99 € angeboten wird. Doch worin liegen die Unterschiede der Modelle? Zunächst einmal das Offensichtliche: Die Basis-Variante hat einen Standard-Clip-Verschluss, während sich die beiden anderen Modelle mit praktischem FIDLOCK-Verschluss schließen lassen.

MIPS-Systeme im Vergleich

Doch der größte Unterschied liegt in der Schalenkonstruktion: Zwar haben alle drei die gleiche Schale, die aus EPS-Schaum zweier unterschiedlicher Dichten besteht, doch die Modelle Pro- und RS setzen zudem auf unterschiedlich ausgeführte MIPS-Systeme: Im Pro-Modell steckt das MIPS Air Node-System. Es besteht aus speziellen Polstern, die sich bei einem schrägen Aufprall von der Schale lösen sollen und Rotationsbewegungen damit umleiten, um den Kopf bei einem Sturz besser zu schützen. Beim RS-Modell ist hingegen das MIPS Integra Split-System verbaut. Hier besteht der MTB-Helm aus zwei Schalen, die sich ineinander bewegen können, um die gleichen Schutzwirkung zu erzielen.

Dank dieser fortschrittlichen Sicherheitssysteme haben sich die Pro-und RS-Helme Bestnoten bei unabhängigen Tests der Virginia Tech verdient, bei denen Helme verschiedener Hersteller auf ihre Schutzfunktion geprüft werden. Das RS-Modell belegte Platz 1 und das Pro-Modell folgte direkt dahinter auf Platz 2. Der neue Fox Speedframe ist in den Größen S bis L erhältlich und soll Kopfumfänge von 51 bis 66 cm abdecken. Das BOA Fit-System ermöglicht eine präzise Größenverstellung über Schnüre. Die Ionic+ Polster wurden so konzipiert, dass sie Gerüche reduzieren, sie sind aber gleichzeitig auch waschbar. Neu ist zudem eine integrierte Brillengarage unter dem in drei Positionen verstellbaren Visier. Wenn euch Schwarz zu langweilig ist, habt ihr beim Fox Speedframe die Auswahl zwischen vielen stylischen Farben.

Tragekomfort und Praxiseinsatz des Speedframe Pro

Direkt nach dem Auspacken des Fox Speedframe fällt die sehr hohe Verarbeitungsqualität auf. Das Finish sieht edel aus und der MTB-Helm zeigt keine billigen Plastikteile oder scharfen Kanten - auch der Übergang zwischen der Innen- und Außenschale ist nahtlos gestaltet. Auf dem Trail hat sich der Fox Speedframe Pro als äußerst komfortabler MTB-Helm erwiesen, der auch nach einem langen Tag auf dem Bike an keiner Stelle drückt. Im Vergleich zum Vorgängermodell sitzt er noch etwas bequemer und liegt minimal tiefer auf dem Kopf, was für ein super angenehmes Tragegefühl sorgt. Besonders am Hinterkopf ist die Polsterung verbessert, was den Komfort zusätzlich erhöht.

Das verstellbare Visier sitzt nun fester als beim alten Modell, allerdings ist die Verstellung relativ schwergängig. Mit einer Hand lässt es sich nur schwer verstellen, weshalb es für schnelle Anpassungen vor einer Trail-Abfahrt nicht ganz optimal ist. Das BOA Fit-System und der FIDLOCK-Verschluss sind top und lassen sich super einfach bedienen. Durch das BOA-System mit den Schnüren ist hinter den Ohren mehr Platz, was besonders beim Tragen von Brillen mit langen Bügeln angenehm ist. Die neue Brillenhalterung des Fox Speedframe ist ein sinnvolles Feature, allerdings braucht es anfangs etwas Übung, um die Führung richtig zu treffen. Die Brille muss meist umgekehrt in die Halterung gesteckt werden und da die Führung relativ weit auseinander liegt, werden die Bügel stark gespreizt.

Der überarbeitete Fox Speedframe Pro überzeugt mit hohem Tragekomfort, guter Belüftung und durchdachten neuen Features. Die tiefere Passform und verbesserte Polsterung sorgen für ein angenehmes Tragegefühl, während das BOA Fit-System eine präzise Anpassung ermöglicht, auch wenn es etwas ergonomischer sein könnte. Das Visier und die Brillenhalterung sind praktisch, erfordern aber etwas Eingewöhnung.

Weitere MTB-Helm Optionen

Neben dem Rampage RS und Speedframe RS gibt es auch noch andere MTB-Helme auf dem Markt, die eine gute Option sein können. Hier sind einige Beispiele:

  • POC Tectal Race MIPS: Ein Helm für eine Vielzahl von Mountainbike-Disziplinen mit MIPS Integra-Technologie und guter Belüftung.
  • Cube Trooper: Ein ausgezeichneter Helm für fast jedes Mountainbike-Abenteuer mit MIPS-System und guter Belüftung.
  • Smith Convoy MIPS: Ein leichter und komfortabler MTB-Helm mit MIPS-Technologie und tollem Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Abus MoDrop: MTB-Helm mit MIPS, guter Belüftung und guter Anpassung an den Kopf bei relativ geringem Gewicht.

Schutzwirkung von Fahrradhelmen

Studien haben ermittelt, dass durch das Tragen von Fahrradhelmen zwischen 20 Prozent der Kopfverletzungen bei Leichtverletzten und bis zu über 80 Prozent der Kopfverletzungen bei besonders Schwerverletzten vermieden werden können. Die Zahlen stammen von der HFC Human-Factors-Consult GmbH aus dem Jahr 2017 und wurden im Auftrag der Verkehrsministerien Baden-Württemberg und Thüringen ermittelt. In den allermeisten Fällen besteht ein Fahrradhelm aus einer harten Kunststoffschale, in welche direkt ein expandierter Polystyrol Schaum (EPS) eingespritzt wird. Dieses Verfahren bezeichnet man als sogenanntes In-Mold-Verfahren. Der EPS absorbiert im Falle eines Sturzes die auftreffende Energie und schützt so den Kopf vor Verletzungen. Der Schaum altert mit der Zeit und wird porös. Schweiß und UV-Strahlung beschleunigen den Prozess, weshalb der Helm gut gepflegt und gelagert werden will.

Technologien zur Verbesserung des Schutzes

Eine weitere Technologie, die den Kopf besser schützen soll, ist das Multi-Directional Impact Protection System, oder kurz MIPS. MIPS soll den Kopf bei einem Schrägaufprall durch Ableiten der Energie besser schützen. Dadurch ist eine innere dünne Schale beweglich im Fahrradhelm befestigt, die sich um 10 bis 15 Millimeter in alle Richtungen bewegen lässt.

Die richtige Passform finden

Die wichtigste Aufgabe eines Helmes ist es, den Biker zu schützen, sollte es zu einem Sturz oder Unfall kommen. Die notwendige Größe des Helmes kann einfach mit einem Maßband ermittelt werden, mit welchem der Kopfumfang oberhalb der Ohren nachgemessen wird. Hier sollte am besten zu zweit gearbeitet werden. Damit der Helm optimal angepasst werden kann, muss der Head-Ring in Umfang und Höhe verstellbar sein und der Verschlussmechanismus sollte gut, am besten mit einer Hand, bedienbar sein. Auch ist eine gute Belüftung hilfreich, damit der Kopf bei einem anstrengenden Uphill oder in der prallen Sonne nicht so schnell überhitzt. Zusätzlich sei gesagt, dass nicht jeder Helm gleich gut auf jeden Kopf passt. Natürlich ist jeder Kopf verschieden und so lohnt es sich, beim Kauf auch mal andere Helmhersteller auszuprobieren und sich nicht zu sehr auf einen Helm zu versteifen, nur weil die Farbe gut zum Bike oder Trikot passt.

Zusammenfassung

Der neue Fox Rampage RS überzeugt mit guter Passform, durchdachtem Schutzkonzept und praktischen Features, wie den wasch- und austauschbaren Polstern und dem zusätzlichen Visier. Auf dem Trail bietet er eine solide Belüftung, ein hohes Komfortniveau und bleibt angenehm leise.

Helm Gewicht (Größe M) Preis (ca.) Besondere Merkmale
Fox Rampage RS 1.070 Gramm 400€ Carbon-Außenschale, MIPS Integra Split-System
Fox Speedframe RS 400 Gramm 250€ MIPS Integra Split, Boa-Verschluss, Fidlock-Buckle
Fox Speedframe Pro ca. 400 Gramm 180€ MIPS Air Node-System, Fidlock-Verschluss
POC Tectal Race MIPS ca. 350 Gramm 220€ MIPS Integra, Recco-Reflektor

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