Ein Fahrradhelm ist ein sehr wichtiges Accessoire für alle Radfahrer. Er schützt den Kopf vor herabfallenden Gegenständen oder Stürzen. Viele Menschen haben allerdings einen kleinen oder schmalen Kopf, der nicht in die Standardgrößen der Fahrradhelme passt. Deshalb ist es wichtig, den richtigen Helm zu finden, der sowohl sicher als auch komfortabel ist.
Sicherheitsmerkmale und Technologien
De facto haben sich bei Radhelmen längst neue Sicherheitsfeatures etabliert, die die gängigen Normen nicht abbilden. MIPS, das für „Multi Directional Impact Protection System” steht, hat einen Rotationsschutz erdacht, eine zusätzliche, bewegliche Kunststoffschale zwischen Helmpolster und Helmschale. Die Aufgabe dieser inneren Schale besteht darin, bei einem schrägen Aufprall - wie er zum Beispiel beim Sturz über den Lenker typisch ist - etwas zusätzliche Rotationsbewegung der Helmschale zuzulassen.
Das senkt die Wahrscheinlichkeit von Hirnschäden, die auftreten, wenn der Schädel sich so schnell dreht, dass die träge Masse des Gehirns nicht folgen kann und Blutgefäße bei der Scherbewegung zwischen Schädelknochen und Gehirn einreißen. Das heißt, man sollte möglichst alles tun, was die Belastung des Gehirns bei einem Unfall senkt.
Aus der Drehrate errechnen wir zusätzlich die Gefahr einer Gehirnerschütterung durch die Rotation. 2.400-mal pro Sekunde checkt der Messchip, der in weniger edler Ausführung auch in jedem Smartphone steckt, die Lage und macht Dinge sichtbar, die sich dem bloßen Auge entziehen: zum Beispiel, dass die Drehraten des Kopfes nach dem schrägen Aufprall im Schnitt um 40 Prozent zurückgehen, wenn ein MIPS-System im Helm eingebaut ist. Die Wahrscheinlichkeit, eine mittlere Gehirnerschütterung durch die Rotation zu erleiden, sinkt sogar um drei Viertel, von durchschnittlich 39 auf nur noch 10 Prozent - verglichen mit einem Helm ohne MIPS.
Das heißt nicht, dass ein MIPS Rennrad-Helm Hirnschäden immer vollständig vermeidet, aber das Risiko bei einem schrägen Stoß sinkt signifikant gegenüber Standardhelmen. Wie verbreitet das System ist, lässt sich am aktuellen Angebot eines großen Online-Händlers ablesen: 1000 von insgesamt 4000 verfügbaren Straßen-Fahrradhelmen sind inzwischen mit MIPS ausgestattet, nur wenige Marken beschreiten gänzlich eigene konstruktive Wege in Sachen Sicherheit (siehe auch Helmtest in TOUR 9/2020).
Weitere Rotationssysteme
Neben MIPS existieren noch weitere Systeme wie 360° Turbine (Leatt), WaveCell (Bontrager) oder Smartshock (100%). Außer bei MIPS konnten wir im Test allerdings nur bei WaveCell einen positiven Effekt gegen die Rotationskräfte nachweisen. Beide senken das Risiko einer Gehirnerschütterung im Schnitt um mehr als 50 Prozent im Vergleich zu Helmen ohne diese Systeme.
Prüfnormen und Tests
Wird ein Fahrradhelm in Deutschland oder der EU verkauft, muss er zahlreiche Normen und Anforderungen erfüllen. Schließlich sollst du als Träger einen Sturz unbeschadet überstehen. Die Materialien müssen außerdem unschädlich und wetterbeständig sein. Der TÜV prüft beispielsweise, wie schnell das Material ermüdet oder ob es falsch brechen könnte.
Die Aufkleber im Inneren des Helms verraten dir mehr über die Normen. Neben dem TÜV, GS- oder CE-Siegel ist auch die DIN EN 1078 vermerkt. Hierbei handelt es sich um einen Falltest mit einem Dummy, den der Helm sicher überstehen muss.
Komfort und Passform
Die Anpassungssysteme sind zwar ziemlich ausgereift und tolerant, aber der beste Helm nützt nichts, wenn er nicht richtig passt oder schlecht getragen wird. Deshalb raten wir zu einer Anprobe. Sitzt der Helm gut, findet er im Falle eines Falles gute Arbeitsbedingungen vor, um sein ganzes Schutzpotenzial zu entfalten. Im Inneren der Helme ist meist ein Ring aus weichem Kunststoff eingearbeitet, um ihn perfekt an deine Kopfform anzupassen.
Ein solches Modell schützt nur, wenn es fest am Kopf sitzt und nicht wackelt oder seitlich weggezogen werden kann. Die meisten Hersteller arbeiten mit einem kleinen Drehrad am Hinterkopf. Du setzt den Helm also auf und ziehst ihn dann über das Drehrad fest. Auch der Kunststoffring ist in der Größe verstellbar.
Grundsätzlich gilt: die Helmschale muss von sich aus schon gut passen. Eine schlecht sitzende Schale lässt sich auch durch das Rückhaltesystem nicht perfekt an den Kopf anpassen, damit er optimal geschützt ist. Am besten probierst du den Helm also aus und ziehst ihn dann fest. Natürlich gibt es auch noch Radhelme, die kein solches Verstellsystem haben.
Ein zweites Verschlusssystem ist der Kinnriemen. Er führt zwei Bänder an den Seiten des Kopfs entlang und lässt sich unter dem Kinn verschließen. Die Länge sollte so eingestellt sein, dass noch etwa ein bis zwei Finger Platz haben. Außerdem sind die Riemen so geteilt, dass ein vorderer Strang und ein hinterer Strang unter den Ohren zusammenlaufen und dann verbunden werden.
Die perfekte Länge ist durch Halteklemmen zu fixieren und darf nicht verrutschen. Die Passform hängt natürlich stark von der Helmgröße ab. Die meisten Hersteller haben hier einheitliche Bezeichnungen, die sich nach dem Kopfumfang richten. Je größer der Umfang, desto größer muss natürlich auch der Helm ausfallen. Um die perfekte Größe zu ermitteln, brauchst du also zunächst deinen Kopfumfang.
Du legst dir ein Maßband vom Nacken bis zur Stirnmitte und misst den Kopf an seiner breitesten Stelle. Da die Größen relativ eng beieinander liegen, sollte der passende Helm schnell gefunden sein. Im Zweifel immer die nächste Größe wählen, um Druckstellen zu vermeiden. Bestenfalls legt sich die Stirn in Falten bei diesem Versuch.
Kannst du den Helm auch etwa 15 Minuten ohne Druckstellen tragen, scheint ein guter Tragekomfort gefunden. Viele Helme nutzen unter anderem das MIPS-System, bei dem mehrere Materialien und Schutzzonen zusammenwirken. Außerdem befinden sich in jedem Helm Polster für einen angenehmen und besseren Tragekomfort.
Belüftung
Natürlich sollst du mit deinem neuen Helm auch im Sommer einen kühlen Kopf bewahren können. Aus diesem Grund muss ein Fahrradhelm für Damen immer mit mehreren Lüftungsöffnungen versehen sein. Die Luft strömt an der Vorderseite ein und tritt im besten Fall an der Rückseite wieder aus. Derart optimierte Luftkanäle haben meist aber nur sportliche Radhelme.
Achte darauf, dass die vorderen Öffnungen immer mit einem Netz versehen sind, damit sich keine Fremdkörper oder Insekten während der Fahrt im Helm verfangen.
Design und Optik
Neben Größe und Passform setzen viele Frauen auf ein formschönes Design. Der Helm muss also nicht nur vom Aufbau her zu den persönlichen Ansprüchen passen, sondern auch von der Farbgebung. Helle und leuchtende Farben sind ebenso beliebt wie Helme in Weiß (White) oder Schwarz (Black).
Es ist also ein Mythos, dass Frauen lieber Pink bevorzugen. Darf es auch etwas gewagter sein? Dann entscheide dich für den floralen Look oder ein sportliches Muster auf dem Helm. Frauen mit langen Haaren setzen auf spezielle Helme mit einem sogenannten Hair Port. Hierbei handelt es sich um einen Durchlass für den langen Zopf am Hinterkopf.
Hersteller und Modelle für schmale Köpfe
Die meisten Helmhersteller bieten eine spezielle Linie für schmale Köpfe an. Diese Helme sind in der Regel etwas kleiner und enger geschnitten als die StandardFahrradhelme. Der Fahrradhelm Onyx der Marke UVEX ist sehr gut für Damen mit einem kleinen oder schmalen Kopf geeignet. Die Größen beginnen ab einem Kopfumfang von 52 cm.
Einige getestete Modelle im Überblick:
- BBB Maestro Mips: Fällt klein und kompakt aus, Extras wie Reflexmaterial und Lichthalter.
- BELL Formula Mips: Leichter Helm mit Allround-Passform.
- BOLLE Exo Mips: Passt auf viele Köpfe, aber relativ hohes Gewicht.
- GIANT Rev Mips: Verhindert Gehirnerschütterung durch Rotation am effektivsten.
- GIANT Rev Comp Mips: Günstiger Helm mit sehr gutem Rotationsschutz.
- GIRO Isode Mips: Leichter Helm, passt am besten mittelgroßen, eher breiten Köpfen.
- GIRO Syntax Mips: Allround-Passform, fein abgestuft.
- LAZER Blade+ Mips: Lässt sich über ein Schneckengetriebe in der Weite verstellen.
- MET Vinci Mips: Leichter, schmaler Helm mit Allround-Passform.
- MET Estro Mips: Fällt extrem klein und schmal aus.
- SCOTT Arx Plus: Testsieger, beste Noten bei Belüftung und Anpassung.
- SMITH Persit Mips: Deckt mit vier Größen Kopfumfänge von 51 bis 65 Zentimetern ab.
- SPECIALIZED Echelon II: Mit Notrufsystem „Angi“.
Weitere Tipps für den Kauf
Die Lebenserwartung bei Damenhelmen liegt bei etwa 4 bis 5 Jahren. Danach ermüden die Materialien langsam und der Helm sollte ausgetauscht werden. Hinsichtlich Pflege und Design ist noch zu erwähnen, dass du den Helm bei der Lagerung keiner direkten Sonnenstrahlung aussetzen sollst.
Testergebnisse und Schutzwirkung
Im Rotationsschutz bei schrägem Aufprall zeigen alle Helme deutlich Wirkung. Vier Modelle können sich vom Feld absetzen, sie zeichnen sich durch besonders niedrige Drehraten bei einem Sturz auf die Stirn aus, darunter auch der günstige Giant Rev Comp. Bestwerte in dieser Prüfung erzielt Giro mit dem Modell Syntax und schneidet auch in der kombinierten Sicherheitswertung aus Schlagdämpfung und Rotationsdämpfung am besten ab.
Insgesamt ist das Sicherheitsniveau des Testfeldes hoch. Im Schnitt schneiden die teureren Rennrad-Helme in der Sicherheitsprüfung einen Tick besser ab als die günstigen. Pauschal kann man aber nicht sagen, dass teurere Fahrradhelme sicherer sind. Eine Korrelation zwischen Gewicht und Schutzfunktion sehen wir nicht.
Wahrscheinlichkeit einer Gehirnerschütterung
Die folgende Tabelle zeigt die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Biker bei einem simulierten Sturzszenario eine mittlere Gehirnerschütterung erleiden würde. Diese lässt sich aus den gemessenen Drehbewegungen (BrIC, Brain Injury Criterion) errechnen:
| Helmmodell | Wahrscheinlichkeit Gehirnerschütterung |
|---|---|
| BBB Maestro Mips | 16 % |
| BELL Formula Mips | 21 % |
| BOLLE Exo Mips | 7 % |
| GIANT Rev Mips | 2 % |
| GIANT Rev Comp Mips | 5 % |
| GIRO Isode Mips | 20 % |
| GIRO Syntax Mips | 16 % |
| LAZER Blade+ Mips | 10 % |
| MET Vinci Mips | 14 % |
| MET Estro Mips | 3 % |
| SCOTT Arx Plus | 11 % |
| SMITH Persit Mips | 18 % |
| SPECIALIZED Echelon II | 3 % |
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