Viele Heimwerker fragen sich, ob man Plastik bzw. Kunststoff lackieren kann, wenn die Oberfläche von Gebrauchsgegenständen oder Deko-Artikeln aus Kunststoff langsam ausbleicht oder vergilbt. Die Antwort lautet: Ja! Auch das Lackieren eines Fahrradhelms ist möglich, erfordert jedoch gewisse Kenntnisse und Vorsichtsmaßnahmen.
Warum einen Fahrradhelm lackieren?
Ein schicker Helm ist der halbe Style. Wenn Ihnen das Design Ihres Helms nicht mehr gefällt oder Sie ihm einen individuellen Touch verleihen möchten, kann eine Lackierung eine gute Option sein. Das befriedigende Gefühl, mit einem selbst designten und frisch lackierten Helm herumzufahren, ist unbezahlbar!
Vorbereitung ist alles
Bevor Sie mit dem Lackieren beginnen, sollten Sie einige wichtige Punkte beachten:
- Herstellerinformationen beachten: Erkundigen Sie sich vor der Lackierung beim Hersteller, ob eine Lackierung empfohlen wird. Bei vielen Fahrradhelmen sind Veränderungen nicht erlaubt. Wer das ignoriert, riskiert den hohen Schutz, den der Helm bietet.
- Sicherheitsvorkehrungen treffen: Tragen Sie beim Lackieren Handschuhe und eine Atemschutzmaske. Sorgen Sie zudem für eine ausreichende Belüftung des Raums.
- Helm zerlegen: Entfernen Sie alle Elemente, die nicht lackiert werden sollen und demontierbar sind. Um die Einzelteile auseinander zu bauen, brauchen Sie Fachkenntnis.
Materialien und Werkzeuge
Für die Lackierung Ihres Fahrradhelms benötigen Sie folgende Materialien und Werkzeuge:
- Schleifpapier (Körnung 120-400, 400-1000/2000)
- Abdeckband
- Scharfe Klinge
- Isopropylalkohol
- Mikrofasertücher
- Grundierung, Farbe und Klarlack (Acryl auf Wasserbasis, für Kunststoff geeignet)
- Airbrush-Pistole (optional)
- Silikonentferner
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Oberfläche reinigen: Bevor Sie eine Kunststoffoberfläche lackieren können, müssen Sie sie zunächst gründlich reinigen. Für leichte Verschmutzungen reichen Bürste bzw. Schwamm und ein milder Reiniger. Zum Entfernen von Kleber und anderen hartnäckigen Verschmutzungen verwenden Sie am besten ein alkoholhaltiges Reinigungsmittel und einen Schaber. Ich wollt Isopropanol nehmen, das sollte damit gut gehn.
- Oberfläche anschleifen: Im nächsten Schritt schleifen Sie die Außenschale - also die obere Klarlackschicht - ab. Die alte Farbe bleibt erhalten. Starte mit einer Körnung von 120-200, um den alten Klarlack und die Farbe zu entfernen. Wenn du die Schale des Helms siehst, wechsle zu einer Körnung von 250-350. Achte darauf, nicht zu stark zu schleifen, da dies die Helmstruktur schwächen könnte.
- Abkleben: Entferne so viel Polsterung wie möglich und klebe alles ab, was nicht lackiert werden soll, mit Kreppband und Papier. Den Rand abkleben geht statt mit Klebeband recht gut mit diesen Zierstreifen aus dem Autozubehör, die haben eine sauberere Kante und lassen sich in engeren Radien besser verkleben.
- Reinigen: Dann reinige den Helm gründlich mit Isopropylalkohol und einem Mikrofasertuch, um Schleifstaub und Fett zu entfernen. Statt Alkohol würde ich dir auf jeden Fall vor dem Lacken Silikonentferner empfehlen, nehmen alle Lackierer. Gibt es in fast jedem Autozubehörladen, ebenso wie die Schleifklamotten.
- Grundierung auftragen: Wenn die Oberfläche getrocknet ist, können Sie sie grundieren. Es ist sehr wichtig, dass du die richtige Grundierung für das Material deines Helms kaufst. Ein Standardhelm aus Verbundwerkstoff benötigt normalerweise eine normale Grundierung, die mit Kunststoffen kompatibel ist. Wenn dein Helm, wie bei uns, aus Carbon besteht, ist es wichtig, dass du eine Grundierung kaufst, die für Carbon geeignet ist. Trage zwei dünne, gleichmäßige Schichten auf und lasse die Grundierung zwischen den Schichten 15 Minuten trocknen, wie auf der Dose angegeben. Fange an Ecken und Kanten an und widme dich dann den größeren Flächen. Lasse das Werkstück anschließend nach Herstellerangaben trocknen und auslüften.
- Lackieren: Auf die alte Farbschicht wird nun die neue Farbe gesprüht - mittelseiner Airbrush-Pistole. Das Vorgehen für die Farbe ähnelt dem der Grundierung. Tipp: Trage mehrere dünne Schichten anstelle einer einzigen dicken auf. Für unser Design haben wir zuerst den gesamten Helm mit zwei Schichten Grün besprüht und dann abschnittsweise Blau und Violett aufgetragen. Zum Anschluss haben wir Abdeckband in Wellenlinien geschnitten und den Helm und das Visier abgeklebt. Schließlich haben wir zwei Schichten Schwarz aufgetragen und den Lack einen halben Tag trocknen lassen. Anschließend haben wir das Abdeckband vorsichtig mit einem scharfen Messer entfernt.
- Klarlack auftragen: Klarlack bringt das letzte gute Finish. Achte darauf, dass der Helm mindestens so lange trocknet, wie die volle Aushärtungszeit vorschreibt. Insgesamt haben wir drei Schichten aufgetragen, mit zunehmender Dicke und 50% Überlappung bei jedem Durchgang, wie auf der Dose empfohlen.
- Letzte Handgriffe: Nachdem der Klarlack vollständig ausgehärtet ist, entferne das Abdeckband, setze die Polster wieder ein und dreh eine Runde mit deinem frisch lackierten Helm!
Wichtige Hinweise
- Farbauswahl: Einfache Sprühlacke aus dem Baumarkt sind hier allerdings tabu. Diese greifen den Kunststoff an und können ihn porös machen. Zudem können chemische Reaktionen Beschädigungen wie kleine Risse im Helm erzeugen, die kaum sichtbar sind, aber bei einem Unfall fatale Folgen für den Helmträger haben können. Daher sollten Sie nur spezielle Farben nutzen, die auch für Fahrradhelme zugelassen sind. Bei den Acryllacksprays ist nie angegeben ob die auf Wasserbasis sind, kann ich das irgendwie erkennen? Oder kann jmd ein Produkt empfehlen, das ich verwenden kann?
- Airbrush: Ein Fahrradhelm sollte ausschließlich mit einer Airbrush-Pistole lackiert werden. Sprühflaschen verteilen die Farbe mit einem viel zu geringen Druck. Dadurch wird die Helmoberfläche relativ grob.
- Schleifen: Das Schleifen ermöglicht den Zusammenhalt zwischen den Schichten. Es sollte weder zu groß noch zu dünn sein. Es muss hauptsächlich aus P500-Körnung hergestellt werden.
- Sicherheitsaspekte: Ja, aber auch eine Lackierung ist eine Veränderung des Helms. Das heißt, der Hersteller garantiert nicht mehr die volle Sicherheit des Helmes. Ich rate davon ab. Auch ein Aufkleber ist eine Veränderung, obwohl die Lösungsmittel im Kleber bei der kleinen Fläche nicht ausreichen, um die Helmstruktur anzugreifen.
Alternativen zur Lackierung
Wenn Sie nicht das Geld oder die Zeit investieren möchten, die für das Lackieren eines Helms nötig sind, aber dennoch Ihren Helm aufpeppen möchten, können Sie Aufkleber kaufen und den Helm in nur 10 Minuten komplett verändern.
Folieren vs. Lackieren:
| Folieren | Lackieren | |
|---|---|---|
| Vorteile | wieder entfernbar, Günstiger, Kein Risiko, den Helm zu beschädigen | einfacher, um aufwendigere Designs zu erstellen, haltbarer, robuster |
| Nachteile | sehr friemelig, erfordert viel Skill | weniger Skill erforderlich |
Profi vs. DIY
Wir haben mit professionellen Helmlackierern und -folierern gesprochen, was ein solches Neudesign kostet.
- Vinyl-Verpackung Pro: Die Preise liegen bei etwa 180 € für einen einfachen Farbwechsel und bei etwa 280-360 € für ein komplizierteres Design.
- Folieren DIY: Einen Helm selbst zu folieren ist sehr schwierig, weil die Folie sehr sorgfältig auf die Helmrundung geklebt werden muss, soll sie ohne Falten und Blasen anliegen.
- Profi-Lackierer: Spitzendesigner wie Troy Lee aus Kalifornien oder Helmade in Deutschland verlangen ab 700-1500 Euro für ein Design.
- Lackieren DIY: Die meisten Lackierer raten davon ab, den Helm selbst zu lackieren. Es gäbe zu viele Schritte, die schief gehen könnten. Der Lackierer von Wuschel-Design sagte zu mir: "Du kannst es ausprobieren. Dann solltest du dir das Ergebnis ansehen und überlegen, ob jemand diesen Helm kaufen würde." Ich sage: Trotz möglicher Unzulänglichkeiten schätzt man seinen selbst designten Helm viel mehr, als wenn es ein Profi für einen gemacht hat. Auch wenn die Lackierung am Ende nicht perfekt ist, ist das ein befriedigendes Gefühl.
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