Fahrradhelm vs. Skaterhelm: Unterschiede und worauf Sie achten sollten

Beim Kauf eines Helms für sportliche Aktivitäten stellt sich oft die Frage, welcher Helmtyp der richtige ist. Besonders bei der Wahl zwischen Fahrradhelm und Skaterhelm gibt es einige wichtige Unterschiede zu beachten. Dieser Artikel beleuchtet die Unterschiede in Bezug auf Sicherheit, Design und Einsatzzweck, um Ihnen bei der Entscheidung zu helfen.

Sicherheitsstandards und Prüfnormen

Sowohl Fahrrad- als auch Skaterhelme müssen bestimmte Sicherheitsstandards erfüllen. In der EU und der Schweiz müssen alle verkauften Fahrradhelme ein Testverfahren inklusive Crashtest bestehen. Wird dieser bestanden, erhält der Helm die Norm DIN EN 1080 (CE). Viele Modelle sind zusätzlich mit dem Zeichen für "geprüfte Sicherheit" (GS) versehen.

Die europäische Sicherheitsnorm DIN EN 1078 gilt sowohl für Fahrrad- als auch für Skaterhelme. Allerdings ist diese Norm relativ lasch, weshalb die Schutzwirkung nicht überschätzt werden sollte. Ein Skaterhelm für Kinder sollte zusätzlich die DIN EN 1080 erfüllen, die einen Selbstöffnungsmechanismus aufweist.

Design und Form

Typisch für Skaterhelme ist die geschlossene, abgerundete Form, die den gesamten Kopf umschließt und besonders den Hinterkopf schützt. Fahrradhelme hingegen sind aerodynamischer gestaltet, da beim Fahrradfahren höhere Geschwindigkeiten erreicht werden als beim Skaten.

Einsatzzweck

Skaterhelme sind so konzipiert, dass sie vor allem den Hinterkopf schützen. Dies ist wichtig, da Stürze beim Skaten häufig auf den Hinterkopf erfolgen. Fahrradhelme hingegen bieten einen umfassenderen Schutz, der auf die beim Radfahren typischen Sturzszenarien ausgelegt ist.

Unterschiedliche Helmtypen

Es gibt verschiedene Arten von Fahrradhelmen, die auf unterschiedliche Einsatzzwecke zugeschnitten sind:

  • Helme für den Stadtverkehr und Touren: Diese Helme bieten Schutz mit einem schlichten Design und verfügen oft über Reflektoren oder Lichter.
  • Helme für Mountainbiker: Halbschalenhelme bieten einen guten Kompromiss zwischen Schutz und Belüftung, während Fullface-Helme den meisten Schutz bieten, einschließlich des Gesichts und Kiefers.
  • Helme für Rennradler: Diese Helme sind besonders leicht und aerodynamisch, mit optimaler Belüftung.
  • Helme für Kinder: Kinderhelme sind speziell auf die Kopfgröße von Kindern zugeschnitten und verfügen oft über verspielte Designs.

Auch bei Skaterhelmen gibt es Unterschiede:

  • Microshell-Helme: Diese Helme bestehen aus einer dünnen Kunststoffschale über einer inneren Dämpfungsschale.
  • Hardshell-Helme: Diese Helme haben eine robustere, harte Kunststoffschale und werden oft von Extremsportlern verwendet.

Passform und Komfort

Ein Helm muss gut passen, um im Falle eines Unfalls optimalen Schutz zu bieten. Achten Sie darauf, dass der Helm gleichmäßig straff und angenehm sitzt, ohne zu drücken oder einzuschneiden. Im Fachhandel können Sie sich beraten lassen und verschiedene Modelle anprobieren.

Viele Helme verfügen über ein Drehrad oder eine Ratsche an der Hinterseite, mit der die Größe individuell angepasst werden kann. Die Ohren sollten frei sein, und der Verschluss sollte ein bis maximal zwei Fingerbreit unter dem Kinn liegen.

Belüftung

Eine gute Belüftung ist wichtig, um auch bei warmem Wetter einen kühlen Kopf zu bewahren. Achten Sie darauf, dass der Helm über ausreichend Belüftungsöffnungen verfügt.

Materialien und Gewicht

Fahrrad- und Skaterhelme bestehen in der Regel aus einer Hartschale aus ABS oder Polycarbonat und einer stoßabsorbierenden Innenschicht aus EPS-Schaumstoff. Das Gewicht des Helms sollte nicht zu hoch sein, um den Tragekomfort nicht zu beeinträchtigen.

Tipps für den Kauf

  • Probieren Sie den Helm vor dem Kauf an und achten Sie auf eine gute Passform.
  • Messen Sie den Kopfumfang, um die richtige Helmgröße zu ermitteln.
  • Achten Sie auf Prüfsiegel und Sicherheitsstandards.
  • Wählen Sie einen Helm mit guter Belüftung.
  • Tauschen Sie den Helm nach einem Sturz aus, auch wenn keine äußeren Schäden sichtbar sind.
  • Wählen Sie möglichst helle und auffällige Farben für das Helmdekor.

Beispiele für getestete Helme

Der ADAC hat 2020 zehn BMX-, Skate- oder Inline-Helme für Jugendliche und Junggebliebene getestet. Die Ergebnisse zeigen, dass gute Helme nicht teuer sein müssen. Hier eine Tabelle mit einigen der getesteten Modelle und deren Bewertungen:

Hersteller/Modell Preis in Euro ADAC Urteil Handhabung/Komfort Unfallschutz
Uvex hlmt 4 cc 59,99 2,3 1,8 2,8
Prophete Artikel Nr. 0424 24,49 2,4 2,6 2,5
Giro Quarter FS 41,24 2,5 2,5 2,7
Nutcase Street Gen3 76,82 2,6 2,4 3,0
Alpina Airtime 59,96 2,7 2,2 3,2

Fazit

Die Wahl zwischen Fahrradhelm und Skaterhelm hängt von der Art der Aktivität und den spezifischen Schutzbedürfnissen ab. Während Skaterhelme besonders den Hinterkopf schützen, bieten Fahrradhelme eine aerodynamischere Form und umfassenderen Schutz. Achten Sie beim Kauf auf eine gute Passform, ausreichende Belüftung und die Erfüllung relevanter Sicherheitsstandards.

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