Fahrradhelm Test Stiftung Warentest: Sicherheit und Komfort im Fokus

Eine Fahrradhelmpflicht gibt es in Deutschland nicht, empfehlenswert ist ein Helm beim Radfahren aber auf jeden Fall. Denn selbst bei geringem Tempo können Stürze zu schlimmen Verletzungen führen: Laut der Stiftung Warentest erleiden Helmverweigerer neunmal häufiger schwere Kopf­verletzungen als Helm­träger.

Stiftung Warentest und ADAC nehmen Fahrradhelme unter die Lupe

Die Stiftung Warentest hat gemeinsam mit dem ADAC in der "test"-Ausgabe 04/2024 insgesamt 14 Fahrradhelme für Erwachsene unter die Lupe genommen. Das erste Test-Fazit: Nur drei von den 14 getesteten Helmen für Erwachsene erzielten ein gutes Gesamtergebnis. Lediglich ein Modell ist im Test durchgefallen: Der Casco-Helm E.Motion 2 hat die Belastbarkeitsprüfung nicht überstanden, da er nicht zuverlässig am Kopf hielt.

Der Unfallschutz macht 55 Prozent der Gesamtwertung aus, 40 Prozent entfallen auf die Handhabung. Testsieger mit der Gesamtnote 2,0 (gut) wurde der uvex Urban Planet LED: Er erhielt die Bestnote beim Unfallschutz, konnte bei der Handhabung überzeugen und wies keinerelei Schadstoffe auf. Die Tester:innen lobten die Ausstattung mit Fliegengitter, Reflektoren und einem abnehmbaren Rücklicht. Nur wenig schlechter und mit der Testnote von 2,2 (gut) schnitten die beiden Erwachsenen-Fahrradhelme Gent MIPS von Alpina Sports und Limar Torino ab. Der Alpina Gent ist als einziger der Top 3 Helme mit dem Mips-System zum Schutz gegen Rotationskräfte ausgestattet. Preislich bewegen sich alle drei guten Fahrradhelme zwischen 90 und 120 Euro.

Der günstigste Helm im Test ist der Crivit-Fahrradhelm von Lidl, der schon ab etwa 15 Euro erhältlich ist. Er erhielt immerhin die Testnote 2,6 (befriedigend) und ist dank Licht und Reflektoren im Dunkeln besonders gut sichtbar.

Der Testsieger im Detail: Uvex Urban Planet LED

Der Uvex Urban Planet LED Fahrradhelm überzeugt durch seine nachhaltige und ressourcenschonende Herstellung. Die Außenschale des Helms besteht aus biobasiertem High-Density Polyethylen (HDPE), während die Innenausstattung und Gurtbänder aus Recyclingmaterial hergestellt sind.

Für eine bessere Sichtbarkeit und damit erhöhte Sicherheit sorgt das integrierte, per Akku wiederaufladbare LED Licht. Damit ist der Helm besonders für Fahrten in der Dämmerung oder bei schlechten Lichtverhältnissen geeignet.

Dank des uvex 3D IAS 3.0 Systems lässt sich der Helm optimal an den Kopfumfang und die Kopfform des Trägers anpassen. Zudem sorgt ein aerodynamisches Belüftungs-Design mit 14 Lüftungskanälen für ein angenehmes Tragegefühl, selbst bei längeren Fahrten.

Der Uvex Urban Planet LED ist ein nachhaltiger Helm, der durch das integrierte LED Licht für zusätzliche Sicherheit sorgt. Die Anpassungsmöglichkeiten und die Belüftungskanäle versprechen hohen Tragekomfort.

Weitere Empfehlungen und Testergebnisse

Neben den Testsiegern gibt es weitere empfehlenswerte Fahrradhelme auf dem Markt. Hier eine Übersicht einiger Modelle und ihrer Eigenschaften:

BildFahrradhelmEigenschaftenErgebnisPreis
Alpina Mythos 3Top Empfehlung - Sehr leichte Bauweise - Verstellbares Kopfband4,5 / 5ab 99,95 €
Cratoni Pacer PlusTest Choice of the Month- Leichte Bauweise - Gepolsterter Kinnriemen4,5 / 5ab 48,32 €
Casco Active 2Gute Wahl- reflektierende Streifen - 26 Lüftungsöffnungen4,3 / 5ab 94,95 €
ABUS Urban-I 3.0Mit Rücklicht- Integriertes Rotlicht - guter Magnetverschluss4,1 / 5ab 64,95 €
Lazer Helm Beam- Leichte Bauweise - Verschiedene Farben4 / 5ab 28,82 €

Sicherheit beim Fahrradhelm: Das Material entscheidet mit

Der am weitesten verbreitete Helmtyp, der Mikroschalen-Helm, ist mit einer dünnen Schicht aus Kunststoff überzogen und verfügt über eine glatte Oberfläche. Dies soll das Abgleiten vom Untergrund erleichtern. Außerdem sind diese Art Helme mit Lüftungsöffnungen / Belüftungsöffnungen versehen, damit der Träger weniger stark schwitzt, sich die Wärme im Sommer nicht stauen und Fahrtwind durch den Helm wehen kann.

Hartschalen-Helme hingegen haben über dem Schaumstoff eine harte Kunststoffschale und sind aufgrund ihres recht hohen Gewichts meist nur im Radsport zu finden. Diese Helme sind oftmals mit einem zusätzlichen Kinnbügel ausgestattet.

Als dritte Helmgattung gibt es die Softshell-Helme (auch Weichschalenhelme), die einzig aus einer Schale aus Hartschaumstoff bestehen. Heute werden Weichschalenhelme kaum noch verwendet und gelten bei Experten als überholt.

Zusätzliche Sicherheit durch Reflektoren & Beleuchtung

Mit zusätzlichen Reflektoren und einem Reflektorband am Helm kann man in der Dunkelheit für mehr Aufmerksamkeit sorgen. Es gibt dabei Fahrradhelme, die neben den Reflektor-Aufklebern auch noch ein zusätzliches LED Licht am Hinterkopf befestigt haben. Im ADAC Fahrradhelm Test ’21 war dies ein Bewertungskriterium für die Sicherheit bei Dunkelheit.

Schutz bei Aufprällen mit der richtigen Helmgröße

Bei einem Aufprall bietet die Schaumstoffschicht des Helms eine Knautschzone, die durch Kompression oder Brüche Energie aufnimmt und diese so vom Kopf fernhält. Die Beschleunigung wirkt so weniger auf das Gehirn des Trägers, kann diesen zuverlässig schützen und zudem die Gefahr von Schädelbrüchen veringern - insbesondere bei Hartschalenhelmen ist dies der Fall.

Die Helmgröße ist für die Funktion bedeutend. Nur wenn der Helm richtig auf und an dem Kopf sitzt, kann dieser seine schützende Funktion erfüllen. Die richtige Helmgröße hängt dabei vom Kopfumfang ab, sie wird, wie z. B. auch bei Hüten, in S, M, L und XL eingeteilt.

Kinderfahrradhelm Test - Stiftung Warentest / ADAC

Stiftung Warentest und ADAC testen Helme - In der Ausgabe 04/2022 der Zeitschrift „test“ wurden 18 Fahrradhelme für Kinder getestet. Es wurden dabei Fahrradhelme für Kinder als Mitfahrer (kleinere Kinder ab ca. 3 Jahren mit einem Kopfumfang von ca. 48-54 cm) und selbstfahrende Kinder mit einem Kopfumfang von ca. 50-57 cm getestet.

Beim Unfallschutz wurde nach DIN EN 1078 getestet. Das Ergebnis zeigt: 3 Kinderfahrradhelme sind mit Schadstoffen belastet bzw. haben eine Teilnote schlechter als 3,0.

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