Fahrradhelm Test: TÜV Siegel und Sicherheitsstandards

Ein Helm soll seinen Träger schützen. Dafür muss er allerdings einige harte Prüfungen durchlaufen.

Prüfung und Zertifizierung nach EN 1078

Alle in Deutschland verkauften Helme müssen nach der Europäischen Norm EN 1078 geprüft und zertifiziert werden. Dort werden Sie verschiedenen Tests unterzogen. Rutscht der Helm beispielsweise bei einem Sturz vom Kopf, fällt er durch den „Abstreiftest“.

Stoßdämpfung und g-Kraft

Auch die Stoßdämpfungseigenschaften eines Helmes werden bei Prüfinstituten, wie dem TÜV Rheinland, getestet. Dabei darf ein Wert von 250 g nicht überschritten werden. Die g-Kraft bezeichnet die durch die Beschleunigung auftretende Belastung.

TÜV Rheinland Crashtest

Um die durchaus relevanten Unterschiede herauszufiltern, haben wir 13 Touren-Helme mit Preisen bis maximal 120 Euro zum Crashtest beim TÜV Rheinland geladen. Dort müssen die Helme zwei Kriterien bestehen: Zuerst schlägt der Helm auf einen flachen, danach auf einen keilförmigen Amboss, der eine Bordsteinkante oder einen Felsen simuliert.

Zur Messung wird ein spezieller Prüfkopf mit Messtechnik bestückt. Die Kandidaten werden auf eine definierte Höhe gezogen und rauschen mit 5,47 beziehungsweise 4,6 Metern pro Sekunde auf das Hindernis zu.

Bei bestandener Normprüfung erhält der Helm das Prüfsiegel. Lässt ein Hersteller seine Helme vom TÜV zertifizieren, erhält er auch das Siegel für „geprüfte Sicherheit“. Darauf sollten Sie beim Kauf immer achten.

Belüftungstest im Labor

Damit man einen Helm auch aufsetzt, muss er nicht nur gut aussehen, sondern auch gut belüftet sein. Den Belüftungstest haben wir in unserem Labor durchgeführt.

Um die unterschiedlichen Temperaturen am Kopf darzustellen, verwenden wir eine Infrarot-Kamera. Jeder Helm wird auf einem künstlichen Prüfkopf korrekt angepasst und mit 20 ° Neigungswinkel ausgerichtet. Danach wird der Prüfkopf mit stets gleichbleibend warmer Luft über eine Dauer von drei Minuten belüftet. Die Thermografie-Aufnahme erfolgt danach ohne Helm.

Durch die unterschiedlichen Farben lassen sich Temperaturen direkt ablesen. Schwach belüftete Bereiche erscheinen rot, kühle Bereiche blau. Die Durchschnittstemperatur unterscheidet sich von Helm zu Helm nur wenig. Wichtig für die Bewertung ist deshalb auch die genaue Analyse des Bildes, aber auch der Praxistest - weil schon längere Haare die Belüftung beeinflussen können.

Testergebnisse und Empfehlungen

In einem umfangreichen Test wurden 10 verschiedene Fahrradhelme unter die Lupe genommen. Der Fokus lag nicht nur auf den technischen Daten, sondern auch auf entscheidenden Eigenschaften wie dem Sitz des Helmes, der Einfachheit des Anziehens, der Handhabung, dem Sichtfeld und der Belüftung. Darüber hinaus kamen die Helme im Alltag zum Einsatz, wobei die Handhabung und der Tragekomfort besonders im Mittelpunkt standen.

Mehrere Helme konnten durch gute bis sehr gute Eigenschaften überzeugen und sich in den Tests bewähren. Besonders positiv fiel der ausgezeichnete Schutz des Testsiegers auf. Auch der Alpina Haga LED und der LIVALL Evo21 erzielten sehr gute Testergebnisse und belegten den zweiten und dritten Platz. Der Alpina-Helm überzeugte vor allem durch seine Belüftungsmöglichkeiten, während der LIVALL durch smarte Funktionen bestach.

Testsieger: uvex i-vo cc MIPS Fahrradhelm

Testsieger ist der Helm i-vo cc MIPS von uvex. Der erste Platz im Fahrradhelm-Test wurde vor allem durch die herausragende Gesamtperformance und die bestmögliche Sicherheit erzielt, die zum Testzeitpunkt im Handel verfügbar war. In den Tests überzeugte der Fahrradhelm von uvex mit seiner ausgezeichneten Handhabung und den umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten. Auch das MIPS-System, das die Sicherheit des Fahrers erheblich steigert, spricht für den Helm.

ALPINA HAGA LED Fahrradhelm

Der Fahrradhelm von Alpina hat zahlreiche Vorteile vorzuweisen. Besonders hervorzuheben sind seine Vielseitigkeit, das ansprechende Design und die optimale Anpassung, die das Run-System Ergo Flex bietet.

Bei Tests unter unterschiedlichen Bedingungen zeigte der Helm seine Stärken. Besonders bemerkenswert ist die ausgezeichnete Belüftung, die durch das Airflow-Venting-System gewährleistet wird. Ein sicherer Sitz auf dem Kopf zeichnet den Alpina-Helm aus. Er verrutscht nicht, verursacht kein Druckgefühl und minimiert übermäßiges Schwitzen. Dies sicherte dem Helm den zweiten Platz im Test.

LIVALL Evo21 Fahrradhelm

Der Evo21 von LIVALL überraschte positiv. Die Verbindung zur App funktionierte reibungslos, und die Beleuchtungsmodi sowie die integrierten Blinker hielten während der Testfahrten, was sie versprachen. Für Radfahrer im Straßenverkehr gibt es kaum ein "Zuviel" an Sicherheit, weshalb Smart-Helme als zukunftsweisend angesehen werden.

uvex urban planet LED Fahrradhelm

Der City-Helm uvex urban planet LED Fahrradhelm wurde laut Hersteller aus nachhaltigen, biobasierten Materialien gefertigt. Die Nachhaltigkeit zieht sich durch alle Phasen des Produkts, von der Entwicklung über die Herstellung bis hin zu Verpackung und Vertrieb. Diese ganzheitliche Herangehensweise wird als besonders wertvoll erachtet. Zudem überzeugen der robuste Aufbau und die Stabilität des Modells, weshalb der Fahrradhelm von uvex als empfehlenswert gilt.

Vergleichstabelle

Helm Besondere Eigenschaften
uvex i-vo cc MIPS Hervorragende Handhabung, MIPS-System, sehr gute Belüftung
ALPINA HAGA LED Vielseitig, Run-System Ergo Flex, ausgezeichnete Belüftung
LIVALL Evo21 Smarte Funktionen, integrierte Blinker, SOS-Notruf-Funktion
uvex urban planet LED Nachhaltige Materialien, robuster Aufbau, LED-Beleuchtung

Wichtige Aspekte beim Kauf

  • Prüfzeichen: Achten Sie auf CE-Kennzeichen, GS-Zeichen und TÜV-Prüfzeichen.
  • Passform: Der Helm sollte richtig sitzen und nicht verrutschen.
  • Belüftung: Ausreichende Belüftungsschlitze sind wichtig für den Tragekomfort.
  • Erweiterbarkeit: Zusätzliche Features wie Lampen oder Visiere können von Vorteil sein.

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