Fahrradkette aus Kunststoff: Vor- und Nachteile

Seit rund 130 Jahren werden Fahrräder vor allem per Kette angetrieben, die den vergleichsweise schwachen Motor Mensch mit ihrem hohen Wirkungsgrad unterstützt. Doch leider kann sie rosten, muss geölt werden und verschmutzt leicht. Aus diesem Grund gibt es seit etwa zehn Jahren eine Alternative zur Fahrradkette mit ihren vielen einzelnen Gliedern: Riemen. Wir erklären die Vor- und Nachteile der beiden Antriebsarten fürs Fahrrad.

Bei einem mit Riemen betriebenen Fahrrad kommt statt einer Kette ein Carbongurt zum Einsatz. Der Riemen verfügt an der Innenseite über aus Nylon gefertigte Zähne. An der Kurbel befindet sich eine größere Riemenscheibe. Die etwas kleinere zweite Riemenscheibe ist an der Hinteradnabe befestigt.

Der führende Hersteller im Bereich der Riemenantriebe ist die Firma Gates aus den USA; sie stellen den Gates Carbon Drive her. Den Spezialisten gelang es gegenüber anderen Herstellern Zahnriemen herzustellen, die auch unter Belastung keine Längenveränderung aufweisen. Ihre Zahnriemen, weisen - durch eingearbeitete Carbon-Zugstränge - auch unter Belastung keine Längenveränderung auf.

Die größere Riemenscheibe befindet sich an der Kurbel. Die zweite, kleinere Scheibe befindet sich an der Hinterradnabe. Der Riemen wird zwischen diesen beiden Scheiben - Sprockets genannt - gespannt. Riemenantriebe können nur mit Nabenschaltungen, Tretlagerschaltungen oder einem Singlespeed kombiniert werden. Sie können nicht von links nach rechts über verschieden große Zahnkränze bewegt werden. Außerdem benötigen sie spezielle Fahrradrahmen, die am Hinterbau geteilt werden können.

Was ist besser: Riemen oder Kette?

Auf diese Frage gibt es keine klare bzw. allgemeine Antwort. Darauf gibt es keine klare Antwort. Einige Radfahrer kritisieren die Gefahr eines gerissenen Riemens. Andere schwören auf die lange Haltbarkeit und die einfache Pflege des Zahnriemens. Sowohl der Riemen als auch die Kette haben ihre jeweiligen Vorteile.

Im Vergleich zu einer Kette mit Nabenschaltung bietet der Zahnriemenantrieb laut Gates nahezu denselben Wirkungsgrad, da der Effizienzverlust bei Nabengetriebe-Kette und Nabengetriebe-Riemen vorwiegend durch die Reibung des Nabengetriebes gegeben ist. Gemäß Angaben des Herstellers Gates zeigt der Zahnriemenantrieb fast den gleichen Wirkungsgrad, wie eine Kette mit Nabenschaltung. Noch dazu steigt bei höherer Spannung des Fahrrad-Antriebsriemens der Wirkungsgrad an. Allerdings sollte nach Angaben des amerikanischen Riemenherstellers keine zu hohe Spannungseinstellung vorgenommen werden.

Allerdings scheint es, als wäre die Kette bei geringer Trittleistung minimal effizienter. Dies konnte allerdings nur durch technische Messungen erkannt werden. Die minimal höhere Reibung fällt normalerweise im Alltag nicht auf.

Vorteile des Riemenantriebs

  • Haltbarkeit: Auf dem Papier hat der Riemen in puncto Haltbarkeit klare Vorteile gegenüber einer Kette.
  • Geringere Wartung: Die Pflege eines Gates Carbon Drive gestaltet sich wesentlich einfacher, als bei einer Fahrradkette. Die Pflege des Gates Carbon Drive ist um einiges unkomplizierter als die einer Kette. Dies ist besonders für Gelegenheitsradler, oder aber für Pendler ein klarer Vorteil.
  • Sauberkeit: Beispielsweise kann sich am Riemen aus Kunststoff kein Rost bilden. An einem Kunststoff-Riemen kann sich logischerweise kein Rost bilden, was somit natürlich schon mal sehr gut ist. Auch das Schmieren der Kette fällt weg. Ebenso fällt das Schmieren einer Fahrradkette weg - also gehören ölverschmierte Hosenbeine ebenfalls der Vergangenheit an. Mit einem Gates-Riemenantrieb bleibt das Fahrrad schön sauber.
  • Geräuscharmut: Immer wieder wird betont, dass Fahrrad-Riemenantriebe leise in ihrer Funktion sind. Generell kann man schon sagen, dass Fahrrad-Riemenantriebe in ihrer Nutzung leise sind - zumindest, wenn Riemen richtig ausgerichtet ist und die Riemenzähne in einem guten Zustand sind. Es gibt keine ausgeleierten Kettenglieder sowie Quietsch- oder Knackgeräusche.

Nachteile des Riemenantriebs

  • Anfälligkeit für Schäden: Die Unfallgefahr bei Fahrrädern mit Riemenantrieb ist teils größer, da Schäden wie z.B. Risse am Zahnriemen als Antriebsstrang sehr schwer zu sehen sind. Werden die Carbon-Stränge beschädigt, können am Riemen kaum sichtbare Knicke und Risse entstehen, die zum Bruch des Riemens führen.
  • Spezifischer Rahmen notwendig: Aufgrund der Tatsache, dass man für einen Riemenantrieb einen speziellen Rahmen benötigt, ist das Um- bzw. Nachrüsten eines Riemenantriebs zwar möglich, aber es ist mit einem sehr hohen Aufwand verbunden. Für einen Riemenantrieb ist ein ganz spezieller Fahrradrahmen nötig; dies bedeutet, dass ein Umrüsten bzw. Nachrüsten eines Riemenantriebes zwar generell möglich ist, dies aber einem sehr hohen Aufwand mit sich bringt.
  • Wintereinsatz: Schneematsch und Schmutz können dem Gates Carbon Drive stark zusetzen, weshalb beim Wintereinsatz zu überlegen ist, ob ein Kettenantrieb nicht die bessere Option ist.
  • Transport: Auch für Fahrradfahrer, die öfter ihr Hinterrad ausbauen, um das Fahrrad im Auto zu transportieren, ist ein Bike mit Kettenantrieb die bessere Alternative.

Wartung des Riemenantriebs

Ganz pflegefrei ist der Riemenantrieb eines Fahrrads jedoch nicht. Jedoch gilt es natürlich auch bei einem Riemenantrieb ein gewisses Pflegeprogramm zu berücksichtigen. Bei Verschmutzungen des Carbonriemens - ob durch schlechtes Wetter oder weil man sandige Wege durch den Wald gefahren ist - muss dieser mit Wasser gereinigt werden.

Der Riemen muss bei der Erstmontage, nach einigen Fahrkilometern sowie nach dem Ausbau des Hinterrades gespannt werden. Wichtig ist es, den Riemen nach der Erstmontage nach einigen gefahrenen Kilometern zu spannen; dies muss ebenso nach dem Ausbau des Hinterrades gemacht werden.

Die Spannung des Riemens sollte regelmäßig überprüft und gewartet werden. Der Gates-Riemenantrieb muss bei jedem Radausbau neu gespannt werden.

Wer seinen Riemen hin und wieder pflegt und die Spannung überprüft, braucht sich auch keine Sorgen bezüglich Störgeräusche sowie klappernde Ketten machen. Ab und ab sollte am Riemen zumindest aber die Spannung überprüft werden; so braucht man sich auch keine Sorgen machen bzgl. irgendwelcher Störgeräusche oder auch klappernden Fahrradketten.

Eine falsche Riemenspannung ist eine häufige Ursache für einen gerissenen oder verschlissenen Antriebsriemen. Typische Merkmale für einen zu locker gespannten Riemen ist das Durchrutschen des Keilriemens oder bei zu straff gespannten Riemen werden sämtliche Lager belastet, was auch nicht gut ist. Denn gerissene bzw. verschlissene Antriebsriemen kommt häufig aufgrund einer falschen Riemenspannung zu Stande. Wenn ein Riemen zu locker gespannt ist rutscht der Keilriemen durch. Ist ein Riemen hingegen zu straff gespannt, werden alle Lager belastet, was nicht gut ist.

Um ein Überspringen des Carbon Riemens zu verhindern, gibt es sogenannte Snubber. Zum Verhindern das ein Carbon Riemen überspringt, kann z.B. ein Übersprungschutz - der sogenannte Snubber - montiert werden, wie etwa am Shimano Alfine oder auch am Shimano Nexus. Der Übersprungschutz kann beispielsweise bei einer Shimano Alfine oder Shimano Nexus Nabenschaltung montiert werden.

Der korrekte Spannungsbereich wird in Pfund, Kilogramm oder bei der App in Hertz angegeben. Der korrekte Spannungsbereich des Riemens wird in Pfund oder Kilogramm angegeben; in der Smartphone App in Hertz.

Beim sportlichen Fahrstil und auch bei schnellen Antritten in der Stadt oder abseits der Straße: 20 - 24 kg bzw.

Beim ruhigeren Fahrstil - also bei einem gleichmäßigen und nicht zu kraftbetonten Tritt im Stadtbereich oder auch im Gelände: 15 - 20 kg bzw.

Haltbarkeit im Vergleich

Auf dem Papier hat der Riemen in puncto Haltbarkeit klare Vorteile gegenüber einer Kette. Bei einer gut gepflegten Kette kann man von ca. 7.000 km ausgehen, bevor sie getauscht werden muss. Wenn es einen Kettenschutz gibt, ggf. sogar 10.000 km.

Für den Riemenantrieb hat der Hersteller Gates Carbon Drive hier eine grobe Einschätzung der Laufleistung wie folgt angegeben: Die CDX Serie hält ca. die 2-3-fache Laufleistung im Vergleich zum Konventionellen Kettenantrieb, bei der CDN/CDC Serie ist es ca. noch die 1-2-fache Haltbarkeit. Bem Gates Carbon Drive gilt eine grobe Schätzung der Haltbarkeit bzw. Laufleistung: Bei der CDX-Serie kann man von einer 2- bis 3-fachen Laufleistung im Vergleich zum herkömmlichen Kettenantrieb ausgehen. Bei der CDN- / CDC-Serie ist es immerhin die 1- bis 2-fache Haltbarkeit.

Fazit

Der Gates Carbon Drive hat in einigen Punkten klare Vorteile gegenüber einem Kettenantrieb. Die einfache Pflege kommt vor allem Pendlern und Alltagsfahrern, aber auch Gelegenheitsradlern, entgegen. Auch die Haltbarkeit ist ein Argument, dass speziell für Vielfahrer interessant sein dürfte. Der Gates Carbon Drive bzw. Die Vorteile eines Gates Carbon Drive Riemenantriebes gegenüber einem Kettenantrieb sind auf jeden Fall gegeben.

Auch preislich hat sich einiges getan. Mittlerweile gibt es Fahrräder mit Riemenantrieb bereits für unter 1.000 Euro. Im Bereich der Kaufpreise hat sich positiverweise auch so einiges gedreht: Heutzutage gibt es bereits für unter 1.000 Euro Fahrräder mit Riemenantrieb.

Gates baute ursprünglich Zahnriemen für große Automarken, aber auch für den legendären Motorradhersteller Harley Davidson. Seit ein paar Jahren gibt es Fahrräder mit Riemenantrieb.

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