Wie alle anderen Gebrauchsgegenstände unterliegt auch das Fahrrad gewissen negativen Einflüssen, wie zum Beispiel Verschleiß oder aber auch einfach nur „dem Zahn der Zeit“. Dabei kommt es nicht immer darauf an, ob Sie Viel- oder Gelegenheitsfahrer sind. Im Falle einer springenden Fahrradkette ist ebenfalls der erste Schritt, sich auf die Suche nach der Ursache zu begeben. Die Suche nach der Ursache ist immer der erste Schritt zur Lösung.
Im zweiten Schritt empfehlen wir meist den Versuch zu unternehmen, das Problem selbst zu lösen. Zuviel Respekt vor der Technik hält gerade Hobbybiker oftmals ab, selbst Hand anzulegen. Je besser Sie Ihr Bike kennen, desto einfacher ist es. Dabei lohnt sich ein genauer Blick um festzustellen, dass ein Problem mit etwas Einsatz und der nötigen Geduld manchmal gar nicht so unlösbar ist wie es scheint. Mit unseren Ratgebern und Anleitungen versuchen wir, Sie dabei bestmöglich zu unterstützen.
Mögliche Ursachen und deren Behebung
Verschleiß von Kette und Ritzel
Wenn vor allem die kleineren Ritzel, bzw. das am häufigsten gefahrene kleine Ritzel betroffen ist, ist zu 99% Verschleiß die Ursache. Die Kette hat in jedem ihrer kleinen Gelenke so viel Abrieb, dass die gesamte Kette am Ende ihrer Lebenszeit 2cm länger ist. In Extremfällen sogar bis 4cm.
Die Ritzel, bzw. deren Zähne werden wiederum von der Kette abgenutzt. Irgend wann sind von den Zähnen, die wie belastet, in Längsrichtung abgenutzt werden, nur noch kleine Stummel übrig. Weil Ritzel und Kettenblätter teurer sind als Ketten, und mit nicht übernutzten Ketten auch wesentlich langsamer verschleißen, wird i.a. ein Kettenwechsel nach 1000-2000km, bzw.
Falsche Schaltungseinstellung
Oftmals ist eine falsch eingestellte Schaltzugspannung schuld an der springenden Kette. In den meisten Fällen springt die Kette am hinteren Schaltwerk, die vorderen Kettenblätter stehen für gewöhnlich zu weit auseinander. Springt die Kette über das erste oder letzte Ritzel muss zunächst der Schaltbereich am Schaltwerk eingestellt werden.
Stellen Sie im Anschluss den letzten sauber schaltbaren Gang vor dem Kettensprung ein. Springt die Kette weiterhin muss wahrscheinlich die Zugspannung eingestellt werden. Die Einstellschrauben für diesen Vorgang befinden sich für gewöhnlich am Lenker, direkt am Schalthebel. Durch das Drehen an der Schraube wird die Spannung erhöht bzw. gelöst. An dieser Stelle ist Fingerspitzengefühl und vor allem Geduld gefragt. Um die richtige und saubere Einstellung zu finden, sollten Sie die Schraube jeweils um ¼ Drehung bewegen und anschließend alle Gänge durchtesten.
Probleme mit dem Freilauf
Ratscht die Kette laut über die Zahnkränze? Muss man schauen. Evtl. sind die Ritzel abgenutzt.
Wenn die Kette beim Rückwärtstreten springt, dann scheint der Kettenlauf von Ritzel zu den Schaltröllchen nicht zu stimmen. Sollte man das Problem nicht eher in der Zugtrumführung suchen? Aber zuerst würde ich nach dem Freilauf schauen. Ich tippe auf einhakende Sperrklinken.
Problem ist wohl, dass der Sitz des Freilaufs beim Einschrauben etwas dessen Lagerung verspannt und dann auf die Achse mitnimmt. Ich kam drauf, weil ich mir "mal schnell" aus dünnem Draht eine U-Scheibe gebogen habe und an verschiedenen Stellen platzierte. Zuletzt eben vor dem Aufsetzen des Freilaufs, dann Freilauf drauf und schwupp, die Achse dreht sich völlig frei und auch der Freilauf.
Weitere mögliche Ursachen
- Probleme mit einem neuen Hinterrad
- Falsche Zugtrumführung
- Einhakende Sperrklinken
- Verspannung der Lagerung des Freilaufs
Besonderheiten bei Schraubkränzen
Dort ist es so, daß Schraubkränze mit hohen Ritzelzahlen das Problem haben, daß das Ritzelpaket relativ zum Gewinde nach links wandert. Wenn der Abstand zwischen Motor und Ritzeln zu knapp wird.
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