Fahrradkette ohne Schaltung: Wartung und Pflege

Die Fahrradkette ist eines der am meisten beanspruchten Teile eines Fahrrads. Umso wichtiger ist eine regelmäßige Pflege, um Verschleiß zu minimieren und die Lebensdauer zu verlängern.

Warum Kettenverschleiß entsteht

Alle drei Kurbelumdrehungen hat die Kette einmal den kompletten Umlauf durchlaufen. Wenn man sich überlegt, wie viele Runden das im Jahr sind, kann man besser einschätzen, welche Belastungen und welche Bedeutung das mit sich bringt. Bei einer Leistung von 3000 Kilometern pro Jahr, was für Pendler zum Beispiel sehr zurückhaltend veranschlagt ist, und einer Entfaltung von ungefähr vier Metern kommen wir auf eine Viertelmillion Kettenrunden. Selbst bei optimaler Schmierung und Reinigung kommen selbst qualitativ gute Ketten und auch Ritzel und Kettenblätter an ihre Grenzen, besonders mit dem täglichen Sand, Dreck, Regen und Salz im Winter.

Feststellen von Kettenverschleiß

Es gibt mehrere Möglichkeiten festzustellen, ob man die Verschleißteile des Antriebs - insbesondere die Kette - ersetzen sollte. Durch Abrieb der Kettenoberflächen und minimalste Verformungen zwischen Laschen und Bolzen dehnt sich jedes Glied um einen Hauch aus.

Methoden zur Verschleißprüfung:

  • Verschleißlehre: Ein Werkzeug, das die "Längung" von Kettengliedern misst und den Verschleißzustand anzeigt (z.B. 0% / 0,5% / 0,75% / 1%).
  • Herstellerangaben: Es gibt eine klare Empfehlung für jedes Kettenmodell, an die man sich halten kann.
  • Nicht zu empfehlen: Im Netz kursieren auch Millimeterangaben, die frische und verbrauchte Ketten zwischen den Nieten von insgesamt zehn Gliedern haben sollen.

Rechtzeitige Kettenwartung

Man könnte meinen, mit dem Tausch der Kette könne man warten, bis die Funktion wirklich spürbar durch den Ketten-Verschleiß leidet. Aber wem schon mal beim Treten die Kette gerissen ist, weiß einen zuverlässigen Antrieb sehr zu schätzen. Meistens geht dieser Worst Case mit einem Unfall einher, von dem Totalausfall des Antriebs mal ganz abgesehen. Bei einer “gelängten” Kette passen die Abstände der Glieder nicht mehr zu denen der Zahnräder. Dadurch reiben oder besser mahlen die Metallteile beim Umlauf hart aneinander. Der Verschleiß der Zahnräder steigt exponentiell.

Lieber tauscht man doch eine Kette für 20 oder 30 Euro als die Ritzel für das Drei- oder Vierfache. Ein schlecht laufender Antrieb mit dreckiger oder verschlissener Kette kostet rund 20 Watt Tretleistung, für den Normalradler sind das 15 bis 20 Prozent seiner Power! Regelmäßiges Säubern und Schmieren der Kette verlängert deren Lebenszeit um das Vielfache. Lange Standzeiten im Regen dagegen beschleunigen den Ketten-Verschleiß.

Akribisch gepflegt, halten Ketten auf Shimano-XT-Niveau schon mal 15.000 Kilometer statt der empfohlenen 2.000!

Ketten an Einfach-Schaltungen halten länger

Singlespeed-Ketten sind breiter und auch ohne dieses Maß an Zuwendung ziemlich robust. Ein gewisser Abrieb am Metall der Glieder beeinflusst weder den Schaltkomfort noch die Zugstabilität negativ. Auch dass solche Ketten bei großer Pedalkraft übers Zahnrad rutschen, kommt nur vor, wenn deren Spannung nicht ausreichend ist. Getauscht werden müssen die breiten Modelle erst bei einem Ketten-Verschleiß von einem Prozent oder wenn sie durch Dreck und Wetter steif geworden sind.

Gerade weil Singlespeed-Ketten länger auf dem Rad bleiben und um die Wartungsfreundlichkeit des Antriebs zu erhalten, lohnt sich hier ein rostfreies Modell für 30 bis 40 Euro!

Bei Kettenschaltungen mit acht, neun oder zehn Ritzeln “darf” die Kette bis 0,75 Prozent verschleißen, also länger werden, so unsere sowie die Empfehlung von Werkstatt-Experte Park Tool. Moderne Schaltungen mit elf oder zwölf Zahnrädern am Hinterrad arbeiten mit so wenig Toleranz, dass hier schon bei einem halben Prozent getauscht werden sollte, außerdem wären die ebenfalls schmalen Zahnräder nochmals teurer, wenn man zu lange wartet.

Shimano- und Sram-Produkte sind übrigens offiziell untereinander kompatibel, die Erfahrung zeigt aber, dass gerade bei Letzteren die hauseigenen Ketten am besten funktionieren. Und keine Angst vor “Fremdprodukten”, KMC oder Connex zum Beispiel liefern hervorragende Qualität, sie müssen nur Shimano-/Sram-kompatibel etikettiert sein. Im Fachgeschäft wird man genau das beim Kettenkauf fragen - und wie viele Ritzel das Rad hat.

So funktioniert der Fahrradketten-Tausch

Ab Werk bekommt ein Rad meist eine endlose Kette, es gibt also keine Stelle, die zum Öffnen vorgesehen ist. Um das zu tun, muss man irgendeinen der Bolzen mit dem Kettennieter wie mit einer Schraubzwinge aus der Kette herausdrücken. Achtung: Liegt der neuen Kette kein Verschlussstück oder ein neuer Bolzen bei, den Niet nicht ganz herausdrücken!

Nach dem Entfernen der alten Kette ist übrigens ein sehr guter Zeitpunkt, alle Zahnräder gründlich mit einer Bürste und idealerweise einem Kettenreiniger zu säubern, auch die vom Schaltwerk. Wenn klar ist, dass die Kette entsorgt werden soll, kann man sie natürlich auch mit einem Bolzenschneider öffnen. Die alte Kette vor dem Wegwerfen aber erst als Blaupause für die Länge der neuen nutzen. Neue Ketten sind nämlich fast immer etwas zu lang.

Die überschüssigen Glieder müssen - ebenfalls durch Herausdrücken des Nietstifts - entfernt werden, spätestens jetzt braucht man das entsprechende Werkzeug.

Das passende Werkzeug

Soll ein Kettenschloss verwendet werden, müssen zwei Innenlaschenglieder übrig bleiben, also die schmaleren Teile der Kette. Soll der Verschluss mittels Niet beziehungsweise Bolzen geschehen, je ein Paar Innenlaschen und ein Paar Außenlaschen. Bevor man die Ketten endgültig verschließt, sollte man die Länge testen. Ein superpraktisches Tool dazu kann man sich leicht selbst aus etwas festerem Draht bauen, dessen Enden man umbiegt und so provisorisch die Kette schließt, natürlich ohne den Bogen, der ist praktisch beim Öffnen und Schließen von Power-, Quick- oder Masterlinks, wie die Verschlussstücke heißen.

Um die korrekte Länge der Kette zu testen, muss sie über die jeweils kleinsten Zahnräder des Antriebs laufen, also am Hinterrad ganz nach rechts und am Tretlager - falls es mehrere gibt, aufs linke Kettenblatt. Der Kettenspanner des Schaltwerks sollte nun etwa waagerecht stehen und die Kette nicht durchhängen, sondern schon unter Spannung stehen. Hängt sie durch, müssen zwei oder vier Glieder mehr raus. Zeigt das Schaltwerk bereits deutlich nach unten, probiert man es lieber noch mal mit zwei Gliedern mehr.

Kettenverschluss

Es gibt viele Wege beziehungsweise Produkte, eine Kette wieder zu verschließen. Das macht es etwas unübersichtlich. Die Auswahl der Verschlussteile im folgenden Bild zeigt rechts einen neuen Kettenniet mit Einführhilfe, die nach dem Eindrücken mit einem Kettennietdrücker oder einem vergleichbaren Tool mittels Zange einfach abgebrochen wird. Links daneben sieht man ein Kettenschloss, bei dem eine der Außenlaschen abnehmbar ist. Die beiden Stifte an der festen Lasche werden durch die Enden der neuen Kette geschoben, die einzelne Lasche wird aufgesetzt und der silberne Sicherungsschieber von vorne über die Stiftenden geschoben, bis er einrastet.

Rechts oben im Bild sieht man eine von zwei identischen, zusammengehörigen Außenlaschen mit je einem festen Kettenniet. Sie werden spiegelverkehrt in die Kette eingesetzt, die sollte dabei mittels Haltedraht entspannt werden. Die Stifte passen genau in die verbreiterte Aussparung des Gegenstücks, durch Zug auf der Kette ziehen sich die Stifte in den schmaleren Teil der Ösen und rasten ein, wie am Beispiel des Bildes mit dem Kettenschloss zu sehen. Das ist eine der gängigsten Varianten. Zum Öffnen müssen die Enden des Verschlussglieds - zum Beispiel mit der Parktool-Zange MLP-1.2 - zueinander gedrückt werden, bis die Bolzen sich aus der Arretierung lösen und an der breiteren Stelle der Öffnung herausnehmbar sind.

Zuletzt das einfachste Verschlussstück oben links: Auch hier gibt es eine Außenlasche mit zwei festen und eine ohne Kettenbolzen. Das hintere Teilstück wird in die Kettenenden eingeschoben, die „freie“ Außenlasche passt nur auf beziehungsweise über die Stiftenden, wenn man die Kette zur offenen Seite hin krümmt. Sitzen beide Löcher auf den Einkerbungen der Bolzenenden und lässt man die Kette wieder los, reicht das tatsächlich, um einen festen Sitz zu gewährleisten. Den meisten Ketten liegt übrigens ein Verschlussstück bei, man kann sie aber auch separat für durchschnittlich einen Euro kaufen.

Was passiert nach dem Tausch der Kette?

Fahrer der meisten Nabenschaltungen und Getriebe müssen dran denken, nach der Kettenmontage deren Spannung wieder herzustellen. Dazu muss im Allgemeinen das Hinterrad wieder etwas weiter hinten im Ausfallende fixiert werden. Ab Werk kommen Ketten schon mit Schmierung. Wurden die Ritzel nicht mit getauscht, kann das Laufgeräusch der Kette auf den ersten Kilometern etwas rau sein, das gibt sich aber. Die entfernten, überzähligen Glieder heben sich einige Radler auf, um eine optische Referenz zum Zustand ihrer Kette zu haben.

Werkzeug für den Kettenwechsel

Sinnvolles Werkzeug bei Ketten-Verschleiß: Park Tool Verschleißlehre CC-4, Parktool Kettennietendrücker CT-3.3 und Parktool MLP-1.2-Zange.

  • Die Verschleißlehre CC-4 wird mit den beiden rechten Stiften von oben in die Kette eingelegt, der rechte von beiden sorgt für korrekten Sitz. Bei neuen Ketten setzt dann der Dorn ganz links auf einem Kettenbolzen auf. Je weiter die sieben Glieder zwischen den Messstiften ausgeleiert sind, desto tiefer sinkt er in vier Stufen in die Kette.
  • Der Kettennietendrücker CT-3.3 öffnet und schließt Ketten ohne separates Verschlussglied, indem der versenkbare Dorn den Niet aus seiner Buchse drückt; dabei werden Innen- und Außenlaschen der Kette aber vom Tool abgestützt.
  • Die MLP-1.2-Zange zum Öffnen von bereits vorhandenen Kettenschlössern (rechts) ist kein Muss, mit herkömmlichen Spitz- oder Kombizangen haben sich dabei viele Hobbyschrauber aber schon mal die Finger eingeklemmt. Die leicht krallenartigen Spitzen passen genau um die zwei Kettenbolzen eines solchen Verschlussglieds.

Fahrradkette richtig reinigen

Die Fahrradkette ist enormen Kräften ausgesetzt. Umso wichtiger für ihre Instandhaltung ist eine regelmäßige Pflege. Eine Anleitung zum Fahrradketten-Reinigen in drei Schritten.

  • Schmutz wirkt materialfressend: Verschleiß und Abrieb erhöhen sich
  • Richtig Reinigen mit Baumwolltuch, Bürste und Kettenöl
  • Nacheinander Schmutz entfernen, Kette reinigen und Öl auftragen

Die Kettenreinigung ist weniger eine Sache der Ästhetik als vielmehr eine der Wirtschaftlichkeit. Eine verschmutzte Kette ist wesentlich schwergängiger als eine saubere. Das heißt, man muss mehr Kraft aufwenden, um vorwärtszukommen.

Schmutz wirkt außerdem materialfressend: Der Verschleiß und der Abrieb sind deutlich höher - nicht nur an der Kette selbst, sondern auch an den Ritzeln der Kettenblätter. Deswegen ist es sinnvoll, Zeit in die Reinigung der Kette zu investieren. Das Säubern dauert maximal 20 Minuten, zumal die Fahrradkette natürlich aufgespannt bleiben darf.

Nützliches Zubehör:

  • Ein Baumwolltuch
  • Eine Bürste (es geht auch eine alte Zahnbürste)
  • Kettenöl

Letzteres sorgt dafür, dass die Kette hinterher wieder geschmeidig läuft, denn beim Reinigen trägt man auch einen Teil der Schmierung ab. Fahrradkettenöle gibt es inzwischen nicht nur im einschlägigen Fahrradhandel. Zum Schützen der Hände sind zudem Nitrilhandschuhe geeignet. Sinnvoll ist auch ein Montageständer für das Fahrrad, der viele Arbeiten am Bike erleichtert, weil man sich weder bücken noch das Rad auf den Kopf stellen muss.

Schritte zur Reinigung der Fahrradkette

  1. Sichtprüfung: Beschädigte Kettenglieder zwingen nämlich zum Austausch, weshalb man sich die Mühe der Reinigung dann sparen kann.
  2. Groben Schmutz entfernen: Hier kommt die Bürste zum Einsatz, mit deren Hilfe man auch in die Innenräume der Kettenglieder gelangt. Sieht man dort kleine, verkantete Steinchen, die sich nicht lösen wollen, kann man zum Beispiel mit einem Kunststoffschaber nachhelfen.
  3. Kette abwischen: Mit dem Tuch umfasst man nun die Kette und lässt sie durch Bewegen der Pedale hindurchlaufen. Zwei- bis dreimal sollte man die komplette Kette auf diese Weise mindestens abstreifen. Hat man den Eindruck, dass dies zu wenig hilft, kann das Tuch angefeuchtet werden. Nur nass sollte es nicht sein, damit der Schmutz nicht tiefer in die Kettenglieder gespült wird. Ein paar Tropfen herkömmliches Spülmittel fördern den Reinigungsprozess zusätzlich. Allerdings hat dieses eine entfettende Wirkung - entsprechend gründlich muss später die Schmierung erfolgen.
  4. Feinarbeit: Um den Schmutz aufzulösen, empfiehlt es sich Reiniger auf Öl-basis, beispielsweise Universalschmieröle, zu verwenden. Diese auf ein Baumwolltuch auftragen. Mit diesem umfasst man nun die Kette und lässt es durch Bewegen der Pedale hindurchlaufen. Mehrmals sollte man die komplette Kette auf diese Weise abstreifen.
  5. Schmierung: Hierfür sollte nur ausgewiesenes Kettenöl verwendet werden, denn es bietet auch einen Korrosionsschutz. Handelt es sich um ein Gebinde mit Tropfenapplikator, muss jedes Kettenglied punktuell versorgt werden. Sprühdosen scheinen zwar bequemer, sind aber schwerer dosierbar.

Aufpassen muss man gerade beim Sprühen, dass auf keinen Fall Öl (auch kein ablaufendes) an die Bremsscheiben oder Bremsflanken gelangt. Deren Funktion wäre sonst massiv beeinträchtigt. Nach etwa einer Viertelstunde lässt sich mit einem Tuch überschüssiges Öl einfach abstreifen - und fertig ist die Kettenreinigung.

Hilfsmittel zum Fahrradkette-Reinigen

Wer Wert auf ein Profi-Finish legt, kann in weitere Hilfsmittel investieren. Für die rein zweckmäßige Reinigung sind sie allerdings nicht nötig. So gibt es Kettenreinigungsbürsten, die aussehen wie ganz lange Zahnbürsten. Profis schwören auch auf spezielle Reinigungshaken. So bekommt man auch besonders hartnäckigen Schmutz zwischen den Ritzeln heraus. Feinste Schmutzpartikel entfernt ein Kettenreinigungsgerät, durch das die Kette automatisch gezogen wird. Wer sich etwas mechanische Arbeit sparen will, kann zusätzlich noch in einen flüssigen Kettenreiniger als Alternative zum Spülmittel investieren. Man sollte allerdings darauf achten, ob es sich um einen entfettenden Reiniger handelt oder nicht. Entsprechend muss später mehr Kettenöl aufgetragen werden.

Die Finger weg lassen hingegen sollte man beim Reinigen der Kette von Hochdruckreiniger, Benzin, Seifenlauge, Korrosionslösung, Alkohol, Bremsenreiniger sowie Stahlbürsten.

Wie oft sollte man die Kette reinigen?

Natürlich ist die Häufigkeit stark davon abhängig, wie oft, wo und bei welchem Wetter das Fahrrad bewegt wird. Es gibt Radfahrende, die tatsächlich wöchentlich reinigen, andere nur einmal pro Jahr beim Frühjahrsputz. Dabei sollte gerade auch vor dem Herbst-Winter-Einsatz die Kette gut in Schuss sein - und erst recht dann, wenn das Fahrrad eingelagert wird. Häufigeres Kettenreinigen hat den großen Vorteil, dass es schneller geht.

Die richtige Vorbereitung zur Kettenreinigung

Das Wichtigste bei der Reinigung der Fahrradkette ist die richtige Vorbereitung. Kettenpflege ist keine Wissenschaft. Auch Geschirrspülmittel hat eine fettlösende Wirkung und kann zum Reinigen der Fahrradkette verwendet werden. Hierfür gibst du einfach ein paar Tropfen ins Wasser oder direkt auf das Tuch. Wenn du stattdessen Kettenreiniger verwendest, solltest du darauf achten, dass er biologisch abbaubar ist. Wenn du alle Utensilien für die Reinigung und Pflege zur Hand hast, kann es losgehen! Tipp: Trage beim Reinigen der Fahrradkette Handschuhe, um schmutzige Hände zu vermeiden.

Wie reinige ich meine Kette?

Bei der Reinigung der Kette solltest du möglichst sanft und vorsichtig arbeiten! Benutze keinen Hochdruckreiniger, da dieser die beweglichen Teile der Kette, Kassette und Co. schnell beschädigen kann. Gehe stattdessen wie folgt vor:

  1. Schalte vor dem Reinigen in einen mittleren Gang.
  2. Spanne dein Fahrrad in einen Montageständer.
  3. Lege gegebenenfalls den Boden mit Zeitungspapier oder einer Plane aus, um Ölflecken auf den Boden zu vermeiden. Am besten reinigst du dein Fahrrad an einem offiziellen Waschplatz da dort spezielle Auffangbehälter vorhanden sind und das ölhaltige Wasser nicht ins Grundwasser gelangt.
  4. Entferne den groben Schmutz von der Kette trocken mit einer Kettenbürste. Bürste dazu locker über die Kette. Sitzt der Schmutz tiefer, kannst du diesen vorsichtig mit einem Zahnstocher entfernen. Vergiss dabei nicht die Schaltwerkröllchen.
  5. Löse nun mit einem trockenen Lappen die verbliebenen Verschmutzungen. Sprühe anschließend Kettenreiniger auf den Lappen und fahre nochmal über die Kette. Dadurch wird das Öl-Schmutzgemisch aufgeweicht und lässt sich leichter entfernen. Alternativ kannst du auch eine Zahnbürste und Wasser mit Spülmittel verwenden.
  6. Nachdem du den Schmutz entfernt hast, spülst du die Kette noch einmal mit klarem Wasser ab und trocknest sie anschließend gut ab. Wenn du die Kette einfach an der Luft trocknen lässt, kann sich durch die lange Trocknungszeit Rost bilden.

Wenn du alle Verschmutzungen abgespült hast, musst du die Kette nur noch gut trocknen, denn erst dann kannst du sie schmieren, was sehr wichtig ist. Wenn du mit einer zu trockenen Kette fährst, erhöht sich die Reibung an den Zähnen der Antriebskomponenten und sie verschleißen schneller. Deshalb solltest du die Kette immer mit Schmiermittel benetzen, bevor du zur nächsten Tour aufbrichst.

Auch die Kassette deines Fahrrads solltest du regelmäßig reinigen. Hierfür drehst du die Bürste einfach mit dem Freilauf mit und bürstest den Schmutz weg.

Wenn du dir die Kettenpflege erleichtern willst, kannst du dir auch ein professionelles Kettenreinigungsgerät zulegen, das mit seinen kleinen Borsten auch die verborgensten Stellen deiner Kette gründlich reinigt.

Fahrradkette schmieren: Was ist das richtige Öl?

Du hast die Reinigung deiner Fahrradkette hinter dir und willst sie nun ölen? Bevor es ans Eingemachte geht, stellt sich allerdings noch die Frage, welches Mittel sich am besten zum Ölen eignet? Normales Öl, mit PTFE, Wachs, vielleicht ein Spray oder doch das gute alte WD40?

WD40: Das Öl für die Kettenreinigung

Um es gleich vorweg zu nehmen: WD40 sollte man nie verwenden. Als Kriechöl ist es viel dünnflüssiger als herkömmliches Kettenöl und verdrängt so mit der Zeit die „dickere“ Kettenschmierung. Der dünne Film von WD40 reicht nicht aus, um die Kette ausreichend zu schmieren und kann im schlimmsten Fall zu erhöhtem Verschleiß führen. Wer kein Spezialprodukt zu Hause hat, kann WD40 aber zum Reinigen verwenden, denn es entfettet und schützt die Kette vor Rost.

Fahrradkette schmieren mit Kettenöl

Die erste Wahl zur Kettenpflege ist daher handelsübliches Kettenöl aus dem Fahrradgeschäft. Dieses gibt es in verschiedenen Varianten, z.B. für feuchtes Wetter mit PTFE, das die wasserabweisenden Eigenschaften verbessert.

Kettenwachs: Die Alternative für die Kettenpflege

Kettenwachs nimmt eine Sonderstellung ein: Es trocknet auf der Kette und bildet so einen dauerhaften Schutz für das ursprüngliche Fett. Daher eignet es sich auch zum Einfetten einer neuen Kette. Zu beachten ist allerdings, dass sich das Wachs ohne chemische Entfetter kaum wieder entfernen lässt.

Wichtig: Pflanzenöl eignet sich dagegen nicht als Schmiermittel für die Fahrradkette, ebenso wenig wie Sprays für Autos. Diese sind in der Regel auf die Bedürfnisse von Autos abgestimmt.

Damit solltest du die Kette nicht säubern

  • Hochdruckreiniger: Mit einem Hochdruckreiniger können die Teile beschädigt und Schmierfette aus den Lagern gespritzt werden. Bei Anwendung an der Kette kann zudem alter Schmutz in die Lager gelangen.
  • Spülmittel: So dringt das Mittel nicht so tief in die Kettenglieder ein und ist deshalb für intensiv genutzte Bikes weniger geeignet. Nutzt du das Mittel dennoch, dann sollte die Kette nach der Reinigung sofort geölt werden.
  • Bremsenreiniger: Seine sehr stark entfettende Wirkung führt dazu, dass die Kette nach einer Behandlung mit Bremsenreiniger sowohl außen, als auch innen komplett ungeschmiert ist und somit auch keinen Rostschutz mehr bietet. Deshalb musst du die Kette nach dem Säubern mit Bremsenreiniger unmittelbar schmieren - oder auf eine alternative Reinigungsmethode ausweichen.
  • Diesel oder Benzin: Solltest du doch Benzin oder Diesel zum Reinigen deiner Fahrradkette nutzen, achte darauf, die Kette danach sofort wieder zu schmieren, da beide Stoffe stark entfettend wirken.

Wie oft muss ich eine Kette ölen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Letztendlich kommt es darauf an, wie oft das Fahrrad benutzt wird und wie stark die Fahrradkette dem Schmutz ausgesetzt ist. So kann es sein, dass du deine Kette nach 100 km ölen musst, manchmal dauert es auch länger. Wer jeden Tag bei Wind und Wetter zur Arbeit fährt, sollte die Kette in kürzeren Abständen pflegen - am besten wöchentlich, mindestens aber einmal im Monat.

Eines ist sicher: Sobald die Fahrradkette nicht mehr leise läuft und rasselt, solltest du sie dringend ölen.

Kette spannen bei Nabenschaltung

Bei Fahrrädern mit Nabenschaltung oder mit einem Ritzel ohne Schaltwerk an der Hinterachse muss die Kette von Zeit zu Zeit nachgespannt werden. Du kannst in diesen Fällen die Kette spannen, indem du das Hinterrad löst und gleichmäßig nach hinten ziehst.

Anleitung zur Kettenspannung bei Nabenschaltungen und Rücktrittbremse

  1. Schalte in den ersten Gang, damit möglichst wenig Zug auf der Gangschaltung ist.
  2. Nachdem du das Fahrrad in den Montageständer eingespannt hast, kannst du das Hinterrad lösen und die Kette straffen. Ist allerdings eine Rücktrittbremse verbaut, löse den Bremshebel, damit dieser frei beweglich ist.
  3. Bei bestimmten Nabenschaltungen liegt die Gangschaltung genau auf der Mutter der Hinterachse. In diesen Fällen musst du diese Mutter erst freilegen, bevor du sie lösen kannst.

Mit den vier aufgelisteten Arbeitsschritten lässt sich deine Kette im Handumdrehen spannen.

  1. Abdeckung der Gangschaltung lösen
  2. Bremshebel der Rücktrittbremse am Hinterbau lösen
  3. Schrauben der Hinterachse lockern und am Hinterrad ziehen, um Kette zu spannen
  4. Hinterradschrauben festziehen und Bremshebel am Rahmen wieder festziehen

Nach der Montage solltest du unbedingt noch eine Probefahrt machen, um sicher zu sein, dass alles auch unter Belastung funktioniert und nichts locker ist.

Wichtig: Hat dein Rad eine Felgenbremse, musst du überprüfen, ob die Bremsbelege beim Bremsen immer noch auf der Bremsflanke liegen und nicht am Reifen schleifen.

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