Die Qualität der Fahrradausrüstung hat sich über die letzten Jahre und Jahrzehnte enorm verbessert.
Neue Materialien wurden gefunden und verwendet und auch in Sachen Schutz des Bikers hat sich eine Menge getan.
Hochfunktionale Fahrradhelme und schützende Handschuhe gehören bei jedem Biker, egal ob Crosser, Rennradler oder Downhiller, zur normalen Tourenausrüstung.
Leider wurde im Zuge dieser Entwicklung eine wichtige Tatsache zunehmend in das Unterbewusstsein und in den Hinterkopf der Biker verschoben: Denn das Risiko eines Sturzes auf steilen Abfahrten, im Geröll oder auf Asphalt, ist über die Jahre hinweg nicht kleiner geworden.
In unserem Fahrrad Protektoren Test kümmern wir von Profirad uns also um Ihre Gesundheit und sagen Ihnen, wozu und wann Sie Protektoren brauchen, welche Bike-Protektoren es gibt und alles weitere rund um den Schutz für Ihre Gelenke und Knochen.
Warum Protektoren beim Biken tragen?
Es gibt keinen Grund, keine Protektoren beim Biken zu tragen.
Gerade, wenn Sie auf halsbrecherische Abfahrten und Routen stehen, sollten Sie lieber vorsorgen und sich ausreichend schützen, bevor es richtig kracht.
Und zu einem „ausreichenden Schutz“ gehören Protektoren nunmal dazu.
Angefangen bei einfachen Knieprotektoren, die vor nicht viel mehr als Schürfwunden schützen, bis hin zu hochwertigen Rückenschutzsystemen gibt es heutzutage im Fachgeschäft (fast) alles.
Sowohl für Trekkingbiker und Crosser, aber auch für den „Ottonormalbiker“ reichen gute Helme und einfache Knieprotektoren ziemlich sicher aus.
Gerade Enduro-Biker und Downhiller sollten sich allerdings zusätzlich nach guten Protektorjacken erkundigen, welche den ganzen Rücken und auch Bereiche der Brust und des Nackens effektiv bei Stürzen in Abfahrten oder ähnlichem schützen.
Neue, effektive Protektorenrucksäcke reichen dagegen bei Hobbybikern meistens aus.
Einzelprotektoren vs. Protektorsysteme
Grundsätzlich gibt es beim gut ausgerüsteten Fachhändler für jeden Körperteil einen gewissen Protektor.
Wir von Profirad treffen daher eine grundsätzliche Unterscheidung zwischen sogenannten Einzelprotektoren, die gewisse Bereiche (z. Bsp.: das Knie) des Sportlers schützen und richtigen Protektorsystemen, also gemeinhin Protektorjacken.
Wie schon erwähnt, gibt es quasi für jedes Gelenk und jeden Teil des Körpers einen eigenen Protektor.
Gelenkprotektoren schützen die empfindlichen Gelenke wie Knie, Schulter und Ellenbogen bei Stürzen effektiv.
Schienbeinprotektoren schützen die Schienbeine einerseits bei Stürzen, aber andererseits auch bei Schlägen gegen das Bein.
Spezielle Rückenprotektoren, die einzelne Teile des Rückens schützen, sind fast vollständig aus dem Angebot der heutigen Anbieter verschwunden.
Stattdessen setzen die meisten Radler eher auf Protektorjacken.
Unser Fahrrad Protektoren Test zeigt, dass es quasi für jeden Teil des Körpers den richtigen Schutz gibt.
Vorteile von Protektorjacken
Hier kommen die Protektorjacken ins Spiel.
Diese Jacken schützen den Körper des Bikers großflächig, aber dabei mindestens genau so effektiv.
Einer der Hauptvorteile der Jacken gegenüber Einzelprotektoren ist die extrem einfache Handhabung.
Im Prinzip läuft es so ab: Jacke anziehen und fertig!
Darüber hinaus können Sie auch nichts vergessen, da Sie alles am eigenen Körper tragen und - bei richtiger Passform - verrutscht bei einem Sturz auch nichts.
Wichtige Aspekte bei der Auswahl von Fahrrad Protektoren
Égal, ob Sie nun eher ein Verfechter von Einzelprotektoren oder von Schutzsystemen wie Protektorjacken sind: Bei allen Fahrrad Protektoren sollten Sie auf drei weitere wichtige Punkte achten.
Einerseits natürlich der Schutz, den diese Protektoren bieten.
Aber andererseits spielen auch Passform und Komfort sowie das Material eine wichtige Rolle.
Grundsätzlich gilt bei Protektoren das selbe wie bei anderen Schutzelementen wie Fahrradhelmen, -handschuhen oder auch -trikots: Die Schutzteile können nur dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn sie richtig am Körper anliegen.
Dabei sollte die Jacke bzw. die einzelnen Schutzteile durchaus eng am Körper anliegen, aber nicht so eng, dass Sie den Körper regelrecht einschnüren.
Gerade bei Hartschalenprotektoren sollten Sie darauf achten, dass die Polsterung unter den einzelnen Schutzelementen und Plastikplatten ausreichend dick ist.
Bei allen Protektoren, aber insbesondere bei Protektorjacken, unterscheiden wir von Profirad zwischen Hartschalen-Modellen und Softjacken.
Während die Hartschalenjacken langsam aber sicher vom Markt verdrängt werden, drängen sie Softies immer mehr ins Rampenlicht.
Zwar meist etwas teurer als ihre schweren Brüder zeichnen sich Softjacken durch eine ausgezeichnete Belüftung bei sehr geringem Gewicht aus.
Viele Hersteller setzen bei Protektorjacken auf eine Mischung aus Hartschalen- und Softjacke.
Das richtige Material zu wählen und auf den optimalen Sitz zu achten, machen Sie weswegen? Richtig, um den idealen Schutz zu erhalten.
Alle diese Schutzteile sollten Sie bei gefährlichen Routen am Körper tragen.
Tests von Protektorenjacken
Nachdem wir bereits den Newschool-Protektoren für über das Shirt von Poc und Evoc auf den Zahn gefühlt und anschließend zwei leichte Schoner von Ion und Scott für den Trail-Einsatz getestet haben, sind jetzt die schweren Bikepark-Klassiker an der Reihe.
Während die leichten Rückenprotektoren lediglich nach dem geringeren Level 1 zertifiziert sind, bei dem im Schnitt maximal 18 kN Restkraft an den Körper durchdringen dürfen, sind die wuchtigen Park-Protektoren von Fox und Leatt nach dem hohen Schutzlevel 2 freigegeben.
Hier dürfen die Restkräfte maximal 9 kN betragen.
Das schaffen diese Modelle natürlich nur mit wesentlich dickeren und somit auch schwereren sowie unflexibleren Protektor-Pads.
Fox und Leatt gehören damit zur Kategorie der schweren Park-Schoner.
Für Trail-Einsätze sind diese wuchtigen Westen nicht zu empfehlen.
Dafür vermitteln sie im Bikepark ein sehr hohes Maß an Sicherheit.
Fox Baseframe Pro Vest im Test
Die Fox Baseframe Pro Vest ist das Heavy-Duty-Modell der US-Amerikaner.
Fox schafft es mit seiner Baseframe, ein hohes Maß an Schutz bei gutem Tragekomfort zu bieten.
Damit eignet sich die Weste vor allem für Enduro- und Parkbiker, die ihren Schutz gerne etwas weniger offensichtlich unter dem Jersey tragen.
Die leichte Meshweste sitzt angenehm und passgenau, fällt dabei nicht zu lang oder zu labbrig aus und hält die Protektoren perfekt in Position.
Auch die seitlichen EVA-Pads sind gut platziert.
Weniger gut gelöst sind dagegen die Enden der Klett-Straps, die sich kaum durch ihre Laschen fädeln lassen.
Das nervt bei jedem An- und Ausziehen.
Ein weiteres Manko ist die kurz geratene Rückenplatte.
Sie könnte in der Länge etwas weiter über die Brustwirbelsäule hinausreichen.
Die Belüftung ist spürbar schlechter als bei den Modellen, die über dem Jersey getragen werden.
Leatt Body Vest 3DF AirFit Evo im Test
Die Leatt Body Vest 3DF AirFit Evo ist mit ziemlich massiven Schonerplatten ausgerüstet, das merkt man am Gewicht.
Wem Schutzwirkung über alles geht, der kommt bei der wuchtigen Leatt auf seine Kosten.
Im Schnitt liefern die Südafrikaner die besten Werte im Labor, lediglich das etwas kurze Pad am Rücken gibt Abzüge.
Nachteil: Die massiven Pads drücken aufs Gewicht und sind bei jeder Bewegung spürbar.
In passender Größe fällt die Weste sehr lang aus, das Material und die seitlichen Nierenpolster schoppen sich am Hosenbund.
Auch das Brustpad sitzt erstaunlich tief und drückt stellenweise auf das Zwerchfell, der seitliche Reißverschluss kneift am Hals.
Über zwei seitliche Klettbänder lässt sich die 3DF gut an den Träger anpassen.
Zum An- und Ausziehen lässt sich der linke Strap über ein Clip-System aushängen.
Das ist komfortabler gelöst als bei der ähnlich konstruierten Fox-Weste.
Bluegrass Armour Lite und Armour B&S D3O im Test
Mit den neuen Armour Lite und Armour B&S D3O-Rückenprotektoren hat Bluegrass auf ein wenig Schutzwirkung verzichtet (erkennbar an der Level 1-Zertifizierung anstelle von Level 2), um im Gegenzug jedoch die Bewegungsfreiheit und den Tragekomfort zu maximieren.
Für alle, die sich ihre Abfahrten auf langen Anstiegen verdienen, vermittelt der Armour Lite fast ein Gefühl, als wäre er nicht da - und dennoch dürfte er die Konsequenzen eines Sturzes über den Lenker erheblich verringern.
Auch wenn er noch immer minimalistisch ausfällt, fühlt sich der 190 € teure Armour B&S D3O-Rückenprotektor - verglichen mit dem Armour Lite - weitaus voluminöser an, vor allem bei Verwendung der herausnehmbaren D3O-Schulterpolster.
Die Positionierung der Schulterpolster ist absolut gelungen und die Pads schweben geradezu über den Schultern.
Dadurch bieten sie vollen Bewegungsspielraum, ohne jedoch bei einem Crash zu verrutschten oder unter den Achselhöhlen zu verschwinden.
Die Weste trägt nicht stark auf und man kann sie problemlos unter einem Jersey tragen, ohne dabei wie ein American Football-Spieler auszusehen.
Die weichen Polster auf der Brust fühlen sich etwas weniger atmungsaktiv an.
Top für alle, die einen Fullface-Helm tragen: Die Oberkante der Rückenplatte ist so positioniert, dass sie dem Helm nicht in die Quere kommt - oftmals ein Problem bei Rückenprotektoren.
Nach einigen längeren Tagen im Armour B&S D3O waren wir beeindruckt davon, wie bequem der Protektor ist und wie stabil er sitzt.
Das Fehlen eines Hüftgurts erhöht zudem den Komfort beim Pedalieren, was für schlanke Fahrer gut ist.
Alles in allem bietet der Bluegrass Armour B&S D3O eine sehr gute Balance zwischen Komfort und Schutz.
Zusätzliche Schutzaspekte
Neben dem Schutz des Rückens ist es wichtig, auch andere Körperteile zu schützen.
Ein Oberkörperprotektor sollte immer mit dabei sein, um schwerwiegende Verletzungen zu vermeiden.
Noch Schultern und Ellenbogen geschützt werden.
Auch sehr beliebt im Downhill sind die Brustpanzer.
Konventionellen Brustpanzer sind aus Hartplastik, die moderneren Varianten sind hingegen aus Soft-Protektoren.
Brustpanzer bieten zusätzlich auch noch Schutz für die Schultern oder Oberarme.
Es gibt auch Protektor-Westen, die ebenfalls sehr dünn sind und oft nur einen Brust-Protektor aus Schaumstoff haben.
In vielen Protektoren ist auch ein Rückenprotektor integriert.
Diese kann man sich, ähnlich wie Rucksäcke, einfach aufschnallen.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Es gibt einige wichtige Punkte, auf die Sie beim Kauf eines Oberkörperprotektors achten sollten, um den richtigen Schutz zu gewährleisten.
Achten Sie besonders auf die Passform, damit der richtige Schutz gewährleistet werden kann.
Achten Sie beim Kauf von Oberkörperprotektoren darauf, dass diese nur bis zu den Nieren gehen, da er sonst beim Fahren hindern kann.
Die Verschlüsse sollten einfach zu bedienen sein, mit Schnallen, Reißverschluss oder verstellbaren Riemen.
Vor allem technisch innovative Protektoren verwenden Materialien, die im normalen Zustand weich und flexibel sind, sich aber im Falle eines Sturzes oder Aufpralls verhärten.
Oft haben auch MTB-Protektoren das EN1621 Zertifikat.
Es ist auch wichtig zu prüfen, welche Ersatzteile verfügbar sind.
Tabelle: Vergleich von Protektorenjacken
| Modell | Schutzlevel Rücken | Schutzlevel Front | Restkraft Rücken (kN) | Restkraft Front (kN) | Gewicht (g) | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Fox Baseframe Pro Vest | Level 2 | Level 1 | 7,16 | 10,66 | 986 | EVA-Nierenschutz, seitlicher RV |
| Leatt Body Vest 3DF AirFit Evo | Level 2 | Level 2 | 6,27 | 10,20 | 1206 | Meshweste, durchgehender RV, Nierenschutz |
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