Ohne eine gut geölte Kette läuft am Mountainbike buchstäblich nichts. Aber ist das teuerste Öl auch das beste? Die Preise variieren zum Teil ungewöhnlich stark. So kostet das preiswerteste Öl in diesem Test schmale 6 Euro mit 65 ml, das teuerste aber rund 32 Euro mit nur 50 ml - ob da doch flüssiges Gold drin ist?
Um die Wahl zu vereinfachen, haben wir 16 Fahrrad Kettenöle in Labor und Praxis getestet. Dabei entschieden wir uns für Kettenöle, die für nasse Bedingungen geeignet sind, insofern der jeweilige Hersteller diese im Programm führt. Ganz einfach, beim Mountainbiken sind Matsch und Nässe zumindest in unseren Gefilden einfach sehr häufig gegeben. Dünnflüssige Öle für trockenes Wetter sind eher für Rennradfahrer interessant.
Wir testeten außerdem ausschließlich Tropfflaschen. Mit diesen gelingt die Dosierung besser und sie sind effektiver. Alle Ergebnisse aus dem Labor- und Praxistest findest du hier. Zudem haben wir das Preis-Leistungs-Verhältnis der Öle errechnet. Dabei gilt generell: Auch ein mittelprächtiges Öl ist immer noch viel besser als gar kein Öl. Eine regelmäßig und fachmännisch geölte Kette garantiert geringere Reibung, verbesserte Schaltperformance und vor allem viel geringeren Verschleiß.
So haben wir getestet: Kettenöl
Da es auf dem Trail schwer ist, vergleichbare Bedingungen herzustellen, haben wir den Praxistest auf die Handhabung beschränkt. Im Fokus: die Dosierbarkeit. Darunter verstehen wir, wie dünn oder dickflüssig das Öl ist, wie gut die Pipette der Flasche ist und wie sich der Flaschenkörper eindrücken lässt. Diese drei Faktoren findest du unter dem Faktor Handhabung.
In unserem Auftrag testete das Labor der NOLD Hydraulik und Pneumatik GmbH in Bad Waldsee die 16 Kettenöle auf ihre Schmierfähigkeit und den Verschmutzungsgrad. Im ersten Schritt wurde die Schmierstoffprüfung nach Brugger (DIN 51347) durchgeführt. Dabei wird das Öl auf einen Prüfzylinder aufgetragen und mit Druck gegen einen rotierenden Prüfring gepresst. Anschließend werden die Schleifspuren auf dem Prüfzylinder automatisch ausgemessen und ein Belastungswert in N/mm² angegeben.
Beim Reinheitstest misst ein Laser die Verschmutzung, indem er die Anzahl der Kleinstpartikel im Öl zählt. Nach unterschiedlichen Größen werden die Partikel im Mikrometerbereich sortiert und nach ISO 4406:1999 in drei Reinheitsklassen klassifiziert.
Unterschied Kettenöl für nasse und trockene Bedingungen
Nass-Kettenöle sind für den Einsatz bei schlechtem Wetter optimal. Ein dickeres Grundöl ist mit Haftvermittlern versehen. Die Kette wird mit einemSchutzmantel umgeben. Nachteil: Auch Schmutz haftet besser an der Kette.
Öl für trockenes Wetter (nicht zu verwechseln mit Trockenschmiermittel) ist dünner, dringt besser in die Laschen und Glieder ein. Es ist weniger sichtbar, wäscht sich aber auch schnell wieder ab.
Bewertungsmatrix: Die besten Kettenöle im Test
Anhand einer Auswertungstabelle wird die Punktezahl für jedes Öl errechnet und somit die Endnote bestimmt. Zum Endergebnis trägt die Schmierfähigkeitsprüfung zu 60 Prozent bei, der Reinheitstest zu 15 Prozent und die Handhabung zu 25 Prozent. Anhand der Punkte kannst du erkennen, wie weit entfernt das Produkt von der nächsten Note liegt.
Warum muss die Kette geölt werden?
Quietschend rattert die rostbraune Fahrradkette über die Kettenblätter und Ritzel - normaler Alltag bei vielen Citybikes. Während einige Radfahrer das Geräusch als Hilferuf der Kette verstehen, wird es von anderen kaltblütig ignoriert - auf Kosten des Antriebs. Dessen schnelleres Ableben lässt sich jedoch vermeiden, wenn regelmäßig Kettenöl aufgetragen wird.
Fahrradketten verschleißen und längen sich bei jedem gefahrenen Kilometer - das lässt sich nicht aufhalten. Dennoch kann der Verschleiß enorm reduziert werden, indem die Kette regelmäßig gereinigt und anschließend wieder geölt wird. Ist die Kette aber zu lang geworden oder aufgrund von mangelnder Schmierung versteift, leiden auch die Kettenblätter und Zahnkränze. Den gesamten Antrieb auszutauschen kostet dann deutlich mehr Geld, als lediglich die Kette zu wechseln oder zu pflegen. Überdies drohen verschlissene Ketten zu reißen, was zu einem Sturz führen und somit gefährlich werden kann.
Letztlich führt eine gut geschmierte Kette dazu, dass weniger Kraft beim Pedalieren verloren geht - man fährt also leichter und schneller!
Vielfältige Schmiermittel
Möchten Radfahrer - weil sie die Sinnhaftigkeit des Kettenöls eingesehen haben - ein Fläschchen davon kaufen, werden sie von der Vielfalt geradezu erschlagen. Zum Beispiel gibt es Dry Lubes, die zwar sehr gut schmieren und wenig Schmutz anziehen, aber nur wenig resistent gegen Nässe sind und sich somit nur für Schönwetterbikes eignen.
Wet Lubes sind Öle für nasse Bedingungen. Sie lassen sich vom Regen nicht so einfach wegspülen und schützen besser vor Rost. Allroundöle versuchen, einen Kompromiss aus den beiden Ölgattungen zu bilden.
Kettenöle sind in Spray- und Tropfflaschenform erhältlich. Sprays haben den Nachteil, dass sie das Schmiermittel meist zu großflächig verteilen, sodass viel Öl auf dem Boden, auf den Kettenaußenseiten oder gar auf der Felge beziehungsweise Bremsscheibe landet. Letzteres beeinträchtigt die Bremsleistung sehr stark. Mit den fein zu dosierenden Tropfflaschen kann das nicht passieren.
Öl auftragen, aber wie?
Bevor Sie das Kettenöl auftragen, sollte die Kette vom gröbsten Dreck gereinigt werden, denn Sand wirkt wie Schmirgelpapier. Anschließend kann das Öl tröpfchenweise auf die Kette gegeben werden. Drehen Sie hierfür die Kurbel langsam rückwärts. Seien Sie mit dem Öl sparsam, da zu viel davon zu einer höheren Schmutzanhaftung führt. Drehen Sie die Kurbel nach dem Auftragen zur besseren Ölverteilung noch ein paar Umdrehungen weiter. Entfernen Sie anschließend mit einem Lappen das überschüssige Öl von den Kettenaußenseiten.
Wir haben im Labor untersucht, wie stark der Quarz-Sand an den geölten Ketten haftet.
Das macht ein gutes Kettenöl aus
Wir haben elf Kettenöle im Labor von Bremer & Leguil getestet. Hierbei entschieden wir uns für Öle, die für den Allround-Einsatzzweck oder für nasse Bedingungen ausgelegt sind.
Ein gutes Kettenöl reduziert die Reibung und somit den Verschleiß. Es sorgt es dafür, dass die Kettenglieder beweglich bleiben und sich gut um die Zahnkränze legen. Fahrradkettenöle haben jedoch außerdem mit äußeren Einflüssen zu kämpfen. So müssen sich die Öle gegen Wasser behaupten.
Tatsächlich haben wir im Test festgestellt, dass diejenigen, die laut Etikett für besonders nasse Bedingungen geeignet sein sollen, nicht zwangsläufig bei Nässe besser abschneiden. Überdies sollen gute Öle natürlich möglichst wenig Schmutz anziehen und sich gut handhaben lassen - also beispielsweise nicht heruntertropfen.
Die Kettenöle im Überblick
| Kettenöl | Preis pro 100 Milliliter | Note |
|---|---|---|
| Antidot Kettenöl | 17,90 Euro | sehr gut |
| Brunox Top-Kett | 11,72 Euro | gut |
| Dr. Wack F100 Kettenöl | 17,98 Euro | gut |
| Dynamic All Round Lube | 9,40 Euro | befriedigend |
| Finish Line Cross Country Kettenöl | 6,66 Euro | gut |
| Hanseline MTB Kettenöl | 4,40 Euro | befriedigend |
| Muc-Off Kettenöl für Nässe | 9,13 Euro | befriedigend |
| Shimano Wet Lube | 7,96 Euro | gut |
| SKS Lube your chain | 17,32 Euro | gut |
| WD-40 Bike Kettenöl Wet | 10,49 Euro | sehr gut |
| Zéfal Extra Wet Chain lube | 8,29 Euro | gut |
Wertungen im Detail
| Kettenöl | Preis pro 100 Milliliter | Verschleißtiefe | Verschleißschutz | Korrosionsschutz | Schmutzresistenz | Kriechfähigkeit | Handhabung | Punkte gesamt | Note |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Antidot Kettenöl | 17,90 Euro | 3,34 Mikrometer | ★★★★★★★★½☆ | ★★★★☆ | ★★★★★★★★★★ | ★★☆☆☆ | ★★★★★★★☆☆☆ | 92 | sehr gut |
| Brunox Top-Kett | 11,72 Euro | 10,26 Mikrometer | ★★☆☆☆½ | ★★★★☆ | ★★★½☆ | ★★★★★★★★★★ | ★★★★½ | 74 | gut |
| Dr. Wack F100 Kettenöl | 17,98 Euro | 18,79 Mikrometer | ☆☆☆☆ | ★★★★☆ | ★★★½☆ | ★★★★★★★★★★ | ★★☆☆☆ | 65 | gut |
| Dynamic All Round Lube | 9,40 Euro | 26,29 Mikrometer | ☆☆☆☆ | ★★★★★★★★☆☆ | ★★★½☆ | ★★★★½☆☆ | ★★☆☆☆ | 52 | befriedigend |
| Finish Line Cross Country Kettenöl | 6,66 Euro | 7,64 Mikrometer | ★★★★☆ | ★★★☆☆ | ★★★★☆ | ★★★★★★★★½☆ | ★★★★½ | 76,5 | gut |
| Hanseline MTB Kettenöl | 4,40 Euro | 16,49 Mikrometer | ★★☆☆☆ | ★★★☆☆ | ★★★★☆ | ★★★★★★★★★★ | ★★★★ | 62 | befriedigend |
| Muc-Off Kettenöl | 9,13 Euro | 16,32 Mikrometer | ★★☆☆☆ | ★★★★☆ | ★★★★½☆☆ | ★★★★★★★★½☆ | ★★★½☆ | 63,5 | befriedigend |
| Shimano Wet Lube | 7,96 Euro | 9,02 Mikrometer | ★★★½☆ | ★★★★★★★★★★ | ★★★½☆ | ★★★★★★★★★★ | ★★★★ | 77 | gut |
| SKS Lube your chain | 17,32 Euro | 13,56 Mikrometer | ★★★☆☆ | ★★★★★★★★★★ | ☆☆☆☆☆ | ★★★★★★★★½☆ | ★★★½☆ | 67,5 | gut |
| WD-40 Bike Kettenöl Wet | 10,49 Euro | 6,95 Mikrometer | ★★★★☆ | ★★★★★★★★★★ | ★★★½☆ | ★★★★★★★★★★ | ★★★★ | 82 | sehr gut |
| Zéfal Extra Wet Chain lube | 8,29 Euro | 9,69 Mikrometer | ★★★½☆ | ★★★☆☆ | ★★★½☆ | ★★★★★ | ★★★★ | 69 | gut |
Fazit
Das Antidot Kettenöl schont die Umwelt und überzeugt mit einem besonders guten Schutz vor Verschleiß. Damit holt es sich den Testsieg!
Das Brunox Top-Kett ist ein gutes Kettenöl, das lediglich im Punkt Handhabung größere Schwächen zeigt, ansonsten aber vollends überzeugt.
Das Dr. Wack F100 Kettenöl lässt sich gut auftragen und schützt gut vor Rost. Bei der Schmierfähigkeit besteht jedoch Verbesserungspotenzial.
Das sehr dünnflüssige Dynamic All Round Lube konnte beim Verschleißschutz nicht überzeugen. Rost hat bei diesem Öl aber immerhin wenig Chancen.
Das Finish Line Cross Country Kettenöl überzeugt mit einem guten Verschleißschutz. Leichte Schwächen liegen beim Verhindern von Rost. Preis-Leistungs-Sieg!
Das biologisch abbaubare Hanseline MTB Kettenöl lässt sich gut auftragen, weist aber keinen guten Verschleiß- und Korrosionsschutz auf.
Das Muc-Off Kettenöl für Nässe schützt vor Korrosion. Besonders schmutzresistent ist es hingegen nicht. Der relativ hohe Verschleiß kostet im Test viele Punkte.
Das Shimano Wet Lube ist ein rundum gutes Öl, das kaum Schwächen zeigt und mit einer sehr guten Schmutzresistenz punktet.
Das in einer praktischen Flasche verkaufte SKS Lube your chain schützt sehr gut vor Rost, zieht jedoch andererseits extrem viel Dreck an.
Das WD-40 Bike Kettenöl Wet ist beim Korrosionsschutz überragend. Außerdem reduzierte es den Verschleiß am zweitbesten. Platz zwei im Test!
Das Zéfal Extra Wet Chain lube ist ein gutes Kettenöl, das in unserem Test jedoch nicht bei Nässe überzeugen konnte. Schließlich liegt es beim Korrosionsschutz im hinteren Testfeld.
Ein wichtiger Aspekt ist außerdem, dass die meisten Öle aus nicht abbaubarem Mineralöl bestehen und somit umweltschädlich sind. Doch es gibt auf dem Markt auch viele Bio-Öle. „Der Bio-Begriff ist hierbei jedoch nicht geschützt, sodass theoretisch jeder sein Produkt so nennen kann“, erklärt uns Markus Gottschlich, Schmiermittelspezialist bei Bremer & Leguil.
Anders sehe das beim Begriff „biologisch leicht abbaubar“ aus. Um diesen nutzen zu dürfen, müssen 60 Prozent der Inhaltsstoffe innerhalb von 28 Tagen abgebaut sein. Schmierungstechnikexperte Prof. Dr. Wilfried J. Bartz spricht sogar davon, dass ein Teil Mineralöl eine Million Teile Trinkwasser ungenießbar mache. Ein Grund mehr, in der Zukunft auf biologisch abbaubare Öle zu setzen, die, wie unser Test zeigt, keinesfalls schlechter sein müssen.
So hat BIKE BILD das Kettenöl getestet
Die Schmierfähigkeit und der Reibverschleißschutz wurden mithilfe einer hochwertigen Schwingungs-Reibverschleiß(SRV)-Maschine im Labor von Bremer & Leguil (Antidot) in DIN-Norm-Anlehnung untersucht. Hierbei bearbeitet eine Kugel zwei Stunden lang eine mit Öl bedeckte Scheibe. Der anschließend gemessene Verschleiß geht zu 40 Prozent in das Testergebnis ein.
Um den mit 25 Prozent gewichteten Korrosionsschutz zu testen, verwendete das Labor genormte, mit Öl bedeckte Graugussspäne, die auf Filterpapier gelegt wurden. Mit Wasser beträufelt waren so Rostflecken in unterschiedlicher Stärke zu sehen.
Für die Bestimmung der mit 15 Prozent gewichteten Schmutzresistenz wurden in Öl getränkte, abgetropfte Kettenabschnitte mit Quarzsand bestreut und mit einer Feinwaage gewogen. Je leichter die Kette war, desto besser schnitt das Öl ab.
Die Handhabung wurde von den Testern subjektiv bewertet und ging ebenfalls zu 15 Prozent ein. Dabei war uns wichtig, dass das Öl problemlos gleichmäßig aufgetragen werden konnte.
Weitere Kettenöle im Test
Neben den bereits genannten Kettenölen wurden auch folgende Produkte getestet und bewertet:
- Antidot Kettenöl
- Atlantic Dry11
- Ballistol Keramik-Kettenöl
- Dr. Wack F100 Trocken-Schmierstoff
- Finish Line Kettenöl Synthetisch
- Hanseline Kettenwachs
- Holmenkol Performance Lube
- Kettenwixe Duraglide
- Motorex Dry Power Performance Lube
- Muc-Off Kettenöl für Trockenheit
- Pedro's Syn Lube
- R.S.P. Red Oil
- Sonax Bike Silikon Kettenpflegeöl
- Tunap Chain Oil Ultimate
- Wash'n Roll Bio-Antriebsöl
- WD-40 Bike Kettenöl Dry
- Weldtite Sport Kettenfluid
- Zéfal Chain Wax Extra Dry
Testergebnisse im Detail (Auszug)
- Antidot Kettenöl: Vorbildlich schmierfähig, gute Viskosität, aber sehr geringer Rostschutz und mittelmäßiges Kriechverhalten.
- Atlantic Dry11: Schmierfilmriss, Fresser. Hoher Lösemittelgehalt. Sehr guter Korrosionsschutz.
- Ballistol Keramik-Kettenöl: Schmiert gut, die Partikel bremsen aber den Leichtlauf. Es kriecht passabel, der Rostschutz ist top.
- Dr. Wack F100 Trocken-Schmierstoff: Solide Schmierfähigkeit im oberen Mittelfeld. Ausgewogenes Verhältnis zwischen Korrosionsschutz, Kriechverhalten und schneller Abbindung.
- Finish Line Kettenöl Synthetisch: Schmiert sehr gut, kriecht aber schlecht und schützt kaum vor Korrosion. Nur einzelne Bestandteile sind synthetisch.
Bio-Kettenöle im Test
Ein Tropfen Erdöl kann 600 bis 1000 Liter Wasser verunreinigen. Wir Biker sollten daher umdenken und umweltfreundliche Schmierstoffe für die Fahrradkette verwenden.
Das Angebot an Öko-Fahrradkettenölen wächst zwar, doch nur langsam. Wir haben 14 als “Bio” ausgelobte Schmierstoffe getestet.
Diese 14 Bio-Kettenöle haben wir getestet:
- Antidot Kettenöl
- Atlantic Bio-Kettenöl
- Danico Biotech Ketten Kaiser
- Dr. Wack F100 Bio Kettenöl
- Dynamic Bio Allround Lube
- Hanseline Bio MTB Oil
- Motorex Chainlube Allround
- Muc Off Wet Weather Lube
- Pedro’s Go!
- Rohloff Oil of Rohloff
- Toniq Chain Oil All Weather
- Tunap Eco Kettenöl
- Wash ‘n’ Roll Bio-Antriebsöl
- Weldtite Pure Wet Lube
Der Begriff Bio ist dabei dehnbar wie Kaugummi und nicht in jedem Öl steckt ausreichend davon. Als biologisch leicht abbaubar - und das ist die Grundvoraussetzung, die ein modernes Bio-Schmiermittel erfüllen muss - gelten Produkte, die spätestens nach 28 Tagen zu mindestens 60 Prozent abgebaut sind.
Die übrigen Kandidaten im Schmiermittel-Test setzen nicht nur auf umweltfreundliche Rohstoffe bei der Zusammensetzung, sondern verwenden zum Teil auch Recycling-Materialien für Tropffläschchen und Etiketten - ein großer Schritt in die richtige Richtung. Die besten Bio-Produkte schmieren nämlich mindestens so gut wie die Gewinner aus unserem letzten Vergleich 2020.
Was ist BIO?
Der Begriff Bio ist nicht geschützt. Nur, weil ein Produkt als umweltfreundlich angepriesen wird, ist es noch lange nicht unbedenklich.
Ein Schmierstoff ist für die Umwelt weniger gefährlich, wenn er sich bei Kontamination des Erdreichs in kurzer Zeit biologisch abbaut.
Bei den Grundölen unterscheidet man Mineralöle, synthetische Öle und Pflanzenöle. Wobei synthetische Öle sowohl auf Mineralölbasis als auch auf Pflanzenbasis erzeugt werden können. Synthetische Öle fossilen Ursprungs sind nach heutigem Stand der Technik NICHT leicht biologisch abbaubar. Mineralöle per se nicht. Für weitere Informationen zur Zusammensetzung eines Kettenöls können auch Endkunden das jeweilige Sicherheitsdatenblatt des Herstellers einsehen.
Um das Siegel “Bio” zu verdienen, sollte ein Fahrrd-Kettenöl natürlich nach OECD 301 biologisch leicht abbaubar sein. Zudem sollte es keine Farb- und Duftstoffe enthalten und ungefährlich für die Natur sein.
So testet BIKE
- Schmierfähigkeit: Im Labor von Bremer & Leguil haben wir alle Schmierstoffe auf einer Optimol-SRV5-Prüfmaschine testen lassen. Dabei werden Reibwert, Schmierungskoeffizient und Verschleiß in Anlehnung an DIN ermittelt.
- Kriechfähigkeit: Eine definierte Menge Schmierstoff wird auf die Kante zweier entfetteter, leicht versetzt aufeinanderliegender Glasplatten aufgetragen. Durch Kapillarkraft wandert der Schmierstoff 15 Minuten lang zwischen die Platten.
- Korrosionsschutz: Im Labor von Bremer & Leguil wurden in Anlehnung an DIN ISO 7120 zylindrische Prüfkörper aus Stahl 24 Stunden lang in einem Gemisch aus 300 ml des zu prüfenden Öls und 30 ml 0,5-prozentiger NaCl-Lösung getaucht. Der entstandene Rost wurde abgewischt und die korrodierten Flächen per Augenschein klassifiziert.
- Handhabung der Schmierstoffe: Mehrere Testpersonen haben die praktische Handhabung beim Auftragen der Schmierstoffe bewertet. Die Mittel und Verpackungen unterscheiden sich dabei stark voneinander.
Interview mit Stefan Mitterer, Geschäftsleiter bei OELCHECK GmbH
Immer nur die nötige Menge an Schmierstoff auftragen und die Kette nicht “überschmieren”!
BIKE: Sind Bio-Kettenöle völlig unbedenklich für die Umwelt?
Stefan Mitterer: Nein. Die offiziellen Tests zur Abbaubarkeit (z. B. OECD, CEC) sollen keinen Freischein darstellen. In Fällen wie Schlauchplatzern an Maschinen oder Verlustschmierung (Kette, Motorsäge) sind diese in der Umwelt besser abbaubar, sollten dennoch nicht in größerer Menge ins Erdreich oder Wasser gelangen. Aktuell werden Überlegungen in der Industrie angestellt, die Tests zur Abbaubarkeit von Schmierstoffen weiter zu verbessern.
BIKE: Sind Attribute wie “kennzeichnungsfrei” oder “frei von Gefahrstoffen” Merkmale eines Bio-Produkts?
Stefan Mitterer: Nein, frei von Gefahrstoffen bedeutet nicht automatisch unbedenklich für die Umwelt. Auch biologisch abbaubar bedeutet nicht gleich unbedenklich für die Umwelt oder Lebewesen. Kennzeichnungsfrei heißt lediglich, dass toxikologische Untersuchungen einen gewissen Schwellenwert nicht überschritten haben und deshalb kein Gefahrensymbol auf dem Produkt erforderlich ist.
Die Ergebnisse des großen Kettenöl-Tests
- Antidot Kettenöl: Labor: Vorbildliche Schmierfähigkeit und passabler Korrosionsschutz, angenehme Viskosität, aber geringe Kriechfähigkeit. Praxis: Fein dosierbar durch sämige Konsistenz. Die handliche, feste Flasche drückt sich etwas schwer. Kappe mit Kindersicherung. Keine Nachfülloption und relativ teuer.
- Atlantic Bio-Kettenöl: Labor: Mäßiger Verschleißschutz und geringer Korrosionsschutz, bei geringen Kräften solide und anhaltende Schmierleistung. Praxis: Handliche Flasche mit feiner Tülle, leicht zu drücken und sauber punktuell aufbringbar. Etwas klebrig. Inzwischen mit recycelter Verpackung erhältlich.
- Danico Biotech Ketten Kaiser: Labor: Schmierstoff auf Basis von Sonnenblumenöl. Bei Reibung und Verschleiß im Mittelfeld, überzeugend bei Korrosionsschutz. Hohe Viskosität mit mäßigem Kriechverhalten. Praxis: Sehr fein aufzutragen und dabei nicht zu klebrig. Verpackung mit geringem Recycle-Anteil, beim Händler nachfüllbar.
- Dr. Wack F100 Bio Kettenöl: Labor: Durchgehend solider Reibwert und sehr guter Verschleißschutz. Schützt noch gut vor Korrosion, kriecht aber nur mäßig. Praxis: Mit eine der besten Tropfflaschen im Vergleich, zudem zum großen Teil aus Recycling-Material. Dank mittlerer Viskosität auch ohne Tropfen leicht und sauber aufzutragen.
- Dynamic Bio Allround Lube: Labor: Bei Schmierfähigkeit nur im hinteren Bereich, auch der Verschleiß ist eher hoch. Dafür schützt das Öl zuverlässig vor Korrosion. Kriecht trotz geringer Viskosität nur mäßig. Praxis: Tropft schon beim Kippen leicht aus der Flasche, aufgrund der dünnflüssigen Konsistenz weniger sauber dosierbar.
- Hanseline Bio MTB Oil: Labor: Der Reibwert ist sehr gut, doch die unruhige Messkurve deutet auf unharmonische Schmier-Performance hin. Mäßiger Verschleißschutz, dafür top Korrosionsschutz. Praxis: Muss lange geschüttelt werden, damit sich die Graphen-Partikel ...
Kettenöl Vergleich 2025
Die besten Kettenöle: Wählen Sie Ihren persönlichen Testsieger aus der Bestenliste.
Die besten Kettenöle: Wählen Sie Ihren persönlichen Testsieger aus der Bestenliste.
- Liqui Moly Kettenspray: Der Liqui Moly Kettenspray punktet im Vergleich mit einem großen Inhalt von 400 ml sowie einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Durch den Spray wird eine einfache Handhabung gewährleistet. Insgesamt ist der Liqui Moly Kettenspray eine solide Wahl, der exaktes Auftragen ermöglicht.
- Dr. Wack F100 Kettenöl: Das Dr. Wack - F100 Kettenöl erweist sich als hochwertiges Schmiermittel für Fahrradketten. Seine ausgezeichnete Haftfähigkeit und wasserabweisende Eigenschaften sorgen für langanhaltende Schmierung und Schutz vor Verschleiß. Die einfache Anwendung und die effiziente Leistung machen es zu einer empfehlenswerten Wahl für Fahrradenthusiasten.
- Wd-40 Specialist Kettenspray: Das WD-40 Specialist Fahrrad Kettenspray überzeugt im Vergleich vorallem durch seine einfache Verwendung. Dieses Spray kann entweder auf die gesamte Kette augetragen werden oder punktuell mit dem aufsetzbaren Sprühröhrchen. Es schmiert die Kette, schützt vor Korrosion und Verschleiß und sorgt für einen reibungslosen Gangwechsel.
- Dr. Wack F100: Das Dr. Wack F100 Kettenöl konnte uns im Vergleich mit einem guten Korrosionsschutz sowie einer soliden Verringerung der Reibung überzeugen. Leider ist kein exaktes Auftragen möglich, was bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden sollte.
- Wd-40 Bike Kettenöl: Das Kettenöl Bike von WD-40 spricht uns vor allem wegen seines Korrosionsschutzes an. Besonders praktisch an diesem Produkt ist, dass es für alle Fahrradtypen geeignet ist.
- Tuna Sports 1105471: Das Ultimate Kettenöl von TUNAP SPORTS ist im Vergleich zu vielen anderen Produkten als Spray, in der Dose oder als Tropfflasche erhältlich. Das umweltverträgliche Öl, welches ohne schädigende Lösungsmittel auftritt, ist mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis bei jedem Wetter nutzbar.
- Blub Kettenfett: Das Blub Klettfett gefällt uns, im Vergleich, sehr gut. Es eignet sich für alle Fahrradtypen und ist sehr beständig. Das Ketten-Öl trocknet besonders schnell und reduziert Geräusche und Reibung.
- Muc-off Kettenöl: Das Schmieröl von Muc-Off kann Rost und Korrosion verhindern und gehört...
Verwandte Beiträge:
- Fahrradkette Nieten: Anleitung & Tipps für die Reparatur
- Rostige Fahrradkette: So retten Sie Ihre Kette vor Rost und Korrosion
- Fahrradkette ohne Öl: Funktioniert das? Tipps & Tricks
- Fahrrad zum E-Bike umbauen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für dein persönliches Elektrofahrrad
- Shimano SLX Bremsen im Test: Ultimative Leistung & Technologievorsprung im Vergleich
Kommentar schreiben