Schmiermittel genießen beim Fahrrad nicht besonders viel Aufmerksamkeit. Im Gegenteil: Weil das Fahrrad technisch relativ überschaubar ist, wird bei Fett und Öl gerne auf das zurückgegriffen, was man gerade im Keller stehen hat. Unter Umständen ein fataler Fehler, denn das falsche Schmiermittel wirkt möglicherweise kontraproduktiv oder verursacht sogar Schäden.
Wenn man sich dann aber doch einmal intensiv mit dieser Materie auseinandersetzt, findet man in erster Linie die Empfehlungen aus dem Fahrradhandel, der vorrangig seine größtenteils sehr teuren Produkte verkaufen will. So ist es ein Leichtes, für spezielle Pflege- und Schmiermittel in Summe auf Dauer ein kleines Vermögen auszugeben. Doch es gibt auch private Radler, die sich sehr intensiv mit diesem Thema beschäftigen und Schmiermittel bzw. Schmiertechniken beurteilen, die nicht im Fahrrad-Fachhandel angeboten werden.
In den Fach-Foren findet man sogar regelrecht wissenschaftliche Abhandlungen über die richtigen Fette, Öle, Pasten und Wachse für bestimmte Schmierstellen am Fahrrad. Es ist ein Sachgebiet, auf dem noch viel Pioniergeist zur Entfaltung kommt. Wir haben aus der Recherche in den Fachkreisen und aus unserer langjährigen Erfahrung für alle Stellen am Fahrrad die besten Schmiermittel für uns gefunden und beschreiben sie in diesem Artikel. Genauso beschreiben wir, mit welchen Folgen du rechnen musst, wenn du das falsche Schmiermittel anwendest. Weil Pedelec und E Bike dem Fahrrad im Aufbau sehr ähnlich sind, gelten unsere Empfehlungen (mit Einschränkung) auch für diese Fahrzeug-Gattungen.
Die Besonderheit beim Fahrrad
Das Fahrrad hat keine aufwändig gestaltete Verkleidung (wie zum Beispiel das Auto), die als Witterungsschutz herhält. Somit liegen viele sensible Stellen wie Kugellager, Gleitlager, Gelenke, Steckverbindungen und Verschraubungen relativ offen und sind der Sonne, dem Regen und dem Schmutz ausgesetzt. Zwar verhindern Dichtungen zumindest bei hochwertigen Komponenten das Eindringen von Wasser und Schmutz in die Kugellager, doch das Fett in den Lagern altert und oxidiert, Steck- und Schraubverbindungen korrodieren fest und das Schmiermittel an den meisten beweglichen Komponenten wird mit der Zeit ausgewaschen.
Folglich ist am Fahrrad viel häufiger eine Wartung der Schmierstellen fällig als beim Auto. Wegen unzureichender Federung und relativ hohem Luftdruck in den Reifen wird beim Fahrrad jede Schraubverbindung mit starker Vibration beaufschlagt. Die Folge: Manche Verschraubung lockert sich im Laufe der Zeit, wenn man nicht mit dem richtigen (Schmier-) Mittel entgegenwirkt. Bei hochwertigen Industrieprodukten ist für Wartung und Instandhaltung oft exakt definiert, welches Schmiermittel wie oft verwendet werden muss. Solche Handlungs-Vorgaben fehlen beim Fahrrad häufig. Hier verwendet auch der Fachhandel beim Aufbau der Fahrräder Schmiermittel nach eigener Erfahrung und eigenem Ermessen. Werden im Fahrradgeschäft aus Kostengründen ungelernte Personen für die Montage der Neuware verpflichtet, fehlt sogar dieses bisschen Erfahrung (haben wir alles schon erlebt).
Die Schmierstellen am Fahrrad
Zu den Schmierstellen am Fahrrad zählen Kugellager, Gleitlager, bewegliche Bauteile, Steckverbindungen und Verschraubungen. Daraus folgt: Es kann nicht das „eine“ Universal-Schmiermittel für sämtliche Komponenten am Fahrrad geben. Differenzieren wir also bei den Anwendungsbereichen:
- Fahrradkette: Die Fahrradkette ist sicherlich das am stärksten beanspruchte Bauteil mit Schmiermittel-Bedarf. In den meisten Fällen ist sie nicht vollständig gekapselt und somit der Witterung und dem Schmutz so stark ausgesetzt, wie kein anderes Bauteil am Fahrrad. Hier ist regelmäßig auf eine ausreichende Schmierung zu achten, um den Verschleiß möglichst weit hinauszuzögern und Korrosion zu verhindern. Dabei muss das Schmiermittel in die Kettengelenke eindringen können. Des Weiteren soll der an der Kette anhaftende Schmierstoff möglichst keinen Schmutz binden.
- Kugellager: Kugellager bzw. Wälzlager (Pedale, Tretlager, Laufradnaben, Lenkkopflager) sind in der Regel mit geeignetem Werkzeug zugänglich für Reinigung und Wartung. Sie müssen von Zeit zu Zeit gereinigt und neu gefettet werden, weil trotz der Dichtungen Schmutz und Wasser eindringen kann und das Schmiermittel altern lässt. Ausnahmen: Spitzenprodukte (wie z. B. SON28 Nabendynamo und Rohloff Speedhub Nabe) verwenden hochwertige Dichtungssysteme und werden als „wartungsfrei“ angepriesen. Ein gutes Wälzlagerfett muss druckstabil und beständig gegen Wasseraufnahme sein.
- Gleitlager: Gleitlager und Scharniere (Schaltwerk, Umwerfer, V-Brake-Bremsarme, …) sind in der Regel ohne Dichtung ausgelegt und werden durch die Witterung beaufschlagt. Diese Lager sind sehr häufig zu schmieren, was aber aufgrund der guten Zugänglichkeit in aller Regel nicht problematisch ist. Das Schmiermittel muss in die Lager kriechen können, darf sich aber auf der anderen Seite durch die Bewitterung nicht zu schnell auswaschen. Der Schmierstoff muss vor Korrosion schützen und die Beweglichkeit der Bauteile sicherstellen.
- Bowdenzüge: Bowdenzüge erzeugen im Betrieb Reibung in der Bowdenzughülle und sind ebenfalls nicht ausreichend vor der Witterung geschützt. Hier darf allerdings nur ein Schmiermittel zum Einsatz kommen, welches das Material der Gleithülse nicht angreift. Bei Teflonhülsen z. B. nur ein Teflonfett.
- Schraubverbindungen: Schraubverbindungen (Pedale, Gepäckträger, Lampenhalterung, …) sollen sich möglichst nicht selbständig lösen, dürfen aber auf der anderen Seite auch nicht festkorrodieren. Das Schmiermittel muss hier also gegen Korrosion schützen, darf dabei aber nicht den Festsitz gefährden.
- Steckverbindungen: Bei Steckverbindungen (z. B. Sattelstützen) muss das Schmiermittel eine Kontaktkorrosion zwischen den verschiedenen Bauteilen verhindern, darf aber gleichzeitig die gewünschte Reibung für einen Festsitz nicht gefährden.
- Klickpedale: Die Pedal-Cleats in der Schuhsohle müssen ein leichtes Einrasten auf dem Klickpedal ermöglichen. Das Schmiermittel muss also beste Gleiteigenschaften mitbringen, darf aber auf der anderen Seite den Schmutz nicht binden und soll nicht an den Schuhsohlen kleben wie Öl oder Fett.
- Federgabeln: Federgabeln sind im Hinblick auf Reinigung und Schmierung eine Wissenschaft für sich. Des Weiteren sind manche Pflegeprodukte für die Dichtungen und Abstreifringe das reinste Gift.
- Fahrradschlösser: Dein Fahrradschloss ist der Witterung ausgesetzt und soll auch bei extremen Temperaturen noch einwandfrei funktionieren. Die filigrane Mechanik im Inneren muss geschmeidig laufen und darf nicht korrodieren.
Schmiermittel für die Fahrradkette
Werksseitig hat eine Fahrradkette eine hochwertige Erstschmierung, die aber selbst bei trockenem Wetter und geringster Kontamination mit Schmutz nicht endlos lange hält. Ist eine erneute Schmierung der Kette erforderlich, solltest du die Kette zunächst akribisch reinigen, um nicht den anhaftenden Schmutz mit dem neuen Schmiermittel in die Kettenglieder eindringen zu lassen. Verwende dafür einen trockenen, sauberen, fusselfreien Stofflappen. Bei sehr starker Verschmutzung kannst du die Kette auch auswaschen. Verwende hier jedoch nur Dieselkraftstoff. Andere Reinigungsflüssigkeiten entfetten die Gelenklager nämlich. Lasse die Kette nach der Reinigung am besten in der Sonne trocknen. Sonst verwässert die in den Kettenlagern verbliebene Reinigungsflüssigkeit das neu aufgetragene Kettenschmiermittel sofort wieder.
Ein ideales Schmiermittel für die Fahrradkette hat einen höheren Lösungsmittelanteil und gute Kriecheigenschaften. Nach dem Auftrag kriecht das Schmiermittel in die Kettengelenke und das Lösungsmittel verdampft im Laufe eines Tages. Zurück bleibt dann ein viskoses Fett und eine in den Gelenken gut geschmierte Kette. Doch nur dort ist das Schmiermittel tatsächlich notwendig. Reibe die Kette also einen Tag nach dem Auftrag des Schmiermittels mit einem sauberen Tuch gut ab. Je weniger Schmiermittel auf der Außenfläche der Kette, desto weniger Chance haben Staub und Abrieb, an der Kette anzuhaften.
In der Regel kannst du zwischen Kettenöl in Tropfflaschen oder Sprühflaschen wählen. Spray lässt sich nicht so kontrolliert dosieren und der Verbrauch ist nach unserer Einschätzung somit höher als bei Tropfflaschen. Es gibt spezielles Kettenöl für trockenes Wetter (der Schmutz haftet hier nicht so schnell) und Kettenöl für regnerisches Wetter (besitzt eine höhere Viskosität und wird nicht so schnell ausgewaschen). Aber natürlich gibt es auch Allwetter- taugliche Kettenöle. Alternativ gibt es auch Trockenschmierstoffe auf Keramik- oder Wachsbasis für die Pflege der Fahrradkette. Sie erzeugen beste Laufeigenschaften und der Schmutz wird nicht gebunden. Allerdings sind die Schmierintervalle hierbei deutlich kürzer.
PTFE-Schmiermittel für die Fahrradkette
Teflon Zieht so gut wie kein Schmutz an, dafür haftet Teflon eben auch nicht so gut an der Kette. Folge: Man muss häufiger nachschmieren. Dabei ist Teflon die teuerste Variante.
Sobald PTFE (z.B. Teflon) an Seilzug oder Zughülle zum Einsatz kommt, ist im Bedarfsfall ausschließlich ein Teflonfett (oder Vaseline) zu verwenden. Andernfalls sind Schäden an den PTFE-Bauteilen vorprogrammiert. In dieser Hinsicht wäre ein Lithium-verseiftes Wälzlagerfett also die falsche Wahl, denn Lithium greift PTFE an.
Andreas R: Ich benutze das PTFE-Schmiermittel „Profi Dry Lube“ am Liegerad. Die Kette läuft etwas lauter und hält länger als mit Öl. Dafür ist ein Nachschmieren alle 250 km und nach jeder Regenfahrt erforderlich. Ein Nachteil ist, dass es Dry Lube nur in Sprühdosen gibt, in denen das Zeug entweder teuer ist (kleine Dosen, 60 EUR pro Liter) oder sperrig (große Dosen, ca. 35 EUR pro Liter). Bei der Umstellung auf Dry Lube müssen Kette, Blätter und Ritzel fettfrei sein, was mit Neuteilen am einfachsten ist. Kette und Blätter reinigt man mit einem Lappen, den man vorher mit Bremsenreiniger eingesprüht hat.
Weitere Schmierstellen und -mittel am Fahrrad
Schmiermittel für Nabenlager
Die Nabenlager der Laufräder enthalten Kugellager, meist als Konuslager ausgeführt. Hier benötigst du ein hochwertiges, druckstabiles Wälzlagerfett. Solche Wälzlagerfette sind in der Regel Lithium-verseift. Weil Lithium jedoch PTFE-Dichtungen (z.B. Teflon) angreift, musst du beim Schmieren deiner Lager einen Kontakt zwischen Fett und Dichtung vermeiden, wenn es sich um PTFE-Dichtungen handelt. Nach unserer Erfahrung ist Castrol LMX aus dem Autohandel das am besten geeignete Wälzlagerfett für deine Nabenlager. Es hat hervorragende Schmiereigenschaften und ist gegen Bewitterung sehr resistent. Wir entfernen sogar aus nagelneuen Nabenlagern seit einigen Jahren vor der ersten Ausfahrt das werksseitig aufgetragene Fett und schmieren die Lager stattdessen von vorn herein mit Castrol LMX. Mit besten Erfahrungen.
Schmiermittel für das Tretlager
Je nach Lagerart muss hier unterschieden werden: Ein gekapseltes Patronenlager wird als wartungsfreies Tretlager verkauft und kann nicht geöffnet und nachgefettet werden. Macht sich an diesem Lager Spiel oder Verschleiß bemerkbar, musst du das Lager als komplette Komponente austauschen. Das ist aber nicht tragisch, weil diese Patronenlager mit 10 bis 20 Euro relativ preiswert sind. Bei vielen anderen Tretlagern sind die verbauten Wälzlager mehr oder weniger gut zugänglich und können unter Umständen nachgeschmiert werden, wie zum Beispiel das Shimano Hollowtech II Tretlager (Foto). Wir empfehlen auch hier ein hochwertiges Wälzlagerfett wie Castrol LMX.
Schmiermittel für das Lenkkopflager (Steuersatz)
Das Lenkkopflager enthält in der Regel ebenfalls zwei Konus-Kugellager, ähnlich wie die Nabenlager der Laufräder. Hier findet zwar kaum Rotation statt, aber dennoch muss ein gutes, druckstabiles Wälzlagerfett zum Einsatz kommen.
Schmiermittel für die Pedallager
Einfache, preiswerte Pedale können nicht zerlegt und somit auch nicht gewartet werden. Anders bei zerlegbaren Pedalen: Hier sind zwei Kugel-Wälzlager enthalten, die im Bedarfsfall nachgeschmiert werden können. Die Besonderheit bei den Pedallagern: Kleiner Durchmesser und viele kleine Kugeln. Hier benötigst du ebenfalls ein druckstabiles Wälzlagerfett.
Schmiermittel für die Bowdenzüge
Hochwertige Bowdenzüge bestehen aus Edelstahllitzen, manche sind mit Teflon beschichtet, um die Gleitfähigkeit in der Zughülle zu erhöhen. Die Bowdenzughüllen enthalten eine gleitfähige Kunststoffhülse, manchmal ebenfalls auf Teflon. Sobald PTFE (z.B. Teflon) an Seilzug oder Zughülle zum Einsatz kommt, ist im Bedarfsfall ausschließlich ein Teflonfett (oder Vaseline) zu verwenden. Andernfalls sind Schäden an den PTFE-Bauteilen vorprogrammiert. In dieser Hinsicht wäre ein Lithium-verseiftes Wälzlagerfett also die falsche Wahl, denn Lithium greift PTFE an.
Schmiermittel für Schaltwerk und Umwerfer
Allesamt handelt es sich hierbei um Gleitlager, die ab und zu einen Tropfen Öl benötigen. Je dünnflüssiger das Öl, desto...
Bleiben noch die kleinen Gelenke am Schaltwerk oder den Bremskörpern. Hier kann man ein Kriechöl einsetzen.
Schmiermittel für Schraubverbindungen und Steckverbindungen
Montagefett oder Montagepaste gehört auf Pedalgewinde, Innenlagergewinde, Gabelabdeckkappen oder Schrauben von Konus-Achsen. Aber jetzt bitte nicht gleich jede kleine Schraube fetten. Das wäre übertrieben.
Carbonteile werden aber grundsätzlich nie mit normalem Fett behandelt. Carbon ist ein sehr empfindliches Material. Wenn etwas daran verschraubt wird, darf es nur mit einem vom Hersteller festgelegten Drehmoment festgezogen werden, sonst nimmt es durch die auftretenden Kräfte schaden. Da fett aber schmiert und die Reibung herabsetzt, würde die Klemmkraft nicht mehr genügen.
Für Carbon gibt es daher spezielle Carbon-Montagepasten, die mit kleinen Schleifteilchen versetzt sind, die die Reibung gezielt erhöhen. Kleiner Nachteil: Durch die Schleifteilchen darin wird der Lack angeraut - kein wirkliches Problem, sieht aber nicht gut aus. Wenn man also etwas häufiger verstellt, etwa die Sattelstütze, kann man dafür auch Silikonspray verwenden. Das ermattet den Lack nicht.
Schmiermittel für Bremsen
Schmiermittel jeglicher Art solltet Ihr peinlich genau fernhalten von den Bremsklötzen und den Felgenflanken.
Anleitung zur Schmierung der Fahrradkette
Damit eine Fahrradkette immer schön leichtläufig bleibt, nicht rostet und lange ihren Dienst am Fahrrad ausübt, bedarf es regelmäßiger Pflege. Neben der Säuberung und Reinigung der Fahrradkette gehört auch die regelmäßige Schmierung und Ölung dazu. Wie oft Sie die Antriebskette schmieren sollten ist individuell sehr verschieden. In dieser Anleitung erklären wir Ihnen wie Sie Ihre Fahrradkette richtig pflegen, also schmieren bzw. ölen sollten. Hierbei gibt es unterschiedliche Auffassungen.
Vorbereitung
Das Wichtigste bei der Reinigung der Fahrradkette ist die richtige Vorbereitung. Wir können dich beruhigen: Kettenpflege ist keine Wissenschaft. Auch Geschirrspülmittel hat eine fettlösende Wirkung und kann zum Reinigen der Fahrradkette verwendet werden. Hierfür gibst du einfach ein paar Tropfen ins Wasser oder direkt auf das Tuch. Wenn du stattdessen Kettenreiniger verwendest, solltest du darauf achten, dass er biologisch abbaubar ist.
Wenn du alle Utensilien für die Reinigung und Pflege zur Hand hast, kann es losgehen! Tipp: Trage beim Reinigen der Fahrradkette Handschuhe, um schmutzige Hände zu vermeiden.
Reinigung
Bei der Reinigung der Kette solltest du möglichst sanft und vorsichtig arbeiten! Benutze keinen Hochdruckreiniger, da dieser die beweglichen Teile der Kette, Kassette und Co. schnell beschädigen kann. Gehe stattdessen wie folgt vor:
- Schalte vor dem Reinigen in einen mittleren Gang.
- Spanne dein Fahrrad in einen Montageständer.
- Lege gegebenenfalls den Boden mit Zeitungspapier oder einer Plane aus, um Ölflecken auf den Boden zu vermeiden. Am besten reinigst du dein Fahrrad an einem offiziellen Waschplatz da dort spezielle Auffangbehälter vorhanden sind und das ölhaltige Wasser nicht ins Grundwasser gelangt.
- Entferne den groben Schmutz von der Kette trocken mit einer Kettenbürste. Bürste dazu locker über die Kette. Sitzt der Schmutz tiefer, kannst du diesen vorsichtig mit einem Zahnstocher entfernen. Vergiss dabei nicht die Schaltwerkröllchen.
- Löse nun mit einem trockenen Lappen die verbliebenen Verschmutzungen. Sprühe anschließend Kettenreiniger auf den Lappen und fahre nochmal über die Kette. Dadurch wird das Öl-Schmutzgemisch aufgeweicht und lässt sich leichter entfernen. Alternativ kannst du auch eine Zahnbürste und Wasser mit Spülmittel verwenden.
- Nachdem du den Schmutz entfernt hast, spülst du die Kette noch einmal mit klarem Wasser ab und trocknest sie anschließend gut ab. Wenn du die Kette einfach an der Luft trocknen lässt, kann sich durch die lange Trocknungszeit Rost bilden.
Schmieren
Wenn du alle Verschmutzungen abgespült hast, musst du die Kette nur noch gut trocknen, denn erst dann kannst du sie schmieren, was sehr wichtig ist. Wenn du mit einer zu trockenen Kette fährst, erhöht sich die Reibung an den Zähnen der Antriebskomponenten und sie verschleißen schneller. Deshalb solltest du die Kette immer mit Schmiermittel benetzen, bevor du zur nächsten Tour aufbrichst.
Auch die Kassette deines Fahrrads solltest du regelmäßig reinigen. Hierfür drehst du die Bürste einfach mit dem Freilauf mit und bürstest den Schmutz weg.
Wenn du dir die Kettenpflege erleichtern willst, kannst du dir auch ein professionelles Kettenreinigungsgerät zulegen, das mit seinen kleinen Borsten auch die verborgensten Stellen deiner Kette gründlich reinigt.
Welches Öl ist das richtige?
Du hast die Reinigung deiner Fahrradkette hinter dir und willst sie nun ölen? Bevor es ans Eingemachte geht, stellt sich allerdings noch die Frage, welches Mittel sich am besten zum Ölen eignet? Normales Öl, mit PTFE, Wachs, vielleicht ein Spray oder doch das gute alte WD40?
Um es gleich vorweg zu nehmen: WD40 sollte man nie verwenden. Als Kriechöl ist es viel dünnflüssiger als herkömmliches Kettenöl und verdrängt so mit der Zeit die „dickere“ Kettenschmierung. Der dünne Film von WD40 reicht nicht aus, um die Kette ausreichend zu schmieren und kann im schlimmsten Fall zu erhöhtem Verschleiß führen. Wer kein Spezialprodukt zu Hause hat, kann WD40 aber zum Reinigen verwenden, denn es entfettet und schützt die Kette vor Rost.
Die erste Wahl zur Kettenpflege ist daher handelsübliches Kettenöl aus dem Fahrradgeschäft. Dieses gibt es in verschiedenen Varianten, z.B. für feuchtes Wetter mit PTFE, das die wasserabweisenden Eigenschaften verbessert.
Kettenwachs nimmt eine Sonderstellung ein: Es trocknet auf der Kette und bildet so einen dauerhaften Schutz für das ursprüngliche Fett. Daher eignet es sich auch zum Einfetten einer neuen Kette. Zu beachten ist allerdings, dass sich das Wachs ohne chemische Entfetter kaum wieder entfernen lässt.
Pflanzenöl eignet sich dagegen nicht als Schmiermittel für die Fahrradkette, ebenso wenig wie Sprays für Autos. Diese sind in der Regel auf die Bedürfnisse von Autos abgestimmt.
Wie oft muss ich eine Kette ölen?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Letztendlich kommt es darauf an, wie oft das Fahrrad benutzt wird und wie stark die Fahrradkette dem Schmutz ausgesetzt ist. So kann es sein, dass du deine Kette nach 100 km ölen musst, manchmal dauert es auch länger. Wer jeden Tag bei Wind und Wetter zur Arbeit fährt, sollte die Kette in kürzeren Abständen pflegen - am besten wöchentlich, mindestens aber einmal im Monat.
Eines ist sicher: Sobald die Fahrradkette nicht mehr leise läuft und rasselt, solltest du sie dringend ölen.
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