Wie alle anderen Gebrauchsgegenstände unterliegt auch das Fahrrad gewissen negativen Einflüssen, wie zum Beispiel Verschleiß oder aber auch einfach nur „dem Zahn der Zeit“. Dabei kommt es nicht immer darauf an, ob Sie Viel- oder Gelegenheitsfahrer sind.
Im Falle einer springenden Fahrradkette ist der erste Schritt, sich auf die Suche nach der Ursache zu begeben. Die Suche nach der Ursache ist immer der erste Schritt zur Lösung. Im zweiten Schritt empfehlen wir meist den Versuch zu unternehmen, das Problem selbst zu lösen. Je besser Sie Ihr Bike kennen, desto einfacher ist es. Zuviel Respekt vor der Technik hält gerade Hobbybiker oftmals ab, selbst Hand anzulegen.
Dabei lohnt sich ein genauer Blick, um festzustellen, dass ein Problem mit etwas Einsatz und der nötigen Geduld manchmal gar nicht so unlösbar ist, wie es scheint. Mit unseren Ratgebern und Anleitungen versuchen wir, Sie dabei bestmöglich zu unterstützen.
Mögliche Ursachen und Lösungen
Oftmals ist eine falsch eingestellte Schaltzugspannung schuld an der springenden Kette. In den meisten Fällen springt die Kette am hinteren Schaltwerk, die vorderen Kettenblätter stehen für gewöhnlich zu weit auseinander. Springt die Kette über das erste oder letzte Ritzel muss zunächst der Schaltbereich am Schaltwerk eingestellt werden.
- Schaltzugspannung: Stellen Sie im Anschluss den letzten sauber schaltbaren Gang vor dem Kettensprung ein.
- Schaltbereich am Schaltwerk: Springt die Kette über das erste oder letzte Ritzel, muss zunächst der Schaltbereich am Schaltwerk eingestellt werden.
- Zugspannung: Springt die Kette weiterhin, muss wahrscheinlich die Zugspannung eingestellt werden. Die Einstellschrauben für diesen Vorgang befinden sich für gewöhnlich am Lenker, direkt am Schalthebel. Durch das Drehen an der Schraube wird die Spannung erhöht bzw. gelöst. An dieser Stelle ist Fingerspitzengefühl und vor allem Geduld gefragt. Um die richtige und saubere Einstellung zu finden, sollten Sie die Schraube jeweils um ¼ Drehung bewegen und anschließend alle Gänge durchtesten.
Kette springt nach Kettenwechsel nur auf einem Ritzel
Es kann vorkommen, dass die Kette nach dem Wechsel nur auf einem bestimmten Ritzel springt. Ein häufiger Grund dafür ist ein verschlissenes Ritzel.
Verschlissenes Ritzel
Wenn man das Problem hat, dass im Wesentlichen nur 1 oder 2 Gänge gefahren werden, dann sollte man auf Kassetten umsteigen wofür es einzelne Ersatzritzel gibt.
Anzeichen für ein verschlissenes Ritzel:
- Die Kette hakt und springt unter Last.
- Sicht- und spürbare Grate an den Zähnen auf der "Zugseite".
Der 8. Gang ist mit Abstand mein meistgenutzter. Das Ritzel sieht aber für mein Empfinden noch ganz ordentlich aus. Kann das noch andere Ursachen haben?
Die Messlehre von Parktool ist auf beiden Seiten (0,5 und 0,75?) reingefallen.
Bei mir ist das Ritzel verschlissen (deutlich sicht- und spürbare Grate an den Zähnen auf der "Zugseite"). Die Kette (welche übrigens in Ordnung ist) springt, wenn ich kräftig reintrete.
der 8. Dann ist die Sache doch klar: Ritzel verschlissen.
Weitere Tipps und Überlegungen
- Kette und Zahnkranz gemeinsam wechseln: Kette und Zahnkranz passen sich aneinander an beim Verschleiss.
- Kassetten vs. Schraubkränze: Schraubkranz wechseln ist einfach.
Und Freilauf ist auch wichtig. Wenn der Freilauf leer durchdreht, ist das genauso gefaherlich wie wenn die Kette reisst. Da kanns einen ziemlich hinhauen. Darum fahre ich seit Jahren Schraubkranz, da is der Freilauf schon eingebaut und wird somit bei jedem Zahnkranzwechsel gleich mit erneuert. Bei Kassettenkraenzen muss man den Freilauf extra kaufen und braucht fuer den Freilauf auch noch extra Werkzeug. Schraubkranz wechseln ist einfach.
Kosten und Nutzen
CS-HG400 Kassette kostet ja nur 14€, kann man eh jedesmal gleich mit tauschen. Ob die CS-M770 für 45€ soviel länger hält wie sie mehr kostet wage ich zu bezweifeln. Allerdings gibts dafür evtl.
Also da gehen hier im Forum die Meinungen auseinander. Wenn man Rentner ist, also viel Zeit hat und man die Reparaturen am Rad selbst ausführen kann, dann mag es ja gerechtfertigt sein, dass man mit weniger als 40€ Kette und Kassette wechselt, wenn die Lehre das anzeigt.
Dagegen ist es reine Abzocke der Fahrradwerkstatt, nach Messungen mit der Lehre beides zu wechseln (über 120 €!) und das nach gerade mal 2000 km! Kette und Kassette gut pflegen und fahren, bis es nicht mehr geht, d. h., die Kette überspringt. Dann Werkzeug besorgen, YouTube-Anleitungen ansehen und ran an die Arbeit.
Richtig. Wer aber täglich 8 bis 10 Stunden einer anstrengenden Tätigkeit nachgeht, dann noch lange Wege zur Arbeit hat, hat nicht unbedingt die Lust, abends noch am Fahrrad zu schrauben.
Beim Mittelmotor sicherlich keine schlechte Entscheidung wenn man >5000km im Jahr fährt. Jetzt nur auf den Verschleiss betrachtet. Ist zwar bei mit mit Nabenmotor und damit nicht unbedingt vergleichbar, aber meine 2 Kassetten die ich abwechselnd benutze und immer nur die 2 kleinsten Ritzel beim Kettentausch wechsle, haben zusammen 85.000km( 6 Jahre) gehalten.
Die erste Kassette musste ich beim letzten Kettentausch wegschmeissen, da die Abstandshalter zwischen den Ritzel zerbröselt sind. Ich fahre so lange bis die Kette über das 11er rutscht. Wenn ich nach der Verschleisslehre gehe, müsste ich doppelt so oft Ketten tauschen.
Beim Haibike meiner Frau mit Bosch Mittelmotor mache ich es genauso. Dort ist der Verschleiss natürlich viel früher erreicht. Prinzipiell aber gleich. Nach 1.500km ist die Kette nach Lehre verschlissen und nach 2.500km rutscht die Kette übers 11er Ritzel. Dann wird Kette mit den 3 kleinsten Ritzeln getauscht. Da das Rad erst 6.000km gefahren ist, kann ich noch nicht einschätzen wie lange die restlichen 7 Ritzel benutzbar sind.
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