Fahrradkette wieder einhängen: Eine detaillierte Anleitung

Notwendige Fahrradreparaturen kommen eigentlich immer ungelegen: im Urlaub, auf einer Fahrradtour, auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen. Besonders ärgerlich ist es, wenn die Wiederinstandsetzung zeitintensiv ist oder spezielles Werkzeug erfordert, welches man nicht immer dabei hat. Manchmal ist es aber auch nur eine Kleinigkeit, die wieder in Ordnung gebracht werden muss, so zum Beispiel bei einer abgesprungenen Fahrradkette. Vor diesem Problem stand wahrscheinlich schon fast jeder einmal. Zur Reparatur ist, bis auf ein wenig Geschick, nicht viel nötig. Allerdings kann es natürlich passieren, dass Sie sich ein wenig schmutzig machen - das gehört in diesem Fall eben dazu.

Wir ermutigen jeden Fahrradfahrer dazu, kleinere Reparaturarbeiten selbst zu erledigen, wenn Sie das nicht sowieso schon tun. Lernen Sie Ihr Bike, die Fahrradteile und die Funktionen, zum Beispiel beim Reinigen und Pflegen, besser kennen.

Fahrradkette abgesprungen: Was tun?

Wenn Ihre Fahrradkette abgesprungen ist, setzen Sie sie mit wenigen Schritten wieder ein. Folgen Sie dafür dieser Anleitung. Die Kette kann schmutzig und ölig sein. Verwenden Sie deswegen wenn möglich Handschuhe oder einen Lappen, um Ihre Hände sauber zu halten.

Nehmen Sie die abgesprungene Fahrradkette mit zwei Fingern auf und legen Sie sie zurück auf das Ritzel.

Der Zweifinger-Trick

Ganz einfach geht es zum Beispiel mit dem Zweifinger-Trick. Sie spannen Ihre Fahrradkette damit ganz simpel wieder ein. Nehmen Sie die Kette von unten mit zwei Fingern auf, ziehen diese über das Schaltwerk und hängen Sie sie von unten wieder ein. Schauen Sie nach, ob die Kette nur abgesprungen oder irgendwo eingeklemmt ist.

Hat die Kette sich irgendwo verkeilt und sitzt fest, müssen Sie sie erst vorsichtig lösen. Dies geschieht am einfachsten über eine Hebelwirkung, die Sie zum Beispiel mit einem festen Stock, einem Schlüssel oder Ähnlichem erzeugen können. Gehen Sie dabei aber gewaltfrei und vorsichtig vor.

Damit die Fahrradkette wieder in die Führung rutscht, drehen Sie langsam die Pedale. Sollte das Schutzblech der Grund für das Ärgernis sein, können Sie dieses einfach wieder ein wenig zurechtbiegen. Läuft die Kette wieder schön in der Spur, können Sie Ihre Fahrt fortsetzen.

Da die Ursache möglicherweise noch nicht ausgemacht ist, sollten Sie besser etwas vorsichtiger fahren und nicht gleich mit voller Kraft loslegen. Begeben Sie sich dann später in Ihrer Heimwerkstatt erneut und in Ruhe auf die Suche nach dem Grund.

Hinweis: Suchen Sie nach möglichen Gründen für das Abspringen der Kette, wie Verschmutzung, falsche Kettenspannung oder abgenutzte Teile.

Fahrradkette beim E-Bike abgesprungen

Wenn die Fahrradkette bei Ihrem E-Bike abgesprungen ist, können Sie sie ebenfalls wieder selbst einsetzen. Falls die Kette verklemmt ist, ziehen Sie das Schaltwerk leicht nach vorne. Setzen Sie die Kette zuerst auf das Ritzel oder das Kettenblatt. Beginnen Sie unten und arbeiten Sie sich nach oben vor. Überprüfen Sie, ob Verschmutzungen, falsche Kettenspannung oder abgenutzte Teile das Problem verursacht haben. Fahren Sie vorsichtig los und achten Sie darauf, ob die Kette sauber läuft.

Tipps zur Vorbeugung

Damit die Kette erst gar nicht während der Fahrt abspringt, führen Sie regelmäßig prophylaktische Maßnahmen durch. Falls Sie sich unsicher sind, kann eine Fahrradwerkstatt helfen, das Kettenproblem dauerhaft zu lösen.

Fahrradkette wechseln: Wann und wie?

Keine Fahrradkette hält ewig. Glücklicherweise ist ein Wechsel der Kette nicht besonders schwer. So klappt es bei jedem Fahrrad. Die Fahrradkette zählt zu den am stärksten beanspruchten Komponenten eines Bikes. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um ein klassisches Tourenrad handelt, ein sportliches Mountainbike, ein Rennrad oder ein E-Bike. Über kurz oder lang braucht es eine neue Kette.

Wann sollte die Fahrradkette gewechselt werden?

Bei jeder Fahrt ist eine Fahrradkette beachtlichen Zugkräften ausgesetzt. Über die Zeit dehnt sich das Material und die Kette wird länger. Das Resultat: Die Kette passt nicht mehr in die Ritzel und die Schaltvorgänge werden unsauber. Gibt es also Probleme im Antrieb und beim Schalten der Gänge, ist es möglicherweise Zeit für einen Wechsel. Wer sich nicht sicher ist oder die Dehnung der Kette genau messen möchte, kann auf eine Kettenverschleißlehre zurückgreifen. Das kleine Tool kostet ca. 5 Euro. Die erste setzt man an einer Kettenrolle an. Die zweite Nase wird nach dem vorgegebenen Abstand in den nächsten Zwischenraum abgesenkt. Bleibt die Nase in der Kette hängen, ist noch alles gut. Rutscht sie durch den Zwischenraum, ist die Kette verschlissen und sollte gewechselt werden.

Wie lange hält eine Fahrradkette?

Grundsätzlich ist die Lebensdauer der Kette abhängig von Fahrradtyp und Nutzung. Eine wenig beanspruchte Fahrradkette kann bis zu 5.000 Kilometer halten. Bei intensiverer Nutzung, etwa bei einem Rennrad, steht der Wechsel in der Regel früher an. Ist man bei Wind und Wetter oder gar im Winter unterwegs, verschleißt die Fahrradkette noch schneller.

Wie findet man die richtige Fahrradkette?

Für Fahrradketten gibt es zwei wichtige Maße. Das ist zum einen der Abstand zwischen den Kettengliedern. Praktischerweise ist er hierzulande genormt und beträgt 1/2". Nur bei sehr speziellen und älteren Rädern findet man noch Maße wie 5/8". Die zweite Größe ist das Innenmaß der Breite. Sie ist abhängig davon, wie viele Zahnräder die Schaltkassette an der Hinterachse hat: je mehr Ritzel, desto schmaler die Kette. Deshalb ist auf den Verpackungen im Allgemeinen auch angegeben, für wie viele Ritzel die Kette geeignet ist.

Bei hochwertigen Fahrrädern bietet es sich an, eine Kette vom Hersteller des Schaltwerks zu kaufen - auch dann muss das Kettenschloss der Breite der Kette entsprechen.

Was braucht es für den Wechsel?

An erster Stelle steht natürlich eine neue Kette. Sie muss sich für den Fahrradtyp eignen. Man unterscheidet zwischen Ketten mit Kettennietstift und Kettenschloss (auch Kettenverbindungsglied genannt). Zum Schließen eines Kettenschlosses wird kein Werkzeug benötigt.

Ketten mit Kettenstift erfordern einen Kettennieter. Mit ihm wird der Nietstift, der bei der neuen Fahrradkette dabei ist, durch die Verbindung gedrückt. Er kostet rund 15 Euro. Viele Fahrrad-Multitools haben standardmäßig einen Nieter integriert. Steht der verbindende Nietstift über das Kettenglied hinaus, sollte er mit einem Seitenschneider gekürzt werden.

Sinnvoll sind zudem Arbeitshandschuhe, der Kettenwechsel ist eine schmutzige Angelegenheit. Wichtig: Am Ende die neue Kette zum Schutz gründlich schmieren.

Der Wechsel in 5 Schritten

  1. Öffnen der alten Kette: Durch seitliches Drücken auf das Glied und leichtes Zusammenschieben der Kette springt das Schloss auf. Hat die Kette kein Schloss, ist es korrodiert oder findet man es vor lauter Schmutz nicht, kommt der Nietstift zum Einsatz. Er wird an einem beliebigen Kettenglied angelegt und mithilfe seiner Stellschraube auf der einen Seite fixiert. Von der anderen Seite wird nun durch Eindrehen eines Gewindes der Nietstift herausgeschoben und die Kette springt auf.
  2. Ermitteln der richtigen Kettenlänge: Davon ausgehend, dass die alte Kette einst die richtige Länge besaß, kann sie als Referenz für die neue Kette dienen. Es gibt Fahrradketten mit unterschiedlicher Anzahl an Kettengliedern, üblicherweise zwischen 108 und 126 Gliedern. Die Länge der einzelnen Glieder ist bei allen Fahrradketten gleich. Die Anzahl der Kettenglieder der alten Kette muss auch die neue Kette aufweisen - hier hilft nur sorgfältiges Abzählen. Entsprechend muss eine zu lange Kette gekürzt werden. Die tatsächliche Länge der alten Kette spielt dagegen keine Rolle, denn sie wurde im Laufe der Zeit länger. Wer die alte Kette nicht mehr zur Hand hat, fädelt die neue Kette auf das größte Ritzel am Rad ein und führt sie per Hand straff zusammen. Zu dieser Kettenlänge werden dann noch zwei Kettenglieder hinzugezählt.
  3. Kürzen der Fahrradkette: Bevor die Kette gekürzt wird, gilt es noch, ein Detail zu beachten: Abwechselnd gibt es breite und schmale Kettenglieder. Soll die Kette später mit einem Kettenschloss zusammengeführt werden, müssen auf beiden Seiten der neuen Kette schmale Glieder übrig bleiben. Wird die Kette dagegen mit einer Niete verschlossen, muss das eine Kettenende ein breites (Außenlasche) und das andere ein schmales Glied (Innenglied) aufweisen. Ist der exakte Ort der Kürzung bestimmt, kommt wieder der Kettennieter zum Einsatz. Analog zum Entfernen der alten Kette wird er an der entsprechenden Stelle angesetzt und der Nietstift herausgepresst.
  4. Einfädeln der neuen Kette: Beginnend mit dem vorderen Zahnkranz wird die Kette nun auf das Ritzel gelegt, auf dem zuletzt auch die alte Kette war. Dann geht es durch den Umwerfer und in das hintere Schaltwerk - auch hier wieder auf das gleiche Ritzel, wo zuvor die alte Kette lag. Gerade für Anfänger ist es hilfreich, sich vor dem Kettenwechsel viele Detailbilder mit dem Handy zu machen, um im Zweifelsfall zu wissen, wie die Kette geführt werden muss. Oft muss zum Beispiel der Schriftzug auf der Radaußenseite laufen.
  5. Schließen der Kette: Soll die Kette mit einem Kettenschloss zusammengeführt werden, wird das Verbindungsglied über die beiden freien Innenlaschen der Kette gesteckt und zusammengeklipst. Das geht in jeder beliebigen Position. Um sie ganz zu verschließen, muss die Kette so bewegt werden, dass sich das Schloss auf der Fahrradoberseite befindet. Sobald das Fahrrad dann wieder auf seinen Rädern steht, hilft es, aufzusteigen und einmal kräftig in die Pedale zu treten, damit sich das Kettenschloss mit einem hörbaren Klicken vollständig verschließt. Soll die Kette dagegen mit einem Nietstift zusammengeführt werden, werden händisch die Kettenenden zusammengeführt und der Kettennieter kommt zum Einsatz - diesmal zum Eindrücken des Nietstifts.

Folgeschäden bei zu spätem Wechsel

Eine alte Fahrradkette kann bei Belastung reißen. Wer seine Kette zu spät wechselt, riskiert außerdem kostspielige Folgeschäden. Eine unsauber laufende Kette beansprucht auch die Ritzel. Dann kann es passieren, dass nicht nur die Kette, sondern auch die Zahnräder gewechselt werden müssen.

Werkzeug für die Fahrradreparatur

Hier ist eine Liste des Werkzeugs, das für die Reparatur und den Wechsel einer Fahrradkette benötigt wird:

  • Kettennieter
  • Kettenspanner (optional)
  • Lappen
  • Steckglied bzw. Kettenschloss (optional)
  • Arbeitshandschuhe
  • Schmierstoff
  • Kettenlehre

Weitere Tipps

* Regelmäßige Reinigung: Eine saubere Kette hält länger und läuft besser.* Richtige Schmierung: Verwenden Sie spezielles Kettenöl, um die Kette geschmeidig zu halten.* Überprüfen Sie die Kettenspannung: Eine zu lockere oder zu straffe Kette kann Probleme verursachen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Reparatur einer gerissenen Kette

  1. Kette wieder auflegen: Bei einem klassischen Kettenriss hat man die Kette entweder verloren oder sie hat sich mehr oder weniger elegant um Kassette oder Kurbel gewickelt. Vor dem Zusammennieten muss man sie daher zunächst wieder durch das Schaltwerk und den Umwerfer fädeln. Schaltwerk als auch Umwerfer auf das jeweils kleinste Blatt schalten und die Kette anschließend durchfädeln. Bitte dabei auch die Laufrichtung der Kette beachten.
  2. Defektes Kettenglied entfernen: Damit man den Nietstift mit dem Kettennieter herausdrücken kann, legt man das zu entfernende Glied in den Kettennieter ein und dreht am Nieter, bis der Stift des Werkzeugs am Nietstift ansteht. ACHTUNG: Den Nietstift nicht vollständig herausdrücken.
  3. Kette verschließen:
    • a) Kette zusammennieten: Hierfür die beiden Enden zusammenführen und ineinanderdrücken. Dadurch, dass ihr den Nietstift nicht vollständig aus der Außenlasche herausgedrückt habt, sollte die Kette von alleine zusammenhalten. Jetzt setzt man den Kettennieter wieder auf und drückt den Nietstift wieder zurück in das Kettenglied, bis er vollständig verschwindet. ACHTUNG: Achte darauf, den Nietstift nicht zu weit in die Außenlasche hineinzudrücken.
    • b) Steckglied einsetzen: Das Steckglied bzw. das Kettenschloss verbindet die Kette, ohne diese vernieten zu müssen. Um die Kette damit zu verbinden, müssen jeweils die beiden inneren Kettenglieder verwendet werden, also genau anders als es beim Kette zusammennieten.

    Die Steckglieder bestehen aus zwei Teilen. Jedes davon hat einen Stift sowie ein Teil des äußeren Kettengliedes. Die Stifte werden jetzt einmal von vorne und einmal von hinten durch die Fahrradkette und ineinandergesteckt. Dabei ist auf die Laufrichtung zu achten.

    Durch leichten Zug an der Kette verschließen sich die beiden Teile des Steckgliedes schon einmal leicht. Kontrolliere hier unbedingt, ob diese auch sauber anliegen.

    Zum finalen Verschließen wird das Hinterrad mit einer Hand festgehalten. Durch gleichzeitigen Druck auf die Pedale wird die Kette gespannt und das Steckglied verschließt sich zur Gänze mit einem kleinen Klick. Achtung: Unbedingt darauf achten, dass das Steckglied bzw.

  4. Glied gängig machen: Nach dem Nieten sollten sich die Glieder wieder leichtgängig bewegen lassen. Bei gespannter Kette sollte kein Knick in der Kettenlinie erkennbar sein, wenn man die Kette zur Probe durch das Schaltwerk laufen lässt, sollte das Schaltwerk nicht durch die Kette mitgezogen werden.

Eine unterwegs mehrmals reparierte Kette sollte man, sobald man wieder daheim ist, unbedingt ersetzen.

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