Fahrradketten sind ein äußerst effektiver Antrieb. Tritt ein Radfahrer in die Pedale, werden fast 100 Prozent der Tretleistung auf das Hinterrad übertragen. Jedoch sind Ketten ständigen Umwelteinflüssen wie Regen und daraus resultierender Korrosion, Verschmutzungen durch Schlamm, Sand, Staub und Straßenschmutz ausgesetzt. Diese Verunreinigungen können sich mit der Zeit ansammeln und bilden eine hartnäckige Schmutzschicht auf der Kette. Durch die erhöhte Reibung verschleißen Kette und Antrieb in kürzester Zeit bis zur Unbrauchbarkeit. Daher ist die richtige Pflege der Fahrradkette entscheidend.
Warum ist die richtige Kettenpflege wichtig?
Wenn die nötige Schmierung ausbleibt, kann die Kette trocken laufen und die erhöhte Reibung führt zu frühzeitigem Verschleiß. Zu viel Öl hingegen zieht Straßenschmutz, Staub und Sand an. Optimal ist es daher, die Kette vor dem Ölen gründlich zu reinigen und anschließend trocknen zu lassen. Auch macht das Radeln mehr Spaß, wenn man nicht gegen den Schmutz "antreten" muss.
Vorbereitung der Reinigung
Das Wichtigste bei der Reinigung der Fahrradkette ist die richtige Vorbereitung. Wenn du alle Utensilien für die Reinigung und Pflege zur Hand hast, kann es losgehen! Lege gegebenenfalls den Boden mit Zeitungspapier oder einer Plane aus, um Ölflecken auf dem Boden zu vermeiden. Am besten reinigst du dein Fahrrad an einem offiziellen Waschplatz, da dort spezielle Auffangbehälter vorhanden sind und das ölhaltige Wasser nicht ins Grundwasser gelangt. Tipp: Trage beim Reinigen der Fahrradkette Handschuhe, um schmutzige Hände zu vermeiden.
Was du für die Reinigung benötigst:
- Kettenbürste
- Zahnstocher
- Trockener Lappen
- Kettenreiniger (oder Spülmittel)
- Zahnbürste
- Klares Wasser
- Tücher zum Trocknen
- Montageständer (optional)
Wie reinige ich meine Kette?
Bei der Reinigung der Kette solltest du möglichst sanft und vorsichtig arbeiten! Benutze keinen Hochdruckreiniger, da dieser die beweglichen Teile der Kette, Kassette und Co. schnell beschädigen kann. Spanne dein Fahrrad in einen Montageständer. Schalte vor dem Reinigen in einen mittleren Gang. Entferne den groben Schmutz von der Kette trocken mit einer Kettenbürste. Bürste dazu locker über die Kette. Sitzt der Schmutz tiefer, kannst du diesen vorsichtig mit einem Zahnstocher entfernen. Vergiss dabei nicht die Schaltwerkröllchen. Löse nun mit einem trockenen Lappen die verbliebenen Verschmutzungen. Sprühe anschließend Kettenreiniger auf den Lappen und fahre nochmal über die Kette. Dadurch wird das Öl-Schmutzgemisch aufgeweicht und lässt sich leichter entfernen. Alternativ kannst du auch eine Zahnbürste und Wasser mit Spülmittel verwenden. Nachdem du den Schmutz entfernt hast, spülst du die Kette noch einmal mit klarem Wasser ab und trocknest sie anschließend gut ab.
Wenn du die Kette einfach an der Luft trocknen lässt, kann sich durch die lange Trocknungszeit Rost bilden. Wenn du alle Verschmutzungen abgespült hast, musst du die Kette nur noch gut trocknen, denn erst dann kannst du sie schmieren, was sehr wichtig ist. Auch die Kassette deines Fahrrads solltest du regelmäßig reinigen. Hierfür drehst du die Bürste einfach mit dem Freilauf mit und bürstest den Schmutz weg. Wenn du dir die Kettenpflege erleichtern willst, kannst du dir auch ein professionelles Kettenreinigungsgerät zulegen, das mit seinen kleinen Borsten auch die verborgensten Stellen deiner Kette gründlich reinigt.
Fahrradkette schmieren: Was ist das richtige Öl?
Du hast die Reinigung deiner Fahrradkette hinter dir und willst sie nun ölen? Bevor es ans Eingemachte geht, stellt sich allerdings noch die Frage, welches Mittel sich am besten zum Ölen eignet? Normales Öl, mit PTFE, Wachs, vielleicht ein Spray oder doch das gute alte WD40?
Welches Öl solltest du vermeiden?
Um es gleich vorweg zu nehmen: WD40 sollte man nie verwenden. Als Kriechöl ist es viel dünnflüssiger als herkömmliches Kettenöl und verdrängt so mit der Zeit die „dickere“ Kettenschmierung. Der dünne Film von WD40 reicht nicht aus, um die Kette ausreichend zu schmieren und kann im schlimmsten Fall zu erhöhtem Verschleiß führen. Wer kein Spezialprodukt zu Hause hat, kann WD40 aber zum Reinigen verwenden, denn es entfettet und schützt die Kette vor Rost. Wichtig: Pflanzenöl eignet sich dagegen nicht als Schmiermittel für die Fahrradkette, ebenso wenig wie Sprays für Autos. Diese sind in der Regel auf die Bedürfnisse von Autos abgestimmt.
Die richtige Wahl: Kettenöl und Kettenwachs
Die erste Wahl zur Kettenpflege ist daher handelsübliches Kettenöl aus dem Fahrradgeschäft. Dieses gibt es in verschiedenen Varianten, z.B. für feuchtes Wetter mit PTFE, das die wasserabweisenden Eigenschaften verbessert. Kettenwachs nimmt eine Sonderstellung ein: Es trocknet auf der Kette und bildet so einen dauerhaften Schutz für das ursprüngliche Fett. Daher eignet es sich auch zum Einfetten einer neuen Kette. Zu beachten ist allerdings, dass sich das Wachs ohne chemische Entfetter kaum wieder entfernen lässt.
Wie benutze ich Fahrradöl richtig?
Bevor du zum Fahrradöl greifst, steht noch ein anderer wichtiger Programmpunkt an. Du musst die Fahrradkette reinigen. Kurz gesagt: Befreie die Kette von Staub, Schmutz, Sand und alten Ölresten. Schnapp dir einen Lappen, eine kleine Reinigungsbürste und einen hochwertigen Kettenreiniger und mach dich an die Arbeit. Schritt für Schritt reinigst du Kette, Ritzel und Zahnkränze. Vorsicht: Öle nie eine dreckige oder gar nasse Antriebskette. Warum? Die Fettschicht auf der Kette soll so dünn und fein wie möglich sein. Sammelt sich zu viel Öl an, muss es dein Bike früher oder später büßen. So geht es vor dem Schmieren stets der alten Fettschicht an den Kragen. Mit Bürste und Lappen entfernst du die hartnäckigen Reste und bereitest deine Fahrradkette auf die frische Ölschicht vor.
Gut zu wissen: Beim Fahrradöl ist mehr nicht unbedingt mehr. Im Gegenteil: Du sollst die Kette nicht zukleistern. Vielmehr geht es um die kleinen Gelenke zwischen den einzelnen Kettengliedern. Sie freuen sich über eine hauchdünne Ölschicht. Gibst du zu viel Schmiermittel darauf, sammeln sich nur zu viele Schmutz-, Staub- und Sandpartikel an. Und genau diese Fremdkörper machen es dir später beim Radfahren schwer. Wie Schleifpapier nutzen sie die Kette ab. Kette, Ritzel und Zahnkränze werden unnötig beansprucht. So heißt die goldene Regel beim Fahrradkette ölen: Viel hilft nicht immer viel. Vorsicht: Beim Schmieren ist Sorgfalt geboten. Es darf kein Öl auf die Bremsen, Bremsscheiben oder Felgen tropfen. Ansonsten leidet die Bremsleistung. Gerade auf den Bremsscheiben ist Öl kontraproduktiv.
Fahrradkette ölen: Schritt für Schritt
- Die Vorbereitung: Drehe die Kette vorne auf das mittlere Kettenblatt, hinten auf das mittlere Ritzel. So läuft die Fahrradkette möglichst gerade.
- Der Hauptteil: Anschließend drehst du die Pedale mit der Hand rückwärts. Und während sich die Kette rückwärts bewegt, tropfst oder sprühst du vorsichtig Öl auf die einzelnen Glieder der Fahrradkette.
- Der Feinschliff: Fertig geschmiert? Dann bewege die Kette noch mindestens eine Minute gleichmäßig weiter. So verteilt sich das Fahrradöl schneller.
- Die Nacharbeit: Die Kette tropft leicht? Kein gutes Zeichen, das war zu viel des Guten. Tupfe das überschüssige Öl mit einem trockenen Tuch ab.
- Die Generalprobe: Jetzt wird es Zeit für eine Testfahrt. Drehe eine Runde und schalte die Gänge dabei rauf und runter, sowohl vorne als auch hinten. Nur so fließt das Öl auch gleichmäßig in Ritzel und Zahnkränze.
Wie oft muss ich eine Kette ölen?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Letztendlich kommt es darauf an, wie oft das Fahrrad benutzt wird und wie stark die Fahrradkette dem Schmutz ausgesetzt ist. So kann es sein, dass du deine Kette nach 100 km ölen musst, manchmal dauert es auch länger. Wer jeden Tag bei Wind und Wetter zur Arbeit fährt, sollte die Kette in kürzeren Abständen pflegen - am besten wöchentlich, mindestens aber einmal im Monat. Eines ist sicher: Sobald die Fahrradkette nicht mehr leise läuft und rasselt, solltest du sie dringend ölen. Manchmal musst du schon nach 100 Kilometern ran, manchmal erst nach 300 Kilometern. Am besten prüfst du regelmäßig den Zustand deiner Kette und machst dir selbst ein Bild. Wenn deine Kette rasselt, braucht sie dringend Öl. Solltest du ein absoluter Vielfahrer sein, musst du auch regelmäßig prüfen, ob du nicht eine neue Kette brauchst.
Was kostet ein gutes Kettenöl?
Die gute Nachricht zum Schluss: Das Ganze ist gar nicht so teuer! Ein gutes Basisöl kostet meist keine 10€ und du kannst einige Zeit damit arbeiten, bevor es leer geht. Selbst die Spezial-Öle sind oft nicht viel teurer und auch Kettenreiniger sind für kleines Geld zu haben.
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte
Hier eine Tabelle mit den wichtigsten Punkten zur Kettenpflege:
| Aspekt | Empfehlung |
|---|---|
| Reinigung | Regelmäßig, vor dem Ölen |
| Ölmenge | Sparsam, dünne Schicht |
| Häufigkeit | Abhängig von Nutzung und Bedingungen, mindestens monatlich |
| Öltyp | Spezifisches Kettenöl, kein WD40 oder Pflanzenöl |
| Zusatz | Kette nach dem Ölen abwischen |
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