Schwalbe Rick XC Pro Fahrradreifen Test: Ein umfassender Überblick

Schwalbe ist eine der bekanntesten Reifenmarken und für viele zum Synonym für Fahrradreifen schlechthin geworden. Der Reifenhersteller für Fahrräder, Scooter und neuerdings auch Rollstühle ist nicht nur Europa-Marktführer. In Tests fahren Schwalbe-Reifen mit schöner Regelmäßigkeit Bestnoten ein, Innovationen wie Pannenschutz und Schlauchlos-Versionen prägen die Marktpositionierung.

Reifen sind immer auch eine individuelle Sache: wo der eine gar nicht so zufrieden ist, hat die andere keinerlei Probleme und ist begeistert.

Der Schwalbe Rick XC Pro im Detail

Als Schwalbe den Rick XC Pro Anfang Juli vorgestellt hatte, war ich sofort interessiert. Dank Pressedienst Fahrrad erreichten mich dann wenig später ein Satz Rick XC in 2.25 Zoll Breite. Die Rick XC Pro wurden zusammen mit Mathias Flückiger entwickelt und sollen noch mehr Geschwindigkeit und Performance auf Wettbewerbs-XC Kursen liefern. Ich habe mir - auch weil ich Tanwall nicht mag - das Modell mit Addix Speedgrip Compound ausgesucht. Addix Speedgrip ist quasi die eierlegende Wollmilchsau unter den Compounds. Es ist laut Schwalbe sehr gut im Rollverhalten, Grip und in der Haltbarkeit. Natürlich geht alles drei selten gut zusammen.

Aber laut Schwalbe Übersicht ist der Rick XC Pro mit dieser Mischung besonders bei Rolling und Haltbarkeit gut.

Montage und erster Eindruck

Die Montage war sehr einfach und ließ sich mit der Hand erledigen. Sie ploppen dann auch sehr gut ins Felgenbett und sitzen fest. Beim Luftdruck habe ich mich durch den Schwalbe Pressure Prof beraten lassen. Dieser hat mir für vorne 1,9 Bar und hinten 2,1 Bar vorgeschlagen. Und damit ließ es sich auch sehr gut fahren. Ich bin dann die Reifen mit etwas weniger Druck gefahren (1,7 vorne und 1,9 hinten) und hatte ein noch besseres Fahrgefühl.

Vom Gewicht her ist der Rick XC leichter als der Mezcal. 2,25 Zoll sind 57mm. Was mir gleich aufgefallen ist, ist wie schnell diese Reifen sind. Das ist vor allem auf trockenem und leicht feuchtem Untergrund deutlich spürbar. Und auch auf Asphalt rollt der Rick XC sehr gut, wenn auch recht laut. Vor allem beim Devils Trail im Harz konnten die Rick XC ihre guten Rolleigenschaften ausspielen.

Fahrverhalten und Grip

Und das kann ich bestätigen: so tendierte er manchmal zum Ausbrechen auf trockenem Gravel oder Gestein. Die Seitenstollen fingen das aber wieder auf. Aber wie würde es sein, wenn es feuchter wird, nass und matschig? Da hatte ich nun in den letzten Wochen viel Gelegenheit, das zu testen. Und überraschenderweise ist er bei feuchtem Untergrund, Erde, Feldweg, Wiese oder Sand, gar nicht so rutschig, wie ich erwartet hätte. Im Gegenteil, er macht das eigentlich ganz gut. Bei richtigem Matsch fängt er dann aber an zu rutschen und zu schlingern. Das hatte ich aber auch so aufgrund des Profils erwartet.

Ich würde daher sagen, dass der Rick XC Pro ein Reifen für bevorzugt trockenes Gelände ist. Im Sommer ist er daher durchaus eine gute Wahl für alle, die es schneller haben möchten. Und wenn es etwas feuchter wird, dann macht er dennoch einen guten Job, hat aber Limitierungen bei Matsch, tieferem Sand und großer Nässe. Auf Asphalt ist er schnell und sicher. Vorsicht natürlich mit nassem Laub - das mag er nicht so. Ich kam und komme mit dem Rick XC gut klar und fahre ihn nun auch bei Mistwetter, wenn es kälter und nasser wird. Aber dafür ist der Rick XC auch nicht gemacht worden, sondern mit Fokus auf XC-Rennen, die im Allgemeinen auch nicht so lang sind und andere Anforderungen an einen Reifen stellen als Bikepacking Events.

Pannensicherheit und Haltbarkeit

Bei der Pannenanfälligkeit braucht der Rick XC sich aber nicht zu verstecken. Ich bin ihn rücksichtslos gefahren und er hatte in den 1.300 km keine einzige Panne. Auch hält er den Luftdruck gut und ich musste nur einmal etwas nachpumpen. Allerdings ist der Abrieb schon deutlich und erinnert mich an den G-One Ultrabite.

Ich weiß, dass viele Reifen nicht auf besonders lange Laufzeiten konzipiert sind, aber ich würde mir dennoch wünschen, dass mindestens 4-5.000 km erreicht werden. Ich fahre die Rick XC jetzt erstmal noch weiter. Mal sehen, was nach 2.000 km ist und wie hoch der Abrieb dann ist. Vielleicht tausche ich dann die Reifen von vorn nach hinten. Aber bei so geringen Laufleistungen ist man ja alle 2-3 Monate am Reifen tauschen. Das ist zwar ok, aber schon recht verschwenderisch. Wenigstens kann ich sie dann recyclen lassen.

Vergleich mit anderen Reifen

Ich bin im direkten Vergleich zum Rick XC den Mezcal XC-Trail gefahren. Bicycle Rolling Resistance wird demnächst die Testergebnisse zum Rick XC Pro vorstellen.

Fazit

Und wenn ich mal ganz verwegen sein darf: eigentlich ist der Rick XC Pro auch ein sehr guter Gravelreifen, der ideal auf die immer breiter werdenden Felgen an Gravelrädern und deren Reifenfreiheiten passen würde. (Paul Voss ist z.B. bei der Gravel WM eine Zipp-Felge mit 32mm Innenmaulbreite gefahren).

Der Schwalbe Rick XC Pro kostet laut Hersteller 69 Euro UVP. Es gibt ihn in 2,25″ und 2,4″ Breite.

Weitere Informationen zu Schwalbe Reifen

Den Begriff Schwalbe assoziieren viele mit Fahrradreifen wie Papiertaschentücher mit Tempo. Tatsächlich ist der Reifenhersteller für Fahrräder, Scooter und neuerdings auch Rollstühle nicht nur Europa-Marktführer und eine der bekanntesten Reifenmarken hierzulande. Das Unternehmen von Bohle konnte im Jahr 2011 einen Umsatz von 140 Millionen Euro erwirtschaften, an weiterem Wachstum mangelt es nicht.

Technologien von Schwalbe

  • Unplattbar: SmartGuard-Einlage aus hochelastischem Spezialkautschuk
  • Marathon Almotion: Schlauchlos-Pneu für Feierabendradler
  • Nobby Nic: Fahrradreifen mit Wettkampfambitionen
  • Ice Spiker: Spike-Reifen

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