Fahrradreifen haben kein leichtes Leben: Steine, Dornen und Glasscherben trachten täglich nach ihrer Luft. Die schwarzen Rundlinge müssen also viel leisten, wodurch das Lastenheft dementsprechend lang ausfällt. Damit ein Reifen bestmöglich mit allen Ansprüchen und Bedingungen zurecht kommt, ist immer ein Kompromiss nötig.
Um Ihnen daher den bestmöglichen Überblick zu verschaffen, haben wir einen Praxis- und Prüfstandtest durchgeführt. Dabei erfolgt der Praxistest auf zahlreichen Testfahrten im Alltag, beim Pendeln und Wochenendtouren. Zudem sollte man einen Blick auf die verschiedenen Materialien Butyl, Latex und TPU werfen.
Reifengröße und ihre Bedeutung
Die Reifengröße ist ein entscheidender Faktor, der das Fahrerlebnis und die Leistung des Fahrrads beeinflusst. In meinem Fall verwende ich Fahrradreifen der Größe 26 Zoll - ein weit verbreitetes Maß, das sich auf den Durchmesser des Reifens bezieht. Reifengrößen werden üblicherweise in Zoll oder Millimetern angegeben.
Fahrradreifen in der Größe 26 Zoll (und analog 28-Zoll-Fahrradreifen) gibt es in einer Vielzahl von unterschiedlichen Benennungsarten. Es bereitet dem Kunden nicht selten Verdruss, wenn ihm vom Fachhändler ein halbstündiger Vortrag über zöllige und metrische Maße, Dezimal- oder klassische Brüche und ungefähre Außendurchmessern eines Reifens gehalten wird - und erfährt, dass selbst er nur ungern mit dieser verwirrenden Praxis lebt.
Verschiedene Durchmesser bei 26-Zoll-Reifen
Noch heute sind insbesondere im MTB-Sport die älteren Zollbezeichnungen verbreitet und werden wohl auch künftig das Maß aller Dinge bleiben. Schwalbe, der unangefochtene Marktführer im Reifensegment, listet dankenswerterweise alle noch gängigen oder früher verwendeten Größenangaben auf seiner Webseite und reicht sogleich die Erklärung nach, dass man zum Beispiel Durchmesser 559 mm (MTB), 571 mm (Triathlon) und 590 mm (holländische Tourenräder) mit 26-Zoll bezeichnet.
Zollangaben, das sei leider so, seien weder präzise noch eindeutig, so ist es sehr häufig auf Herstellerseiten zu lesen. Eine klare Zuordnung zur Felgengröße sei so nicht möglich.
Metrische Maße durch ERTRO-Norm beim 26er-Reifen
Damit der Reifenkauf nicht mehr zu Hexerei mutiert, hat die Europäische Reifen- und Felgen-Sachverständigenorganisation ERTRO die Sache vereinheitlicht - oder zumindest auf den Weg gebracht. Nach dieser europäischen Norm sind Reifenbreite und Felgendurchmesser im metrischen Maß angegeben, und um beim 26-Zoll-Fahrradreifen zu bleiben, zum Beispiel mit der Nomenklatur 37-622 belegt.
Die erste Zahl nennt die Reifenbreite im aufgepumpten Zustand, die zweite den exakten Innendurchmesser des Reifes - beide in Millimeter. Wer einen 26-Zoll-Reifen kauft, muss heute noch wissen, dass er es mit einem Maß von 26 x 1,35 oder 26 x 1 5/8 oder gar einem 26 x 1 5/8 x 1 3/8 zu tun bekommen könnte. Letztgenanntes bezeichnet den Zirka-Außendurchmesser mal Reifenhöhe x Reifenbreite.
Reifentypen und ihre Einsatzbereiche
Ich habe festgestellt, dass es verschiedene Reifentypen gibt, die auf unterschiedliche Bedürfnisse und Fahrbedingungen zugeschnitten sind:
- Slick-Reifen: Diese Reifen haben eine glatte Lauffläche und bieten auf trockenen und ebenen Oberflächen eine gute Leistung.
- Stollenreifen: Mit ihrer groben Lauffläche bieten Stollenreifen auf unbefestigten Wegen und im Gelände eine hervorragende Traktion.
Für Mountainbikes sind 26-Zoll-Reifen mit gröberem Profil, wie zum Beispiel grobstollige oder griffige Reifen, geeignet. Für den täglichen Gebrauch in der Stadt und beim Trekkingfahrradfahren sind 26-Zoll-Reifen mit feineren Stollen oder glatten Laufflächen besser geeignet. Im Rennradbereich sind schmale und sehr leichtlaufende 26-Zoll-Reifen mit einer glatten Lauffläche optimal.
Material und Profil
Ich persönlich achte bei der Wahl meiner Reifen besonders auf das Material. Gummi ist das häufigste Material für Fahrradreifen. Ein weiterer wichtiger Aspekt, den ich bei der Auswahl meiner Fahrradreifen berücksichtige, ist das Reifenprofil:
- Slick: Slickreifen haben eine glatte Lauffläche und eignen sich am besten für glatte Straßen und Asphalt.
Pannenschutz und Luftdruck
Der Pannenschutz spielt bei Fahrradreifen eine wesentliche Rolle, insbesondere bei Touren in unbekanntem Terrain. Um das Pannenrisiko so gering wie möglich zu halten, achte ich auf hochwertige Reifen mit integriertem Pannenschutz. Selbstklebende Flicken sind im Falle einer Panne empfehlenswert.
In der Praxis stammen die häufigsten Pannen nicht von Kanten, Steinen oder Dornen, sondern sind auf einen zu niedrigen Luftdruck zurückzuführen. Dadurch walken Schlauch und Reifen viel stärker, was sie über Gebühr verschleißt und rissig werden lässt. Daher sollte der Luftdruck regelmäßig überprüft werden, im besten Fall alle zwei Wochen. Da die Hersteller beim Luftdruck eher auf Nummer sicher gehen, empfehlen wir, sich eher am Minimalwert zu orientieren. Wer schwerer ist oder viel Gepäck mitschleppt, sollte den Druck aber noch leicht erhöhen.
Der Reifendruck spielt eine entscheidende Rolle für die Leistung und den Komfort während der Fahrt. Ich achte darauf, dass meine Reifen den empfohlenen Druckbereich haben, der auf der Reifenseitenwand angegeben ist. Für schmale Reifen sollte der Druck höher sein. Für breite Reifen sollte der Druck niedriger sein.
Montage und Handling
Beim Montageverhalten montieren wir alle Reifen auf verschiedene Laufräder und achten im Detail auf den Kraftaufwand, die Notwendigkeit eines Reifenhebers und wie schnell sich die Reifen richtig im Felgenbett setzen. Das Handling der meist starren Trekkingmodelle ist hingegen umständlicher und benötigt oft die Hilfe von Reifenhebern. Nach der Montage vermessen wir die Reifen und vergleichen die Werte mit der Herstellerangabe. Dabei fällt auf, dass die meisten Reifen nur wenig abweichen.
Pannenschutz im Detail
Beim Pannenschutz setzen die Hersteller auf zwei verschiedene Systeme: Hochdichte, engmaschige Gewebe sind besonders leicht und flexibel, sind aber teuer und schützen nicht so effizient vor Durchschlägen. Sie werden meist bei Gravelreifen und eher teuren Trekkingreifen eingesetzt. Dicke Gummieinlagen unter der Lauffläche agieren als Abstandhalter, erhöhen aber das Gewicht und teils den Rollwiderstand recht deutlich.
Beim Schutz gegen Durchstiche werden drei Tests durchgeführt. Dabei wird im ersten Test die Sicherheit gegen Dornen, Nägel oder Draht überprüft und ein spitz zulaufender Metalldorn durch die Lauffläche gedrückt. Hier überzeugen vor allem Condura, CST, Michelin und die beiden Schwalbe Marathons. Beim zweiten Test simuliert ein flacher Prüfdorn die Abwehr gegenüber scharfkantigen Glasscherben oder Steinen. Michelin CityStreet, Scalato Mondano und vor allem Schwalbe Marathon E-Plus sowie G-One setzen sich teils deutlich ab. Der dritte Test überprüft die Widerstandsfähigkeit der Flanken, um gegen Kanten, große Steine oder Äste am Boden gewappnet zu sein. Maxxis, Michelin City Street und Schwalbes Marathon E-Plus sowie G-One bieten hier sehr hohen Schutz.
Beim Durchschlag, auch Snake Bite genannt, simuliert eine stumpfe Guillotine Kanten, wie sie in der Praxis durch Bordsteine, Gullydeckel oder Wurzeln vorkommen. Dann fällt ein 14 Kilogramm schweres Gewicht in stetig ansteigender Höhe auf das Reifen-Laufradsystem, bis dem Reifen die Luft ausgeht. Die Bestwerte setzen Maxxis, Michelin und Schwalbe Marathon E-Plus. Am Ende kristallisieren sich in Summe aller Pannenschutztests folgende Champions heraus: Bei den Trekkingreifen bestechen Michelins CityStreet und vor allem Schwalbes Marathon E-Plus. Bei den Gravelreifen überzeugen vor allem Teravail und Schwalbe.
Fahreigenschaften in der Praxis
Am Ende zeigt die echten Fahrqualitäten nur der Praxistest. Dazu wurden die Testmodelle auf Fahreindruck, Laufgeräusche, Komfort, Dämpfungsverhalten und Traktion überprüft. Für die Fahrdynamik besonders wichtig ist ein geringes Gewicht. Schließlich muss der Reifen nach jedem Ampelstopp oder einer Kurve wieder in Fahrt gebracht werden. Durch die Bank fallen die Gewichte bei den Gravelreifen deutlich geringer aus. Rene Herse, Schwalbe G-One, Specialized und vor allem Bontrager tun sich hier besonders hervor, was in der Praxis auch deutlich spürbar ist. Bei den Trekkingreifen können Condura, Cult, Michelin CityStreet und Schwalbes Green Marathon einen Vorteil einfahren.
Während das Gewicht eher nur beim Beschleunigen wichtig ist, spielt der Rollwiderstand immer eine große Rolle. Beim Abrollen des Reifens entsteht nämlich zwischen den verschiedenen Reifenkomponenten sowie zwischen Reifen und Schlauch ein Walkeffekt, der Energie vernichtet. Ein geringer Rollwiderstand sorgt also für ein zügiges Vorankommen und eine gute Agilität, der Fahrer spart zudem Energie. So rollen die Gravelbikes den Trekkingreifen durch die Bank davon, wobei Schwalbes G-One und Specialized besonders effizient arbeiten. Bei den Trekkingreifen überraschen indessen Continental und Schwalbe, wobei vor allem Schwalbes Green Marathon sogar mit den guten Gravelreifen mithält!
Beim Fahrkomfort arbeiten zwei Punkte Hand in Hand: Der Komfort selbst wird durch eine geschmeidige Reifenkonstruktion erzielt. Hier spielen die Gravelreifen in Summe ihre Stärke aus, wobei uns die Modelle von Rene Herse, Schwalbe und Specialized besonders gut gefallen haben. Bei der Traktion ist ein Ergebnis nicht zwingend nur am Profil auszumachen, denn sie ergibt sich aus der Griffigkeit der Gummimischung, dem Profil und der Geschmeidigkeit der Karkasse.
Bekannte Marken und Hersteller
Als begeisterter Radfahrer möchte ich einige der bekanntesten Marken und Hersteller für Fahrradreifen 26 Zoll vorstellen:
- Schwalbe: Schwalbe ist einer der bekanntesten Fahrradreifenhersteller der Welt. Sie bieten eine breite Palette von Reifen für verschiedene Fahrradtypen und -bedürfnisse an.
- Continental: Continental ist ebenfalls ein sehr bekannter Hersteller für Fahrradreifen. Sie bieten eine Vielzahl von Reifen für verschiedene Einsatzbereiche an.
- Michelin: Michelin ist ein weiterer großer Name in der Fahrradreifenindustrie. Sie bieten verschiedene Reifen für Mountainbikes, Rennräder und Alltagsräder an.
- Kenda: Kenda ist ein taiwanesischer Reifenhersteller, der eine breite Palette von Fahrradreifen für unterschiedliche Bedürfnisse anbietet.
- Maxxis: Maxxis ist besonders bekannt für seine Mountainbike-Reifen.
Auf dem Markt gibt es noch viele weitere Marken und Hersteller von Fahrradreifen in der Größe 26 Zoll.
Kaufberatung: So wählen Sie den richtigen Reifen
Wenn ich Fahrradreifen in der Größe 26 Zoll kaufen möchte, gibt es einige Dinge, die ich beachten sollte. Zunächst ist es wichtig, den richtigen Reifentyp für mein Fahrrad und meinen Fahrstil auszuwählen:
- Straßenreifen: Diese Reifen sind für glatte Oberflächen wie Asphalt und Beton ausgelegt.
Neben dem Reifentyp sollte ich auch die Qualität der Reifen berücksichtigen. Je leichter der Reifen, desto besser ist in der Regel seine Leistung.
Zubehör für Fahrradreifen
In der Regel bekommen Reifen - sind sie erstmal montiert - nur noch wenig Aufmerksamkeit:
- Felgenband: Hochwertige Felgenbänder reduzieren schon ab Werk das Pannenrisiko. Wichtig ist dabei die ideale Breite, die grob „Felgenmaulweite plus 3 bis 5 Millimeter“ betragen sollte. Geklebte Versionen verrutschen zudem nicht.
- Flickzeug: Für Butylschläuche hat sich Flickzeug von TipTop stehts bewährt. Schneller geht’s allerdings mit Schnellklebeflicken, etwa von Syncros.
- Lochschnüffler: Haucht der Reifen die Luft nur langsam aus, ist das Loch teils schwer zu finden.
- Luftdruckprüfer: Beste Performance gibt’s nur mit dem richtigen Luftdruck. Ein kompakter Luftdruckprüfer hilft bei der regelmäßigen Kontrolle.
- Montagefluid: Wenn störrisch aufzuziehende Reifen nicht in ihre Endposition springen wollen, hilft Schwalbe EasyFit.
- Reifenheber: Intelligente Reifenheber wie der Maxalami NoodLever können mehr: Er hebelt nicht nur, sondern hat auch eine clevere De- und Montagefunktion.
- Schlauch: Ist der Schaden an Tubelessreifen oder Schlauch zu groß, hilft oft nur ein Ersatzschlauch. Butylschläuche gibt es auch in leicht, etwa von Continental.
- Silicon-Politur: Gepflegte Reifenflanken sehen besser aus und lassen Dreck nur schwer anhaften. Nur auf der Lauffläche hat das Mittel nichts zu suchen!
- Standpumpe für die Werkstatt: Die große Standpumpe ist ideal für Werkstatt, Garage und Auto und macht das Aufpumpen zum Kinderspiel. Dank großer Manometer lässt sich auch der Luftdruck perfekt ablesen.
- Talkum-Puder: Wer mit Schlauch fährt, sollte die Reifen-Innenwand wie auch den Schlauch mit Talkum benetzen. Dadurch agieren beide geschmeidiger und können nicht aneinander verkleben.
- Tubeless-Dichtmilch: Sie steht bei Tubeless-Systemen für den bekannten Selbstheilungseffekt während der Fahrt. Zuständig dafür sind kleine Dichtpartikel, die die Schadstelle von innen verstopfen und damit reparieren.
- Tubeless-Werkzeug: Für Tubeless-Systeme benötigt man spezielles Reparaturwerkzeug. Dazu zählt eine kleine Gabel und sogenannte Dichtwürste.
Fahrradreifen (26 Zoll) Vergleich
Hier ist eine Zusammenfassung der besten Fahrradreifen 26 Zoll:
| Modell | Reifen-Typ | Geeignet für | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|---|
| Schwalbe Smart Sam Plus Greenguard | Drahtreifen | MTB | pannensicher dank GreenGuard-Schutzband, grobes Profil, ideal für anspruchsvolles Gelände | Schlauch nicht enthalten |
| Fincci Slick Reifen | Drahtreifen | Rennrad/City | 2er-Set, pannensicher, kaum Profil, ideal für Rennräder | ohne reflektierende Streifen, Schlauch nicht enthalten |
| Continental 150432 | Drahtreifen | Asphalt und leichtes Gelände | hat einen geringen Rollwiderstand, eine voluminöse Karkasse, sehr gute Eigendämpfung | ohne reflektierende Streifen, Schlauch nicht enthalten |
| Prophete Fahrradreifen MTB | Drahtreifen | MTB | grobes Profil, ideal für anspruchsvolles Gelände | Schlauch nicht enthalten |
| Schwalbe Marathon Green Guard | Drahtreifen | City/Trekking | pannensicher dank GreenGuard-Schutzband, mit Reflektorstreifen, geringes Profil, ideal für Straße und Feldwege | Schlauch nicht enthalten, Leistung nimmt nach einiger Zeit leicht ab |
Unsere Bewertung schließt für jeden Reifen den vom Hersteller vorgegebenen Einsatzbereich mit ein. Einen guten Allrounder zu entwickeln, ist für viele Hersteller eine große Herausforderung. Das zeigt unser Test auf dem Prüfstand und in der Praxis. Gerade die Punkte Gewicht und Leichtlauf stehen bei vielen im direkten Konflikt mit der Pannensicherheit.
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