Die Wahl der richtigen Fahrradreifen spielt eine entscheidende Rolle für dein Fahrerlebnis. Der passende Fahrradreifen bietet im besten Fall optimalen Halt und gute Stabilität.
Auf der Suche nach dem richtigen Fahrradreifen tun sich ambitionierte Biker traditionell schwer. Viele Fragen schwirren einem auf den ersten Gedanken duch den Kopf: Soll der Rollwiderstand beim Kauf im Vordergrund stehen oder doch lieber die Traktion? Oder das Gewicht? Alles wichtige Punkte, die für die Qualität eines Fahrradreifens von entscheidender Wichtigkeit sind, wie unser Fahrradreifen Test zeigt. Die meisten Radfahrer machen sich beim Reifen daher auf die Suche nach der „eierlegenden Wollmichsau“.
Am besten alle Faktoren soll der Reifen erfüllen und dabei auch noch möglichst wenig kosten. Aber beachten Sie: Je nachdem, mit welchem Bike-Typ Sie gerne unterwegs sind, sind einige Faktoren für Sie wichtiger, andere dagegen sind von geringerer Bedeutung.
Damit Sie bei den Hunderten von Größen, Farben und Herstellern wie Conti oder Schwalbe nicht den Überblick verlieren, bringt unser Fahrradreifen Test Licht in das Dickicht aus Angeboten. Im folgenden Ratgeber erfahren Sie alles rund um Reifenarten, Material, Größen und vieles weitere.
1. Grundlagen des Fahrradreifens
Der Fahrradreifen ist grundsätzlich erst einmal die Bereifung Ihres Laufrads am Bike. Dabei besteht jeder Reifen im Prinzip aus drei Bauteilen, der Karkasse, der Lauffläche und dem Wulstkern. Letzterer ist aus Stahldraht gefertigt und dient als Versteifungselement für einen sicheren Sitz des Reifens auf der Felge.
Die Karkasse ist dagegen meist aus Nylon hergestellt und verantwortlich für ein leichtes Laufverhalten. Zusätzlich zum Aufbau des Reifens ist auch die richtige Gummimischung des Reifens wichtig, sie ist quasi das, was den Fahrradreifen ausmacht. Dabei beeinflusst sie unter anderem die Haltbarkeit, den Laufwiderstand oder auch die Haftung am Boden maßgeblich.
Ein typischer Reifen besteht laut unserem Fahrradreifen Test zu etwa 40-60% aus Kautschuk únd zu 15-30% aus Füllstoffen wie Kreide.
Info: Mountainbikereifen haben traditionell eher eine feste Gummimischung, welche in unwegsamen Gelände noch ausreichend Grip und Halt bietet. Ambitionierte Rennradfahrer verfügen dagegen meist über zwei verschiedene Reifensätze, wobei einer von beiden für Regenwetter angedacht und dementsprechend weich ist, um eine gute Haftung zu ermöglichen. Je komplizierter die Gummimischung eines Herstellers ist, desto teuer ist natürlich auch der Reifen.
2. Reifenarten im Überblick
- Drahtreifen: Der heutige "Standardreifen" hat den Vollgummireifen als Standard ersetzt. Diese Reifen bilden einen optimalen Kompromiss zwischen Stabilität und Pannensicherheit auf der einen und dem Gewicht auf der anderen Seite. Hier benötigt man zusätzlich noch einen Fahrrad-Schlauch, der mit Luft befüllt wird.
- Schlauchreifen: Diese Reifen kommen komplett ohne Draht aus und werden stattdessen direkt in die Felge geklebt.
- Faltreifen: Der Faltreifen ist im Prinzip auch ein Drahtreifen, aber eben ein faltbarer. Der Unterschied besteht im verwendeten Material, da man bei Faltreifen nicht wie bei den Drahtreifen auf Metallfäden setzt, sondern andere Materialien verwendet. Reifen der Marke Schwalbe sind etwa aus Kevlar-Fäden gebildet. Die Montage von Faltreifen ist zwar schwieriger, dafür sind sie etwas leichter als "normale" Drahtreifen.
- Tubeless-Reifen (Schlauchlos-Systeme): Tubeless-Reifen sind schlauchlose Fahrradreifen. Sie ahnen es bereits schon: Hier ist kein extra Fahrrad-Schlauch notwendig. Gerade im Profibereich werden häufig Tubeless-Reifen verbaut, da sie über eine hohe Pannensicherheit und geringen Rollwiderstand verfügen. Vor allem bei Rennrad-Reifen ist das ein Vorteil.
- Ballonreifen: Diese Bereifungsart ist noch relativ jung und hauptsächlich auf Citybikes zu sehen. Da Ballonreifen im Vergleich zu normalen Drahtreifen deutlich breiter sind, sollen sie Bodenunhebenheiten durch ihr großes Luftpolster gut ausgleichen können.
3. Die richtige Reifengröße finden
Welcher der oben aufgeführten Reifen jetzt der optimale Fahrradreifen für Sie ist, hängt gerade davon ab, wie häufig Sie Fahrradfahren oder auch zu welchem Zweck. Sind Sie eher ambitioniert unterwegs und wollen in Sachen Material alle Möglichkeiten ausschöpfen? Oder sind Sie eher der gemütliche Citycruiser, der sein Bike vor allem auf dem Weg zur Arbeit oder an den See nutzt? In beiden Szenarien brauchen Sie selbstverständlich unterschiedliche Reifen mit anderen Eigenschaften.
Welcher Reifen schlussendlich auch auf Ihr Rad passt, hängt von der Fahrradreifen Größe Ihrer Felgen und Räder ab. Da die unterschiedlichen Durchmesser bei Reifen entweder in Zoll oder in ETRTO (= European Tire and Rim Technical Organization) angegeben sind, ist es etwas schwierig, hier den Überblick zu bewahren. Generell finden Sie die Größenangabe eines Reifens aber immer auf ihm selbst, ähnlich wie beim Auto.
Dennoch bleibt immer noch die Unsicherheit bestehen, wie die Umrechnung der verschiedenen Angaben in Zoll, ETRTO oder der französischen Größenangabe aussieht.
Zoll
Im Vergleich zu ETRTO ist die Angabe in Zoll noch sehr weit verbreitet, aber auch sehr ungenau. Die meisten Räder - sowohl für Herren, Kinder und Damen - haben 28 Zoll. Damit geben die Hersteller den geschätzten Wert des Außendurchmessers an.
Zudem ist auch die Reifenbreite wichtig, die sich meist um den Wert +1 bewegt. Bis dahin ist alles klar. Unübersichtlich wird es erst dann, wenn auch noch die Reifenhöhe als Bruchzahl angegeben wird. So liest man etwa ganz häufig "28 x 1.40" auf Reifen. Das bedeutet, dass das Rad einen Außendurchmesser von etwa 28 Zoll hat und 1,40 Zoll breit ist. Ein Fahrradreifen 28 Zoll entspricht einem ETRTO-Wert von 622.
ETRTO
ETRTO steht für European Tire and Rim Technical Organization. ETRTO bezieht sich im Gegensatz zur Zollangabe auf den Innendurchmesser und ebenfalls auf die Reifenbreite. Die Maßeinheit Millimeter (mm) ist dabei deutlich genauer als die Angabe in Zoll. Das obige Beispiel - 28 x 1.40 - entspricht einem ETRTO Fahrradreifen 37-622.
Französische Angabe
Ganz anders sieht dagegen wieder die französische Größenangabe aus, bei welcher Außendurchmesser und Reifenbreite angegeben werden. Bleiben wir bei unserem Beispiel, so wird hier aus 28 x 1.40 Zoll (ETRTO 37-622) 700 x 35C - 700mm Außendurchmesser und 35 mm Reifenbreite.
4. Das richtige Profil für jeden Untergrund
Je nachdem, mit welchem Bike Sie auf welchem Untergrund fahren, ist es natürlich auch wichtig, das passende Profil für diese Ansprüche auszuwählen. Fahrradreifen für Mountainbikes sind etwa stark profiliert, um eine möglichst große Fläche und Verzahnung auf den meist unwegsamen Untergrund zu bringen. So können Lenk- und Bremskräfte optimal übertragen werden, wodurch das Fahrrad einfacher steuerbar ist.
Rennräder haben dagegen meist Reifen mit wenig Profil, da Sie auf glatten Straßen gefahren werden und somit möglichst wenig Rollwiderstand erzeugen sollen. Anders als bei etwa einem Autoreifen kann bei einem Fahrradreifen durch die geringe Profiltiefe kein „Aquaplaning“-Effekt auftreten. Der Anpressdruck ist einfach ungleich höher.
Info: Legen Sie am besten vor dem Kauf fest, welche Ansprüche Sie an Ihren neuen Fahrradreifen haben. Ist eine Mischung aus Fahrten auf Straßen und im Gelände vorgesehen, sollten Sie nach Allround-Reifen Ausschau halten.
5. Reifendruck und Laufleistung
Wie bei einem Autoreifen gibt es natürlich auch bei Fahrradreifen deutliche Unterschiede in der Laufleistung. Unser Fahrradreifen Test zeigt: Herkömmliche Reifen verfügen über eine durchschnittliche Laufleistung von etwa 2.000 bis 5.000 Kilometern. Besonders langlebige Reifen schaffen sogar Distanzen von bis zu 16.000 Kilometern ohne Schaden.
Auf diese Frage gibt es zunächst einmal keine Universalantwort, da der Druck hauptsächlich vom Gewicht abhängt. Einerseits vom Gewicht des Fahrers oder der Fahrerin, aber andererseits auch von dessen oder deren Gepäck. Orientieren können Sie sich aber immer an dem Fahrradreifen bar-Wert, der auf dem Reifen aufgedruckt ist. In diesem Rahmen sollten Sie sich auf jeden Fall bewegen. Hinzu kommen dann natürlich auch immer noch persönliche Präferenzen, die das Fahrgefühl betreffen.
Hoher Druck bedeutet weniger Pannen, geringeren Rollwiderstand sowie weniger Verschleiß, während niedriger Druck mehr Grip und Komfort bietet.
6. Wann muss ich den Fahrradreifen wechseln?
Spätestens, wenn das Innere des Reifens langsam sichtbar wird, sollten Sie darüber nachdenken, Ihren Fahrradreifen wechseln zu lassen oder selbst auszutauschen. Tatsächlich gehen übrigens meist die Seitenwände des Reifens zuerst kaputt, ein abgefahrenes Profil ist also nicht unbedingt ein zwingender Grund für einen direkten Reifenwechsel.
7. Pflege und Lagerung von Fahrradreifen
Grundsätzlich ist die richtige Reinigung und Pflege Ihres Reifens oder des gesamten Rads kein Hexenwerk. Es ist bereits von Vorteil, wenn Sie Ihr Bike regelmäßig mit Wasser vom gröbsten Schmutz befreien. Das größere Problem ist dagegen tatsächlich meist das „Nicht-Fahren“ des Bikes, denn die Reifen werden spröde. Wer kann, sollte sein Fahrrad daher in einem temperierten Raum aufbewahren und es im Idealfall aufhängen.
8. Cyclocross-Reifen im Test (2019)
Crossreifen müssen gut rollen, Pannenschutz bieten und auch im Schlamm gut greifen, ohne zu verkleben. ROADBIKE hat sechs Modelle getestet.
Das Testfeld in der Übersicht
Zugegeben: Über den Ausgang eines Cyclocrossrennens entscheidet in erster Linie die körperliche Fitness. Maßgebliche Bedeutung kommt aber auch der Wahl des Reifens zu. Denn vom Pneu - und besonders von dessen Profil - hängt ab, wie schnell und wie kontrolliert man auf Matsch oder Schnee, im Sandbunker oder bei gefrorenem Boden vorankommt.
"Der Reifen ist mit das wichtigste Bauteil am Crossrad", bestätigt der amtierende Deutsche Cyclocrossmeister Marcel Meisen. Der 30-Jährige aus Stolberg startet für das belgische Team Corendon-Circus - Seite an Seite mit Weltmeister und Radsport-Multitalent Mathieu van der Poel.
"Sicher gibt es Strecken, wo der Reifen weniger entscheidend ist", so Meisen weiter, "zum Beispiel trockene Rennen mit hartem Untergrund. Aber je rutschiger es wird, desto wichtiger werden Profil, Luftdruck und Karkasse."
Wer sich gerne bei Amateur- oder Hobbyrennen mit dem Crosser durch den Matsch wühlt, dem steht eine Unmenge an verschiedenen Reifenprofilen zur Verfügung - für jede nur denkbare Bodenbeschaffenheit. Crossprofi Marcel Meisen empfiehlt aber, es nicht zu übertreiben: "Ich selbst nutze drei Profile. Hobby-Crossern empfehle ich einen Allroundreifen mit etwas gröberem Profil. Der rollt zwar etwas schlechter an trockenen Tagen - bei rutschigen Strecken hat man aber keinen Nachteil." Augenzwinkernd fügt er hinzu: "Außer natürlich, man ist Schönwettercrosser. Davon rate ich aber ab, weil man sonst den größten Spaß und Reiz beim Cyclocross verpasst."
Doch welcher Allround-Crossreifen ist empfehlenswert? ROADBIKE hat ein kleines, aber feines Feld an Kandidaten getestet (zum Testverfahren siehe "So testet RB", S. 56). Dazu gehören der beliebte Grifo von Challenge, Continentals Mountainking CX, Michelins brandneuer Power Cyclocross (in der Ausführung Mud, da die Allroundversion Jet zum Testbeginn nicht verfügbar war), Panaracers Regacross, der an vielen Crossern werkseitig verbaute Schwalbe X-One Allround sowie der Crosswolf von WTB.
Mit Ausnahme des Continental-Reifens sind alle Testkandidaten tubeless-ready.
"Derzeit sind alle Topfahrer damit unterwegs", bestätigt Marcel Meisen. Denn: Ist der Schlauch eingenäht und auf eine passende, spezielle Felge aufgeklebt, können sehr viel niedrigere Luftdrücke gefahren werden, was Kontrolle und Speed im Gelände verbessert. "Die weiche Karkasse [von Schlauchreifen, d. Red.] verhindert dabei, dass der Reifen bei wenig Luft wegknickt", erklärt Meisen. "Im Gegensatz zum Reifen mit Schlauch ist auch das Risiko eines Durchschlags viel geringer."
Die Entwicklung der Tubeless-Technologie verfolgt Meisen aber mit Interesse: "Der Rollwiderstand ist sehr gut. Bei den geringen Luftdrücken, die im Profibereich gefahren werden, ist mit Tubeless die Gefahr von Luftverlust aber noch zu hoch."
Für diesen Test passte ROADBIKE die Gewichtung der Testkriterien an: Da Cyclocrossreifen bei "artgerechter" Nutzung überwiegend auf matschigen Wiesen gefahren werden, floss die Prüfstandsmessung des Rollwiderstands, der Asphalt und harte Untergründe simuliert, zu einem geringeren Anteil in die Endnote ein als bei den Tests "klassischer" Rennradreifen. Demgegenüber wurde die Gewichtung des Praxistests erhöht.
Testergebnisse im Überblick
Im Praxistest wurde unter anderem bewertet, wie schnell sich ein mit Schlamm verklebtes Profil selbst reinigt, sobald der Pneu wieder auf festerem Untergrund rollt. Ebenfalls relevant: Bleibt ein Reifen in schlammigen Passagen gut kontrollierbar, oder beginnt er zu schwimmen? Wie viel Traktion bietet ein Pneu bei kurzen Steilanstiegen, wie sie bei Crossrennen immer wieder zu bewältigen sind, und - last but not least - wie viel Sicherheit vermittelt ein Reifen, besonders bei rutschigen Schräghängen und Kurven?
Übrigens: Bei den Crossprofis fällt die Entscheidung für oder gegen einen Reifen am Renntag - beim freien Training auf der Strecke, das zu festgelegten Zeiten zwischen den Wettkämpfen der einzelnen Altersklassen möglich ist.
In einem solchen Fall hängt es nicht zuletzt von Erfahrung und Intuition ab, wie stark sich die äußeren Bedingungen ändern, und mit welchen Änderungen in Bezug auf Reifenprofil und Luftdruck darauf reagiert werden muss. "Das ist dann auch ein bisschen Poker", räumt Meisen ein, "im Zweifel steht aber ein Rad mit anderen Reifen im Materialdepot bereit, sodass man direkt in der ersten Runde wechseln kann, wenn es nötig ist."
Und welche (Schlauch-)Reifen fährt Marcel Meisen selbst? "Auf schnellen, trockenen Strecken den Dugast Typhoon mit Dreiecksprofil, bei rutschigen und matschigen Kursen den groben Dugast Rhino und auf sandigen, harten Untergründen den Dugast Pipisquallo - einen diamantierten Slick mit leichtem Seitenprofil."
Doch wie gesagt: Für Hobby-Crosser, bei denen nicht zwingend alles technisch Machbare ausgereizt werden muss, stellt ein Allround-Clincher die günstigere und praktischere Lösung dar. "Hier sollte einfach der Spaß im Mittelpunkt stehen", ergänzt Crossprofi Marcel Meisen.
Die folgenden Tabellen zeigen auf einen Blick die Prüfstandsergebnisse des aktuellen Reifentests. So können Sie den passenden Reifen gemäß Ihrer individuellen Schwerpunkte und Vorlieben finden.
Die Prüfstandsmessungen wurden unter Aufsicht von RB in den Labors von Continental und Schwalbe durchgeführt, die Werte beider Prüfreihen gemittelt. Dazu kommen ausführliche Praxistests.
| Reifenmodell | Preis/Gewicht | Gewicht (10 %) | Rollwiderstand (10%) | Durchstich (10%) | Durchschlag (30%) | Fahrverhalten (30 %) | Montage (10%) | Fazit | Wertung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Challenge Grifo TLR | 52,90 Euro/397 g | Starker Auftritt: Der stramm sitzende Challenge Grifo fährt sich sportlich-agil, stabil im Matsch und griffig in Schräglage - auf vielen Untergründen. Schlamm hält sich im Profil hartnäckig, worunter bergauf die Traktion leidet. | SEHR GUT (74 Punkte) | ||||||
| Continental Mountainking CX | 65,90 Euro/303 g | Geringster Rollwiderstand, überragende Traktion, toller Grip, sehr gute Selbstreinigung, dazu die einfachste Montage: Contis Pneu liefert Superlative - auch im negativen Sinn: Der Pannenschutz kostet eine bessere Note. | GUT (68 Punkte) | ||||||
| Michelin Power Cyclocross Mud | 58,95 Euro/385 g | Der optisch auffällige Michelin zeigt sich sehr stabil im Matsch, rollt sonst aber "rau". Schlamm könnte sich besser ablösen, Traktion und Grip in Schräglagen gefallen. Die schwere Montage vermasselt eine bessere Note. | GUT (70 Punkte) | ||||||
| Panaracer Regacross | 50,95 Euro/350 g | Panaracers Regacross fährt sich sehr sportlich-agil, empfiehlt sich aber eher für harte Kurse: Im Matsch schwimmt er schnell, Schlamm klebt hartnäckig, was Traktion und Grip - und letztlich dem Sicherheitsgefühl - schadet. | GUT (68 Punkte) | ||||||
| Schwalbe X-One Allround TLE | 59,90 Euro/385 g | Schwalbes schmaler X-One ist sehr agil, vermittelt viel Sicherheit auf jedem Untergrund und besticht durch Top-Traktion, zumal sich Schlamm schnell ablöst. Dazu kommen Bestwerte beim Pannenschutz. Testsieg! | ÜBERRAGEND (92 Punkte) | ||||||
| WTB Crosswolf TCS | 47,95 Euro/388 g |
Bei den Reifengrößen hat sich eine merkwürdige Entwicklung vollzogen. Wenn etwa vom 28-Zoll-Fahrradreifen die Rede ist, können ganz unterschiedliche Benennungsphilosophien dahinter stehen. Die Ursache dafür liegt traditionell darin begründet, dass sich seit jeher die unterschiedlichen nationalen Maßsysteme etablieren konnten.
Kurz- und Langformen bei Zollangaben
Nicht nur, dass das Hineingrätschen der ETRO (European Tire ans Rim Technical Organisation oder die Europäische Reifen- und Felgen-Sachverständigenorgnaisation) zur Vereinheitlichung der unterschiedlichen Größenangaben nicht viel genützt hat, denn aus Tradition hält die Praxis an ihren Kürzeln für Reifendurchmesser, Breite und gegebenfalls auch der Höhe fest. Noch dazu gibt es bei den Zollbezeichnungen für die Reifenbreite ein Dezimal-Zahl- und ein Dezimal-Bruchmaß.
Um am Beispiel eines 28er-Reifens zu bleiben: Es kann einem Käufer ein 28 x 1,50-Zoll-Reifen angeboten werden, ein Modell mit der Kurzform 28 x 1 1/8 Zoll oder mit der Langform 28 x 1 5?8 x 1 1?8 Zoll. Als nähme der Schrecken kein Ende, gibt es für einen ungefähr 28 Zoll durchmessenden Reifen auch noch die französische Maßbezeichnung. Am Beispiel: Bei 700 x 35C bezeichnet die erste Zahl den Außendurchmesser des Reifens, die zweite die Breite - jeweils in Millimeter.
Bleibt also nichts anderes übrig, als sich die Unterschiede einzuprägen und grob im Hinterkopf zu behalten, dass 28 × 1,50 Zoll eine völlig andere Größe als 28 × 11/2 Zoll ist und beides daher nicht untereinander austauschbar. Oder man vertraut auf die Fachberatung im Handel und staunt, dass beim Verlangen nach einem „28er-Rad“ ein ambitionierter Auskenner beginnt, über das komplexe Zusammenspiel des Reifeninnendurchmessers mit dem Felgenschulterdurchmesser einerseits und der Reifenbreite mit der Felgenmaulweite andererseits zu schwadronieren.
Wer lieber in Ruhe online nach Wegen des Durchblicks sucht - und zum Beispiel auf die Homepage von Schwalbe navigiert - , der erfährt, dass dieser besonders gern breite Reifen baut, die wiederum Einfluss auf die Kompatibilität mit den Fahrradtypen und Rahmen haben. Spätestens dann wird dem Einsteiger bewusst, warum der Durchschnittsradler sich doch lieber am Sprachgebrauch orientiert und auf die Frage, welche Reifengröße er fahre, schweigend auf seine „28er“ zeigt.
Erleichterung verschafft ihm am Ende des Tage die Antwort, dass sich 28- und 29-Zöller den gleichen Innendurchmeser von 622 Millimeter teilen und daher auf die gleichen Felgen montiert werden können. ETRO hat also doch seine Berechtigung da sie eindeutige Werte bringt.
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