Fahrradreifen 28 Zoll Unplattbar: Continental Test

Die Auswahl an Fahrradreifen ist enorm, was die Entscheidung vor einem Kauf oft erschwert. Fragen wie Tubeless oder mit Schlauch, welche Breite (23, 25, 28, 30 oder 32 Millimeter), welches Profil, Modell und Reifendruck sind entscheidend. Es geht um die Balance zwischen Geschwindigkeit, Komfort und Pannensicherheit.

Basics und Definitionen

Tubeless-Reifen verzichten auf einen separaten Schlauch und werden direkt luftdicht auf die Felge montiert. Draht- bzw. Clincherreifen hingegen benötigen einen separaten Schlauch, der zwischen Felge und Reifen sitzt. In Labortests zeigte sich, dass Tubeless-Systeme auf glatten Oberflächen tendenziell niedrigere Rollwiderstände bieten. Dies wird durch den direkten Kontakt des Reifens mit der Felge und den geringeren Innendruckverlust erreicht.

Studien des Bicycle Rolling Resistance Lab ergaben, dass Tubeless-Reifen im Durchschnitt um 1 bis 2 Watt weniger Rollwiderstand aufweisen als vergleichbare Drahtreifen mit Schläuchen. Besonders bei breiteren Modellen, etwa ab 28 Millimeter, profitieren Tubeless-Systeme durch den niedrigeren Druck von erhöhter Effizienz und Komfort. Im Mittel sparen Tubeless- oftmals rund 30 bis 60 Gramm gegenüber Drahtreifen mit Standard-Schläuchen.

Faktoren, die bei der Wahl des richtigen Reifens eine Rolle spielen

Pannenschutz, Komfort, Rollwiderstand, Grip - auf viele Faktoren kommt es an. 25 Millimeter breite Rennradreifen weisen nur je rund 6,5 Quadratzentimetern Kontaktfläche zum Asphalt auf - und sind doch wesentlich für die Fahrqualität verantwortlich.

  • Rollwiderstand: Er definiert den Energieverlust, der entsteht, wenn sich der Reifen unter Belastung verformt.
  • Pannenschutz: Moderne Rennradreifen bieten hierfür spezielle Schutzschichten aus Materialien wie Kevlar, Vectran, PU, Aramid et cetera.

Wie gut ist der Pannenschutz? Wie viel Grip bieten die Reifen, bei Trockenheit und bei Nässe? All diese Fragen, und mehr, beantwortet unser RennRad-Magazin-Test von 21 Modellen - zwölf Clincher- und neun Tubeless-Reifen. Bis auf wenige Ausnahmen - da diese nur in anderen Ausführungen produziert werden - sind die Testmodelle 25 Millimeter breit. Dies entspricht auch der an modernen Rennrädern - noch - meistverbauten sowie den im Profi-Radsport meistverbreiteten Dimensionen. 23 Millimeter breite Reifen sieht man kaum noch - vor allem nicht mehr an neuen werksseitig montierten Modellen.

Reifenbreite und ihre Auswirkungen

Ein breiterer Reifen hat bei gleichem Luftdruck in der Regel einen geringeren Rollwiderstand als ein schmaler. Die Bodenkontaktfläche ist dabei in der Länge und in der Breite ausgeglichener. Bei schmaleren Pneus ist sie deutlich länger als breit. Daher entsteht bei einem breiteren Reifen weniger Walkarbeit - was den Widerstand verringern kann. Auch verringert sich die Kontaktfläche bei einer seitlichen Neigung weniger stark - dies bringt mehr Grip in Kurven.

Ein weiterer Vorteil: Ist der Luftdruck geringer, dann rollt der Reifen leichter über Gegenstände hinweg, die eine potenzielle Pannen-Gefahr darstellen.

Tubeless vs. Clincher

Der klassische Clincher-Reifen mit einem Schlauch ist für viele Radsportler weiterhin die einfachste und alltagstauglichste Lösung. Zwei Beispiele: Schwalbe bietet mit dem Modell Aerothan einen Schlauch, der deutlich weniger als 50 Gramm wiegt und einen besseren Pannenschutz als ein Butyl-Modell bietet.

Klassische Schlauchreifen kommen in diesem Test nicht vor. Sie werden direkt auf die Felgen geklebt und springen auch bei einer Panne weniger leicht von der Felge. Doch Tubeless- und Clincher-Modelle kommen verstärkt auch in der WorldTour zum Einsatz. In den vergangenen Jahren steigen die Teams auch bei anderen Rennen vermehrt auf Clincher- und Tubelesssysteme um. Dieser Trend begann 2020.

Tubeless-Systeme, bei denen der „Mantel“ ohne Schlauch - dafür mit einer abdichtenden und Pannen sofort und selbst schließenden Sealant-Milch - auf der Felge montiert wird, haben sich im Mountainbike- und Gravel-Bereich bereits weitgehend durchgesetzt. Nicht ohne Grund: Denn gerade bei breiten Reifen und niedrigen Luftdrücken von weniger als 3,5 Bar funktioniert das System besonders gut. Im Offroad-Bereich sind die Aspekte Dämpfungskomfort, Traktion und Pannenschutz besonders vorteilhaft.

Von diesen Vorteilen profitiert man jedoch auch auf der Straße. Auch hier lässt sich der Luftdruck deutlich senken - oft um rund zwei Bar. Dies kann hinsichtlich des Fahrkomforts und der Rolleffizienz zu großen Verbesserungen führen - im Vergleich zu vielen Clincher-Schlauch-Kombinationen. Die Gefahr von Durchschlägen auf die Felge, bei denen der Schlauch durch einen „Snakebite“ beschädigt wird, entfällt.

Die in vielen Fällen sehr geringen Rollwiderstands-Werte bei den Tubeless-Reifen sind in diesem Test auffällig. Auch der Praxis-Eindruck war meist überzeugend. Die Erfahrung mit mehreren hundert Reifen und Felgen in den vergangenen Jahren zeigt: Das Tubeless-System macht auch für den Einsatz am Rennrad große Fortschritte. Die „Negativ-Erfahrungen“ mit Montageproblemen oder entweichender Luft werden immer seltener. Immer häufiger sind viele Felgen und Reifen miteinander kompatibel - einfacher zu montieren, luftdichter und sicherer.

In vielen Fällen lohnt es sich aber weiterhin, sich vorab beim Hersteller zu informieren. Je geringer der Luftdruck, desto größer sind die Tubeless-Vorteile. Auch das spricht für den vermehrten Einsatz von 28 Millimeter breiten Reifen. Der Komfortgewinn und damit die Möglichkeit der bestmöglichen Ausdauer-Performance ist hoch. Die Abstriche hinsichtlich des Rollwiderstandes sind nach aktuellen Erkenntnissen gering.

Testergebnisse und Empfehlungen

Ein Fazit des Tests: Es gibt auch unter den Top-Allroundern für unterschiedliche Fahrertypen und deren Ansprüche unterschiedlich gut geeignete Reifenmodelle. Dennoch ragen einige Modelle heraus.

Der Grand Prix 5000 von Continental überzeugt unter den Clincher-Modellen besonders - sowohl durch seine Laborwerte beim Rollwiderstand und beim Pannenschutz als auch durch die Praxiseindrücke zum Grip und zum Abrollverhalten. Dieses Allround-Top-Niveau erreicht ansonsten nur der Pro One von Schwalbe.

Auffällig: Auch die jeweils günstigeren Allwetter-Trainings-Modelle, der Continental GP 4 Seasons und der Schwalbe One Plus, überzeugen. Dennoch kann sich für viele ambitionierte Fahrer bei vielen Modellen der Aufpreis für ein Top-Modell lohnen. Denn wieder einmal bestätigte sich für unsere Testfahrer, wie groß die Unterschiede bei Rennrad-Reifen sein können. Ein besonders gutes Preis-Leistungsverhältnis, und sehr viel Grip, bietet etwa der sehr gut abschneidende Goodyear Eagle F1.

Im Tubeless-Sektor ragt ein Modell heraus: Der in der Praxis sehr geschmeidig rollende Pro One TLE von Schwalbe ist der Beste in den Kategorien Gewicht und Rollwiderstand - und auch beim Pannenschutz vorne dabei.

Messergebnisse

Mehrere Messungen zeigten: Breitere Reifen haben einen kürzeren Kontaktpunkt, was die Reibung reduziert. Sie können mit einem niedrigeren Druck gefahren werden, was Vibrationen absorbiert und die Muskulatur entlastet. In einem Test des Bicycle Rolling Resistance Lab erzielte ein 23 Millimeter breiter Continental-5000-Pneu bei einem Druck von 5,5 Bar einen Rollwiderstand von 10,2 Watt.

Der Continental Grand Prix 5000 in der Breite von 25 Millimetern erzielte in einer Messung bei 7 bar einen Rollwiderstand von nur 9 Watt. Der Vittoria Corsa Pro Speed TLR in 28 Millimetern zeigte in Tests einen extrem niedrigen Rollwiderstand von 5,6 Watt.

Einflussfaktoren auf den Rollwiderstand sind etwa die Reifenbreite, der Luftdruck, die Gummimischung und das Profil beziehungsweise dessen Tiefe. Breitere Reifen reduzieren den Rollwiderstand auf glatten Oberflächen.

Preis-Leistung

In Sachen Preis-Leistung haben in Tests auch preiswerte Modelle wie der Hutchinson Fusion 5 oder der Goodyear Eagle F1 überzeugt.

Die Wahl zwischen Tubeless und Drahtreifen

Die Wahl zwischen Tubeless und Drahtreifen hängt von den spezifischen Anforderungen und dem individuellen Fahrverhalten ab. Die folgende Tabelle fasst exemplarische Messungen zusammen, die unter gleichen Bedingungen (Reifendruck: 7 bar, Geschwindigkeit: 30 km/h, Last: 75 kg) durchgeführt wurden.

25 bis 30 Millimeter breite Reifenmodelle im großen RennRad-Magazin-Vergleichstest aus 2023.

Reifenmodell Eigenschaften
Vittoria Rubino Pro Extrem robuster und haltbarer Ganzjahres-Trainingsreifen, hoher Grip, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Bontrager R3 Solider Pannenschutz im Mittelfeld, guter Durchstichschutz, einfache Montage.
Schwalbe One Plus Fokus auf Pannenschutz, hoher Pannenschutz, insbesondere Durchschlag.
Vittoria Corsa N.EXT Sehr geringes Gewicht (200 Gramm), Allround-Reifen.
Goodyear Eagle F1 Einer der leichtesten Reifen, geringer Rollwiderstand, viel Grip.
Schwalbe Pro One Viel Grip, hoher Komfort, geschmeidiges Fahrgefühl, Pannenschutz im Spitzenbereich.
Continental GP 4 Seasons Ganzjahres-Trainingsreifen, Top-Niveau beim Pannenschutz.
Continental Grand Prix 5000 Bestwert beim Rollwiderstand, solider Pannenschutz, sehr geringes Gewicht.

Continental Fahrradreifen Vergleich 2025

Hier ist eine Zusammenfassung der besten Continental-Fahrradreifen, basierend auf einem Vergleich aus dem Jahr 2025:

Modell Vergleichsergebnis Reifengröße in Zoll Reifen-Typ Vorteile
Continental Grand Prix 4 Vergleichssieger 28 x 1,25 Zoll Faltreifen Geringes Profil, ideal für Straße und Feldwege, Ganzjahresreifen
Continental Ride Tour Reflex Bestseller 28 x 1,6 Zoll Drahtreifen Mit Reflektorstreifen, besonders pannensicher, geringes Profil
Continental Grand Prix 5000 Preis-Leistungs-Sieger 28 x 1,1 Zoll Drahtreifen Besonders pannensicher, glattes Profil, besonders hohe Wertigkeit
Continental Grand Prix GT - 28 x 1,1 Zoll Faltreifen Glattes Profil, besonders pannensicher, mit Reflektorstreifen, für Marathon und Mehrtagesfahrten
Continental Contact Speed - 26 x 1,6 Zoll Drahtreifen Glattes Profil, mit Reflektorstreifen
Continental Mountain King - 26 x 2,3 Zoll Faltreifen Auch für E-Bikes geeignet, grobes Profil, besonders pannensicher
Continental Contact Plus - 28 x 1,5 Zoll Drahtreifen Auch für E-Bikes geeignet, geringes Profil, mit Reflektorstreifen

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