Die Suche nach einem zuverlässigen Fahrradreifen, der nicht ständig einen Platten hat, kann eine Herausforderung sein. Glücklicherweise gibt es Reifen mit eingebautem Pannenschutz, die eine Lösung bieten. Diese Reifen verfügen über eine zusätzliche Schicht zwischen Reifen und Schlauch, die das Eindringen von Glasscherben oder anderen scharfen Gegenständen verhindert.
Warum sind pannensichere Reifen wichtig?
Die meisten Pannen werden durch zu geringen Luftdruck verursacht, was auf die Nachlässigkeit des Radfahrers zurückzuführen ist. Regelmäßiges Überprüfen und Anpassen des Luftdrucks kann viele Pannen verhindern. Ein zu niedriger Luftdruck erhöht den Rollwiderstand, beansprucht die Lauffläche und Karkasse übermäßig und erhöht das Risiko von Durchschlägen. Die grobe Empfehlung lautet, den Luftdruck knapp ein Bar unter dem Maximaldruck zu halten. Schwere Personen oder solche, die viel Last transportieren, können ein halbes Bar mehr aufschlagen.
Aufbau und Materialien
Ein moderner Reifen besteht aus der Karkasse, einem nylonverstärkten Gewebe, das die Grundstruktur bildet. Darüber befindet sich ein Pannenschutzstreifen aus Kevlar und darauf das Profil aus Gummi. Einige Hersteller verwenden spezielle Materialien und Technologien, um den Pannenschutz zu erhöhen. Schwalbe verwendet eine 3 mm dicke Schicht namens „GreenGuard“ aus recycelten Materialien, während Continental seinen „Gummibreaker“ als „extra PunctureBelt“ bezeichnet, der den Reifen sowohl unterhalb des Profils als auch an den Seitenwänden verstärkt.
Testverfahren für Pannensicherheit
Um die Pannensicherheit zu testen, werden verschiedene Methoden angewendet. Beim Durchstichschutz werden zwei Testreihen mit einem spitz zulaufenden und einem flachen Metalldorn durchgeführt. Der Dorn wird mit konstant steigender Kraft durch die Lauffläche gedrückt, bis er den Reifen durchstochen hat. Auf einer Guillotine wird die Fallhöhe eines 17 Kilogramm schweren Fallbeils beständig gesteigert, bis der Reifen platt ist.
Verschiedene Arten von Fahrradreifen
Es gibt verschiedene Arten von Fahrradreifen, die sich in ihrer Konstruktion und ihren Eigenschaften unterscheiden:
- Drahtreifen: Diese Reifen haben starre Stahl- oder Kevlar-Drähte, die in die Kante des Reifens eingearbeitet sind. Sie sind in der Regel günstiger, aber auch schwerer und schwieriger zu montieren.
- Faltreifen: Faltreifen sind ähnlich wie Drahtreifen aufgebaut, besitzen aber biegsame Kevlar-Drähte, was sie leichter und einfacher zu transportieren macht, da sie faltbar sind.
- Tubeless Reifen: Diese Reifen werden ohne Schlauch gefahren und benötigen eine spezielle tubeless-kompatible Felge. Sie bieten Vorteile bei der Pannensicherheit und können mit geringerem Luftdruck gefahren werden.
- Schlauchreifen: Im Profisport werden überwiegend Schlauchreifen eingesetzt, bei denen der Mantel um den Schlauch genäht ist. Allerdings ist die Reifenreparatur sehr aufwändig und die Reifen sind teuer in der Anschaffung.
Einflussfaktoren auf das Fahrverhalten
Die Reifen haben einen großen Einfluss auf das Fahrverhalten. Sie müssen nicht nur luftdicht sein, sondern auch viel Haftung zur Fahrbahn vermitteln und wenig Rollwiderstand bieten. Wie gut ein Reifen haftet, hängt bei Fahrten auf Asphalt vor allem von der Gummimischung ab: Je weicher, desto griffiger und weniger haltbar; je härter, desto haltbarer und weniger griffig. Das Profil ist vor allem bei Fahrten auf unbefestigtem Untergrund und auf Schnee wichtig.
Reifengröße und -bezeichnung
Um einen Fahrradmantel nachzukaufen, muss die Größenangabe beachtet werden. Die DIN-Norm ETRTO Reifenbezeichnung bezieht sich auf Reifenbreite sowie Reifeninnendurchmesser (Felgennenndurchmesser) und kann z.B. wie folgt aussehen: 37 - 622. Das Nennmaß bezieht sich mit dem ersten Wert auf die Mantelbreite in aufgepumptem Zustand. Das zweite Nennmaß beziffert den inneren Fahrradreifendurchmesser. Beide Werte werden in der Maßeinheit Millimeter (mm) angegeben.
Test-Ergebnisse und Empfehlungen
Einige Reifenmodelle haben in Tests besonders gut abgeschnitten:
- Schwalbe Marathon GT Tour: Bietet dank DualGuard beim Pannenschutz Werte im guten Mittelfeld. Da das Gewicht in Ordnung geht und der Rollwiderstand überraschenderweise sehr gering ausfällt, ist er der beste Allroundreifen im Test.
- Continental Contact Plus: Bietet viele Größen und Breiten. Im Test zählt er zu den schwersten, sein Safety Plus Braker bietet dafür aber einen sehr guten Pannenschutz.
- Specialized Sawtooth: Ein Reifen der Extreme. Teuer, extrem leicht und schnell. Der Pannenschutz leidet, weil er für Schlauchlosbetrieb ausgelegt ist. Mit Dichtmilch ein Reifen der Superlative.
Im Test zur Pannensicherheit sichern sich Kenda und Panaracer die absoluten Spitzenpositionen. Unterm Strich schaffen es am Ende aber nur Continental, CST, Hartje (bei CST gefertigt) sowie Schwalbe, wirklich breitbandig aufgestellte Reifen herzustellen. Mit guten Allroundeigenschaften überzeugen Conti und CST, heimsen damit eine Empfehlung ein.
Vor- und Nachteile verschiedener Reifen
Michelin Protek Cross
Mit knapp 19 Euro ist der Michelin mit Abstand der günstigste Reifen im Test. Gefallen finden wir am geringen Gewicht und dem spürbar leichten Lauf. Solange man auf guten Straßen unterwegs ist, ist alles ok.
Kenda Khan K-Shield+
Die dicke Spezialschicht beim Pannenschutz macht den Kenda extrem sicher, aber auch schwer. Da er beim Rollwiderstand besser abschneidet als Panaracer, verdient er sich im Alltag den Sicherheitstipp.
Maxxis Overdrive Excel
Der eher günstige Overdrive bietet sehr geringes Gewicht und einen tollen Rollwiderstand. Im Alltag kommt man damit gut voran. Dagegen steht der eher dürftige Pannenschutz. Für den Alltag dürfte dieser gerne höher ausfallen.
Panaracer Tour Guard Plus
Die ToughLock Pannenschutzeinlage bietet das maximale Maß an Pannensicherheit. Dies geht allerdings zu Lasten des Rollwiderstands und Gewichts. Im Alltag sind daher Beschleunigung und Leichtlauf nur mäßig.
Hartje Platinum Protection
Der Hartje Reifen ist von Optik, Gewicht und Werten wie der CST aufgebaut. Im Gesamten ist er nirgends spitze, leistet sich aber auch keine Schwäche.
CST Platinum Protector
Mit dem Platinum bietet CST einen guten Allrounder, der durch die Kombination von Gummi- und Gewebeeinlage beim Pannenschutz im guten Mittelfeld liegt.
Vredestein Perfect Tour
Mit dem Perfect Tour bietet Vredestein einen recht schnellen Trekkingreifen für eher gute Straßenverhältnisse. Der Grund: Beim Pannenschutz bleibt viel Luft nach oben. Vor allem der geringe Durchstichschutz hat uns überrascht.
Weitere Optionen und Alternativen
Neben den herkömmlichen Luftreifen gibt es auch Alternativen wie Vollgummireifen oder die Verwendung von Pannenschutzfolien, die zwischen Mantel und Schlauch eingebracht werden können. Der Hersteller Tannus hat mit dem Modell Airless einen Fahrradreifen auf den Markt gebracht, der ohne Luft fährt und stattdessen einen patentierten Polymerschaumstoff verwendet.
Wo kann man pannensichere Reifen kaufen?
Pannensichere Reifen können sowohl im Fachhandel vor Ort als auch im Internet erworben werden. Beide Varianten bieten verschiedene Vorzüge und Nachteile. Die Auswahl im Internet ist deutlich größer, während der Fachhandel eine direkte Beratung ermöglicht. Online finden sich jedoch verschiedene Ratgeber und Kundenrezensionen, die bei der Kaufentscheidung helfen können.
Typische Fehler und Schwachstellen
Auch pannensichere Reifen können typische Schwachstellen aufweisen. Abgesehen von Vollgummireifen sind auch die Fahrradreifen unplattbar nicht vollständig pannensicher. Trotz des Pannenschutzes gehören eine Luftpumpe und ein Reifen-Flick-Set also zum sinnvollen Zubehör. Für den Wechsel der Reifen empfiehlt sich weiterhin zum einen das passende Werkzeug und zum anderen Reifenheber für das Fahrrad.
Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse
Die Wahl des richtigen Fahrradreifens hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter der Fahrstil, das Gelände und die individuellen Bedürfnisse. Pannensichere Reifen bieten einen erhöhten Schutz vor Pannen, können aber auch Nachteile wie ein höheres Gewicht oder einen höheren Rollwiderstand haben. Durch sorgfältige Recherche und Vergleich können Radfahrer den optimalen Reifen für ihre Anforderungen finden.
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