Fahrradreifen für E-Bikes: Ein umfassender Test

Ein guter Reifen ist immer ein Spezialist - egal, ob am Vorder- oder Hinterrad, in welchem Einsatzbereich oder welcher Jahreszeit. Die Ansprüche an einen E-Bike-Reifen sind im Vergleich zum normalen Bike im Detail etwas anders.

Anforderungen an E-Bike-Reifen

E-Bikes wiegen mehr und bringen mehr Antriebsleistung aufs Hinterrad. Dadurch nimmt die Belastung vor allem durch einen aggressiven Antritt und mit Blick auf die Pannensicherheit zu. Verstärkte Karkassen und Pannenschutzelemente unter der Gummidecke oder der Seitenwand entgegnen diesem Trend, bringen aber etwas Mehrgewicht mit sich.

Durch den höheren Druck auf das Profil und Gummi steigt der Verschleiß, vor allem am Hinterrad. Hersteller arbeiten daher mit besonders großen Profilblöcken. Damit ein Reifen das ganze Jahr gut nutzbar ist, sollte das Profil für gute Selbstreinigung recht offen gestaltet sein.

Plusreifen im Bereich 2,6 bis 2,8 Zoll gehört definitiv die Zukunft am E-MTB. Sie bieten im Vergleich zu den schmäleren Kollegen beste Traktion, Sicherheit und Komfort bei ähnlicher Effizienz und überschaubarem Mehrgewicht. Im Detail unterscheiden sich die Testreifen aber teils beträchtlich.

Testkriterien und -methoden

Damit alle Reifen perfekt miteinander vergleichbar sind, wurde der Test zweigeteilt. Mit Blick auf Rollwiderstand und Pannensicherheit wurde der Test auf dem Prüfstand durchgeführt. Das Gewicht steuert 10 Prozent bei. Wichtigstes Kriterium ist aber die Fahrleistung in der Praxis (40 Prozent).

Pannensicherheitstests

Die Reifen wurden mit der Karkasse fest eingespannt und in zwei Schritten geprüft. Der erste Prüfling hat einen Durchmesser von 1,5 mm und ist stumpf.Es wurden verschiedene Tests durchgeführt, um die Pannensicherheit zu bewerten:

  • Durchstichtest: Ein spitz zulaufender Metalldorn wird durch die Lauffläche gedrückt, um die Sicherheit gegen Dornen, Nägel oder Draht zu überprüfen.
  • Scherbentest: Ein flacher Prüfdorn simuliert die Abwehr gegenüber scharfkantigen Glasscherben oder Steinen.
  • Flankentest: Die Widerstandsfähigkeit der Flanken wird überprüft, um gegen Kanten, große Steine oder Äste am Boden gewappnet zu sein.
  • Durchschlagtest: Eine stumpfe Guillotine simuliert Kanten, wie sie in der Praxis durch Bordsteine, Gullydeckel oder Wurzeln vorkommen.

Fahrleistung in der Praxis

Dazu haben wir alle Reifen in etlichen Ausfahrten über die hügeligen Trails im Donau- und Altmühltal sowie im Voralpenland gejagt. Kurze Abstecher in den Bikepark waren ebenso dabei. Dazu wurden die Testmodelle auf Fahreindruck, Laufgeräusche, Komfort, Dämpfungsverhalten und Traktion überprüft.

Empfehlungen und Testergebnisse

Am Ende empfiehlt sich der Conti Baron als super Allrounder mit exzellentem Grip. Beim Preis-Leistungsverhältnis geht kein Weg am Specialized Butcher vorbei.

City- und E-Bike-Reifen im Vergleich

Ein guter Fahrradmantel macht alltägliches Pendeln sicher und komfortabel. Wir haben Reifen für Cityräder und E-Bikes auf ihren Pannenschutz getestet.

Wichtige Faktoren bei Cityreifen

Für den Einsatz im Alltag auf der Straße steht ein Faktor über allen anderen: der Pannenschutz. Die meisten Cityreifen werden darum mehrlagig konstruiert, die Lauffläche besteht aus einer Gummischicht an der Oberfläche und einer Pannenschutzschicht darunter. Aber hochwertige Cityreifen müssen nicht besonders dick sein, dafür verfügen sie jedoch zum Beispiel über spezielle Gewebeschichten, die die Konstruktion besonders widerstandsfähig machen.

Insbesondere beim Reifenprofil hält sich hartnäckig der Glaube, aufwendige Rillen, Stollen und Zacken würden in Kurven und bei Nässe mehr Halt geben. Für René Marks, Produktmanager bei Schwalbe, hat das Profil hingegen nur psychologischen Nutzen beim Reifenkauf: „Sicherheit entsteht in erster Linie durch die Gummimischung.“ Cityreifen mit wenig Profil und viel Lauffläche sind hier laut dem Experten sogar im Vorteil, weil eine gleichmäßige Oberfläche weniger schnell verschleißt.

Testergebnisse Cityreifen

Pannenschutz, Rollwiderstand und Gewicht - diese wesentlichen Faktoren haben wir bei den sechs Reifen verglichen. Nicht gewertet, aber gut: Reflexstreifen für bessere Sichtbarkeit.

Fahrradreifen-Modell Preis
Schwalbe Marathon GT Tour 34,90 Euro
Maxxis Gypsy 37,50 Euro
Continental Contact Plus 37,90 Euro
Michelin Protek Max 30,95 Euro
Kenda Khan II 15,90 Euro
Vredestein Perfect E-Power 29,95 Euro

E-Bike-Reifen im Sicherheitstest

Reifen für E-Bikes müssen höhere Ansprüche erfüllen als Pneus für nicht motorisierte Räder. Für S-Pedelecs, die bis 45 Stundenkilometer unterstützen, gibt es sogar eine Reifennorm, ECE-R75. Diese stellt sicher, dass die Pneus den höheren Brems- und Beschleunigungskräften sowie dem zusätzlichen Gewicht gewachsen sind. Für E-Bikes bis 25 km/h müssen die Reifen keine spezielle Norm erfüllen. Die Hersteller kennzeichnen jedoch in der Regel die Modelle, die sie für Pedelecs entwickeln, entsprechend.

Einig sind sich alle wichtigen Hersteller darin, dass man an E-Bikes breitere Reifen montieren sollte. Diese erhöhen den Komfort und liefern besseren Grip, was sich auch beim Bremsen bezahlt macht.

Wir empfehlen, auch nach Gesprächen mit E-Bike-Händlern und Reifenexperten, an einem Touren-E-Bike mindestens mit 40-Millimeter-Reifen zu fahren. Das zusätzliche Gewicht wird von der Motorleistung kompensiert, dafür gewinnt man an Komfort gegenüber normalen Cityreifen.

Fahrradreifen-Modell Preis
Continental Contact Plus City 37,90 Euro
Maxxis Re-Volt 37,50 Euro
Kenda Kwick Journey 29,90 Euro
Schwalbe Energizer Plus 28,90 Euro
Vredestein Perfect E-Power 29,95 Euro
Michelin Protek 20,95 Euro

Allroundreifen für verschiedene Einsatzbereiche

In diesem Test finden Sie ausgesprochene Allroundreifen, die am City-, Trekking-, Fitnessrad, Randonneur und Gravelbike eine mehr oder weniger gute Figur machen. Vertreten sind herkömmliche Trekking-, aber auch Gravelreifen.

Tubeless-System

Im City- und Trekkingbereich findet man das Tubeless-System noch immer sehr selten. Dabei wird ein Reifen mit einem speziellen Aufbau bei Reifenwulst und Karkasse ohne Schlauch, aber mit Dichtmilch montiert. Letztere generiert keinen Rollwiderstand, verteilt sich im Reifeninneren und kann bei einem Defekt wie einem Durchstich oder einem kleinen Schnitt die Schadensstelle aktiv reparieren.

Luftdruck

In der Praxis stammen die häufigsten Pannen nicht von Kanten, Steinen oder Dornen, sondern sind auf einen zu niedrigen Luftdruck zurückzuführen. Daher sollte der Luftdruck regelmäßig überprüft werden, im besten Fall alle zwei Wochen. Da die Hersteller beim Luftdruck eher auf Nummer sicher gehen, empfehlen wir, sich eher am Minimalwert zu orientieren. Wer schwerer ist oder viel Gepäck mitschleppt, sollte den Druck aber noch leicht erhöhen.

Pannenschutzsysteme

Beim Pannenschutz setzen die Hersteller auf zwei verschiedene Systeme: Hochdichte, engmaschige Gewebe sind besonders leicht und flexibel, sind aber teuer und schützen nicht so effizient vor Durchschlägen. Sie werden meist bei Gravelreifen und eher teuren Trekkingreifen eingesetzt. Dicke Gummieinlagen unter der Lauffläche agieren als Abstandhalter, erhöhen aber das Gewicht und teils den Rollwiderstand recht deutlich.

Champions im Pannenschutz

Am Ende kristallisieren sich in Summe aller Pannenschutztests folgende Champions heraus: Bei den Trekkingreifen bestechen Michelins CityStreet und vor allem Schwalbes Marathon E-Plus. Bei den Gravelreifen überzeugen vor allem Teravail und Schwalbe.

Praxistest

Am Ende zeigt die echten Fahrqualitäten nur der Praxistest. Dazu wurden die Testmodelle auf Fahreindruck, Laufgeräusche, Komfort, Dämpfungsverhalten und Traktion überprüft. Für die Fahrdynamik besonders wichtig ist ein geringes Gewicht. Schließlich muss der Reifen nach jedem Ampelstopp oder einer Kurve wieder in Fahrt gebracht werden. Durch die Bank fallen die Gewichte bei den Gravelreifen deutlich geringer aus.

Beim Fahrkomfort arbeiten zwei Punkte Hand in Hand: Der Komfort selbst wird durch eine geschmeidige Reifenkonstruktion erzielt. Hier spielen die Gravelreifen in Summe ihre Stärke aus, wobei uns die Modelle von Rene Herse, Schwalbe und Specialized besonders gut gefallen haben.

Bei der Traktion ist ein Ergebnis nicht zwingend nur am Profil auszumachen, denn sie ergibt sich aus der Griffigkeit der Gummimischung, dem Profil und der Geschmeidigkeit der Karkasse.

Empfehlungen

  • Wer einen maximal traktionsstarken Reifen mit tollem Komfort sucht, aber bei der Pannensicherheit Einbußen in Kauf nimmt, greift zum Rene Herse.
  • Im Trekkingsegment bieten Continental und Schwalbes Green Marathon eine durch die Bank solide Leistung ohne echte Schwäche, heimsen dadurch eine Empfehlung ein.

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